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2015 – Erased Tapes

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Zugegeben, das ist nur die halbe Wahrheit. Der Beitrag soll primär nicht nur vom Label Erased Tapes handeln, sondern auch was damit in mir bewegt wurde. Deswegen bitte nicht böse sein, wenn ich eigentlich nur abschweife.

Jeden Beitrag gibt es auch als Podcast, der etwas umfangreicher als der Eintrag auf dem Blog ist. Untermalt wird das natürlich von der Musik, über die ich hier erzähle.

In meiner Wahrnehmung war Cosmic Baby der Erste, der mit einem klassischen Musikhintergrund in den Bereich Techno / Trance eingestiegen ist. In der Zwischenzeit ist jede Menge Zeit vergangen und dann entdeckte ich das Label Erased Tapes, dass zu dem Zeitpunkt ihre Labelcompilations noch gratis veröffentlichte.

Ich finde das einen grandiosen Marketingschachzug, weil sie das gesamte Spektrum ihres Schaffens einer breiten Masse zugänglich machen können. Ich war von der Bandbreite ihres Spektrums absolut fasziniert. Es gab rein klassische Musik, klassische Musik mit elektronischer Musik kombiniert und auch Techno, der in Kombination mit mit einem klassischen Instrument stand. Vorzugsweise Klavier.

Im Grunde genommen hatte ich den ersten Kontakt schon ein paar Jahre früher, als ich das Video zu Hauschkas Morgenrot entdeckte. Ein Video im Stil des beginnenden 20. Jahrhunderts. Irgendwo von einem New Yorker Hochhaus wird ein brennendes Klavier gestoßen. Am Anfang noch schnell fallend wird es langsamer, je näher es dem Boden kommt. Und kurz bevor der Aufprall naht, endet das Video.

Aber zurück zu Erased Tapes. Dort fand sich diese Musik in Reinkultur. Und ganz vorn mit dabei zwei Namen, die mich erwischt haben. Der eine wäre Nils Frahm. Was der drauf hatte, bewegt mich schwer. Das betrifft jetzt nicht nur den Umgang mit dem Klavier. Sondern der konnte auch elektronisch. Und der nimmt auch Alben auf, wenn er sich den Finger gebrochen hat.

Für das Album All Melody hatte er sich einen Raum im Berliner Funkhaus umgebaut und dort dieses Meisterwerk aufgenommen. Am besten gefällt mir davon immer noch der Song My Friend The Forest. Das geht einfach tiefer als einfach nur Bäume umarmen.

Vielleicht hat es mich auf einfach in einer Phase erwischt. Schließlich versuchte ich ja immer noch der deprimierteste Raver aller Zeiten zu sein. 2016 kam ja der Film Arrival heraus, der mit dem Titeltrack On The Nature Of Daylight von Max Richter brillierte. Dazu gab es weiterhin die Musik von Jóhann Jóhannson. Der sprang auch spielend zwischen Klassik und elektronischer Musik hin und her.

Wie ihr merkt, ich verliere schnell den Faden, denn eigentlich sollte es ja doch ein bisschen um Erased Tapes gehen. Aber das Feld ist so weit, dass man sich hier schnell verliert. Deswegen springe ich zurück ins Jahr 2015, als die Erased Tapes Compilation VII erscheint.

Dort befindet sich der Track Looped von Kiasmos darauf. Diese sind wie Jóhann Jóhannson auch auf Island beheimatet, um doch ein wenig den Bogen hinzubekommen. Vielleicht bewegt der Song nichts, wenn man einfach reinspringt. Aber als ich die Compilation irgendwann nebenbei laufen hatte, wurde ich hellhörig! Was hatte sich hier innerhalb der letzten Minuten entwickelt?

Da musste unbedingt ein Album her! Das zugehörige Album zu Looped hieß wie die Band Kiasmos und war bereits 2014 erschienen. Wenn auch der Nachfolger Blurred relativ ähnlich war, konnte ich meine Finger nicht davon lassen.

Diese Musik erinnerte mich an meine Suchen im Musikladen meines Vertrauens, wo ich im Indiebereich nach Techno geschaut hab, weil sie falsch eingeordnet waren. Genau so erschien mir jetzt meine Suche nach Musik, die nicht elektronisch war, aber mit der ich trotzdem etwas anfangen konnte.

Ein weiterer Künstler, ohne den ich hier den Beitrag nicht beenden möchte, ist Sven Weisemann. Im Mai 2014 veröffentlichte er die Falling Leaves. Ein Track so schon und melancholisch wie nur der Herbst sein kann. Ein Jahr später kamen dann seine Veröffentlichungen auf Delsin. Ich konnte kaum glauben, dass diese Musik von ein und derselben Person veröffentlicht wurden. Erst als ich sein Album Xine entdeckte, verstand ich.

Wenn ich schon mal den Bereich Klassik meets electronic music betreten habe, sollte Christian Löffler nicht unerwähnt bleiben. Zumal er 2020 zum 250. Geburtstag von Beethoven einige Stücke neu interpretieren durfte. Ich versuche absichtlich den Begriff „Remixen“ zu vermeiden.

Das erste Mal wurde ich 2016 auf Christian Löffler aufmerksam, als sein Album Mare erschien. Dort waren einige Tracks, wo er sich die Vocals von Mohna dazu holte. Und diese passten perfekt zusammen. Noch einen Ticken besser wurde es, als 2019 die Graal erschien. Running mit Josephine Philipps ist derzeit das Beste, was ich von Christian Löffler gehört habe.

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