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Plattenkiste August 2022

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Die Plattenkiste August 2022 hat diesmal einen Schwerpunkt auf Compilations. Nachdem ich letzten Monat die erste Shall Not Fade Mix Compilation vorgestellt habe, hörte ich weitere an und fand Gefallen daran. Außerdem erwacht Superstition so langsam wieder zum Leben.

Ein Mal im Jahr habe ich bei meiner Stöberei auf ebay bzw. Kleinanzeigen einen richtigen Glückstreffer. Diesmal sah ich eine Sammlung von CDs, auf den ersten Blick sah ich einige Acid-Compilations, mit dem Untertitel 85 Techno-CDs zum Preis von 5 Euro. In Worten: Fünf! Und das in einwandfreiem Zustand.

Also dachte ich mir, dass es eigentlich egal sein kann, wie viel Schrott dabei ist, das muss ich probieren. Meine erste Frage zielte natürlich darauf ab, ob das mit den fünf Euro wirklich für das gesamte Paket ist. Ja, war es. Die Verkäuferin hört selbst kein Techno und wollte es aus einem Nachlass zum Schnäppchenpreis loswerden.

Was kann schon schief gehen? Ich kaufte das Paket und nach einer Woche wurde ich ungeduldig. Gleichzeitig erreichte mich eine leicht verärgerte Nachricht, dass das Paket wieder bei ihr eingetroffen ist. Nach einer kleinen Suche stellte ich fest, dass DHL tatsächlich irgendwas bei der Zielcodierung vermasselt hat. Das Paket hatte nie die Ursprungsstadt verlassen.

Man zeigte sich gnädig und DHL ließ das Paket ein zweites Mal ohne Aufpreis auf die Reise gehen. Natürlich wartete ich nicht lang und nahm meine Errungenschaft genauer unter die Lupe. Mit dabei waren die Sub Files (quasi die inoffizielle Evosonic Compilation), die Harthouse 100, Mental Doors von Drax Ltd mit dem Klassiker Amphetamine und einer der ersten Mille Plateaux. Also im Großen und Ganzen ein voller Erfolg. Das werde ich hier natürlich nicht mit aufführen, sonst sprengt das den Rahmen.

Placid Angles - 056 (The Lotus)

Placid Angles – 056 (The Lotus)

Ein bisschen habe ich mir initial schon den Kopf zerbrochen, wie man einer EP den bizarr anmutenden Titel 056 (The Lotus) geben kann. Um an dieser Stelle gleich die Erklärung folgen zu lassen: Das Label heißt AD 93 und der Release den Code WHYT 056.

Ich denke, das sollte als Erklärung reichen und damit kann ich nahtlos zum Sound von Placid Angles aka John Beltran übergehen. Placid Angles (nicht Angels, wie ich mich gern vertippe) ist normalerweise der lebendigere Part von Johns Musik. Doch diesmal startet er mit einer ruhigen 303 und einem schwebenden Sound, der einen sofort wegschlummern lässt.

Erst mit Track 2 – Stormy Angel – findet er in die richtige Spur und lässt Placid Angles erwachen. Interessant, dass er den Pizzicato-Sound auspackt, der Mitte der 90er mit Faithless eine gigantische Trendwelle lostrat. Moonlight Sunset klingt wirklich am ehesten, wie ich mir den Placid Angles Sound vorstelle. Damit die EP rund ist, lässt Track 4 noch mal eine 303 laufen und damit schließt sich der Kreis.

Shall Not Fade with Adam BFD

Shall Not Fade with Adam BFD

Jetzt hatte letztens die Shall Not Fade-Compilation von Earth Trax erwähnt und musste feststellen, dass es da noch viel mehr gibt. Also habe ich mir mal alle durchgehört und einige landeten in meinem Warenkorb. Eine davon ist die Shall Not Fade with Adam BFD.

Shall Not Fade ist ja ein Label, weil es meiner Meinung nach den richtigen Weg geht. Ja, sie haben ihren Schwerpunkt auf House, aber House ist so viel. Da geht es von 2 Step, über UK Garage bis hin zu Progressive House. Und junge Künstler wie Adam BFD dürfen neben ihren eigenen Tracks zeigen, was sie sonst noch so gern hören.

Adam BFD fängt die Compilation mit einem verhaltenen Breakbeat an, um aber auch nie wirklich bei einem 4/4-Beat zu landen. Bis auf die Mitte der Compilation bleibt es sehr entspannt, aber nicht zu chillig. So eher die Richtung fokussiertes Arbeiten. Das Schöne ist bei der digitalen Version wie immer, dass es alle Songs einzeln gibt, aber auch den konsequenten Mix, der dann seine volle Schönheit entfaltet.

Shall Not Fade with Maroki

Shall Not Fade with Maroki

Ähnlich wie Adam BFD kommt auch die Shall Not Fade with Maroki daher. Ziemlich ähnlicher Aufbau – ja, jeder muss einen Track von Kesslers unglaublicher EP mitnehmen, aber Maroki lässt noch etwas mehr aus dem Garage bzw. 2 Step Bereich einfließen.

Im Großen und Ganzen muss man die Reihe von Shall Not Fade schon echt über den grünen Klee loben. Es gibt auch Compilations, die sich näher am House orientieren und mir damit nicht so liegen, aber die Grundidee ist einfach überragend.

Ich ertappe mich immer wieder, dass ich die Songs hinter einander höre und dann überlege, wie der Übergang im DJ Mix dann wohl klingen mag. Und dann kommt zum Abschluss der Mix und der fließt meist so smooth und reibungslos dahin, dass ich mich komplett darin verliere und nur noch den einen oder anderen Track daraus wieder herauspicke.

Superstition Trance Nostalgia Vol. 1

Superstition Trance Nostalgia Vol. 1

Wie macht man eine Compilation interessant, die vielleicht schon jeder im Schrank hat, der Mitte der 90er von Superstition begeistert war. Ganz einfach, man fügt noch ein paar neue Tracks hinzu, die bisher nicht auf Compilations erschienen sind.

Unter dem Titel Superstition Trance Nostalgia Vol. 1 erschien letztes Jahr die erste Ausgabe eines Rückblicks auf das legendäre Label. Natürlich sind alle mit dabei. Marmion, Velocity, L.S.G, Jens usw. Aber wie gesagt, auch Remixe wie z.B. der Sterac Remix von Schwupp, die bisher nicht auf Compilations aufgetaucht ist.

Auch wenn der Name suggeriert, dass es viel Trance zu hören gibt, würde ich das eher verneinen. Schließlich war Superstition ein Label, was sich im Laufe der 90er neu ausgerichtet hat und auch technoide und housige Klänge in seinem Repertoire zuließ. Nichts desto trotz sind es 20 Titel, von denen die meisten unübertroffene Klassiker sind.

Superstition Nostalgia Vol. 2

Superstition Nostalgia Vol. 2

War die Superstition Nostalgia Serie gleich darauf ausgelegt, dass es mehrere Folgen gibt? Ich vermute mal ja, denn schließlich hatte die erste Ausgabe schon das Suffix „Vol. 1“, was automatisch einen größeren Plan erkennen lässt.

Außerdem wäre dann der Marmion Remix von Schöneberg schon in die erste Version eingeflossen. So setzt sich die Reihe der Hits, gemischt mit mir bisher unbekannten Tracks, fort. Doch eins bleibt ein Rätsel. Track #1 ist Energy 52 – Café del mar im Kid Paul Remix. Selbst wenn ich ihn nicht auf Vinyl hätte, würde ich genau wissen, dass dieser Song auf Eye Q erschienen ist. Schon im letzten Jahr sind Remixe von Paul van Dyk auf Superstition erschienen, was das Rätsel nicht einfacher macht.

Die Superstition Nostalgia Vol. 2 ist vor kurzem auf dem Bandcamp Account des Labels erschienen. Offensichtlich ist das Label bereit für einen Neustart nach 20 Jahren…

Lars Leonhard - Geometric Shapes

Lars Leonhard – Geometric Shapes

Nach dem bereits im Mai die Gravity von Lars Leonhardt erschien, war ich richtig überrascht, dass es mit der Geometric Shapes wieder ein neues Album vom NASA-Musiker gibt. Die Frage, die ich mir bei diesem Album stellen muss, ist Folgende: Wie schreibe ich einen Review, der das Album lobt, aber trotzdem kritisch betrachtet?

Fangen wir beim Kritikpunkt an. Kurz nachdem ich es heruntergeladen hatte und anfing das Album zu hören, fiel mir auf, wie flach es ist. Mit der flachen Erscheinung meine ich die musikalische Komplexität. Einfache Töne, viel Echo. Aber mit diesem Punkt muss ich schnell aufhören, denn das Album ist schön. Es hat diese zeitlose Space Night Schönheit, wo ein Album wie das andere klingen mag, aber trotzdem jedes für sich ein strahlender Stern am Nachthimmel ist.

Die Space Night Referenz konnte ich mir an der Stelle nicht verkneifen, denn bei Lars‘ letzten Alben genoss ich immer so einen Hauch von Dub, der dieses Mal etwas hinten angestellt wurde und dafür den Sphären mehr Raum bot.

Canse - About That EP

Canse – About That EP

Canse, Canse wie Danse! Was mir dieses mysteriöse Geschreibsel verraten? Zum einen heißt Canse mit bürgerlichem Namen Julien Cansell. Und den Sound, den er abliefert, ist an Tiefe nicht wirklich zu übertreffen. Das Ganze vereinigt sich als About That EP, die auf Piff Records erschienen ist.

Neben der ganzen Deepness schleudert die EP auch noch viele Echos um sich, sodass wir auch die Tiefe des Dub-Techno atmen können. Wenn ich eine EP wie diese entdecke, versuche ich natürlich herauszufinden, wo ich sie noch neben den großen Marktplätzen kaufen kann.

Diese Suche hat mir einen Bonus beschert. Denn es sind nicht nur acht Tracks, nein, es gibt auch noch bei Soundcloud einen Bonustrack, den man sich noch gratis als WAV herunterladen kann. Und um ganz ehrlich zu sein, der Track ist wirklich alles andere als ein Anhängsel. Er fügt sich nahtlos und geschmeidig ins Geschehen ein und macht die EP in meinen Augen zu einem Album.

We're Going Deep - Volume 6

We’re Going Deep – Volume 6

Das Label We’re Going Deep fährt härtere Geschütze auf. Das natürlich nur im übertragenen Sinne. Denn die WGD 006 wird gleich von Versalife eröffnet. Der packt seinen deepen Electro-Sound aus, der schön tief herumbrummt. Etwas leichter, aber total verträumt setzt Mariska Neerman die EP fort.

Die zweite Hälfte der EP ist den 4/4-Beats vorbehalten. Das mag sich jetzt hier im Text wie ein Stilbruch anhören, aber ist es überhaupt nicht. Der Sound setzt nahtlos da an, wo er mit den ersten beiden Tracks aufgehört hat. Trotzdem kommt mit den letzten Song nach Morthen Kiang dann noch eine gewisse Funkyness ins Spiel, welche der Mini-Compilation noch einen frischen Hauch verpasst.

LSB - LSB

LSB – LSB

Kann ein Cover für ein Album sprechen? Ja, natürlich kann es das. Es kann zeitgleich die Stimmung des Albums reflektieren, als auch vorgeben, falls es da Schwankungen geben sollte. Und deshalb fällt der einsame Steg im Abendlicht perfekt mit den Klängen von LSB zusammen.

Jetzt kenne ich schon mehrere Werke von LSB, auch in Albumlänge, doch dieses bildet einen Ausnahme. Vermutlich weil die anderen Releases immer in Kollaboration mit anderen Künstlern entstanden sind. Und dieses Album steht allein für den Künstler. Deshalb hat es auch keinen anderen Namen verdient, als den von LSB selbst.

Ich weiß seinen Drum & Bass zu schätzen, der mit Pianos gespickt ist und eine feine Würzung von Jazz mit sich trägt. Aber trotzdem wäre so der eine oder andere Song mit einem Hauch DRS einfach das i-Tüpfelchen für dieses Album.

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