postcrossing37… und schon 230 Kilometer hinter mir und keinen Kilometer vorwärts gekommen. Geplant war ja ohnehin alles anders, aber reden wir nicht darüber. Den Mittwoch habe ich fast ausschließlich vorm Computer verbracht, das Wetter war grau und es zog mich aber auch wirklich garnichts nach draußen.

Gestern sah es schon besser aus und so machte ich mich auf den Weg nach Fürth, zum liberalfarbenen Schweden. Mit dem Gedanken einer Wohnzimmerumgestaltung schlage ich mich schon länger herum, aber jetzt wird es Zeit, das Projekt so langsam anzugehen. Ich hatte geplant, meinen minimalen Computertisch auf einen Ecktisch zu vergrößern, damit ich nicht jedes Mal, wenn ich drucken oder scannen will, unter den Tisch kriechen muss. Die alte Schrankwand soll weichen und mehreren Bücherregalen Platz machen, an die sich halbhohe geschlossene Schränke anschließen. Und abschließend die Couch – aus dem alten Eckmodell soll ein 3-3,5-Sitzer werden, optional als Bettcouch. Also hab ich geschaut, geschrieben und gegrübelt und bin mir bis auf die Couch schon so ziemlich sicher, wie es aussehen wird. Das wußte ich zwar schon vorher, aber Farben im Internet sehen und live zu betrachten, ist schon ein kleiner Unterschied. Gekauft habe ich von den Möbeln noch nichts, bin aber trotzdem mit einer großen Tüte von dannen gezogen. Hat schon mal jemand von dem Fall gehört, dass jemand zu IKEA gegangen ist und nichts gekauft hat?

Donnerstag Abend war wie immer, wenn keine Ferien sind – Klavierstunde. Wahnsinn, ich liebe diesen Klang – verglichen mit meiner kleinen Gurke, die bei mir auf dem Couchtisch steht, ein himmelweiter Unterschied. Am meisten Probleme macht mir noch der Anschlag, da mein Keyboard ohne jegliche Anschlagdynamik daherkommt. Wird sich aber alles ändern, denn ich habe die Stunde gestern bereits genutzt, um mir zu merken, wie der Anschlag eines richtigen Klavieres ist. Da E-Pianos den Widerstand der Mechanik simulieren müssen und das nur selten schaffen, wußte ich, dass ich darauf aufpassen muss. Außerdem habe ich bereits an zwei Modellen beim Unterricht gespielt und weiß, welche Ausmaße das annehmen kann. Lange Rede, kurzer Sinn – ich fuhr heute zum Händler meines Vertrauens, probierte an mehreren Modellen, unterhielt mich mit dem Verkäufer, der mir bestätigte, dass ich mit meiner Auswahl das beste Modell der Preiskategorie erwischt habe und schlug zu. Nach einer Vermessungsaktion mußte ich feststellen, dass ich das gute Stück nicht mit meinem Auto transportiert bekomme und deshalb muss ich jetzt noch bis Montag Nachmittag warten, dann wird es geliefert.

Wer jetzt den obligatorischen Wohnungsbericht vermisst – keine Panik, es hat sich in der letzten Zeit überhaupt nichts getan. Es kam heute mal jemand, der das Wasser ab- und wieder aufgedreht hat, sonst blieb es ruhig. Urlaubsstörend ist das überhaupt nicht, da ich ohnehin vor den Handwerkern munter bin (was zugegeben keine Kunst ist, bis 8 Uhr hab ich locker ausgeschlafen).

wolkentuermeAuweia, ich weiß nicht, was momentan mit mir los ist. Zum einen bin ich völlig unmotiviert, so schlimm habe ich das noch nie erlebt. Ich hatte mich gerade hingesetzt und mal wieder ein paar Postcrossing-Postkarten geschrieben, aber fragt nicht, in was für einem Englisch! Ganz brachiales 1:1-Übersetztes. Als ich dann auf der vierten Postkarte angekommen war, normalisierte sich die Lage halbwegs und ich konnte wieder ein paar klare Sätze formulieren. Und gerade wollte ich mich noch hinsetzen und eine fünfte Karte schreiben, Dinge sagen, die noch gesagt werden sollten und finde noch eine Karte von Hans-Werner Sahm. Dummerweise hört sie noch auf den Titel „Ausweg“ – schon ein bißchen daneben.

Trotzdem wollte ich in den Keller gehen, einen Karton hochholen, öffnete dazu eine Schublade in der Schrankwand und fragte mich: Was such ich hier eigentlich? Mein Blick fiel auf die Schere. Ach ja, die Kartons sind noch vom Umzug mit Klebeband gesichert. Und so zerstreut irre ich heute schon den gesamten Tag, nein, die ganze Woche umher. Anfang der Woche kapierte ich, dass Lonis Sommerfest und die Hochzeit von Janine und Thomas auf zwei verschiedene Wochenenden fallen und ich kein Problem gehabt hätte, alles nach Plan durchzuziehen. Die meiste Zeit der Abende der Woche verbrachte ich damit, am Keyboard zu sitzen und die Stücke zu üben. Wenigstens in der Zeit war ich konzentriert und ganz bei der Sache. Trotzdem funktionierte es nicht so, wie ich es mir vorstellte.

Am Donnerstag kam dann der Moment der Wahrheit – es lief im Gegensatz zur Vorwoche doch wesentlich besser, ich verschob den Termin nächsten Donnerstag auf den letzten vor den Sommerferien. Wir unterhielten uns noch eine Weile, was den Kauf eines Klavieres betrifft. Sie riet mir für den Anfang zu einem E-Piano, eine Bekannte von ihr würde jetzt bereits seit 5 Jahren darauf spielen und es wäre immer noch ausreichend. Wichtig wäre nur, dass ich darauf achte, dass der Anschlag nicht zu weich ist. Also fuhr ich heute Mittag zu Thomann in Burgebrach, natürlich nicht ohne mich gründlich zu verfahren – ich war schon fast in Forchheim. Die Auswahl war überwältigend und irrte durch die Reihen der Klaviere. Bei den E-Pianos angekommen, merkte man schnell die preislichen Unterschiede, auch schon am Aussehen. Die ganz billigen kamen im Plastik-Brüllwürfel-Look daher und schreckten schon durch ihre äußere Erscheinung ab. Danach folgte die Mittelklasse mit dem Look eines Möbel-Boss-Schreibtisches und dem angekündigten weichen Anschlag. Tja und dann stand ich davor und dachte „Das isses!“ Es heißt Roland (Aber nicht TB 303). Nur momentan hat die Bafög-Rückzahlung höchste Priorität, alles andere muss warten. Aber nur nebenbei – die Frage, wie hoch die Transportkosten sind, habe ich natürlich wieder vergessen gehabt.

ohne wolkentürmeAber es ging diese Woche nicht nur alles daneben, es gab auch positive Momente. Ich freute mich gestern Abend darüber, dass ich Uwe in einer mehrstündigen Skype-Sitzung doch bei seinem CSS-Problem weiterhelfen konnte. Und dann trudelte vorhin bei mir ein Kommentar von der Lagunamuch Community auf meinem Blog ein. Sie bedankten sich, dass ich im Mai-Podcast einen Titel von Riverz End aufgenommen habe. „Es wird immer weiter gehn, Musik als Träger von Ideen…“

Zum Abschluss noch ein Wort zu den Bildern – Blick aus meinem Wohnzimmerfenster, gestern und heute Abend. Die letzten Tage gaben sich ja Sonne, Regen und Wind die Klinke in die Hand, es türmten sich riesige flauschige Wolkenberge auf und entleerten ihre Last. Gerade das Trommeln des Regens auf meinem Schlafzimmerfenster sorgte dafür, dass mich meine Bettdecke heute bis nach halb 11 Uhr nicht freigab. Noch besser wäre ein Morgen zu zweit gewesen, aber man kann nicht alles haben…

Heute Morgen viel zu zeitig munter geworden, ich möchte mal wissen, ob ich irgendwann die Ruhe zum Schlafen im Leben finde. Also startete ich nach dem Frühstück mit einem Anruf bei meinen Eltern, ich hatte gestern die Festsetzung zu Steuererklärung bekommen und wollte nun wissen, was aus der „gesonderten Feststellung nach §10a EStG“ wird. Denn die Differenz aus dem, was das Steuerprogramm als Rückzahlung ausspuckte und dem tatsächlichen Betrag war genau die gesonderte Feststellung.

Nach einer Stunde Klavierspielen tat mir die linke Hand weh, ich bekomm langsam Krämpfe mit den kleinen Tasten auf dem Keyboard. Als ich am Donnerstag beim Klavierunterricht war und meine Klavierlehrerin „Tiefer, tiefer!“ rief und meine Finger auf den Tasten meinte, blieb mir nichts anderes übrig, als zu antworten „Das geht so nicht, denn dann verklemm ich mich zwischen zwei schwarzen Tasten.“ *plöng* – ein Finger bewegt, drei Tasten gedrückt. Also bleibt mir bei Keyboards nichts anderes übrig, als im vorderen Bereich zu bleiben und das schmerzt mit der Zeit.

Danach kam der Kampf gegen den Papiertiger – endlose Stapel von Rechnungen und Mitteilungen wollten abgeheftet werden, mittlerweile seit Mitte April herumliegend. Dann noch schnell Hausordnung gemacht, was auch belohnt wurde – der Hausmeister brachte mir frisch gepflückte Kirschen vom Kirschbaum hinterm Haus.

haehnchen mit senfkrusteDanach ging der Telefoniermarathon los. Ich schloss mich mit Marlis und Alex bzw. Claudia und René zur Telefonkonferenz zusammen und quatschten und entdeckten die Wunder der Smileykommunikation. Man kann ganze Geschichten damit erzählen. Zwischendurch klingelte dann noch mein reales Telefon – eine Stuttgarter Nummer? Nach 3 Stunden Skype hängte ich noch eine Stunde mit Anja dran und damit sollte es genug sein für dieses Wochenende. Es folgte zum Abschluss noch Hühnerbrust mit Senfkruste im Tomaten-Zwiebelbett, wirklich extrem lecker. Apropos Bett, ich bin müde…

Hier weht momentan ein frischer Wind. Aber nicht nur draußen, sondern auch in meinem Kopf. Ich habe die letzten Tage und Wochen mal etwas ausgemistet. Im Resultat wurden zwei Konten aufgelöst und eine Zeitschrift gekündigt. Ich kann das ganze Papiergetöse nicht mehr ertragen. Jeden Monat stapeln sich hier die Zeitschriften und Mitteilungen – die lesen sich nicht von allein, geschweige denn, dass sie sich wegräumen würden.

Ansonsten ging ich endlich mal die ausstehenden Releasetexte an, die habe ich viel zu lange vor mir hergeschoben. Der Reinfall kam dann gleich Anfang der Woche, wo ich auf meine Idee die Antwort bekam:

Ich würde den Titel des Albums und die Songtitel nicht so thematisieren. Da sollte jeder der es hört sein eigenes Bild haben. Was es an sich bedeutet ist eh nur schwer zu sagen. Meistens bedeutet es gar nichts und alles.

Grandios – ich mag Musiker, die mit Herz und Verstand bei der Sache sind und ihre Tracks gefühllos in die Welt hinauskatapultieren. Von dem Dämpfer mußte ich mich erstmal erholen. Es hat mich ein klein wenig Überwindung gekostet, das nächste Projekt anzugehen. Aber von Ronny aka Das Kraftfuttermischwerk kam das genaue Gegenteil, jede Menge Ideen, Gedanken und Emotionen, die bei der Erstellung der Tracks mit am Werke waren. Außerdem liest sich sein Blog auch interessant, sodass ich ihn gleich mit in meine Blogroll aufgenommen habe.

Aber auch sonst hat sich viel in Sachen Musik getan. Ich folgte der Bitte, doch mal einen Podcast zu machen, der etwas in die trancige Richtung geht. Ich hatte so meine Vorurteile, was diesen Stil anbelangt, ließ es aber auf einen Versuch ankommen. Ich konnte mich früher sehr für diese Musik begeistern, doch als Trance massenkompatibel wurde und mittelmäßig talentierte Leute den Status von Stars erreichten, war die Musik für mich tabu. Bis Mitte dieser Woche, wo ich ein Netlabel entdeckte, das von Chill über Goa bis hin zu raueren Tönen das gesamte Spektrum des Trance abdeckt und dabei meinen ziemlich hohen Ansprüchen gerecht wurde. Nach zwei Releases hatte ich den kompletten Backstock auf meiner Platte und seit gestern den August-Podcast. Das Zeug ist aber auch wirklich verdammt gut.

Donnerstag folgte nach wochenlanger Pause endlich mal wieder eine Klavierstunde. Ich hatte mich mit meiner Lehrerin geeinigt, dass wir die Stunde auf 18 Uhr verschieben, dann brauch ich nicht so herumzuhetzen. Kurz vor fünf zogen plötzlich dunkle Wolken auf und es begann zu schütten, wie aus Kannen. Was für ein Glück, dass ich losmußte. Als ich beim Auto ankam, hörte es bereits auf und die Sonne kam wieder zum Vorschein. Ich bedauerte es, keinen Fotoapparat mitgenommen zu haben, denn die Straßen dampften, es war wie durch eine Nebelwand zu fahren. Ich war ein paar Minuten zu zeitig da und lief noch eine kleine Runde durch die Ortschaft. Es war unerträglich – ich erinnerte mich an Kew Gardens, den botanischen Garten Londons, wo wir bei 25°C und 100% Luftfeuchte klatschnass wieder aus dem Treibhaus herauskamen. Und so war beim Spielen einfach nichts hinzubekommen, meine Finger versagten einfach ihren Dienst.

Mal sehen, was das Wochenende noch so bereithält. Ich hatte geplant, heute Abend ins Kino zu gehen, vielleicht noch etwas zu telefonieren. Den Auftakt zum Telefonierwochenende gab es schon gestern, als ich mit den Eltern redete, mir die neusten Geschichten und Katastrophen von daheim anhörte und heute Morgen folgte die Fortsetzung als ich ein Stündchen mit Loni quatschte.

Diese Woche startete ziemlich hektisch. Es gab jede Menge auf Arbeit zu tun und nach der Arbeit ging es nahtlos weiter. Da ich letzte Woche das Üben etwas schleifen ließ, mußte ich diese Woche das Versäumte nachholen. Gestern Nachmittag saß ich dann wieder vor dem Klavier und hatte die üblichen Probleme mit Anschlag und Tastenbreite. Also einigten wir uns kurzerhand darauf, dass wir doch mal zum Keyboard wechseln, das dort stand und dann gab es was zu staunen – ich hatte die Stücke auf einmal im Griff. Mittlerweile komm ich mir auch nicht mehr so blöd vor, denn das eine oder andere Stück spielen wir zusammen oder sie singt dazu. Lockert die Stimmung ungemein auf. Die nachfolgende Schülerin wurde mittendrin von ihrer Mutti schon etwas zeitiger abgeliefert und malte inzwischen mit ein paar Stiften und sang dann auch noch mit. Naja, es sind doch noch einige Kinderlieder dabei.

Diesmal hatte ich es auch etwas zeitiger zum Unterricht geschafft und kam nicht auf den letzten Drücker an. Also schlenderte ich noch etwas die Straße entlang, wollte gerade die Straßenseite wechseln, als ein Auto vorüberfuhr und hupte. Aus dem Fenster blickte eine hübsche junge Dame, die mich anlächelte und mir zuwinkte. Garantiert verwechselt, in einem kleinen Nest 20km außerhalb von Bamberg kenn ich niemanden, erst recht nicht mit Forchheimer Kennzeichen. Garantiert verwechselt – denn letztens rief mir eine Kollegin auf dem Gang zu „Halt! Zu dir wollte ich gerade!“ Ein paar Schritte näher erkannte sie mich und meinte „Ach nee, dich meinte ich nicht.“ Schon blöd, wenn man einen Kollegen hat, der in Körpergröße, Status, Frisur und Brille mir doch ziemlich ähnlich sieht.

Und damit hatte ich gestern Abend erstmal eine Ruhepause eingelegt. Ich machte die Steuererklärung versandfertig und der Rest des Abends gehörte mir und dem „Herrn der Ringe“. Heute schaffte ich dann die Steuererklärung zur Post und holte noch meine neue Plattenlieferung ab. Und heute Abend traf mich der Schlag – nicht nur, dass die Platte unglaublich gut ist, sondern ich entdeckte auch, dass Tori Amos mit „American Doll Posse“ ein neues Album abgeliefert hat. 23 Titel – was für eine gute Zahl. Alle mal schön: Das Video zu Almost Rosey. Ich trieb den Gedanken noch auf die Spitze, indem ich nach Noten suchte. Auch da wurde ich fündig. Das landete alles ziemlich zügig auf meiner Wunschliste. Ach übrigens – Amazon hat seine Tiefstpreisgarantie von DVDs auch auf Musik ausgeweitet.

Gestern ins Bett gegangen, noch lange gelesen und schließlich eingeschlafen. An diesem Morgen schon wieder sehr zeitig munter geworden, ein gutes Zeichen. Noch ein bißchen vor mich hingedöst und anschließend aufgestanden und gefrühstückt. Ich konnte und wollte nicht länger in den vier Wänden bleiben und zog mich an, um einen kleinen Spaziergang zu machen. Da ich gestern noch fünf neue Adressen vom Postcrossing-Projekt abgerufen hatte, führte mich mein Weg zur Post (wo ich nicht fündig wurde) und anschließend zurück nach Hause.

Es war schon gegen Mittag, die Sonne schien fast senkrecht auf mich herab und es war angenehm warm, fast ein wenig zu warm. Ich lief zwischen den Häusern lang, kein Lüftchen rührte sich und es war still. Richtig still, als hätte man Kopfhörer auf und den Soundtrack der Stille so laut gedreht, dass kein Geräusch mehr an die Ohren dringt. Für einen Moment kam ich mir wie dem in den letzten Tagen oft erwähnten Roman „42“ von Thomas Lehr vor. Ohne zu viel von der Handlung aufzudecken, erinnert es mich an drei Geschichten: „Das letzte Gefecht“ von Stephen King, „Malevil“ von Robert Merle und „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Eine Handvoll Menschen „überleben“ am Teilchenbeschleuniger des CERN das Einfrieren der Zeit, während alles andere still steht. In dieser Welt sind sie gleichzeitig Götter, denn sie können sich nahezu jeden Wunsch erfüllen (z.B. im Museum ein Schmuckstück mitgehen lassen), aber auch Opfer, denn jede Verletzung könnte wegen fehlender medizinischer Möglichkeiten tödlich enden. Noch 100 Seiten, die Spannung wird langsam unerträglich…

Der Riesenabwasch, der sich die letzten Tage angesammelt hatte, konnte mit der langsam wiederkehrenden Kraft beseitigt werden und nebenbei sprang noch ein Tomatensalat und als Kompott ein paar klein geschnittene Erdbeeren heraus. Letztendlich übte ich noch ein wenig, schließlich wollen alle 164 Stücke meines Übungsbuches mal gespielt werden. Die Schwierigkeit steigt langsam, ich bin bei Nr. 30. Laut meiner Klavierlehrerin brauchen ihre anderen Schüler für die Hälfte des Buches ungefähr ein Jahr, mal sehen, wo ich lande.

PostcrossingGerade schwebte ich noch durch mein Wohnzimmer – der neue Podcast ist endlich in seiner Rohfassung fertig, auf einen Rohling gebannt und treibt jetzt sein Unwesen in meinem CD-Player. Überhaupt stand der ganze Abend im Zeichen der Musik. Ich setzte mich nach dem Essen erstmal hin und klimperte wieder. Faszinierend – für die Zeit des Übens werden mein Keyboard, das Notenbuch und ich eins und dabei sollte mich auch niemand stören bzw. ob ich es überhaupt mitbekommen würde, steht auf einem anderen Blatt. Meistens bleibe ich an einer Passage hängen und dann kenne ich nichts, die wird solange geübt, bis sie sitzt. Wie bei allem ist es erstmal die Überwindung sich hinzusetzen, danach läuft es von allein.

Als ich heute nach Hause kam, wartete jede Menge Post auf mich. Die de:bug verlängert mein Abo, sehr wohl, das sollen / müssen / dürfen sie auch, wobei ich überlege, das Abo der NEON einzustellen. Nachdem in der aktuellen Ausgabe ein Plädoyer für die Unentschlossenheit als positives Kennzeichen, offen allen Möglichkeiten gegenüber zu stehen, gehalten wurde, bröckelte auch das letzte bißchen des guten Willens. Was ist denn das für ein Unsinn? Ist Stalking demnächst auch nur eine nette Art zu sagen: „Ich denk‘ an dich“?

Neben jeder Menge weiterer Infopost auch endlich der Beweis für mich, dass sich das Thema Versicherung geklärt hat. Und eine bunte Karte von Kaisu aus der Schweiz lag dazwischen. Postcrossing unaufgefordert. Alle meine Fragen wurden beantwortet und ich werde mich demnächst mal ransetzen und mal wieder was zurückschreiben. Überhaupt ist erstmal wieder eine neue Ladung Karten fällig.

Euch allen ein sonniges Wochenende!

Sonntag Abend – eine zusammenfassende Betrachtung zum Thema „Wochenende“. Oder vielleicht doch erstmal kurz noch die ein paar Informationen, die sich noch im Laufe der Woche zusammengetragen haben. Am Donnerstag erhielt ich mein erstes Notenbuch, anhand dessen ich jetzt die nächsten Wochen bzw. Monate üben werde. Es heißt „Die russische Klavierschule – Band I“. Klavierunterricht, der auf dem Prinzip „Sehen – Hören – Spielen“ basiert. Da der Anfang sehr viele Kinderlieder, wie „Hänsel und Gretel“ enthält, kann man sich den Teil des Hörens erstmal schenken, denn die Melodie hat man im Kopf. In gewisser Hinsicht auch kreuzgefährlich, denn deshalb liest man nur die Tonhöhe und die Notenlänge baut man anhand dessen was man kennt, zusammen. Aber für den Anfang -3. Stunde- muss es ja noch nicht perfekt sein.

RheinbergFreitag Nachmittag bekam ich noch schnell einen Bug auf den Schreibtisch, der schnell behoben werden sollte und wenn die Testabteilung am Montag nichts weiter findet, ist er wirklich schnell behoben. Nach Arbeit ging ich noch einkaufen, bereitete alles für die Abfahrt vor und schon konnte es Richtung Nordwesten gehen, um Dirk in seiner Heimatstadt Rheinberg zu besuchen. Wir hatten uns darauf geeinigt, dass ich nach 23 Uhr eintreffen soll/kann/darf, also legte ich noch zwei kleine Pausen, da ich sonst schon eher da gewesen wäre. Während der Fahrt kam ich auch in den Genuss, die von Dirk vielgerühmte und stauträchtige A57 zu befahren. Nur Freitag Abend nach 23 Uhr war weit und breit kein Auto in Sicht und nach einer kurz und leicht verwirrenden Suche des Hauses, begrüßte mich Dirk in seinen vier Wänden.

Kamp LintfortIch bekam ein kurze Führung durch die Wohnung – ich zeigte mich von der Wandschrankinstallation extrem begeistert. Wir tauschten noch bei einem Glas Rotwein die eine oder andere Neuigkeit innerhalb und außerhalb der Blogwelt aus und nachdem es dann schon kurz nach 2 Uhr war, machte ich es mir auf der überdimensionalen Luftmatratze im Büro bequem. Gegen 6 Uhr wachte ich das erste Mal auf, nahm das angekündigte Getrappel in der Wohnung darüber wahr, ließ mich aber nicht davon beeindrucken und schlief wieder ein. Halb 11 Uhr war eine bessere Zeit aufzustehen und bei einem Powerfrühstück umrissen wir kurz den Tagesplan und begannen mit einer Besichtigung von Rheinberg. Ich dachte immer, Rheinberg wäre eine kleine Stadt, die infolge der Industrialisierung entstanden ist, doch ich wurde eines besseren belehrt. Vorbei an alten Backsteinbauten, erfuhr ich, dass der Underberg ursprünglich in Rheinberg zuhause war bzw. zum Teil noch heute ist.

Kamp LintfortNach so viel Geschichte wurde es Zeit einen Blick in die Zukunft zu werfen und wir gingen in den Future Store einkaufen. Einkaufen mit Barcode-Scannern am Wagen und RFID-Tags verleitete zu mancher Spielerei. Die Obstwaage erkannte z.B. mein Handy als Möhre und Dirks Handy als Rotkohl. Aber wir wollten auch Technik für daheim haben! Also fielen wir – nachdem wir mit einem Eis bewaffnet durch die Fußgängerzone von Moers getappelt sind – in ein paar Läden ein und ich wurde stolzer Besitzer eines Headsets (Hände ans Lenkrad!), der Blumfeld-Anthologie und des Romans „A long way down“ von Nick Hornby. Auf der Heimfahrt fuhren wir noch zum Kloster Kamp in Kamp Lintfort. Dort alberten wir etwas durch den Klostergarten und machten uns anschließend auf den Heimweg, wo Dirk einen Kartoffelgulasch kochte, der nicht seinen Vorstellungen entsprach, den ich doch sehr lecker fand.

Für den Abend hatten wir uns die Museumsnacht in Düsseldorf vorgenommen. Während der Fahrt nach Moers hörten wir aber, dass die Nacht von 19 – 22 Uhr gehen sollte, also recherchierten wir nochmal daheim im Netz. 19 – 2 Uhr war dann die richtige Version und ich schaute, während Dirk in der Küche vor sich hinköchelte, welche Museen mich interessieren würden. Beim Durchstöbern fiel mir sofort ein Name ins Auge: Aural Float. Kunst und elektronische Musik dazu genießen – wenn das mal nichts ist. Der Name tauchte bei mir das erste Mal in einem Remix auf einer Air Liquide-CD auf und ist mir seit dem bewußt. Ich wußte von Elektrolux und ihren Veröffentlichungen, doch sie rückten nicht damit in meinen CD-Schrank vor. Mal von einem weiteren Remix von Sven Väths Album „The harlequin, the robot and the ballet-dancer“ abgesehen. Die Zeit verging, ich stolperte über Mikrolux – dem Tochterlabel von Elektrolux und fand gefallen an der Musik. Das letzte Album von Aural Float war trotzdem nicht ganz nach meinem Geschmack. Aber lange Rede, kurzer Sinn um den Sound kurz zu umreißen: Space night!

Aural FloatNach der Fahrt nach Düsseldorf begann die abenteuerliche Suche nach einem Parkplatz. Mit viel Überredungskunst ergatterten wir letztendlich einen und konnten nun unsere erste Etappe in Angriff nehmen. Aural Float spielten in einer Halle in der sich aus Ästen, Drähten, Federn und anderen Materialien ein riesiges Gebilde befand, an dem man immer wieder neue Sachen entdecken konnte. Also setzten wir uns hin, genossen die Atmosphäre, lauschten der Musik und der Videoprojektion, beobachteten die Leute und quatschten nebenher noch. Auf einmal zuckte ich zusammen – dieses Lied kannte ich doch! Das war doch ein 1:1-electro-space-Podcastsound. So glaubte ich zumindest. Ich lauschte, grübelte, summte mit und ging danach hin, ich brauchte einen Hinweis. „Trentemøller“ verriet mir Alex Azary. In dem Moment machte es Klick! – natürlich der letzte Titel von „The last resort“… „Miss you“. Gegenüber der ursprünglichen Besetzung von Aural Float fehlte natürlich einer – Pascal F.E.O.S. Nach einer aktuellen Recherche war der an dem Abend gerade in Dresden.

InstallationWir lauschten noch ein wenig und entschlossen uns dann die zweite Station anzuvisieren, das Goethemuseum. Düsseldorf hatte drei Linien mit Shuttlebussen eingerichtet, welche die Interessierten von A nach B bringen sollten. Wir erwischten unglücklicherweise die Linie, die erstmal ihren Wendepunkt erreichte und 5 Minuten Pause machte. Zeit genug, im Bus herumzualbern und die „Herzlich Willkommen an Bord der Linie 2 in der Museumsnacht in Düsseldorf. Der Fahrer und seine Crew begrüßen sie herzlich an Bord […]“-Nummer vorzutragen. Aber es ging ja bald weiter und wir konnten dann umsteigen, um dann in einen noch vollgestopfteren Bus einzusteigen, der uns dann bis zum Goethemuseum brachte. Dort verbrachten wir lesen und schauend die nächste Zeit und ich war erstaunt, wie umfangreich die Sammlung der Notizen aus der Zeit bzw. die Bezüge aus dem Umfeld Goethe waren. Besonders beeindruckend – das Triptychon der klassischen Walpurgisnacht von Paul Struck zu Goethes Faust. Ein Schritt nach vorn um alle Details zu erkennen, aufnehmen, einordnen und wieder zurücktreten. Einen neuen unentdeckten Ausschnitt sehen und dann das ganze Spiel von vorn.

TriptychonSo blieben wir bis halb 1 im Museum, um dann zu unserem letzten Ziel zu fahren. An der Bushaltestelle fiel mir eiskalt ein, dass diese Ausstellung doch nur bis 24 Uhr offen hat. Wir ließen es auf einen Versuch ankommen. Doch vorher wurden wir aus dem Bus gewunken – die Ausstellung hatte geschlossen und holt nur noch Gäste ab. Also endete der Abend dort, wo er begann – mit Aural Float. Nachdem die Ausstellung kurz vor 2 Uhr schloss, fuhren wir wieder heim und beschlossen, dass wir noch klären müssen, ob es in Bad Boys II „Buuusa“ oder „Wuuusa“ heißt. Ich war für die Variante mit wuffigem W, Dirk bevorzugte das busige B. Gegen 5 Uhr hatten wir den Film durch und ich behielt Recht. Ich verkniff mir die Bemerkung das „Wuuusa“ schon im ersten Teil gehört zu haben. Müde gingen wir zu Bett.

Nach einem abschließenden Frühstück am nächsten Morgen (bzw. Mittag) verabschiedeten wir uns und ich machte mich auf die Heimfahrt / Verfahrt / Durchfahrt. Ich verpeilte mich anfangs etwas, indem ich auf der A40 in die falsche Richtung fuhr, wendete aber an der nächsten Abfahrt und war dann wieder richtig unterwegs. Da ich keinen Bedarf nach einer Pause verspürte, fuhr ich immer weiter – als ich Würzburg passierte, beschloss ich garkeine Pause mehr zu machen und so traf ich 4 Stunden später schon wieder daheim ein. Zuhause stellte ich dann fest, dass ich den Nick Hornby auf dem Schreibtisch vergessen hatte, aber das war nur eine Kleinigkeit. Alles in allem ein schönes Wochenende!

BestellungMein letzter Beitrag war am Dienstag? Ich hätte ja schwören können, es wäre Mittwoch gewesen. Bei genauerer Überlegung fällt mir ein, dass ich Mittwoch ja zu nichts zu gebrauchen war. Ich setzte mich hin und bearbeitete ein Stöckchen, was ich bei blog.de entdeckt hatte, aber es ist noch nicht fertig geworden. Zumindest stehen die Chancen gut, dass ich es noch im Laufe des Abends fertig bekomme.

Viel Zeit geht jetzt auch mit dem Schauen der 9. Simpsonsstaffel drauf. Die erste DVD beginnt mit Skizzen, die einen Ausschnitt des Films zeigen. Das erste Mal, dass ich Anke Engelke als Marge höre. Sie gibt sich wirklich Mühe und kommt gut an die Stimme heran, aber sie ist halt nicht Elisabeth Volkmann. Aber das ist wohl die Tragödie der am längsten laufenden Zeichentrickserie. Beim Ansehen der einzelnen Folgen fällt mir auf, dass ich einzelne Episoden noch nie gesehen habe. Wohl möglich, weil ich schon die 8. Staffel an einigen Stellen nicht gerade überwältigend fand. Aber letztendlich steckt doch viel mehr dahinter. Man stelle sich vor, eine Serie über so viele Jahre interessant zu halten, nicht zu auffällige Wiederholungen einzubauen und dem Konzept der Serie unterworfen zu sein. Einerseits Segen, weil die Charaktere nicht altern, im Gegensatz zu einer Serie mit realen Schauspielern, andererseits genau aus dem selben Grund ein Fluch, da Bart jetzt das zweite Jahrzehnt schon in die vierte Klasse der Grundschule Springfield geht, d.h. die Möglichkeiten Veränderungen einzubauen sind minimal und wenn es gemacht wird, fällt es gravierend auf. Siehe der Tod von Paradontose-Murphy (viel zu früh!) oder Maude Flanders. Gleichzeitig tauchen auch neue Charaktere auf, die aber keine großen Rollen bekommen, da die Hauptrollen schon vergeben sind. Was für ein Glück, dass ich für solche Betrachtungen eine Kategorie „Simpsons“ habe.

Ich hatte die letzten Tage auf Arbeit wieder viel tüfteln dürfen, was nicht sonderlich von Erfolg gekrönt war und deshalb meine Motivation in den Keller sackte, aber ich gab nicht auf, bis mein Kollege einen Richtungswechsel vorschlug, kurz etwas ausprobierte, mir das Grundgerüst gab und ich jetzt alles aufbauen und erweitern darf, bis die gewünschte Funktionalität erreicht ist. Nach einem Vierteljahr kann ich mir doch schon mal erlauben, einen kleinen Rückblick zu werfen – jede Menge offene Punkte erledigt und für die nächste Version stehen zwei Punkte an, die unter meinen Händen gewachsen sind bzw. an denen ich gerade baue: die zentrale Programminstanz und der Datenbankzugriff.

NotenAußerdem hatte ich diese Woche meine zweite Klavierstunde. War natürlich schon blöd, weil ich überhaupt nichts zum Üben da hatte. Es stellte sich aber heraus, dass meine Lehrerin bemerkt hatte, dass ich die Noten liegen ließ und steckte sie ein. Damit waren die Wege am Montag und Dienstag ohnehin umsonst. Dafür habe ich jetzt ausreichend Material, da die nächsten beiden Donnerstage der Unterricht wegen Ferien ausfällt und ich erst Mitte April wieder antreten darf. Als ich vorhin übte, stellte ich fest, dass ich es nicht sehr lange mit dem Keyboard aushalten werden. Ich hatte den ganzen Abend das Gefühl, ich habe mich verspielt, bis ich feststellte, dass zwischen h und c‘ mehr Spielraum ist, als es wirklich schön klingen würde. Vermutlich befindet sich nur eine Oktave im Speicher und die wird ohne Rücksicht auf Verluste transponiert. Sparsam im Speicher, aber ein Graus für die Ohren.

Trotzdem muss ein gescheites Gerät warten, Bafög hat jetzt erstmal höchste Priorität. Aber nachdem ich diese Woche erfahren durfte, dass der Versicherungsstreit in eine neue Runde geht und ich nächsten Montag (wieder mal) auf den aktuellen Stand gebracht werde, mache ich mir keine Sorgen – doppelt (versichert) hält besser. Als kleiner Trost kam dann diese Woche ein kleines Amazonpaket, was zum Gucken, was zum Lesen und was zum Hören. Als ich vorhin in der Küche über dem Abwasch brütete, stellte ich fest, wie gut die CD eigentlich ist. Vielleicht dann nochmal zum Einschlafen… die Rachel.

Bevor ich mich dann dem Stöckchen zuwende, gibt es noch etwas Wissenswertes aus der Klugscheißerecke. Durch die Zeitumstellung wird es früh später hell und abends auch später dunkel. Soweit nichts Neues, nur dass man die Gelegenheit schon nutzen kann, um die Abenddämmerung zu beobachten. Aber ab wann ist es denn Nacht? Sonnenuntergang ist ja klar, der feuerrote Ball versinkt am Horizont. Wenige Augenblicke später beginnt das, was man auch bürgerliche Dämmerung nennt – die hellen Sterne bzw. Planeten werden sichtbar. Ist die Sonne weiter als 6 Grad unter dem Horizont verschwunden und weitere Sterne tauchen auf, beginnt die nautische Dämmerung, die damit endet, wenn die Sonne mehr als 18 Grad unter dem Horizont verschwunden ist und Sterne die in den Klassen 3 und abwärts der scheinbaren Helligkeit liegen, sichtbar werden. Dann ist es Nacht. Schlaft schön!

PostcrossingNun nach zwei untypischen Beiträgen jetzt doch mal wieder einer, wo ich mit vornehme, mich in der Länge zu beschränken, was aber unter Garantie scheitern wird. Schon allein die Tatsache, dass ich Donnerstag mit meiner Geschichte fortsetzen muss, macht das Ganze schwierig.

Donnerstag Nachmittag verließ ich Arbeit erstaunlich pünktlich, um zu meiner ersten Klavierstunde zu fahren. Ab auf die Autobahn, später Bundesstraße. Ich kam gerade noch pünktlich an, mußte einen kleinen Moment warten und dann konnte es losgehen. Natürlich hatte meine Klavierlehrerin keine Ahnung, was sie erwartet und wir begannen wirklich mit den einfachsten Übungen. Erst alle Zweiergruppen von links nach rechts, dann alle Dreiergruppen. Dann ging es langsam zu den Noten über, sie wollte mir das C erklären, als ich es schon anschlug. Nächste Geschicklichkeitsübung: Finden Sie alle C’s auf der Klaviatur! Schnell gefunden, plung, plong, pling, fertig! Vom C aus ging es dann zum ersten Lied über. Da sich die Zahl der 33-jährigen, die auf die Idee kommen, Klavier zu spielen, doch sehr in Grenzen hält und dieser Bereich doch eher von Kindern bevölkert wird, fingen wir mit einem ganz einfachen Stück an, bei dem mir Handstellung für linke und rechte Hand erklärt wurden und ich dann schon losspielen durfte – ein Auge auf dem Notenblatt, eins auf den Händen. Haltungsfehler der Hände und beim Sitzen wurden sehr freundlich korrigiert und brachten auch hörbare Ergebnisse. Danach war erstmal kurze Pause, wird übten das Zeichnen von Noten- und Bassschlüssel, sowie Tonleitern, Notenlängen, Oktaven und brachten das Ganze zu Papier. Dann ging es zum nächsten Stück über, ich durfte mich noch ein wenig verspielen und dann war die erste Stunde auch schon vorüber. Ich erkundigte mich noch über Klavierpreise, Unterscheide zwischen einem alten, aufbereiteten Klavier, Neukauf und einem E-Piano. In der Zeit muss ich dann wohl meine Übungszettel abgelegt haben und seit diesem Zeitpunkt verlor ich sie aus den Augen. Aufgefallen ist es mir auch erst gestern Abend, sodass mir nichts anderes übrig bleibt, als Montag Nachmittag noch einmal rauszufahren und sie abzuholen, schließlich will ich auch daheim ein wenig üben.

Freitag probierte ich weiter auf Arbeit herum und konnte Freitag Abend schließlich einen Erfolg vermelden. Ein Kollege hatte aber im Laufe der Wochen einen wirklich fiesen kleinen Fehler gefunden, der bei folgender (nachgestellter) Funktion auftrat:


void MachWas(char* pcZeichenkette1, char* pcZeichenkette2)
{
  if (0 == strncmp(pcZeichenkette1, pcZeichenkette2,
    strlen(pcZeichenkette1))
  {
    // und hier sollten wir nicht landen
  }
}

Sein Problem war, dass er gelegentlich im inneren Teil der Abfrage landete, obwohl er dort nicht sein sollte. Nach einigen Tests fand er heraus, dass die Zeichenkette 1 die Länge 0 hatte, was dazu führte, dass die Abfrage beim Vergleich zweier Zeichenketten bis zur 0. Stelle immer die Abfrage erfüllte. Eigentlich sollte sich strncmp doch mal ein bißchen dagegen wehren, auf Länge 0 zu vergleichen. Das sind dann halt die kleinen Freuden des Programmierers.

Und damit aus den kleinen Freuden auch große Freude wurde, ging ich nach der Arbeit einkaufen. Als ich gerade mit dem Wagen den Supermarkt verlassen wollte, schrillte die Alarmanlage. Ich schob den Wagen durch, kein Signal, ich ging durch, das Heulen begann wieder. Ich wurde nett zur Information gebeten, wo ich noch ein paar Mal getestet wurde. Der Wagen war es nicht, aber ich erzeugte bei der Alarmanlage ein jaulendes Freudengeheul. Also wurde ich von dem plötzlich auftauchenden Sicherheitsmann nach hinten geführt, ich ertrug das alles mit einem freudigen Grinsen, ich war mir ja keiner Schuld bewußt. Ich wußte von einem Gerät abgetastet, wie es auf dem Flughafen verwendet wird und dieses Gerät schwieg sich aus. Auch bei meiner Tasche blieb es ruhig. Also gingen wir wieder zu einem Alarmmelder, der meine Annäherung mit Quäken bekundete. Ich zog die Jacke aus, gab sie ihm – Ruhe, ich ging hin – Ruhe, die Tasche hingehalten – Ruhe. Er fragte mich, ob ich neue Sachen hätte, wo noch ein Etikett drin sein könnte. Na klar, die Schuhe! Aber die waren es auch nicht. Er war sich mittlerweile sicher, dass ich nichts hatte mitgehen lassen, wollte mich nur von dem lästigen Piepsen befreien, da er aus persönlicher Erfahrung davon traumatisiert war. Plötzlich fiel mir das Portemonnaie ein, dass neben der Tasche lag und in den letzten Versuchen nicht zum Tragen kam. Bingo! Jetzt hieß es nur noch den Sicherheitsstreifen finden. Wir stellten das Portemonnaie auf den Kopf – nichts, der Sicherheitsmann fluchte schon herum, wieviele Fächer das Teil hat, bis er resigniert aufgab und es auf den Entsicherer legen wollte. Ich protestierte, weil ich vorher die Karten herausnehmen wollte. War eine gute Idee, denn dort hatten wir noch nicht nachgesehen und genau da war er versteckt. Zufrieden grinsend verließ ich den Laden – das Gute hatte gewonnen!

The fountainIch machte noch schnell den Abwasch, legte Wäsche zusammen, aß etwas und dann ging es schon ins Kino. Wir schauten uns „The fountain“ an, einen Film vom „PI“-Regisseur Darren Aronofsky. Ich hatte schon mehrere Kritiken dazu gelesen, die sich durch die Bank weg schlecht über den Film äußerten. Mit „PI“ hatte er auch wirklich die Latte enorm hoch gelegt und einen ebenbürtigen Nachfolger zu schaffen, war kaum möglich. Kerngeschichte bei „The fountain“ ist der Schöpfungsmythos der Mayas, die den Tod als Beginn neuen Lebens sehen und dazu am Himmel einen sterbenden Stern auserkoren haben, der gleichzeitig Geburtsstätte für neue Sterne war. An diese Stelle sollten die Seelen der Verstorbenen verschwinden, um neu geboren zu werden. Gleichzeitig spielt der Tod eines Mannes in dem Mythos eine tragende Rolle, die mit einem Baum verknüpft ist (ob er sich geopfert hat, damit der Baum wächst oder der Baum aus ihm wuchs, nachdem er starb, bin ich mir nicht mehr sicher). Diese Geschichte bildet die Grundlage für die Handlung, die in drei Zeitebenen stattfindet – der Zeit der spanischen Eroberer, der Gegenwart und der fernen Zukunft. Da alle Ebenen, trotz der realistisch wirkenden Gegenwart, fiktiv sind, handelt es sich um also 4 Geschichten, die alle miteinander verwoben sind. Die Mythologie, die im Laufe des Film aufgedeckt wird, der Spanier, der den Untergang Spaniens und seiner Königin verhindern will und deshalb nach dem Baum des Lebens sucht, dem Wissenschaftler, der ein Mittel gegen den Krebs seiner Frau sucht und den Weltenreisenden, der nach der Erlösung seiner beiden zeitlich vorangegangenen Ebenbilder sucht.

  • Der spanische Eroberer sucht nach dem Baum des Lebens, um von dessen Saft zu trinken, um ewig zu leben und weil er es der Königin versprochen hat, Spanien zu retten. Nachdem er den Baum findet, wird er aber Opfer seiner eigenen Gier.
  • Der Wissenschafter der Gegenwart weiß um den nahenden Tod seiner Frau und ist als Forscher bemüht, so schnell wie möglich ein Mittel zu ihrer Rettung zu finden. Sie schreibt in dieser Zeit ein Buch, dessen Inhalt die Geschichte des spanischen Eroberers ist, was relativ fader Bezug zu dem spanischen Eroberer ist. Sie bittet ihn aber, „die Geschichte zu Ende zu bringen“. Im Moment ihres Todes gelingt dem Forscher der Durchbruch, doch leider kommt er zu spät und akzeptiert den Tod seiner Frau nicht. Nach und nach erschließen sich im Laufe des Films die Bezüge zur Mayakultur und es wird klar, welchen Weg er zu gehen hat.
  • Diese Handlungsebene ist sehr eng verknüpft mit der Zukunft und die Übergänge zwischen Zukunft in die Gegenwart sind einfach brilliant umgesetzt. Ansonsten führt diese Erzählebene wenig Inhalt mit sich, sondern mehr die Umsetzung des bisher Geschehenen. Dafür muss eine fulminante Optik herhalten, die seine Reise in einer Kugel mit einem fast verdorrten Baum zum sterbenden Stern zeigt.

Zwei Stellen in diesem Film stießen mir aber unglaublich sauer auf – zum einen, das theatralische Zusammenbrechen von Izzy mitten im Scheinwerferkegel einer Ausstellung und weiterhin dass das Mittel zur Heilung genau im Moment des Todes von Izzy fertig wird. Es hätte dem Film keinen Abbruch getan, wenn sie meinetwegen auf einer Treppe zusammengesunken wäre und das Mittel, angespornt anderen zu helfen, erst nach Izzys Tod fertig geworden wäre.

Schließlich legt der Film auch offen, dass das Streben nach Wissen, Macht, Jugend und Unsterblichkeit immer vom Tod und vom Leiden anderer gepflastert ist und diese Bemerkung vermisse ich bisher in jeder Kritik. Seien es die spanischen Eroberungszüge, die Inquisition oder Tierversuche, der Film legt diese Stellen offen, ohne dabei aber zu sehr ins visuelle Detail zu gehen. Nach dem Film fragte mich Sandra nach dem Sinn des Filmes, ich könnte mir mit meiner Antwort ruhig bis heute Zeit lassen. Ich denke, der Beitrag umreißt grob, was der Film bewegen möchte bzw. auch in mir bewegt hat. Es ist immer hilfreich bei einem Glas Wein und einer Internetverbindung das Ganze noch einmal Revue passieren zu lassen.

Als ich heute von meinem Einkaufsausflug zurückkehrte, wartete eine neue Postcrossing-Postkarte auf mich, diesmal aus Portland/Maine. In den Zusammenhang beschloss gleich, wieder fünf neue Adressen zu ziehen, um bald wieder einen gefüllten Briefkasten zu haben. Zwei Karten gehen wie üblich nach Finland, eine nach Holland, eine in die Schweiz (zu einer dort lebenden Finnin) und wieder eine in die USA. Ach so, Einkaufen – ich sag nur: 9. Staffel! Noch Fragen? 😉