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Was fürs Auge

Jan 0

Nachdem Uwe -der Teddykrieger- gestern schon über das Projekt 115 berichtete, bei dem es darum geht eine 24-Stunden-Hotline einzurichten, in der die Bürger ihre Fragen zur Behördenfragen loswerden können, mußte ich heute wieder erleben, warum ich eine solche Hotline nicht haben möchte.

Nichts geht doch über den persönlichen Kontakt zu Mitarbeitern im öffentlichen Dienst. Letzte Woche hatte ich erst mich und dann mein Auto umgemeldet. Heute folgte der letzte Schritt – die Ummeldung meiner Firma. Also kämpfte ich mich durch das Rathaus, bis ich die Abteilung für Gewerbeangelegenheiten gefunden hatte. Ich klopfte an und trat ein.

Ich war in einem kleinen Raum mit zwei Mitarbeitern gelandet, die sich gegenübersaßen. Beide waren jung, Mitte zwanzig, und ihre Schreibtisch waren komplett mit Papier bedeckt. Da seine Kollegin telefonierte, fragte mich der junge Mann, was ich für ein Anliegen hab. „Geschäftsummeldung“, meinte ich. Ich sollte doch einen Moment warten, bis die Kollegin fertig ist mit telefonieren. Das dauerte noch einen kleinen Moment, also nutzte ich die Zeit, mir dieses Bild zu verinnerlichen.

Sie saß nicht in ihrem Bürostuhl, sie lag schon mehr. Die eine Hand am Hörer, die andere baumelte nach unten, ein leichter Rauchfaden stieg aufwärts, als ich die Zigarette in ihrer Hand bemerkte und dann auch den Geruch. Ich hatte ungefähr eine Minute Zeit, dieses Bild zu genießen, dann näherte sich das Telefonat seinem Ende, sie lehnte sich noch mehr nach hinten, um ihre Zigarette im Blumentopf der Grünpflanze auszudrücken und sich aufzurichten. In der Zwischenzeit kam eine ältere Dame durchs Zimmer verschwand im Nachbarzimmer und schloss die Tür hinter sich. An der Tür hing ein Zettel mit einem Bild eines Zauberers, darüber und darunter stand (AFAIK) „The magician works here – be quiet!“ Dann wurde meine Anmeldung bearbeitet: freundlich, schnell und problemlos. Aber das Bild war schon genial, ich mußte innerlich herzhaft lachen – Danke Frau Obersekretärin! Wann werde ich mal wieder so einen Anblick genießen können, hatte ich auch noch im Ohr, dass Bayern vorhat das Rauchen in öffentlichen Gebäuden zu verbieten.

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