Es klingt wie aus einem Science-Fiction-Roman: Es wurde ein Planet entdeckt, der den nächstgelegenen Stern umkreist. Was die Tatsache wirklich wie Science Fiction erscheinen lässt ist, dass sich der Planet Proxima Centauri b in der habitablen Zone befindet und auch noch ein erdähnlicher Planet ist. Aber kommen wir erstmal zu den Fakten, bevor ich weiter Euphorie verbreite.

Unser nächstgelegener Stern Proxima Centauri ist ein Roter Zwerg. Im Vergleich zu unserer Sonne hat er nur einen Durchmesser von ca. 200.000 km, was 14 Prozent des Durchmessers der Sonne entsprechen. Er ist auch im Vergleich zu unserer Sonne nur halb so heiß, was mit 2.800°C immer noch ordentlich heiß ist. Der Name Roter Zwerg suggeriert natürlich, dass sich am Himmel von Proxima Centauri b eine rote Kugel über den Himmel schiebt, was aber Phantasie ist. Stellt euch einfach mal flüssiges Eisen vor; Eisen schmilzt bei ca. 1.500°C und wenn es richtig flüssig ist, erscheint es auch nicht rot, sondern hellgelb bis weiß. Und genau so scheint Proxima Centauri auf seinen Planeten. Nur nicht wie bei uns, sondern in dreifacher Größe der Sonne. Genau wie bei uns, sollte man es auch auf Proxima Centauri b tunlichst bleiben lassen, direkt in die Sonne zu blicken.

Der entdeckte Planet Proxima Centauri b umkreist seinen Stern in einem Abstand von ca. 0,05 Astronomischen Einheiten (1 AE = Abstand Sonne – Erde). Das ist näher als der Merkur. Und trotzdem befindet er sich in der habitablen Zone. Habitable Zone bedeutet grob gesagt, dass sich der Planet in einer Entfernung zu seiner Sonne befindet, um die richtige Energie abzubekommen, damit sich Wasser in flüssiger Form halten kann. Da Proxima Centauri ein Roter Zwerg ist, muss sich der Planet so nah daran befinden. Aber dann kommen noch Faktoren wie Atmosphäre, Rotation usw. hinzu. Beispiel: Die Venus liegt auch in der habitablen Zone, jedoch macht der Kohlendioxidgehalt die Atmosphäre zu einem Treibhaus, in dessen Backofen keine Chance auf Leben besteht.

Wäre also Leben auf Proxima Centauri möglich? Vielleicht schon, kommt ganz auf die Bedingungen an. Es war schon schwierig genug, den Planeten überhaupt zu entdecken. Mit dem angewandten Verfahren der Radialgeschwindigkeit kann man maximal die Untergrenze des Exoplaneten bestimmen. Genaueres lässt sich aber feststellen, wenn man die Neigung der Planetenbahn zum Stern kennt. Man schaut ja nicht zwangsläufig immer quer oder von oben auf den Tanz zwischen Sonne und Planet. So konnte man bestimmen, dass Proxima Centauri b ungefähr das 1,3-fache der Erdmasse besitzt und seinen Stern in 11,2 Tagen umrundet, ein ziemlich kurzes Jahr. Auf Grund der kurzen Umlaufzeit geht man davon aus, dass der Planet immer die gleiche Seite der Sonne zuwendet. Klingt nicht optimal, da auf der einen Seite Wasser verdampfen würde, während es auf der anderen gefriert. Wenn es denn überhaupt eine Atmosphäre gibt. Roter Zwerge, speziell auch Proxima Centauri, gehören gerne zur Gruppe der Flare Sterne, d.h. sie werfen in unregelmäßigen Abständigen Masse und Energie in den Raum. In so einem geringen Abstand hätte das verheerende Folgen.

Und wie kommt man nun zu so einer Entdeckung? Spekuliert wurde schon öfter, ob es einen Planeten um Proxima Centauri gibt. Jedoch wurde nie einer gefunden. Basierend auf der Idee Carl Sagans „Pale Blue Dot“ (zu deutsch: Blasser blauer Punkt) wurde die Aktion „Pale Red Dot“ von der Europäischen Südsternwarte ESO ins Leben gerufen. Sie sollte der Öffentlichkeit zeigen, welchen Aufwand es darstellt und mit welchen Methoden Planeten gefunden werden. Anfang des Jahres blickte HARPS 60 Nächte lang auf Proxima Centauri und nach Auswertung der Daten in Zusammenspiel mit allen anderen Daten, die seit 2000 gewonnen wurden, kann man nun mit Sicherheit sagen: Ja, wir haben einen erdähnlichen Planeten in der „unmittelbaren“ Nachbarschaft. Kommen wir hin? Mit derzeitigen Antrieben würde es mehr als 10.000 Jahre dauern, bis wir Proxima Centauri erreichen.

Die Deutsche Sprache hat viele schöne Redewendungen: Das Pendel schwingt immer in zwei Richtungen. Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus. Wer austeilt, muss auch einstecken können. Ab worauf will ich hinaus?

Das Unwort 2015 wurde gekürt: Gutmensch. Der Duden definiert ihn wie folgt:

[naiver] Mensch, der sich in einer als unkritisch, übertrieben, nervtötend o.ä. empfundenen Weise im Sinne der Political Correctness verhält, sich für die Political Correctness einsetzt

Was mich jetzt dazu anregt, diesen Beitrag zu schreiben ist folgender. In meinem Bekanntenkreis gibt es Leute, denen es überaus wichtig war/ist, die letzten Monate ihre Facebook-Historie damit zu füllen, dass so ziemlich jeglicher Beitrag geliked wurde, der sich damit beschäftigt welche Bereicherung die Flüchtlinge für unsere Gesellschaft darstellen. Jeder kritische Kommentar endete früher oder später mit Nazivergleichen. Selbstregend wurde auch jeder zu findende Beitrag geliked, der jeglichen Kritiker an der Zuwanderung als Vollpfosten, Nazis oder ähnliches bezeichnete.

Und plötzlich fühlen sich diese Leute angesprochen, wenn es darum geht, dass „Gutmensch“ das Unwort des Jahres ist. Natürlich scheinen sie nicht zu begreifen, dass es bei dem Unwort nicht darum geht, Menschen zu diffamieren, sondern die Gesellschaft für Deutsche Sprache wählt damit ein Wort aus, welches eigentlich nicht zum Deutschen Sprachgebrauch passt, weil es genau das macht – Menschen zu diskriminieren, zu verletzen oder zu beleidigen.

Und nun ist der „Gutmensch“ auch keine neue Erfindung, das Wort wurde 2000 in den Duden aufgenommen. Trotz alledem möchte ich eins sagten: Egal wer wen beschimpft, der muss auch einstecken können. Egal wie sehr sich der „Gutmensch“ über das für ihn gebildete Wort aufregt, denke ich, dass auch hier wieder ein Sprichwort zutrifft: Getroffene Hunde bellen…

Alle futuristischen Antriebe haben eins gemeinsam – sie möchten mit einer minimalen Masse möglichst viel Energie erzeugen, sei es um hohe Geschwindigkeiten zu erreichen oder mit kleinem Energievorrat sehr weit zu kommen. Diese Idee hatte auch Roger Shawyer, der sich dachte, dass elektromagnetische Wellen als Antrieb dienen könnten. Und er nannte das Ding passenderweise EM-Drive. Etwas später gesellte sich ein amerikanischer Forscher namens Fetta hinzu, gab seinem Antrieb den Namen „Cannae-Drive“, aber die Funktionsweise blieb die gleiche.

Was ist das Interessante an dem Antrieb? Es funktioniert mit Wellen und wie wir aus dem Physikunterricht wissen, transportieren Wellen keine Materie. Newton beschrieb das Prinzip damals so schön als „actio = reactio“ – Kraft gleich Gegenkraft. Also um einen Schub zu erzeugen, muss eine Kraft wirken, was aber nicht mit Wellen funktioniert, sonst würde uns die Taschenlampe ständig aus den Händen gleiten. Und Hochenergielaser hätten einen furchtbar hohen Rückstoß. Dem ist aber nicht so. Das Merkwürdige am EM-Drive ist allerdings, dass er einen Schub erzeugt. Die NASA hat es experimentell überprüft und musste feststellen – entgegen aller Gesetze der Physik gab es einen kleinen Schub von 30 bis 50 Mikronewton.

Allerdings gab es kein Review auf die Forschungsergebnisse, sodass man sie nicht als verifiziert gelten lassen kann. Obwohl NASA schon ein gut klingender und seriöser Name ist, handelt es sich bei dem Eagleworks Laboratorium um einen kleinen Laden, der gerade mal mit $50.000 im Jahr auskommen muss. Man spekulierte, dass man zwar im Vakuum experimentiert hat, aber immer noch nicht ausschließen kann, dass es zu Wechselwirkungen mit der Wand der Vakuumkammer gekommen ist.

Offensichtlich mochten ein paar Dresdner die Idee und bauten einen EM-Drive nach und testeten ihn unter ähnlichen Bedingungen wie die NASA. Und auch an der TU Dresden maß man einen Schub von 20 Mikronewton. Die Ergebnisse wurden die Tage veröffentlicht und nun geht die Diskussion von vorn los: Ist ein Antrieb ohne Treibstoff möglich?

Machen wir mal eine kleine Rechnung: Um eine Saturn-V-Rakete von der Erde wegzubekommen braucht man einen Schub von 34 Millionen Newton. Wenn ich den Bericht der Dresdner richtig gelesen habe, setzten sie 700 Watt Energie ein, um den Schub von 20 Mikronewton zu erzeugen. Skaliert diese Erzeugung linear, würde das bedeuten, dass mann mit 700.000 Watt 20 Millinewton Schub erzeugt. 700 Millionen Watt machen dann 20 Newton Schub und um letztendlich 40 Millionen Newton Schub zu erzeugen, wären 1.400.000.000.000 Watt notwendig. In Worten beschrieben: 1,4 Billionen Watt. Zum Vergleich: Das Wasserkraftwerk am Drei-Schluchten-Staudamm des Yantze erzeugt gerade mal 18,2 Milliarden Watt und ist derzeit das größte Strom erzeugende Kraftwerk der Welt. Und von denen bräuchte man 770 Stück um die benötigte Energie zu gewinnen. Oder mit anderen Worten: Wir sind weit davon entfernt, aus dem EM-Drive Nutzen zu ziehen. Vorausgesetzt die Experimente beinhalten keine Messfehler.

Nachtrag 30.06.2016: Irgendwas konnte doch nicht stimmen… also haben die Dresdner nochmal geprüft. Dennoch konnte wieder ein Schub gemessen werden. Also veränderte man die Position des Versuchsantriebs. Jetzt sollte sich ja auch die Richtung des Schubs ändern, was sie aber leider nicht tat. Also prüfte man alles durch und kam zu dem Schluss, dass eine Interaktion mit den Strom zuführenden Kabeln dafür verantwortlich sein müssen. Die einzige Möglichkeit, das auszuprobieren ist, auf eine Batterie umzustellen, die das System unabhängig von Interaktionen mit der Außenwelt macht. Leider fehlten der TU Dresden dazu die Mittel. Den Chinesen aber nicht, denn die konnten jetzt nachweisen: Keine Stromzufuhr von außen = kein Schub = kein EM-Drive möglich.

Newton war ein ziemlich schlauer Typ, der seinerzeit das Wechselwirkungsprinzip entdeckt hat. „actio est reactio“ – Actio gleich Reactio ist es kurz umschrieben und beschreibt, dass jeder Kraft eine gleich starke Gegenkraft entgegen wirkt. So war es zumindest für die Physik gedacht, aber ich hatte schon immer in Verdacht, dass es auch für die Politik anwendbar ist. Aber wo auch immer Menschen im Spiel sind, wirken Effekte die man kurzerhand als chaotisch umschreiben würde. Als bestes Beispiel für chaotische Systeme wird ja immer der Schmetterling herangezogen, der einen Wirbelsturm auslösen kann. Gleiches könnte man aber auch auf die Politik anwenden, denn ein falsches Wort eines Menschen kann einen Krieg auslösen – und das nicht mal auf direktem Wege. Aber worauf will ich hinaus?

Momentan wird der PEGIDA-Bewegung ziemlich viel Beachtung geschenkt. Witzigerweise von den Medien, die der Meinung der PEGIDA nach korrupt sind und mit falschen Informationen das Volk einlullen und ihm die Wahrheit vorenthalten. In gewisser Weise kann ich den letzten Punkt nachvollziehen, jedoch beziehe ich es eher darauf, dass die Medien sensationslüstern sind und Fakten meist schlimmer darstellt, wie sie tatsächlich sind. Nehmen wir als Beispiel den Iran, wo wir dieses Jahr im Urlaub waren. Viele schlugen die Hände über dem Kopf zusammen und dachten, wir werden sofort entführt und enthauptet. Tatsache war aber, dass die Leute auf den Straßen Irans um einiges freundlicher und entgegen kommender sind, wie man das in deutschen Städten erwarten dürfte. Und wenn Abend für Abend Berichte über die Gruppe Islamischer Staat gebracht werden, die mordend und plündernd durch die arabische Welt ziehen, dann kann ich das Angstpotenzial sehr gut nachvollziehen. Und genau mit dieser Angst arbeitet die PEGIDA. Der Deutsche mag es ruhig und konstant und ist bis zu einem gewissen Grad tolerant gegenüber Veränderungen. Es wird gerne kritisiert, dass manche dazu neigen alle Menschengruppen über einen Kamm zu scheren, aber die Fähigkeit zur Abstraktion war von evolutionärem Vorteil. Von daher ist es ziemlich einfach zu sagen „Die wohnen da unten und machen alles kaputt und hier gibt es welche, die genau von da kommen, also machen die auch alles kaputt.“

Aber was das Schlimme daran ist, dass die Demonstranten interviewt werden und dann meistens als Deppen dargestellt werden, weil ihnen hintergründig rausrutscht, dass sie doch was gegen Ausländer haben oder sich im nächsten Satz widersprechen. Speziell im Fall von Dresden könnte das den Menschen eigentlich relativ egal sein, denn die Ausländerquote ist vergleichsweise niedrig. Aber warum gehen sie dann trotzdem auf die Straße? Sie wollen gehört werden! Sie fühlen sich von ihrer Regierung nicht mehr angehört und wenn sie dann auch noch in den Medien, die ihnen jeden Abend den „bösen Ausländer“ präsentieren, verspottet werden, ist die Resignation perfekt. An diesem Punkt ist es für rechtsextreme Strukturen einfach – sie müssen den Unmut der Bevölkerung nur konzentrieren und schon hat man eine Demo mit 15.000 Leuten wie letztens in Dresden.

Von daher ist es nur eine Frage der Zeit bis sich eine Partei bildet, welche die Werte von PEGIDA abbildet und dann ganz locker und gemütlich die 5%-Hürde im ersten Anlauf nimmt. Mir persönlich macht der Gedanke Angst und deswegen werde ich jetzt keine Witze über PEDIGA-Demonstranten reißen. Dafür bekommt PEGIDA an sich meinen Spott: Wenn ich jetzt einen Rumänen mitbringe, der mit seinem Transporter herumfährt und den Sperrmüll durchwühlt, wäre der auch erwünscht? Schließlich ist er ja auch ein „patriotischer Europäer“! Den Demonstranten sollte man Gehör schenken, sie aufklären, was wirklich in der Welt passiert und heraus finden, was ihre eigentlichen Sorgen sind, denn die verraten sie nur in Nebensätzen der Interviews. Angst vor zu niedriger Rente, Arbeitslosigkeit – die Themen, welche die Menschen dort schon seit der Wende beschäftigt haben und immer noch nicht gelöst sind. Es wird höchste Zeit!

Ich habe mal eine Analogie gelesen, die vielleicht am besten kennzeichnet, worauf ich hinaus will:

Sitzen ein Kapitalist, ein Deutscher und ein Türke an einem Tisch, auf dem 10 Kekse liegen. Der Kapitalist nimmt 9 Stück und flüstert dem Deutschen zu „Pass auf, der will deinen Keks!“

So oder ähnlich war das – vielleicht sogar als Karikatur. Und wenn man das auf die aktuelle Situation umschreiben will, geht es wie folgt weiter…

20 Jahre vergehen – der Kapitalist ist schon längst fort. Der Deutsche fragt beim Wirt nach, wer denn nun den Keks bekommt. Der Wirt weiß, dass nur ein Keks da ist, meint aber, dass es genug Kekse für alle gegeben hat – mehr würden extra kosten. Da kommt ein Rassist rein, setzt sich auch mit an den Tisch und meint „Verjag doch einfach den Türken! Demonstrier mit mir und der Keks ist dein!“ Der Deutsche demonstriert, wird dabei von Reportern angesprochen und über den Türken befragt, dabei redet sich der Deutsche um Kopf und Kragen und denkt sich im Hinterkopf „Was mach ich hier? Ich wollte doch eigentlich nur meinen Keks…“

Meine Frau beschäftigt in letzter Zeit sehr intensiv mit der Steinzeiternährung – ich berichtete. In dem Zusammenhang fiel auch mal der Glykämische Index. Jeder, der bei gesunder Ernährung an „fettarm“ denkt, sollte sich mal den Moment Zeit nehmen und einen Blick auf den Glykämischen Index werfen. Der Glykämische Index (kurz auch Glyx genannt) nimmt als Vergleichswert den Verlauf des Blutzuckerspiegels an, den man hat, wenn man 100g Traubenzucker zu sich nimmt. Nur als Hintergrundinfo: Traubenzucker ist der Beast-Mode für den Blutzuckerspiegel – mehr und heftiger geht nicht. Deshalb berechnet sich der Glykämische Index aus der Fläche des Blutzuckerverlaufs im Verhältnis zur Fläche des Verlaufs bei Traubenzucker. Beim Glykämischen Index ist es irrelevant, wie der Verlauf des Blutzuckerspiegels ist – schnell steil ansteigend und wieder schnell abfallend oder langsam steigend und wieder sinkend. Deswegen haben gekochte Möhren den gleichen Wert wie Weißbrot. Von daher ist der Glykämische Index eher ein Laborwert, als für die praktische Anwendung gedacht. Interessanter ist da der Wert der Glykämischen Last, der den Glykämischen Index ins Verhältnis zur Menge an Kohlehydraten pro 100g setzt. Schnell wird dabei sichtbar, dass man für 50g Kohlehydrate ungefähr 700g Möhren essen müsste, aber nur 104g Weißbrot.

Was heißt das für mich als Läufer? So schön das Frühstücksbrötchen vor dem Halbmarathon auch sein mag, es ist eigentlich kontraproduktiv. Denn bis der Halbmarathon anfängt, ist der Blutzuckerspiegel schon wieder auf Normalniveau gesunken. Und auch all die schönen Powerriegel usw. die schnell Energie geben, sind für die Katz, weil sie genau das machen: schnell Energie geben. Die schnelle Energie ist sinnvoll nach dem man mit Laufen fertig ist, d.h. ein wenig Traubenzucker erfüllt genau seinen Zweck. Heißt aber im Umkehrschluss für den normalen Büroalltag: Man gönnt sich zwischendurch mal eine kleine Leckerei. Der Körper macht Energie draus, der Blutzuckerspiegel klettert nach oben und da die Energie nicht komplett vom Körper abgerufen wird, hebt sich der Körper die Energie für schlechte Zeiten auf. Als Speckröllchen auf der Hüfte.

Wirft man einen Blick auf diese Liste und sortiert sie absteigend nach den Kohlehydraten, findet man ganz natürlich sämtliche Zuckerarten, direkt gefolgt von Stärke, Mehl und Mehlprodukten wie Nudeln, Weißbrot und Brot. Ganz am Ende der Liste sind aber auch jede Menge leckere Sachen: Fleisch, Wurst, Käse, Fisch, Obst und Gemüse. Und zum Schluss noch die gute Nachricht: Vergleicht man mal ein Weizenbier (500ml) mit Orangensaft, zuckerfrei, ist das Bier mit gut 15g Kohlehydraten gegenüber 45g Kohlehydraten im O-Saft schon ein richtiges Fitnessgetränk. Ich möchte das nicht ins Lächerliche ziehen, aber der oft als Ausrede gebrauchte Satz „Es ist nicht das Bier, was dick macht, sondern die Sachen, die man dazu isst!“ enthält eine Menge Wahrheit.

In den Zusammenhang möchte ich noch was zum Thema Insulin loswerden. Viele schwören ja auf viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt. Je nachdem, was man isst, kann das eine Lösung sein, um sein Gewicht zu halten, aber aber abnehmen wird nichts und gesund ist es erst recht nicht. Gut, der Magen wird sich vielleicht freuen, wenn viele kleine Portionen kommen, aber die Bauchspeicheldrüse ist dann quasi ständig mit dem Freisetzen von Insulin beschäftigt und wenn der Körper seine Energie direkt abgreifen kann, kommt er nie auf die Idee die gespeicherten Fettzellen in Energie umzuwandeln.

Nachdem ich derzeit immer noch dabei bin, alte Blogeinträge (die sind mittlerweile über 8 Jahre alt) vom alten Blog auf den aktuellen zu kopieren, musste ich feststellen, dass der wissenschaftliche Teil doch sehr zum Erliegen gekommen ist. Und das, obwohl ich immer noch etliche Newsletter abonniert habe. Vielleicht liegt es daran, dass das Verständnis für die wissenschaftlichen Artikel mittlerweile so komplex ist, dass es einem Normalbürger wie mir schwer fällt, überhaupt zu verstehen, was da entdeckt wurde.

Um den Einstieg zur neuesten Entdeckung zu finden, muss ich etwas weiter ausholen. Der aktuelle kosmologische Modell (mir gefällt, dass Wissenschaftler mittlerweile ihrem Modell gegenüber so skeptisch sind, dass es immer mit dem Präfix „das aktuelle…“ oder „nach derzeitigen Erkenntnissen“ versehen wird. Man könnte es auch „das beste kosmologische Modell aller Zeiten nennen“ – aber das nur eine ironische Anmerkung)… also das aktuelle kosmologische Modell geht davon aus, dass unser Universum nach dem Urknall von heißer Strahlung durchflutet wurde. Nach ca. 380.000 Jahren hatte diese Strahlung das erste Mal die Chance sich frei zu bewegen. Was damals noch heiß und kurzwellig war, wurde im Laufe der Jahrmilliarden sehr langwellig und hat eine Temperatur von drei Kelvin. Diese kosmische Hintergrundstrahlung wurde vor 50 Jahren das erste Mal gemessen und gilt seither als der Beweis für den Urknall.

planck

Obiges Bild zeigt die Temperaturschwankungen der Hintergrundstrahlung anhand von Messungen die der Planck-Satellit gemacht hat. Also fasse ich nochmal kurz zusammen: (T = 0) Urknall – (T = 380.000 Jahre) erste Hintergrundstrahlung – (T = heute) Hintergrundstrahlung von drei Kelvin. Das Traurige an dieser Zeitlinie ist auch, dass spätere Zivilisationen, die in Jahrmillionen entstehen, keine Information darüber erhalten, wie der Anfang war, weil die Hintergrundstrahlung kaum messbar ist. Natürlich gibt es auch ein berechenbares Modell dazu, wie sich die Größe unseres Universum entwickelt haben muss. Diese Berechnung funktioniert auch soweit, nur dass es eine Diskrepanz gibt, die sich in den ersten 380.000 Jahren zugetragen hat. Damit man auf die aktuelle Größe des Universums kommt, muss sich das Universum exponentiell schnell ausgedehnt haben – schneller als Lichtgeschwindigkeit. Diese Expansion wird Inflation genannt und gilt als Knackpunkt für die Richtigkeit der Urknalltheorie. Oder ich sollte besser sagen „sie galt“ als Knackpunkt, denn Wissenschaftlern ist es gelungen einen Beweis für die Inflation zu finden.

Um das nachzuweisen, muss ich auf Einstein zurückgreifen. Dieser postulierte Gravitationswellen, die entstehen, wo große Massen beschleunigt werden, zum Beispiel bei Supernovae oder auch der inflationären Phase des Universums nach dem Urknall. Die Gravitationswellen nachzuweisen ist natürlich schwer. Aber ähnlich wie bei Licht, dessen Polarisation sich durch Reflexion an Gegenständen ändert, müsste die Polarisation der Hintergrundstrahlung durch die Gravitationswellen verändert werden.

Wie misst man aber die Polarisation der Hintergrundstrahlung? Vereinfacht gesagt geht man von zwei unterschiedlichen Polarisationsmöglichkeiten aus: Dichteschwankungen (den sogenannten E-Moden, die 2002 das erste Mal gemessen wurden) und den schwieriger zu messenden B-Moden, die auf Schwankungen im Raum-Zeit-Gefüge zurückzuführen sind. Diese unterscheiden sich in der Ausrichtung der Polarisation – ist die Ausrichtung radial oder kreisförmig, dann handelt es sich um E-Moden, ist die Ausrichtung spiralförmig, sind es B-Moden.

bicep

Durch das BICEP-Projekt (Background Imaging of Cosmic Extragalactic Polarization) wurden diese B-Moden nur erstmals nachgewiesen. Dazu wurden von 2006-2008 prototypisch Messungen am Südpol vorgenommen. Mit der Messung von BICEP2 von 2010 bis Ende 2012 wurde mit mehr Detektoren gearbeitet, dessen Ergebnisse jetzt veröffentlicht wurden und damit als erster Nachweis für die Inflationsphase gelten (siehe Bild). Aktuell wird das Teleskop mit ca. 5 mal so vielen Detektoren ausgestattet, die dann die 3. Phase des BICEP-Projektes einläuten.

Diese Woche gab ich mir endlich das Vergnügen, meinen neuen Personalausweis zu beantragen. Seit letztem Jahr wird nur noch der neue Personalausweis, sprich: im Scheckkartenformat mit Chip, ausgestellt. Lobenswert am neuen Personalausweis ist seine reibungslose Einführung. Im Gegensatz zur Maut und zur Einführung der EGK (elektronische Gesundheitskarte) war die neue Version einfach da und es gab keine Diskussionen.

Bei der Beantragung wird man gefragt, ob man seine Fingerabdrücke auf dem Ausweis gespeichert haben möchte. Wenn der Papierkram erledigt ist, bekommt man ein Informationspapier, was auf die neuen Möglichkeiten des Personalausweis hinweist. Denn bei Abholung muss man sich entscheiden, ob man die Onlinefunktionalität nutzen möchte oder nicht. Ich bin noch schwer am Überlegen, ob ich die Funktion nutzen möchte, denn der Einsatz des Onlinefunktion zieht ein Lesegerät nach sich, dessen Treiber vielleicht mehr überträgt, als mir lieb ist.

Beim Durchlesen stieß ich dann auf folgende Passage „Zutrittsysteme: Der Zutritt zu Werksgeländen oder Firmen ist oft nur Mitarbeitern gestattet. Die Online-Ausweisfunktion ermöglicht ein zuverlässiges Zutrittsmanagement.“ Erstmal war ich positiv überrascht – tolle Idee: Zeiterfassung usw. ohne dass man viele Karten und Chips mit sich herumtragen muss. Dann musste ich aber an meine Freundin denken (stellvertretend für alle EU-Bürger, denen es frei steht, in einem EU-Land ihrer Wahl zu arbeiten) und kam zu der Erkenntnis, dass man in dem Satz problemlos „Mitarbeiter“ durch „Deutsche“ ersetzen kann und schon hat man den eigentlichen Inhalt erfasst. Denn dahinter steht: Kein deutscher Staatsbürger – kein Zutritt. Wer denkt sich denn sowas aus?

Wir waren heute am Äquator und nicht weit von der offiziellen Stelle befindet sich die mit GPS ermittelte Äquatorlinie. Für einen Unkostenpreis von 3 US-Dollar bekommt man auch eine kleine Führung, die später abschweifend wird, aber am Anfang hochinteressant ist. Es geht um das Abflussverhalten von Wasser. Dazu wird folgender Versuchsaufbau verwendet:

Utensilien

  1. ein Wasserbecken mit Stöpsel
  2. ein paar Blätter
  3. ein Wassereimer voll mit Wasser

Versuchsablauf

  1. Auf der Äquatorlinie
    • Das Wasser wird in das Waschbecken gefüllt und gewartet, bis das Wasser ruhig ist.
    • Der Stöpsel wird vorsichtig gezogen.
    • Das Wasser fließt gerade nach unten ab.
    • Zum Beweis werden die Blätter ins Wasser geworfen, die geradlinig zum Abfluss strömen.
  2. 2m südlich der Äquatorlinie (südliche Hemisphäre)
    • Das Wasser wird in das Waschbecken gefüllt und gewartet, bis das Wasser ruhig ist.
    • Der Stöpsel wird vorsichtig gezogen.
    • Das Wasser fließt im Uhrzeigersinn strudelnd ab.
    • Zum Beweis werden die Blätter ins Wasser geworfen, die im Uhrzeigersinn zum Abfluss strömen.
  3. 2m nördlich der Äquatorlinie (nördliche Hemisphäre)
    • Das Wasser wird in das Waschbecken gefüllt und gewartet, bis das Wasser ruhig ist.
    • Der Stöpsel wird vorsichtig gezogen.
    • Das Wasser fließt gegen den Uhrzeigersinn strudelnd ab.
    • Zum Beweis werden die Blätter ins Wasser geworfen, die gegen den Uhrzeigersinn zum Abfluss strömen.

Als Mensch mit einem Verständnis für Naturwissenschaften stand ich sprachlos da. Zur Erklärung wurde natürlich wie üblich die Corioliskraft herangezogen. Laut Wikipedia wirkt sie nur auf Objekte, die sich innerhalb eines rotierenden Systems bewegen. Fließendes Wasser wäre im Vergleich zur Erdrotation ein solches bewegtes System. Würde der Einfluss der Corioliskraft so mächtig sein, dürfte keine Kugel auf dieser Erde geradeaus rollen, sondern einen leichten Drall nach links bzw. rechts haben, je nach Hemisphäre. Aber wenn nicht die Corioliskraft dafür verantwortlich ist, was dann?

unbekanntes teilchen

Keine Vorstellung eines neuen Verstärkers, kein Frequenzgang für einen Kopfhörer – nein, eine kleine Sensation für die Welt der Physik diese Woche. Der alte Tevatron der Fermilabs sorgte für Aufsehen, als am Mittwoch Wissenschaftler dieses Bild veröffentlichten.

Bei einer routinemäßigen Kollision von Protonen und Antiprotonen kamen die Wissenschaftler zu folgender Entdeckung: Es entstanden zwei Ströme leichter Teilchen und ein schweres Teilchen, und das 250 mal häufiger, wie angenommen. Um es im Diagramm zu erklären:

  • Rote Linie = Das Standardmodell der Physik
  • Schraffierte Linie = Abweichungen innerhalb der Messungen
  • Blaue Linie = Die Messungen des Tevatron

Natürlich ist der gemeine Physik skeptisch, was seine Entdeckungen angeht und rechnet gern nach. In diversen Artikeln wird es unterschiedlich erläutert, aber die folgende Erklärung hat mir am besten gefallen:

Man stelle sich ein Zugunglück mit zwei aufeinander prallenden Frachtzügen vor. Neben den Explosionen und dem Feuer findet man auch Autos, wie VW’s, Opels und Audis. Worauf die Wissenschaftler aber wirklich scharf sind, ist die Entdeckung von Ferraris oder anderen Sportwagen. Aber die Ferraris lassen sich nun mal nicht leicht entdecken und deswegen muss man mehr als einmal Züge kollidieren lassen, um sich sicher zu sein, dass es den Ferrari wirklich gibt.

Meine eigene Interpretation wäre: Stellt euch vor, ihr steht im Regen und müsst Wasser auffangen, dass aus der Dachrinne läuft. Wenn ihr das einen Nachmittag gemacht habt, wisst ihr, wieviel aus der Dachrinne kam und vielleicht auch wieviel durch den Regen in den Messbecher gekommen ist. Das machen alle Nachbarn in der ganzen Straße. Schon hat man ein Standardmodell. Natürlich gibt es Abweichungen, weil der eine ein größeres Dach hat und bei dem anderen Löcher in der Dachrinne sind. Aber im Groben stimmt es überein. Doch an einem Nachmittag messt ihr an eurer Dachrinne außergewöhnlich viel mehr Regen, als beim letzten Mal. Zufall? Vielleicht – vielleicht auch nicht, wenn euer Haus demnächst abgerissen werden soll. Denn das Schicksal steht dem Tevatron bevor – es wurde von Regierungsseite verkündet, dass der Tevatron auf Grund seines Alters außer Dienst gehen soll.

Man kann mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:1375 ausschließen, dass es eine Schwankung ist, was einer Standardabweichung von 3 Sigma entspricht. In der Welt der Teilchenphysik spricht man aber erst von einer Entdeckung, wenn 5 Sigma erreicht sind. Am LHC arbeitet man jetzt schon mit Energien, die 3 mal höher sind, als im Tevatron, d.h. das Signal müsst dort noch wesentlich deutlicher ausfallen. Natürlich wurde nie darauf geachtet, d.h. die Daten sind diesbezüglich noch garnicht ausgewertet worden. Und bevor man das Standardmodell der Physik über den Haufen wirft, zieht man sogar in Erwägung, dass Fehler in bei der Subtraktion des Hintergrundrauschens vorhanden sind (was auf das Regenbeispiel bezogen, der Regen wäre, der neben dem Wasser aus der Dachrinne in das Messgefäß fällt).

mond

Gestern war Vollmond – Grund genug mal mit der Kamera draufzuhalten und ein Bild zu machen. Und wenn das Bild schön genug ist, erkennt man so einiges darauf.

  1. Kepler-Krater
  2. Oceanus Procellarum – Ozean der Stürme
  3. Mare Humorum – Meer der Feuchtigkeit
  4. Mare Nubium – Meer der Wolken
  5. Tycho-Krater
  6. Mare Tranquilitatis – Meer der Ruhe (der dunkle Fleck, der durch den Pfeil zur Nummer 6 bedeckt wird ist Mare Nectaris – Honigmeer)
  7. Mare Fecunditatis – Meer der Fruchtbarkeit
  8. Mare Crisium – Meer der Gefahren
  9. Mare Serenitatis – Meer der Heiterkeit
  10. Mare Imbrium
  11. Kopernikus-Krater