AGPTek Rocker – ein Review

AGPTek Rocker

Vor einiger Zeit hatte ich ja schon davon berichtet, dass ich ein Problem habe, den passenden MP3-Player in Nachfolge meines iPod classic zu finden. Jetzt habe ich mich endlich zu einer Entscheidung durchgerungen. Die Wahl fiel auf den AGPTek Rocker. Warum so ein preiswertes Teil aus China, werdet ihr euch fragen?! Aber ich gehe gleich darauf ein…

Für ein besseres Verständnis werde ich mal meinen musikalischen Tagesablauf schildern:

  1. Aufstehen, Frühsport – Musik am Rechner
  2. Bad, Frühstück – iPod + Lautsprecher
  3. Fahrt zur Arbeit – Smartphone spielt über Bluetooth-FM-Transmitter
  4. Arbeit – iPod + Kopfhörer
  5. Fahrt heim – Smartphone spielt über Bluetooth-FM-Transmitter
  6. daheim – Musik am Rechner

An dem Punkt „Musik am Rechner“ möchte ich auch nichts ändern. Da ich ohnehin nur Musik aus digitalen Quellen höre, ist das meine Basisstation. Aber was mir fehlt ist die Kontinuität zwischendurch. So höre z.B. im Auto immer meine Podcasts, möchte ich aber nicht nur hören bzw. zuhause nicht nur Musik aus meiner Sammlung. Also war quasi ein essenzieller Faktor die Bluetooth-Fähigkeit.

Laut meiner Liste hätte dann die Entscheidung zwischen dem AGPTek Rocker und FiiO X1 fallen müssen. Wenn ich mir die Bewertungen beim X1 so ansehe, ist die Liste der Kinderkrankheiten der Firmware ziemlich lang. Fängt bei dem fisseligen Touchwheel an und hört dabei auf, dass beim Abspielen von MP3s Pausen zwischen Tracks sind, obwohl man Gapless (lückenlos) eingestellt hat (ehrlich jetzt?) Außerdem suche ich eine Lösung für die nächsten 2-3 Jahre. Und für diesen Zeitraum war der Rocker einfach die bessere und preisgünstigere Alternative, zumal ich auch keinen hochqualitativen Sound brauche, da ich die Feinheiten in den Umgebungen, wo ich Musik höre, sowieso nicht wahrnehmen würde.

Und da ist er nun, der Rocker. Das Display ist klein und pixelig, aber das stört nicht, ich will hören, nicht lesen. Die Bedienung ist an manchen Stellen etwas unklar (z.B. beim Einstellen der Uhr), aber von der Grundbedienung ziemlich selbsterklärend. Was mich sehr stark überrascht hat, ist die Größe – den Player kann man bequem hinter einer Kreditkarte verstecken. Er ist massiv und mit einem Gewicht von 80g hat man das Gefühl, er ist aus dem Ganzen gefeilt. Laden ist einfach, wie ein Smartphone einfach aufladen, fertig. Zuhause habe ich erstmal nur eine Micro-SD-Karte mit 8GB eingesteckt, Musik draufkopiert und innerhalb weniger Sekunden nach dem Anschalten sind die neuen Dateien erkannt und abspielbereit.

Was mir sofort auffiel war, dass nach Aktivieren von Bluetooth die Batterie auch selbst im nicht ausgeschalteten Zustand leer wird. Liegt vermutlich daran, dass er weiter scannt, selbst wenn das Display aus ist. Was natürlich logisch ist, denn er müsste auch weiter abspielen. D.h. Grundregel wäre im dem Fall, dass man Bluetooth ausschaltet, wenn der Player nicht benötigt wird oder den Player komplett ausschaltet. Auch kein Problem, denn innerhalb von 15 Sekunden hat er einen Neustart hingelegt.

Nachtrag 13.05.2017: Der Rocker ist jetzt knapp 14 Tage im Einsatz und ich spiele so 2-3 Stunden Musik pro Tag ab. Mit und ohne Bluetooth. Dabei hält der Akku so ungefähr 2-3 Tage. Die Batterieanzeige ist dabei nicht sehr hilfreich, denn sehr kurz nach dem ersten Anschalten ist schon der der erste Balken weg, nach einer Stunde Bluetooth dann schon der zweite und der letzte Balken hält sich dann eine ganze Weile. Also die Herstellerangaben von 10 Stunden (bzw. 7 Std. bei Bluetooth) sind Maxima, die unter realen Bedingungen nicht erreicht werden.

Mir ist immer noch das Abschalten etwas rätselhaft. Nach gefühlten 1-2 Minuten Pause schaltet sich der Player komplett ab, was dazu führt, dass man ihn wieder anschalten muss (wieder 15 Sekunden warten, bis er hochgefahren ist). Das ist, wenn man gerade mal kurze Rücksprache mit Kollegen halten muss, extrem nervig, denn es kann nicht eingestellt werden, wann er sich abschaltet. Und wenn wir schon bei den störenden Dingen sind – wer hat sich einfallen lassen, dass man Bluetooth immer auf volle Lautstärke aufdrehen muss, damit man was hört? Sobald ich auf Kopfhörer wechsle, zerreißt es erstmal mein Trommelfell. Das ist aber kein direkter Fehler des Players, denn das Verhalten hab ich am Smartphone auch. Dort wurde es zumindest so umgangen, dass es getrennte Lautstärken für Kopfhörer/Lautsprecher und Bluetooth gibt.

Nachtrag 21.06.2017:Nach 1,5 Monaten haben sich der AGPtek Rocker und ich uns an einander gewöhnt. Auch wenn ich gegenüber dem schon vorher genannten noch zwei Punkte ergänzen muss:

  1. Automatische Abschaltung – wie schon beschrieben, schaltet sich der Rocker nach 2 Minuten ab. Problem ist nur, dass es nicht immer klappt. In ca. 20% der Fälle bleibt der Player an und wenn man so nach 3-4 Stunden mal schauen weiterhören will, bemerkt man, dass das Gerät noch im Standby ist. Hat natürlich zur Folge, dass der Akku schon auf der letzten Stufe hängt und nach kurzer Zeit das Hörvergnügen beendet ist.
  2. Update: Laut der internen Info habe ich die Firmware-Version 1.1 drauf. Schaue ich aber mal auf die Homepage, dann ist die V1.1 vom 6. März, die 1.06Beta vom 12. April. Welche davon ist da jetzt aktueller?

Nachtrag: 12.09.2017: Mittlerweile bin ich der Meinung, das Teil ist Schrott. So schlecht kann eigentlich gar kein anderer Player sein. Für den Preis von 65 Euro habe ich zwar einen stabilen Player erhalten, der auch so ziemlich alles abspielt, was ich ihm vorwerfe (MP3 (CBR, VBR), M4A), aber es hakt an zwei Punkten:

  1. Die Akkulaufzeit: Ich höre doch ziemlich viel über Bluetooth und muss somit spätestens jeden zweiten Tag neu aufladen. Selbst mein Smartphone (wo Bluetooth ständig aktiviert ist) hält mindestens zwei Tage durch. Ich verweise da mal auf meinen Eingangsbeitrag, wo ich meine Überlegungen angestellt habe.
  2. Noch mal die automatische Abschaltung: Mittlerweile so unzuverlässig, dass ich das Gerät durch langes Drücken der Aus-Taste selbst abschalte, weil nach 3-4 Stunden Stand-By ist auch der Akku komplett leer, gerade wenn Bluetooth aktiviert ist.

Wer jetzt nach einer Alternative sucht, kann meine Überlegungen nachlesen oder einen Blick auf den neuen FiiO X3 III werfen, der mit seinem Neupreis sogar noch unter dem Vorgängergerät liegt.

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