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Oral und der ganze Rest

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schtisZwei mal sind wir diese Woche ins Kino eingefallen. Zum einen um einen Film zu sehen, den uns ein Kollege empfohlen hatte – „Willkommen bei den Sch’tis“. Er beschrieb ihn als unglaublich komisch und sehr witzig. Ein französischer Film, der urkomisch ist – ich konnte mir das nicht vorstellen, aber mit der Begeisterung, mit der mein Kollege davon erzählte, machte mich neugierig. Genau so war es dann auch. Viele Filme haben die Angewohnheit, dass nur das erste Drittel einen gewissen humoristischen Anteil hat, aber hier ließ es auch gegen Ende nicht nach. Für Franzosen mag das vielleicht nicht so witzig sein, aber eingefahrene Klischee über andere Bevölkerungsgruppen sind nicht jedermanns Sache. Man stelle sich nur die Geschichte vor, ein bayrischer Postbeamter müsste zwei Jahre nach Sachsen ziehen.

Aber als deutscher Kinobesucher nimmt man diese Klischees nur humorvoll war und lacht, bis einem der Bauch schmerzt. Ich habe es mir zur Regel gemacht, nur das Gröbste von einem Film wissen zu wollen und mir dann ein Bild zu machen, so wird man wirklich weniger enttäuscht.

Etwas kontroverser ging es dann im zweiten Film „9to5 – Days in Porn“ zu. Ein Film, der mehr Dokumentation ist, wie ein Film, aber sehr deutlich den Alltag von Pornostars über mehrere Monate hinweg zeigt, wie man schnell aufsteigt, oben bleibt oder ganz schnell wieder verschwindet. Es ist natürlich nicht zu übersehen – alle fuhren riesige neue Autos, hatten schöne Wohnungen und offensichtlich auch das nötige Geld. Aber gleichzeitig wurde auch gezeigt, wie es nebenbei aussieht – regelmäßige Untersuchungen, die Anforderung, das zu machen, was der Regisseur möchte, auch wenn es nicht unbedingt mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmt. Und natürlich die Konkurrenz untereinander, denn bei 15.000 neuen Filmen pro Jahr muss man außergewöhnlich sein, um wahrgenommen zu werden. Der Schwerpunkt bei dem Film lag eindeutig im weiblichen Bereich, denn für Frauen gibt es in diesem Gewerbe drei Beweggründe, um mitzumachen: Spaß am Sex, Geld und/oder Ruhm. Gefallen hat mir an dem Film, die schonungslose Darstellung, wie diese Leute Sex vor der Kamera als Beruf ansehen und wie die Partnerschaften dazu aussehen. Natürlich hat man auch seinen Agenten, der dafür sorgt, dass man engagiert wird – und wie es sich für eine Agentur gehört, kann man die Schauspielerinnen auf einer Webseite ansehen – mit Bild, und einer kurzen Beschreibung, die mehr Aufzählung ist, was sie alles mitmacht.

daysinpornWas dem Film fehlte, war der rote Faden – er sprang von einem Grüppchen von Dreharbeiten zum nächsten, es ging weniger um die Dreharbeiten, sondern dass, was ringsherum passierte. Man sah nackte Frauen, die auf dem Boden kauerten und auf ihre Szene warteten oder männliche Darsteller, die sich schon mal auf ihren Einsatz „vorbereiteten“, aber man hatte keine Ahnung, wo die jetzt herkamen. Bei den Frauen hatte man den Agenten, der sich um seine Mädels kümmerte, aber die männlichen Darsteller standen immer bereit – im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe die Monate nicht zusammengezählt, aber nach gefühlten 4 Stunden kam der Film zu einem versuchten Ende im Stil von „XY ging es einige Monate später wieder besser.“ Große Erkenntnisse habe ich nicht aus dem Film gezogen, außer dass es auch Frauen in der Branche gibt, die Szenen mitmachen, wo andere sich erniedrigt oder gequält vorkommen würden, weil es für sie eine Art „olympische Herausforderung“ ist – immer besser und mehr zu können, wie andere. Und man ahnt auch, was man dort als Mensch wert ist, wenn sich Produzenten / Agenten gegenseitig auf die Schulter klopfen und Geschichten der Kategorie: „Als sie sich bewarb, schrieb sie, dass sie es nicht mit mehr wie 2 Typen gleichzeitig macht. In ihrem ersten Film waren es 6.“ erzählen. Aber auch gut zu wissen, dass es gute Geister im Hintergrund gibt. Pornostars der ersten Stunde, die sich um die Einführung von regelmäßigen Untersuchungen bemüht haben und auch den Youngstars mit Rat und Tat zur Seite stehen, weil sie alle Hochs und Tiefs der Szene miterlebt haben.

Und natürlich musste letzte Woche auch irgendwas grandios schief gehen. Ich spürte am Donnerstag Nachmittag ein leichtes Ziehen im Oberkiefer. Aber das hatte ich schon öfter, weil ich dachte, da hat sich eine Fleischfaser eingeklemmt. Also mit Zahnseide ran – nichts da, der Druck blieb und sorgte dafür, dass ich die halbe Nacht munter blieb. Genug Zeit, um sich mit dem Thema „Wurzelbehandlung“ auseinander zu setzen. Und siehe da – nächsten Morgen zum Zahnarzt, der schaut auf das alte Röntgenbild, macht eine Klopfprobe und einen Vitalitätstest und siehe da, meine Vermutung war richtig. Zahn aufgebohrt, etwas zum Abtöten des Nervs rein und wieder provisorisch zu. Nächster Termin Montag eine Woche drauf, mit der Bemerkung „Der kann heute und morgen noch ein bißchen rummuckern!“ Das Rummuckern sah so aus, dass ich mittags heim ging, weil ich die Schmerzen nicht mehr aushielt. Gegen Abend ließ er mal kurz nach, aber dafür machte sich was anderes breit. Ich fühlte mich wie krank, fiebrig und schlapp. Das setzte sich dann bis Montag fort. Inzwischen schwoll mein Zahnfleisch an und im Kiefer machte sich der Lymphknoten dick. Also Montag sofort früh wieder hin. Zahn auf, Wurzelbehandlung sofort – ist überhaupt nicht schlimm, ich konnte in seiner Lupe die Spiegelung sehen und wie er die Wurzelkanäle ausbohrte. Gemerkt hab ich kaum was, bis auf die Stelle, wo er meinte, das es da noch blutet und eitert. Und dann kam der Horrorteil – er hatte festgestellt, dass am gleichen Zahn noch ein Abszess ist und entfernte ihn. Selbst mit Betäubung standen mir die Tränen in den Augen. Heute also erstmal krank geschrieben und Freitag dann die Fortsetzung.

PS: Diese Mischung aus Country und Blasmusik in der Warteschleife bei XXXL Neubert ist echt der Kracher!

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