Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

Laufwerke verschwinden unter Windows

Jan 0

Ich kaufte mir eine neue Festplatte und teilte sie in Partitionen auf. Nachdem ich eine Weile damit gearbeitet haben, hatte ich ein merkwürdiges Verhalten. Die Laufwerke verschwinden unter Windows. Ich begab mich auf die Suche.

Die Festplatte

Ende letzten Jahres hatte ich ja meinen Rechner umgebaut. Dazu gesellte sich Anfang des Jahres eine neue Festplatte – eine Western Digital Green Series mit 3TB. Die Idee mit den Serien bei Western Digital gefällt mir ja – Blue für Desktop, Green ist Strom sparend, Black ist für Server, Red für RAID und Purple für Überwachungskameras. Strom sparen finde ich toll, denn die Festplatte war bei mir einzig und allein als Datenhalde gedacht. Musik, Fotos und andere Daten. System, Programme und Spiele sind auf der SSD.

Die Diagnose

Platte eingebaut, in drei Partitionen unterteilt und die Daten drauf kopiert. Ungefähr zwei Wochen arbeitete ich völlig problemlos damit. Irgendwann wollte ich eine Datei öffnen und Windows begann zu überlegen. Kurze Zeit später verschwanden alle drei Partitionen aus der Laufwerksliste. Kurz erschrocken fuhr ich den Rechner runter, checkte alle Kabel und arbeitete weiter.

Ich hatte wieder ein paar Wochen Ruhe und wieder: alle drei Laufwerke verschwinden unter Windows. So langsam kam bei mir der Verdacht auf, dass etwas mit der Stromversorgung nicht stimmte. Das merkwürdige daran war, dass es Tage gab, wo ich problemlos stundenlang arbeiten konnte. Dieses Wochenende hatte ich dann endgültig die Nase voll und steckte die Platte an einen eigenen Stromzweig. Keine Stunde später stockte die Musik wieder – die Laufwerke waren schon wieder weg.

Datenverlust

Mein Level war erreicht – ich suchte im Internet, ob das anderen auch schon passiert war. Die einen sagten „Daten sichern“, die anderen „Netzteil zu schwach“. Netzteil konnte ich fast ausschließen, denn a) 630 Watt und b) verschwanden die Laufwerke auch, wenn ich keinerlei konkurrierende Zugriffe auf die Platte hatte. Trotzdem war es nervig und deshalb wurde die ursprünglichen Platten, die mir jetzt als Backup-Platten dienten wieder eingebaut und die grüne Platte wanderte in das externe Gehäuse, wo ich die Backups drauf sichere.

Als ich einen Zugriff auf die Platte machte, wurde mir kurz schwarz vor Augen. Das erste Bild, was ich öffnete bestand zu 2/3 aus Datenschrott. Jedes weitere, dass ich öffnete, sah ähnlich aus. Parallel dazu machte ich mich schlau, wie ich die Platte umtauschen kann. Und ich stolperte über 23 Rezensionen, die alle über Datenverlust klagten. Das konnte ich nicht nachvollziehen. CHKDSK und S.M.A.R.T.-Status zeigten aber keine Fehler.

Schadensminimierung

Jetzt musste eine Entscheidung her. Ich hatte auf den Backup-Platten – wie der Name schon sagt – das Backup drauf. Um sie jetzt aber wieder in Echtbetrieb zu nehmen, musste ich sie neu partitionieren. Sollte ich also das Backup auf die unsichere Platte kopieren oder gleich loslegen? Da ich kein Indiz für Datenverlust hatte, entschied ich mich für letzteres. Also partitionierte ich die alten Platten neu und startete das Kopieren. Kurz nach dem Beginn wurde mir klar, dass ich doch hätte zum Backup vom Backup greifen sollen. Dateien und sogar ganze Ordner konnten nicht kopiert werden.

Da ich aber in gewisser Hinsicht ein Daten-Messi bin, d.h. ich lasse die Daten solange irgendwo rumliegen, bis ich den Platz wieder brauche. Also hatte ich auf diversen tragbaren Platten und DVDs genügend Material, um den Datenverlust zu minimieren. So konnte ich bei meinen Bildern alle Bilder soweit wieder herstellen, dass von allen Bildern (2008 – 2014) nur ungefähr 20 Stück wirklich unwiderruflich weg waren.

In einer Rezension, die sich darauf bezog, dass alle Daten verschwunden waren, wurde ein Tool angepriesen, dass zumindest einen Teil der Daten wiederbrachte. Nachdem das Tool von Western Digital kläglich versagte, probierte ich Stellar Phoenix Windows Data Recovery aus. Der Scan lief zwar ca. 3-4 Stunden pro Partition sah aber vielversprechend aus. So konnte ich noch ein paar Daten mehr wieder herstellen.

Nebenbei verlief mein Suche nach einer Umtauschmöglichkeit im Sande. Amazon verweist auf Fälle die länger wie 30 Tage zurück liegen, auf den Hersteller. Auf der Seite von Western Digital wurde ich schnell fündig. Dort gibt es den sogenannten RMA (Return Material Authorization), wo man die Platte zurückschicken kann, auf eigene Kosten versteht sich (schließlich wurde die Platte ja auch nicht von Western Digital an mich versandt). Unter Angabe einer Kreditkarte geht das Spiel sogar noch eine Stufe weiter – man bekommt eine Ersatzplatte zugeschickt und sendet dann das defekte Teil zurück. Für mich war das die richtige Wahl, da ich nicht die Festplatte einschicken wollte, ohne zu wissen, was mich erwartet.

Aktueller Status: Stellar Phoenix Windows Data Recovery scannt seit ca. gestern Nacht meine Platte – mittlerweile habe ich auch die Option gefunden, wie nicht nur die verschwundenen Ordner wieder herstellen kann, sondern auch die gelöschten Dateien. Also habe ich nochmal von vorn begonnen. Parallel dazu zeigt mir der RMA-Status an, dass meine Ersatzplatte bereits auf den Versand wartet.

Die Ursache

Die Ursache, dass Laufwerke verschwinden unter Windows hatte ich damit aber nicht gefunden. Deswegen musste ich weiter suchen. Deswegen gibt es dazu eine Fortsetzung.

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

    WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner