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Quasselstrippe

Jan 0

Jeden Morgen das gleiche Spiel – in den Bus einsteigen und ein wenig die Leute beobachten, manche schlafen noch fast, andere (wie ich manchmal) starren gedankenverloren aus dem Fenster oder wieder andere versuchen vor ihren Freunden betont cool zu sein und mit minimalem Aufwand möglichst viele Plätze zu belegen. Und darunter gibt es auch einen, der immer so ausdruckslos dasitzt, die Mundwinkel nach unten hängend, sieht er aus, als wenn er keine Freude mehr hat. Er ist Mitte 40 und schafft es während der gesamten Busfahrt nicht einen Hauch einer Gefühlsregung zu zeigen. Der ist weder müde, noch munter, weder schlecht gelaunt, noch lachend, sondern einfach gleichgültig.

Und seit einigen Wochen sitzt neben ihm seine Tochter. Ich vermute es, denn sie sieht ihm sehr ähnlich und er trägt ihren Ranzen, wenn sie beide mit mir aussteigen. Aber eins bleibt: dieser gleichgültige Gesichtsausdruck. Sie guckt während der Fahrt aus dem Fenster, schweigt fast betreten und fängt dann und wann mit erzählen an und er zeigt immer noch keinerlei Regung. Es sieht nicht mal aus, als ob er ihr zuhört. Ich versuche mir dann vorzustellen, ob das zuhause auch so ist – sie kommt nach Hause, erzählt von der Schule und er sitzt da, guckt so und schweigt. Oder seine Frau hat ihn unter der Fuchtel, er hat nichts zu melden und bemitleidet sich selbst.

Und unsereins stellt sich auf Arbeit hin, erklärt in einem 9-stündigen Vortrag die Funktionweise von 2 Jahren Produktentwicklung. Und das mittlerweile heute den 4. Tag. Abends tut mir dermaßen der Hals weh, dass ich noch am nächsten Morgen klinge, als hätte ich den Abend zuvor ein Livekonzert besucht und mich heiser geschrien. Zum Programmieren bin ich die letzten Tage überhaupt nicht gekommen. Dafür stand ich die ganze Zeit am Flipchart, habe gemalt, erklärt, weitergeblättert, skizziert, Beispiele ausgedruckt und geredet.

Dann kam am Montag die Nachricht, dass meine Tasche endlich fertig ist, als hoffte ich insgeheim, sie wäre am Dienstag da. Als ich Dienstag Abend die Paketverfolgung aufrief, sah ich: das Paket wurde um 16.00 Uhr ausgeliefert. Na toll, da war ich gerade von daheim wieder los und hatte noch was erledigt. Aber das fiel mir auch erst um 22.00 Uhr auf, sodass ich da auch nicht nochmal losgehen konnte und das Paket hätte in Empfang nehmen können. Also wartete ich bis Mittwoch und nun ist sie da und wurde heute den ersten Tag benutzt. Haufenweise Platz – endlich die DE-BUG nicht mehr als Papierrolle verstauen, auch die Größe hab ich schon getestet – ein paar Schallplatten passen bequem da hinein. Nur zu gut, dass ich einen Gutschein beim Plattenhändler meines Vertrauens bekommen hab.

Nachdem ich schon seit geraumer Zeit die Augen nach Schuhen offen halte, fiel mir ein, wo ich noch welche gesehen hatte, die mir gefallen haben. Also ging ich hin und entdeckte noch ein paar andere Sachen. Zuhause kam ich dann an wie ein Beuteltier. Aber wie es so oft ist – mal findet immer das, was man nicht sucht!

PS: Happy Birthday Loni! *pling*

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