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Baltikumreise: 5. Tag (16.09.2005)

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Gegen halb zehn weckte ich mehr oder weniger gewaltsam meinen Kumpel auf und wir setzten uns ins Auto und fuhren Richtung Norden. Unterwegs fanden wir einen McDonalds und wollten uns ein Frühstück genehmigen. Wir wurden verstutzt angesehen: „Breakfast???“ Also nahmen wir einen „leckeren“ Salat und wenigstens einen Saft und natürlich – Kaffee.

Gegen 14 Uhr erreichen wir den Berg der Kreuze. Ursprünglich eine Stätte für den Kampf der Unabhängigkeit, weil das Sowjetregime zweimal den Berg einebnete und den nächsten Tag die Kreuze wieder standen, als auch eine Stätte der Volksfrömmigkeit. Jetzt ist es jedoch zu einem Ort verkommen, wo Busse voller Touristen ausgekippt werden, die am Stand ein Kreuz kaufen, um es irgendwo aufzustellen. Meinem Kumpel fiel nur ein: „Jeder nur ein Kreuz und dann rechts“

Danach kam die Grenze nach Lettland. Lettland kam auf unserer Reise leider ein wenig zu kurz, aber die Zeit war ja ohnehin knapp. Nach Wechselstuben suchten wir hinter der Grenze leider vergeblich. Lettland hat als Währung den Lat, wobei 1 Lat = 66 Eurocent sind. Richtig – der Lat hat einen höheren Wert als der Euro. Also steuerten wir ohne Lat das Schloss Rundāle an und mußten leider Postkarten und Eintrittskarten mit Kreditkarte bezahlen – 3 Lat. Ein wirklich sehr schönes Schloss, für das auch eine Menge getan wird. Der Garten befindet sich zwar gerade im Aufbau, ist aber traumhaft schön.

Schon nachdem wir die Grenze überquerten bemerkten wir, dass wir den Zeitplan nicht halten können, da wir noch bestimmt 150 Kilometer bis Sigulda fahren müssen. Also nahmen wir den ersten Tag, der uns übrig blieb und beschlossen in Bauska zu übernachten. Den nächsten Tag sollte es dann bis Tartu gehen und den darauf folgenden zurück zum Wandern in die Hochebene von Otepää mit wiederholter Übernachtung in Tartu.

Problem des Ganzen war nur, dass das einzige Hotel in Bauska (10.000 Einwohner) geschlossen hatte. Auf einer Hinweistafel fanden wir eine modernisierte Villa, die zum Hotel umfunktioniert war. Also fuhren wir dorthin (10 Kilometer) und dann zu erfahren, dass eine Nacht 100 Lat (ca. 150 Euro) kostet. Nachdem wir die Nacht davor 15 Euro gezahlt haben, war das unseres Ermessens nach unerschwinglich. Unterwegs hatten wir jedoch einen Zeltplatz mit Hüttensymbol gesehen, dass sich als Bed & Breakfast ( B&B ) herausstellte. Dort kamen wir mit 10 Lat pro Person unter.

Dann kam ein Sonnenuntergang, den wir fotografisch an der Burg festhielten. Als nächstes Problem stellte sich die Nahrungsaufnahme heraus, in diesem Dort gab es offensichtlich noch nicht mal eine Gaststätte. Also keine, die offen hatte. Wir wollten uns schon wieder Sandwiches an der Tankstelle holen, war dann aber nicht – statt dessen: Pizza. Und dann noch kalt… Danach gings schnell ins Quartier.

Mein Kumpel brauchte dann noch seine persönliche Frustecke in meinem Tagebuch: Bei Ländern, die kaum größer sind als ein Fußballfeld, kann es schon mal passieren, dass man die Grenze überschreitet, aber noch Postkarten von einem anderen Land hat, die nicht eingeworfen wurden.

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