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Das Preview vor dem Review

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Irgendwann diese Woche wurde es heiß… außer dem ersten Track „minipops 67“, wie klingen die restlichen Titel von Aphex Twins neuem Album „Syro“? Auf Honest Jon’s fand man eine kurze Zeit (ca. 2-3 Stunden) die Links zu den ersten sechs Stücken, um reinzuhören. Meine erste Meinung war: das kann doch nur ein Fake sein – so schlechte Tracks würde Aphex Twin nie nach 13 Jahren veröffentlichen! Wenig später fanden sich die ersten, die eine Rip davon gemacht hatten und das MP3 online stellten. Das war auch gut so, denn wie gesagt, wenig später waren die Hörproben wieder verschwunden.

Seit Freitag kann man zumindest bei iTunes und Bleep das komplette Album vorhören. Meine Vermutung, dass es ein Fake ist, hat sich nicht bestätigt, die Titel klingen tatsächlich so. Und es klang langweilig. Es war der gleiche alte Kram, den er schon als Analord oder The Tuss veröffentlicht hat, nur dass hier auch ein paar bessere Stücke dabei waren. Gegen Ende des Albums kommt auch wieder ein bisschen ‚Drukqs‘-Stimmung auf. Aber der Titel „180db_“ ist definitiv eine Beleidigung für die Ohren. Bis ich dann Freitag Abend das Interview im Pitchfork las. Und plötzlich ergab das Album einen Sinn. Dazu sollte man folgendes im Kopf behalten:

Das Genie ist zurück! Quatsch! Der Gott der elektronischen Musik hat ein neues Album veröffentlicht! Unfug! Wenn man das Interview liest, sticht ein Punkt besonders hervor – um mit etwas Neuem anzufangen, muss man mit dem Alten abschließen. Und genau das ist Syro. Und genau in diesem Kontext funktioniert das Album wunderbar. Denn der Richard D. James in dem Interview ist nicht mehr der Exzentriker von früher – er ist ein Künstler, der in Schottland mit seiner Frau Anastasia und seinen zwei Kindern wohnt und dort Musik macht. Und es gefällt mir, dass er offensichtlich gern und begeistert von seinen Kindern erzählt. Das macht ihn menschlich und verändert das Bild, was man von ihm hat. In dem Interview klingt außerdem an, dass der Riesenberg von Tracks, die er nie veröffentlicht hat, mittlerweile zur Last geworden ist. Es ist verdammt gutes Zeug dabei und es einfach so liegen zu lassen, auf die Gefahr hin, dass sie für immer verloren gehen – den Gedanken mag er nicht. Deswegen könnte ich mir vorstellen, dass Richard James in den nächsten Jahren sich entscheiden muss: Entweder er bleibt Aphex Twin, der ab und zu etwas veröffentlicht oder er wird Aphex Twin der Serienartikel, der ähnlich wie Future Sound of London gleichzeitig aus seinen Archiven und neue Alben veröffentlicht.

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