Meine Allergiefreiheit hält nach wie vor an. Ich habe schon diverse andere Früchte wie Birnen und Pflaumen und auch da zeigt sich: keine Allergie mehr. Es ist mittlerweile Ende Januar und derzeit sehe ich den einen oder anderen Haselnussstrauch schon in Blüte stehen und auch da spüre ich nicht mal ein Kribbeln in der Nase. Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich weiterhin auf Milch und Milchprodukte zu verzichten. Hintergrund ist dabei weniger die Laktose. Milch hat evolutionär eine Funktion: Neugeborene so zu versorgen, dass sie schnell wachsen, um bald mit der eigenständigen Nahrungsaufnahme zu beginnen. Ab dem Zeitpunkt ist sie eigentlich überflüssig, wird aber heutzutage als zusätzliche Nahrungsquelle genutzt.

carbonaraDem entsprechend heißt es für mich Rezepte umzuschreiben, wo Milch, Sahne, Quark oder Joghurt auftauchen. Heute sollten es mal Spaghetti Carbonara sein. Original gehört das ja schon keine Sahne rein, aber ich mag es gerne einen Hauch flüssiger. Also habe ich zu folgenden Zutaten gegriffen:

  • 250g Spaghetti
  • 150g Schinkenspeck
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1/2 Dose Kokosmilch (60%)
  • 4 Eier
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl

Ich koche die Spaghetti grundsätzlich mit Salz (für Geschmack) und einem Schuss Olivenöl (damit sie nicht zusammenkleben). Während die Spaghetti kochen, kann man den Schinkenspeck würfeln, die Knoblauchzehen schälen und die Eigelb schon mal vom Eiweiß trennen. Während die Spaghetti abtropfen, brate ich in einer Pfanne die Schinkenwürfel an, presse den Knoblauch dazu und würze das Ganze mit Salz und Pfeffer. Jetzt gieße ich die halbe Dose Kokosmilch dazu und lasse alles nochmal kurz aufkochen. Die Spaghetti gebe ich jetzt wieder zurück in den Topf, wo sie vorher gekocht wurden und mische die Sauce darunter. Jetzt muss man schnell sein: Ganz zum Schluss füge ich die Eigelb darunter und rühre sie unter die Spaghetti, bevor sie stocken.

Ich hatte vor einiger Zeit ja mal erwähnt, dass meine Frau ihre Ernährung auf das Paleo-Prinzip umgestellt hat, d.h. kein Gluten, kein Zucker, keine Laktose und noch ein paar kleine Details mehr, aber wer danach sucht, kann sich direkt auf dem Blog meiner Frau umsehen.

Ich bin mehr oder weniger schon Nutznießer dieses Prinzip, dadurch, dass es nur noch Paleo am Wochenende zu Essen gibt. Trotzdem bleibe ich gerne bei meinen alten Gewohnheiten hängen – Frühstücksbrötchen, Bier (auch wenn es alkoholfrei ist). Deswegen hat meine Frau vorgeschlagen, ich soll doch mal Milchprodukte wegfallen lassen, d.h. Joghurt, Milch und Quark. Das schlug sich natürlich gleich auf eine meiner Lieblingsangewohnheiten nieder – mein Kaffee, den ich gern mit viel Milch und Zucker trinke.

Als Hintergrund, warum ich mich auf das Experiment eingelassen habe, sei folgendes gesagt: Nach unserer Weltreise hatte ich das Frühjahr danach keine, aber garkeine Probleme mit Allergien. Während der Rest auf Arbeit nieste und tränte, lief ich unbekümmert herum. Und jetzt hatte ich endlich eine Übereinstimmung gefunden. Was hatte sich bei meinem Lebenswandel auf der Weltreise so sehr geändert gegenüber dem „normalen“ Leben? Ich hatte alles unter Verdacht: Duschbad, Waschmittel, aber auch Nahrungsmittel.

Seit circa zwei Monaten bin ich jetzt schon weg von den Milchprodukten – wobei ich sagen muss, dass ich nach wie vor Käse esse – habe ich auf der Weltreise ja auch. Kaffee habe ich mal mit Alternativen probiert, wie Mandelmilch oder Kokosmilch, aber es ist geschmacklich nicht das selbe. Und letztens kam der Aha!-Effekt. Ich machte mich über einer Packung Nüsse her. Erdnüsse, Cashewkerne – alles kein Problem. Walnüsse sind schon kritisch und Haselnüsse meine Todfeinde. Und nichts passierte… ich aß am ersten Abend vielleicht 5 Stück, nichts passierte. Kein Kribbeln im Hals, keine juckenden Lippen. Den nächsten Abend erhöhte ich die Dosis, 20 Haselnüsse – nichts. Ich bin jetzt schon auf das Frühjahr gespannt!

Nachtrag 1.1.2015: Ich bin ursprünglich von einem kleinen Erfolg ausgegangen, aber mittlerweile hat es sich als riesiger Pluspunkt herausgestellt. Durch einen kleinen Nachtisch bei meinen Eltern merkte, ich dass da Apfel drin ist, aber ich spürte keine Reaktion. Also setzte ich das Experiment fort – Kriszta aß gestern einen Apfel und ich nahm ein Viertel davon – immer noch nichts. Also schnappte ich mir heute einen ganzen Apfel – keine allergische Reaktion! Damit habe ich jetzt nach ca. 25 Jahren in denen ich mich mit meiner Allergie herumplage, meinen ersten Apfel gegessen.

Die wundervolle Zeit des Frühlings hat begonnen, alles grünt und blüht. Und wenn man an die Themen Frühling und Blühen denkt, bekommt so manch einer schon eine rote Nase und tränende Augen. Wir reden von einer der Melkkühe des Gesundheitswesens: Allergikern.

Die Ursachen sind vielfältig: Aggressive Substanzen (wie Formaldehyd, was früher zur Desinfizierung / Reinigung benutzt wurde) oder auch fehlende Krankheiten / zu viel Reinlichkeit werden aufgeführt. Die Therapien sind vielfältig, so z.B. die Desensibilisierung. Was passiert: Es werden einem über einen längeren Zeitraum die Allergene injiziert. Bis jetzt war der Erfolg bei allen, die dies probiert haben langfristig gleich Null oder es wurde schlimmer, denn es traten zusätzlich noch andere Allergien auf. Jetzt mal mit gesundem Menschenverstand: Seid ihr schon mal bei einer Grippeimpfung gewesen und wisst, was da passiert? Es werden abgeschwächte Grippeviren injiziert, damit der Körper Antikörper bilden kann, um erfolgreicher im Ernstfall zu wirken. Mh, und bei Desensibilisierung werden also Allergene geimpft und der Körper soll sich genau umgekehrt verhalten? Wenn ein erfahrener Mediziner mitliest – ich hätte gerne mal eine professionelle Erklärung!

Und dieses Jahr kommt die Frechheit, die das Maß an Volksverdummung überschreitet. Prof. Merk (Präsident des Ärzteverbands Deutscher Allergologen) verbreitet, dass dieses Jahr ein Mastjahr für Birken ist und dabei besonders viele Pollen verbreitet werden und alle Medien brabbeln ohne Nachdenken nach. Toll, dass Mediziner jetzt sich auch in der Forstwirtschaft auskennen. Und wieder der gesunde Menschenverstand, der sich bei mir einschaltet: Alle Birken auf einmal? Wie synchronisiert sich denn so eine Birke mit ihren Birkenbrüdern? Ich bilde mal einen unpassenden, aber ähnlichen Vergleich: Das wäre, als würden alle Frauen der Welt gleichzeitig ihre Periode bekommen. Also hab ich mal geschaut, was die Mast bei Bäumen bedeutet… Nachschlagen!… „Der Zeitabstand zwischen zwei Mastjahren ist regional unterschiedlich und beträgt sechs bis zehn Jahre“. Danke Wikipedia!

PostcrossingEs muss doch die Ruhe vor dem Sturm sein. Hier und da hakt es zwar stellenweise, aber ansonsten läuft mein Leben mittlerweile in viel zu geordneten Bahnen. Obwohl ich zugeben muss, mich momentan etwas planlos treiben zu lassen und ich habe die Hoffnung / Befürchtung, dass mich in nächster Zeit was piekst und ich mal einen neuen Glückskeks ziehe.

Gestern traf wieder eine neue Postcrossingkarte ein, aus Helsinki, Finnland. Damit sind alle Karten ausgetauscht und ich muss mich wieder aufraffen, neue zu schreiben.

Ansonsten klemm ich mich auf Arbeit immer unter die Kopfhörer und selektiere Musik aus. Heute war mal wieder ein verdächtig guter Tag, sehr viele Titel, die mir gut bis sehr gut gefielen. Nachdem Material für 12 Podcasts vorhanden ist, habe ich mich jetzt entschlossen, als nächstes einen Podcast mit hochaktuellem Material zusammenzustellen. Wie ich letztens schon erwähnte, sind die Stücke noch aus dem August letzten Jahres. Des weiteren werden Tracks aussortiert, die mir mittlerweile nicht mehr ganz so gut gefallen.

Weitere Lowlights aus dieser Woche – es hat Dienstag geregnet, sodass ich gestern mal getrost einen Tag ohne Pille überlebt habe. Der Chef führte heute einen Bewerber herum und dabei entstand folgender Dialog:

Chef: Das ist der Herr Speedy, der ist jetzt seit 3 oder 4 Monaten hier…
Ich: Im vierten Monat!
Kollege: Sieht man dir aber garnicht an!
alle bis auf den Bewerber lachen

Im Nachhinein unterhielt ich mich noch mit anderen Kollegen und wir konnten nicht so richtig feststellen, ob er direkt von der Uni kommt. Ein Kollege meinte, es sah so aus, als wenn er sich im Anzug wohlfühlen würde. Ich stimmte dem zu und ergänzte, dass er keinerlei Informatikausstrahlung (sprich: ein Nerd) hatte. Das wird doch nicht etwa ein Wirtschaftsinformatiker sein?

Positiv zu berichten gibt es auch, dass ich den zweimonatigen Kampf der Versicherungen um meine Person endlich für beendet erklären kann. Noch nicht ganz, erst will ich das Schreiben wirklich persönlich in den Händen halten, bisher habe ich es nur als Fax gesehen. Dann fiel mir am Wochenende doch glatt noch ein, dass ich mal das vor mehreren Wochen versprochene Schreiben zum Versicherungsfall von Rüedi in die Werkstatt bringen sollte, was ich dann auch erfolgreich erledigte. Apropos Auto – am Wochenbeginn fuhren wir wie gewöhnlich zum Essen und als wir zurück kamen, deutete ein Kollege auf eine Schneise im Gebüsch des benachbarten Unternehmens. Da endete für den vierten Testfahrer des Audi R8 unter einem LKW [Beitrag aus dem „Fränkischen Tag“]. Man sollte wissen, was man mit 420 PS unter seinem Hintern anfängt. Nur gut, dass es am Wochenende war, für gewöhnlich parke ich gleich um die Ecke…

ICQ6Noch ein paar kurze Worte, bevor ich mich dann ins Wochenende verabschiede… Ja, ich weiß. Es ist erst Mittwoch, doch morgen Abend habe ich vollen Terminplan angefangen beim Klavierunterricht, der nach 2 Wochen Pause wegen Osterferien wieder mal auf dem Plan steht. Außerdem steht mal wieder das Entfernen des grauen Gefussels auf meinem Kopf an. Und Freitag Abend sind dann alle Autobahnen zu räumen, ich bin unterwegs!

Ich hoffe doch, dass der morgige Tag nicht zu stressig wird, denn mit der heutigen Versionserstellung wird die Komponente, die derzeit noch rezessiv arbeitet, scharf geschalten und soll allen Entwicklern als Informationsspender dienen. Und derzeit arbeite ich noch an der neuen Datenbankschnittstelle. Mein Kollege bastelte heute schon mal im Vorfeld eine Version zusammen, in welcher der neue Datenspeicher und die Datenbankschnittstelle schon mal zum Leben erweckt wurden – und es funktionierte! Unheimlich – irgendwo lauert garantiert noch ein Fehler, der viel zu spät mit mächtigem Getöse das Programm in den Abgrund reißt. Nicht, dass ich das beabsichtige, aber Murphy hat sich noch nie geirrt.

Allerdings kommt das neue ICQ auch mit einer neuen Datenbank daher. Nach der Konvertierung hat das gute Stück bei mir immerhin eine possierliche Größe von 50MB. Soll angeblich das Suchen vereinfachen. Und was gibt es sonst Neues? Das Fenster für die Werbung sieht etwas größer aus. Es gibt endlich animierte Emoticons – das kann Yahoo schon seit Generationen. Und natürlich die obligatorische Diskussion, welcher IM besser ist – MSN, Yahoo, AIM, ICQ vs. Miranda, GAIM, LICQ usw. Ich persönlich bevorzuge die Originale – der Yahoo macht z.B. aus „:D“ ein fettes Grinsen während ICQ ein schallendes Gelächter darstellt. Und durch da man mit seinem Gegenüber nicht persönlich konfrontiert ist, kann schon mal ein gewagter Witz mit einem falschen Emoticon kräftig nach hinten losgehen. Memo an mich: Unmöglich langen Beitrag über den Inhaltsverlust durch moderne Kommunikationsmittel schreiben *g* Aber zurück zum ICQ. Positiv fällt auf, dass man eine Message unabhängig vom Status einstellen kann. Ich könnte ja Musik hören und trotzdem verfügbar sein. Auf jeden Fall negativ: Die Farbe und der Abstand zwischen den Kontakten – meine Liste braucht fast die gesamte Höhe des Bildschirms. Es gibt aber ein neues Sortierkriterium: Sortieren nach Popularität. Mal sehen, ob das dahinter steckt, was ich vermute – nach Häufigkeit der Onlinezeit und der Kommunikation.

Ich bin mal auf die nächsten Tage gespannt – durch den plötzlichen Kälteeinbruch wird sich bestimmt eine neue Grippewelle auf den Weg machen. Ich hatte heute auch das Gefühl, dass mein Hals die ganze Zeit trocken und kratzig ist. Bis mir dann einfiel, dass mein Körper nach einer gewissen Zeit auf die Allergietabletten so reagiert. Man stelle sich vor: Fühlt sich an wie Halsschmerzen, sind aber keine. Jetzt aber ganz schnell ins Bett, die Müdigkeit macht sich außerdem breit…

Noch ein bißchen Nachtrag zum Wochenende – Ich hatte am Schluss nur noch im Schnelldurchgang vermerkt, dass der Sonntag Abend zum Teil aus Kochen bestand. Angesichts von restlichen Kartoffelbeständen, beschloss ich ein Kartoffelgericht zu kochen. Meine Wahl fiel auf Aloo Gobi. Geringfügige Modifikationen (drei statt einer Chilischote) verpassten dem Gericht einen wirklich indischen Hauch.

Ansonsten habe ich in den letzten Tage mal den Bestand neuer Musik durchgehört und muss jetzt weiter aussortieren. Derzeit liegen 6 Stunden Musik in meinem Ordner zum Vorbereiten der Podcasts. Da werde ich nochmal sehr gründlich aussortieren müssen. Ansonsten fühlt sich mein Kopf zur Zeit wie eine breiige Masse an, Heuschnupfen ist wirklich keine Freude. Dieses Jahr läßt die Wirkung der Medikamente auch sehr zu wünschen übrig. Beruhigend ist jedenfalls zu wissen, dass ich nicht allein bin. Seltsamerweise betrifft es dieses Jahr auch einige Leute, welche die letzten Jahre doch sehr wenig Probleme damit hatten. Vor meinem geistigen Auge entstand gerade die Bild-Schlagzeile „Horrorpollen – Sie sind überall!“. Dabei fällt mir ein, dass ich letztens gelesen habe, dass die Bild-Zeitung jetzt mit Greenpeace kooperiert. Sollte man sich jetzt bei Greenpeace für diesen Verrat der Ideale bedanken? Ich würde auch mit einer Zeitung in einer Auflage von 12 Millionen zusammenarbeiten. Ist ja sinnbildlich das Gleiche, als wenn man aufhören würde, Vegatarier zu sein mit der Begründung: „Das arme Vieh wird ja eh geschlachtet“.

Aber genug des Pessimismus, der Fühling hat ja auch sein Gutes. Zum Beispiel, wenn man mal die Nase aus dem Fenster steckt…

PS: Jetzt möchte ich aber auch mal ein Lob hören, der Beitrag war jetzt aber wirklich kurz 😉

Nun ist Ostern schon wieder vorbei und ich muss mittlerweile einen Zettel schreiben, um alles zusammenzupacken, was in den Beitrag soll. Wie mir schon am Wochenende vorgeschlagen wurde, sollte ich doch daraus ein Buch machen oder eine Telenovela. Ich kann doch auch nichts dafür, dass ich mich mitten im Schreiben immer weiter in Gedanken verstricke und erst zwei oder drei Absätze später merke, dass ich an einer ganz anderen Stelle auftauche, wo ich es ursprünglich vorhatte. Und siehe da, so geht es schon los…

Ich beginne doch lieber beim Donnerstag, wo ich leicht schnüffelnd auf Arbeit saß und feststellte, dass nur noch mit der chemischen Keule nachgeholfen werden kann, war aber von der Wirkung nicht sonderlich begeistert, da ich auf Anraten eines Freundes aus meiner ehemaligen Squashgruppe auf Loratadin umgestiegen war. Merkwürdigerweise ließ das Kribbeln aber nicht nach. Dafür warf ich mal einen unauffälligen Blick in die Nebenwirkungen: Müdigkeit: häufig! Ich denke, Loratadin war der Zauberstoff, der nicht einschläfert? Zum Glück bemerkte ich davon nichts und trommelte weiter auf meiner Tastatur herum, um dann kurz vor Schluß die Wrapperklasse zur Datenbank-DLL fertigzustellen und zu integrieren. Gespannt wurde das Ergebnis am Bildschirm verfolgt. Programmstart – heftiges Getöse – Fehlermeldung. Meine Reaktion: „Doch so schnell?“. Mein Kollege grinste: „Du arbeitest an den tiefsten Tiefen der Kanalisation, happy Debugging!“ Und gerade in dem Moment mußte ich mich auch schon aus dem Staub machen, schließlich mußte ein Geburtstagsgeschenk für Mutti organisiert werden. Einmal schnell durch die Stadt gebummelt und schon hatte ich das Gewünschte gefunden plus ein paar andere Ideen.

Freitag früh schnell einen gemeinsamen Kaffee geschlürft, später konnte ich dann noch in Ruhe frühstücken, packte ich anschließend meine Sachen fürs Wochenende zusammen, druckte eine Anfahrtskizze für meinen Besuch bei einer Kollegin aus. Dann hetzte ich zwischen der Musikzusammenstellung für die Fahrt, dem Vorbereiten der Ostergeschenke und der Hausordnung hin und her. Abschließend kam dann das Verpacken der Geburtstagsgeschenke und dann sollte es schon losgehen, wenn ich nicht die Hälfte vergessen hätte und im Spurt die restlichen Sachen aus der Wohnung holte. Per SMS bekam ich den Tipp auf Staus zu achten, also warf ich vorher einen Blick auf den Staumelder: 10km Stau bei Siebenlehn. Das Wetter war gut, ich hatte Musik mit, also konnte doch nichts schiefgehen. Die Realität sah dann doch ein wenig anders aus, denn von Stau war weit und breit nichts zu sehen und ich flitzte problemlos bis Dresden. Ich quatschte nach meiner Ankunft schnell mit meinen Eltern, wir aßen Abendbrot und ich hatte doch ein paar Minuten, mich auszuruhen. Der MP3-Player war vollgestopft mit Musik und ich knipste von einem Titel zum anderen und dann ging es los. Ich fuhr an einer Stelle vorbei, wo ich dachte „hier muss es sein“, rollte aber weiter, um dann zu wenden und meinen ersten Verdacht zu bestätigen. Der Abend war lustig, wir lachten, quatschten, spielten Billiard und ruckzuck war es um 2 Uhr und für mich höchste Zeit doch mal heimzudüsen.

Großer GartenDen nächsten Morgen drehte ich mich genüsslich um, als mir meine Uhr verriet, es wäre um 7 Uhr. Halb 11 Uhr kroch ich dann doch aus den Federn, schniefte etwas vor mich hin und machte mich noch schnell auf den Weg zur Apotheke, um mir eine Dosis Cetirizin zu genehmigen. Aus dem Hause Pfizer – na wer weiß, welche Nebenwirkungen das noch hat 😉 Mittags fuhren wir dann ins Chiaveri im Sächsischen Landtag (Gaetano Chiaveri war der Architekt der Katholischen Hofkirche in Dresden). Von dort aus hat man einen fantastischen Blick auf die Dresdner Altstadt. Bei einem kleinen Verdauungsspaziergang im Großen Garten sprang es einem förmlich in die Augen, wie schnell es grün geworden war. Nach dem Abendessen fuhr ich zu Claudi + Basti, wo sich herausstellte, dass es keine gute Idee war, vorher schon etwas gegessen zu haben, den Kathrin und Jens zauberten noch etwas Leckeres. Naja, ein wenig Platz war noch. Beim Quatschen und Betrachten von Urlaubsfotos verging die Zeit wie im Flug.

Sonntags nach dem Mittag fuhren wir zum Barockgarten Großsedlitz, um einen kleinen Spaziergang zu machen. Ich war über die grenzenlose Abzocke empört, denn dort darf man schon mal 3 Euro Eintritt zahlen. Meine Rage stieß auf wenig Gegenliebe, schließlich muss sich ja jemand um den Park kümmern. Natürlich, aber dass auch den ganzen Tag eine Kassiererin in ihrem Häuschen hockt und die recht rare Kundschaft (da doch etwas abgelegen) zur Kasse bittet, hat in der Rechnung keiner bedacht. Im Anschluss durfte ich auch noch erfahren, dass in Pillnitz ab 2008 auch zur bezahlten Zone werden soll. Kein Wunder, wenn sich die Stadtoberen sich seit Jahren nicht zum Bau einer Brücke entschließen können. Weltkulturerbe hin oder her, dass es funktioniert, beweist meine neue Heimat. Hier geht es nicht um eine Brücke, sondern um alle. Im Klartext: Bamberg reißt alle Brücken ab und baut sie bis 2010 neu, zusammengefaßt unter dem Decknamen: Brückenprojekt 2010. Ist übrigens eine meiner Lieblingsfragen, wenn ich nach Dresden komme, aber die Antwort bleibt immer die Gleiche. Die Frage stellte ich auch nachmittags einer anderen Kollegin, die ich besuchte. Zumindest konnte sich die Pirnaer Bevölkerung die Farbe der Brücke heraussuchen; dass sie gebaut wurde, stand schon fest. Nach einem schönen Nachmittag (leider nicht vom Wetter her), sammelte ich meine Sachen zusammen und machte mich auf den Heimweg. Die Entscheidung, Sonntag heim zu fahren, war garnicht mal so schlecht. Ich hatte die Autobahn fast für mich allein.

Und ich hatte den gesamten Montag Zeit, mich um die Sachen zu kümmern, welche die letzten Tage liegen geblieben waren. Ich verjagte erstmal die Wollmäuse aus meinem Wohnzimmer, kümmerte mich um den Abwasch und testete am Nachmittag die Funktionsfähigkeit meines Fahrrads. Ich fuhr über den Bamberger Weg in die Stadt und an der Konzerthalle wieder zurück. Also nur eine kleine Runde, aber trotzdem anstrengend genug, angesichts der vielen Menschen, welche die Innenstadt verstopften. Kein Wunder, das Wetter lud förmlich ein, die Wohnungen zu verlassen. Passend dazu, quasi wie die Faust aufs Auge – Goethes „Osterspaziergang“ aus Faust Teil 1:

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch des Frühlings holden belebenden Blick,
im Tale grünet Hoffnungsglück;
der alte Winter, in seiner Schwäche,
zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
ohnmächtige Schauer körnigen Eises
in Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
überall regt sich Bildung und Streben,
alles will sie mit Farben beleben;
doch an Blumen fehlt’s im Revier,
sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
nach der Stadt zurückzusehen!
Aus dem hohlen, finstern Tor
dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
denn sie sind selber auferstanden:
aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
aus den Straßen quetschender Enge,
aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
durch die Gärten und Felder zerschlägt,
wie der Fluß in Breit und Länge
so manchen lustigen Nachen bewegt,
und, bis zum Sinken überladen,
entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
hier ist des Volkes wahrer Himmel,
zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!

Mit zunehmender Sonneneinstrahlung erwärmt sich auch meine Wohnung und nach einem Vierteljahr habe ich verstanden, wie ich die elektrische Jalousie zu bedienen habe. Bis jetzt bin ich immer davon ausgegangen: langes Drücken = Automatik, kurz = manuelle Steuerung. Funktionierte bis dato bei jedem System, nur bei meiner nicht, die mag es genau umgekehrt. Aber soviel erstmal zum Wochenende, ich hätte noch ein paar abschließende Erkenntnisse zum Thema Musik, die ich dieses Wochenende gemacht habe, aber der Beitrag ist jetzt lang genug, oder?

Unterbrochen von einem schlechten Wochenende kann man doch sagen, dass die letzten Wochen nahezu durchgehend schönes Wetter war. Der Frühling hatte sich im Vergleich zu den letzten Jahren doch etwas Zeit gelassen. Dafür hat er sich dieses Jahr umso mehr beeilt. Man konnte förmlich zusehen, wie die Bäume grün wurden. Dass es so schnell geht, scheint nicht immer so gewesen zu sein, denn sonst würde es wohl kaum die Zeile „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus…“ geben.

Und wie sie ausschlagen! Mitten in mein Gesicht und speziell die Birke gibt sich besonders viel Mühe, mit ihren gelben Pollen nicht nur das verärgerte Auge über verdreckte Balkonmöbel sondern auch Netz- und Schleimhäute zu reizen. Für mich schon bald Gewohnheit, da ich seit ca. 15 Jahren jedes Frühjahr aufs Neue geplagt werde. Dabei wechselt die Heftigkeit von Jahr zu Jahr. Hängt sehr stark mit den Temperaturen und dem Wetter allgemein zusammmen.

Und wieder spüre ich dieses fiese Kribbeln in der Nase, das ca. 2 Minuten lang anhält, nahezu unerträglich wird und sich dann in einem Niesanfall auflöst. Mitleidige Blicke, wenn das in der Öffentlichkeit passiert inklusive. Nach ein paar Wochen ist die Nasenschleimhaut vom permanenten Schnauben und Niesen so entzündet, das nur noch ein Bruchteil des Reizes genügt, um das Niesen hervorzurufen. Ein Teufelskreis. Genau wie mit dem Jucken in den Augen. Die einzig sinnvolle Therapie: Hände auf dem Rücken fesseln. Beginnt man einmal in den Augen zu reiben, ist man verloren.

Natürlich habe ich versucht etwas dagegen zu unternehmen. Mein erster Besuch galt meiner Hautärztin, die mir erstmal mitteilte, dass es neben Birken auch Haselnussbäume gibt, auf die ich allergisch reagiere. Und verbunden mit der Birke die allseits beliebte Kreuzallergie zu Äpfeln. Mir wurde zur sofortigen Desensiblisierung geraten. Mir eine völlig suspekte Methode. Wenn ich mich gegen Masern impfen lasse, bekomme ich Masern-Rohlinge [TM] injiziert, damit mein Körper Antikörper produziert. Und nun soll mein Immunsystem auf einmal wissen, dass es keine Antikörper mehr zu bilden hat, wenn mein Körper mit Pollen vollgepumpt wird. Sehr widersprüchlich und wie ich aus dem Kreis meiner Freunde und Bekannten weiß – die Allergie kommt 2-3 Jahre nach der Behandlung wieder. In einem Fall gesellte sich noch eine andere hinzu.

Offen bleibt allerdings, was man nun dagegen tun kann. Wunderliche Methoden von Heilpraktikern a la Bioresonanztherapie scheinen mir keine Lösung zu sein. Versagt haben bei mir leider auch die Antihistaminika. 1-2 Wochen wirken die Tabletten und dann habe ich das Gefühl, als wenn ich keine Tabletten genommen habe. Also decke ich mich mit einem Stapel Taschentücher ein und halte die Tabletten für die Zeit vor, wo es heftigsten ist.

Gestern war ja Nikolaus und ich hab einen riesigen Sack mit Naschwerk bekommen. Und mitten drin…

Ich rufe an: „Danke für den großen Geschenkeberg“ 🙂
Antwort: „Gern geschehen!“
Ich: „Und was ist dem Apfel?“
Antwort: „Na wegen der Vitamine!“
Ich: „Ja aber ausgerechnet einen Apfel?!“
Antwort: „Ja, ja, ich weiß… Immer dieses gesunde Zeug“ 😉
Ich: „Damit hab ich kein Problem, aber Äpfel?“
Antwort: „Wieso, was ist denn damit?“
Ich: „Na kann ich Äpfel essen?“
Antwort: 😳

Da wohnt man ein paar Jahre nicht zu hause und schon vergessen meine Eltern, dass ich gegen Äpfel allergisch bin.