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Plattenkiste März 2020

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Hättet ihr Anfang März gedacht, dass der März so endet? Trotzdem war oder vielleicht gerade noch war der März in Sachen Musik ziemlich einträglich. Von Drum’n’Bass bis experimentellen Klängen ist in der Plattenkiste März 2020 alles drin.

Natürlich gibt es die Plattenkiste März 2020 auch wieder als Podcast. Aber der Podcast enthält auch die Scheiben, die jetzt nicht brandneu rausgekommen sind, aber trotzdem in meine Sammlung eingereiht werden wollten. Viel Spaß damit!

T>I and Inja – Flick The Switch

T>I hat ein neues Album auf Critical Music Blank Canvas. Doch kurz davor erschien Flick The Switch, der erste Track vom Album. Eigentlich eher untypisch, dass eine Auskopplung so ganz allein erscheint. Aber für meinen Fall perfekt. Ich bin nicht so der Fan von dieser Art von Drum and Bass. Aber dadurch wie Inja das Ganze überbrückt, wird es zur perfekten Mischung. Von „Harmonisch“ würde ich jetzt nicht sprechen, dazu ist der Drum and Bass zu trocken. Und Inja betreibt dazu Schwarzmalerei – im wahrsten Sinne des Wortes.

The Vanguard Project – The Vanguard Project

Kennt ihr das? Man trifft sich auf einer Feier oder im Internet, unterhält sich mich fremden Menschen und plötzlich ist da einer darunter, der einem bekannt vor kommt. Und je weiter man miteinander redet, desto tiefer wird das Gespräch. Genau als ob man mit einem alten Freund reden. So ging es mir beim ersten Hören des Albums von Vanguard Project. Da sind Titel wie Stitches oder Is This Love, aber das war schnell geklärt – die waren schon auf vorhergehenden Spearhead-Compilations drauf. Und dann taucht zwischendrin noch DRS drin auf, der ohnehin ein alter Bekannter ist.

Tycho – Simulcast

Letztens hatte ich mich noch „beschwert“, dass das Album Weather doch etwas überraschend war. Und nun erhalte ich vor wenigen Tagen die Info, dass ein neues Album ansteht und war noch mehr überrascht. Ist Simulcast jetzt das richtige fünfte Studioalbum von Tycho? Und ist Weather nur ein Spin-Off? Dabei enthält Simulcast zwei der Titel, die schon auf Weather enthalten waren. Dafür aber diesmal ausschließlich Instrumentalstücke, so wie man das von Tycho gewohnt ist.

Letztens habe ich die Awake wieder beim Joggen gehört und man muss Tycho schon eins lassen. Ich habe selten so entspannte Musik gehört, die einem das Gefühl von elektronischer Musik gibt, aber trotzdem genauso live mit Gitarre und Schlagzeug gespielt werden kann.

Versalife – Cosmic Language

Auch 2020 ist Versalife wieder auf Electro-Pfaden unterwegs. Diesmal lädt uns Boris Bunnik zu einem Deep Space Abenteuer ein. Aber es ist weniger der Flug von einer Raumstation zur nächsten. Viel mehr ist es das Surfen auf den Gravitationswellen. Das Ballett der Planeten um einen Stern. Der funkelnde Moment in der kosmischen Zeitrechnung, wenn das Leben auf einem Planeten in der habitablen Zone erwacht. Kurz bevor das eiskalte Universum zuschlägt und die Sonne zum roten Riesen erwächst. Aufgebläht frisst sich die Sonne in den Raum und verbrennt Millionen Jahre von Evolution, Leben und Hoffnung in einem Feuersturm.

JASSS – Whities 027

Von dem Album Weightless von JASSS, das vor 3 Jahren erschien, war ich mächtig enttäuscht. Aber Künstler sollen / können / dürfen sich weiter entwickeln. Bei JASSS sind die Grundkonzepte ihres Albums erhalten geblieben. Aber jetzt wurde noch eine Spur mit einem Ravesignal drauf gelegt und schon ist der Partytrack fertig. Dabei bedient sie sich Elementen der Mittneunziger. Schon ziemlich euphorisch.

Christian Löffler – Lys

Fast hätte ich dieses Album übersehen. Ich weiß eigentlich die Alben von Christian Löffler zu schätzen. Sie sind so angenehm melancholisch, mit leichtem Gesang und dazu die Stimmung wie an einem verregneten Sonntagnachmittag. Aber in Zeiten von Corona, wo man wirklich Sonntag daheim hockt und der Regen aufzieht, muss man aufpassen nicht wirklich einen Lagerkoller zu bekommen.

Alan Fitzpatrick – The Hole EP

Unknown To The Unknown war mir schon länger ein Begriff. Aber jetzt trat die Kombination UTTU und Alan Fitzpatrick zusammen auf. Der Name war mir gefühlt schon länger geläufig. Ich hätte ihn gefühlt jetzt in den Norden (Norwegen oder Schweden) gesteckt. Weit gefehlt. Er hat einen Remix für Locked Groove gemacht.

Was ist jetzt bei UTTU rausgekommen. The Hole ist ein Partytrack, wenn alle wieder zusammen kommen und gemeinsam feiern. Zu später Stunde darf dann auch Raid aufgefahren werden, ein wild stampfendes Monster. KD6-3 ist Techno, wie er eigentlich nicht besser hätte von Delsin veröffentlicht werden können. Und die Überraschung kommt zum Schluss. House? House! Schließlich will man von der Party noch angenehm nach Hause gebracht werden.

Etapp Kyle – Nolove

Etapp Kyle kommt aus einem Gebiet, dass im Grenzbereich Rumänien, Moldawien, Sowjetunion und der heutigen Ukraine liegt. Hier wuchs er auf und entdeckte seine Vorliebe für elektronische Musik. Die Nolove soll diese Vergangenheit widerspiegeln.

Musikalisch kommt sie etwas kühl daher, wie ein kalter Wind, der im Winter über die leeren Felder fegt. Ziemlich minimalistisch, aber gleichzeitig auch sehr mit sehr vielen kleinen Details, die beim ersten Hören schnell verloren gehen. Im Vergleich zu seinen vorherigen Werken auf jeden Fall etwas experimenteller.

Artefakt – Icarus

Ist wirklich schon wieder 3 Jahre her, wo mit Kinship das letzte Album von Artefakt auf Delsin erschien? Damals sprach mich das vergleichsweise knallig bunte Cover an. Und jetzt wieder. Komplexe geometrische Formen, vielschichtig über einander gelegt, jetzt mit einer anderen Schattierung, die sich von der Ebene darunter abhebt. Ganz so vielschichtig wie das Cover sind die Tracks nicht. Dafür die Tracks als solche. Der Titeltrack Icarus kommt noch ihren alten Werken am nächsten. Ganzfeldt Effect ist wie ein Sound, den man in eine Echokammer wirfst und der dort ein brillantes Eigenleben entwickelt. Um beim Titelnamen zu bleiben ist Vapour ein Küchentrack. Viele Herdplatten sind an, überall dampft es, Pfannen und Töpfe klappern. Delphic ist mein Lieblingstrack, könnte auch genau so von Versalife sein.

Lobster PLUR Volume 1-3

Lobster Theremin ist eins der Label, wo ich sehr gerne in Neuerscheinungen reinhöre. Jetzt kündigte Bandcamp letztens an, dass sie Künstler und Label unterstützt, indem sie komplett auf ihre Abgaben verzichten und die Einnahmen eins zu eins weitergeben. Lobster Theremin nutzte die Gelegenheit und brachte diese drei Compilations mit jeweils 15 Titels auf den Markt. Dazu kündigten sie an, dass sämtliche Gewinne an Hilfsorganisationen gespendet werden bzw. an Künstler weitergegeben werden.

Lobster Theremin ist immer ein buntes Potpourri aus Musikstilen. House, Electro, Techno, Trance und Drum’n’Bass alles in einer Compilation! Auch wenn es mir schwer fällt hier einen musikalischen Favoriten zu bestimmen, war die Aktion den Kauf auf jeden Fall wert.

The Fear Ratio – They Can’t Be Saved

The Fear Ratio sind James Ruskin und Mark Broom. Und ihr Album They can’t be saved erscheint auf dem legendären Skam-Label auf dem Bands wie Boards Of Canada gestartet sind. Die Beschreibung versprach Experimente, IDM – wenn man die Sachen von AFX oder Autechre mag. Die Soundschnipsel klangen vielversprechend, also landete das Album im Warenkorb. Nach dem ersten Hören machte sich große Enttäuschung breit. Die ersten drei Track halten das Versprechen noch, aber ab Small World schwingt sich das Album auf verschlurfte Hip-Hop-Beats ein und kommt davon nicht mehr los. Dazu kommen dunkle, düstere Sounds, die dem Albumtitel alle Ehre machen.

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