Ich schicke gleich mal den obligatorischen Disclaimer vorn weg – Ich bin nicht verantwortlich, wenn ihr irgendwas an eurem Auto kaputt macht. Das ist nur ein Ratgeber, wie ihr euch einen teuren Werkstattbesuch ersparen könnt und gleichzeitig eurer Frau / eurem Mann zeigen könnt: Da schau, ich kann Auto basteln!

Skoda ist ja glücklicherweise eine der Marken, wo man relativ problemlos sämtliche Lampen selbst wechseln kann. Und damit ihr problemlos da durch kommt, hier eine Anleitung, wie ich bei meinem Octavia mein Abblendlicht gewechselt habe.

Je nachdem, ob ihr links oder rechts wechseln müsst, wird es sehr einfach oder ziemlich knifflig. Oben hinter der Lampe findet ihr eine weiße Plastikmutter, die man entweder mit einem 13mm-Steckschlüssel lösen kann (rechts) oder eine Kombizange (links). Gerüchten zufolge kann man diese Mutter von Hand lösen, aber wer das schafft, dessen Schraube sitzt nicht fest (wollte jetzt nicht schreiben, dass dessen Schraube locker ist 🙂 ) oder er kann Kartoffeln mit der Hand zerdrücken. Mich hat es diesmal auf der linken Seite erwischt und nachdem ich etliche Bemühungen unternommen habe, sie von Hand zu lösen, griff ich zum Steckschlüssel – da aber kaum Platz nach hinten bzw. zu den Seiten ist, wählte ich die Kombizange. Nicht unbedingt die eleganteste Lösung, weil sie der Mutter etwas zusetzt, aber wie oft macht man das schon? Ich habe den Octavia jetzt seit 5 Jahren und es ist die zweite Lampe.

Wenn ihr den Kampf gegen die Mutter gewonnen habt, dann könnt ihr jetzt mit dem Ausbau der Lampe beginnen. Nachdem ihr jetzt hinter der Lampe gekämpft habt, bewegen wir uns nach vorn. Am linken, unteren Ende findet ihr einen Hebel und einen Haken. Den Hebel kann man leicht nach oben bewegen, aber der Haken klemmt und das gewaltig. Da man initial nicht weiß, was man damit machen soll, hab ich mal ein Bild gemacht – Hebel gezogen und Hebel drin. Da wo der Hebel rein geht, sammelt sich allerlei Dreck an, den euch euer Vordermann bei Regenwetter entgegen wirft. Hier braucht man Kraft, aber keine Gewalt – am besten ihr zieht Handschuhe an.

Als ich meine rechte Lampe gewechselt habe, stand ich vor einem Rätsel – ich hatte den Hebel gelöst und trotzdem ließ sich meine Lampe nicht dazu bewegen, sich aus der Halterung zu löschen. Grund auch hierfür ist der Dreck, der sich im Laufe der Zeit in den Ritzen festgesetzt hat. Also ruhig mal an der Lampe rütteln, irgendwann bewegt sich die gesamte Lampenhalterung nach vorn und man hat Zugriff auf das Innenleben. Um die Halterung komplett auszubauen, kann man den Kontaktstecker (ganz rechts im Bild) ziehen, muss man aber nicht – so kompliziert ist der Lampenwechsel nicht.

Ziemlich offen liegt das Fernlicht da, das Abblendlicht ist in der Mitte hinter der riesigen Gummikappe und der Blinker hinter der großen Plastikschraube. Für das Fernlicht muss man den Kontakt abziehen und die Metallhaken lösen. Das Abblendlicht dreht ihr aus der Halterung und dann kommt eine kleine Stolperfalle. Was mir jedes Mal passiert, wenn ich das Abblendlicht wechseln will: Es scheint, als ob die Lampe an zwei Plastikhaken eingerastet ist, aber genau das ist falsch. Die Lampe ist einfach nur aufgesteckt und muss abgezogen werden.

2008 11 muenchen

Eigentlich fing alles damit an, dass ich doch nur in die Werkstatt wollte, um mal die Winterreifen aufziehen zu lassen und eine Lampe zu wechseln. Ich bekam einen Termin in der darauf folgenden Woche und die Lampe wurde sofort gewechselt. Das Ergebnis war, dass ich am selben Tag mittags wieder auf der Matte stand und mein Auto abgab, denn die Geräusche, die es von sich gab, waren wenig Vertrauen erweckend. Erste grobe Schätzungen der Werkstatt waren das Getriebe oder die Antriebswelle. Das war dann am Donnerstag.

Den folgenden Dienstag erhielt ich dann die Sicherheit: Ja, das Getriebe hat einen Totalschaden. Ein Blick in die Wikipedia verriet mir, dass es ein Leiden des Baleno ist. Und nun stand ich vor der Entscheidung – neues Getriebe, gebrauchtes Getriebe, neues Auto, gebrauchtes Auto? Ich schlief eine Nacht drüber und kam zu dem Ergebnis, dass nach 130.000km kein Auto so kaputt sein kann. Also wurde es eine Operation, der Werkstattmeister wollte sich nach einem gebrauchten Getriebe umsehen, was er im Laufe der Woche nicht schaffte, also ging in der nächsten Woche die Reparatur los. Glücklicherweise wurden die defekten Teile gewechselt (also kein neues Getriebe) und eine neue Kupplung wurde gleich mit verbaut. So kamen die Teile auf 300 Euro, dafür die Arbeitskosten auf mehr als das Doppelte.

Und nun steh ich wieder da – er ruckelt beim Anfahren. Zum Glück gibt es die Spezialisten von Balenomania.de, die jedes Problem schon mal hatten. Vorsichtige Schätzung: es kommt Wasser in die Zündkerzen und deshalb läuft er nur auf 3 Töpfen und genauso fühlt es sich an… Und den Ölwechsel hatte ich auch vergessen. Und da sagt man, eine Freundin wäre teuer… Pfff…

2008 11 muenchen2Letzten Samstag ging es jedenfalls auf einen kleinen Ausflug nach München. Wir bummelten den ganzen Tag durch die Stadt, schauten uns um und stellten fest – viel zu viele Menschen. Aber trotzdem ist so ein Wochenendausflug immer wieder schön, zumal ich auf noch meine CD-Sammlung etwas aufstocken konnte. Das Wochenende war schnell vorbei und gleich am Montag Morgen hieß es früh um 4 Uhr aufstehen und auf den langen Weg nach Kiel machen. Gegen Mittag waren wir da, gingen in die Firma und legten erstmal die Sachen ab und stärkten uns.

Im Laufe der Woche kamen wir gut mit dem Projekt voran. Besonders erwähnenswert war der Dienstag Abend, als wir in einen Laden gingen, der grundsätzlich nur Pizzas nach Art des Gastes anbot. Hieß im Klartext: Man hatte einen Zettel vor sich, wo man die Größe der Pizza, den Teig und sämtliche Beläge ankreuzen konnte. Mir war nach scharf zumute und so lautete meine Zusammenstellung:

  • 28 cm
  • Weizenmehl
  • Peperoniwurst
  • Peperoni (auf Nachfrage der Kellnerin: Ja, die Scharfen)
  • Hackfleisch
  • Zwiebeln
  • Oliven

Unter dem Zettel stand noch, dass es auf Wunsch auch kostenlos Knoblauch gibt. Ich machte einen Haken dran und unterstrich das Wort Knoblauch. Das führte dazu, dass sich wohl ungefähr 6-7 gepresste Knoblauchzehen auf meiner Pizza befanden. Schmeckte unglaublich lecker und die Peperoni waren auch wirklich angenehm scharf. Ansonsten eine sehr ungewöhnliche Mischung, aber doch empfehlenswert.

Ich bin jetzt das dritte Mal in Kiel gewesen und immer habe ich das Glück ein Zimmer zu erwischen, wo irgendwas nicht passt. Das letzte Mal war es das surrende Geräusch des Fahrstuhlmotors, diesmal das riesengroße beleuchtete Schild des Hotels vor meinem Fenster. Aber alles das wurde wieder wett gemacht, durch einen besonderen Service. Morgens klingelte mein Telefon und die liebe Stimme meiner Freundin weckte mich. Und sofort hatte ich vergessen, dass die Luft unheimlich trocken war und die Matratze völlig ausgelegen war.

Den Kopf etwas freier, denn ab morgen habe ich Urlaub, wird es Zeit, dass ich mal wieder aufschreibe, was mir so passiert ist.

matizNachdem ich letztens einen Termin für TÜV und AU gemacht habe, war es letzte Woche an der Zeit, Rüedi in die Werkstatt zu fahren und dann beide Augen zu schließen und alle Daumen zu drücken. Es gab ja noch den Zwischenfall mit den Eimer auf der Autobahn, der sich unter meinem Auto verfangen hat und die merkwürdigen Aussetzer, die er hat, wenn es nass draußen ist.

Während Rüedi gründlich inspiziert wurde, bekam ich einen Ersatzwagen gestellt – ein Meisterwerk koreanischer Schmiedekunst – ein Chevrolet Matiz. Ja, früher hießen sich Daewoo, aber das war einmal. Der erste Blick beim Einsteiger verrät, dass auch der Beifahrer etwas Kino haben soll, weswegen die Konsole mit Tachometer etc. in der Mitte ist. Der Fahrer schaut nur noch auf ein Sammelsurium von Leuchten (Öl, Handbremse, Sicherheitsgurt, Blinker…). Für den Rest braucht man keine Bedienungsanleitung, der erläutert sich von selbst. Nachdem ich Platz genommen habe, wollte ich den Sitz nach hinten verschieben, aber ich war schon am Anschlag. Also sind 1,85m wirklich das Maximum als Fahrer, sonst wird es mit den Beinen ungemütlich.

Die Fahrt konnte losgehen. Bis Tempo 60 zieht der Kleine flott an und reagiert auch in unteren Drehzahlbereichen nicht beleidigt. Aber spätestens an der Autobahnauffahrt merkte ich, dass alles über 60 Hinausgehende zum Experiment wird. Wo Rüedi bequem schon seine Zielgeschwindigkeit von 120 erreicht hat (mehr darf man nicht), zuckelte ich mit 100 dahin. Aber ich bin trotzdem angekommen. Immer wieder ein Highlight ist das Ein- und Aussteigen, denn die Türen des Matiz wollen noch mit Kraft geschlossen werden. Mutet sehr archaisch an. Die Krönung kam mittags, als wir zu viert zum Essen gefahren sind. Vier normal gewachsene Mitteleuropäer passen zwar hinein, aber spürt der Fahrer schon sehr intensiv die Knie des hinten Sitzenden im Rücken. Wir warfen dann auch mal einen Blick in den Kofferraum, der nicht mal einer Einkaufskiste Platz geboten hätte. Und der Blick in den Motorraum war die Frage auf: Ja, wo ist er denn – der Motor?

Am Nachmittag durfte ich dann Rüedi wieder abholen gehen und als treuer Japaner stellten sich die Aussetzer als eine undichte Stelle im Zündkabel heraus und der Unterboden war auch in Ordnung. Der TÜV bemängelte, dass die „Betriebsbremse: Pedalweg“, was im Klartext hieß, dass die Handbremse relativ hoch angezogen werden mußte und Rüedi hinten leichte Bremsunterschiede hat. Diese Probleme wurde aber auch gleich behoben und schon war er wieder einsatzbereit.

Und ganz klammheimlich, mitten im Beitrag verstecke ich mal die Ankündigung, dass es mal wieder an der Zeit ist, neue Marmelade zu machen. Mir schwebt auch schon wieder was exotisches vor. Sowas in Richtung Erdbeer-Pomelo oder so. Interessenten mal ganz vorsichtig andeuten, dass sie Interesse hätten.

Und letzten Samstag Morgen, ich bin gerade mitten in meiner Klavierstunde, fragt mich meine Klavierlehrerin, ob ich nicht Interesse hätte, bei einem Konzert der Musikschule vorzuspielen. Ich glaube, ich war noch etwas müde, denn ich habe zugesagt. Na mal sehen, auf was ich mich da eingelassen habe…

In wenigen Minuten werde ich mich in mein Auto schwingen und Richtung Dresden fahren, Ostern in Familie ist angesagt. Aber zuvor stehen noch ein Termin bei einem Kollegen in Dresden und endlich mal wieder ein gemeinsames Squashen mit der Squashgruppe an. Allseits frohe Ostern!

postcrossing44Oops, Zeitloch! Schon wieder Anfang Februar? Dabei hatte der Januar doch (lt. Horrorskop) so viel versprochen. Wo war das klärende Gespräch Anfang Januar und wo ist die neue Liebe Mitte Januar geblieben? Muss ich denn er wieder böse Briefe schreiben? Nee, nee – das lass ich mal lieber, die wurden letztes Jahr ziemlich plötzlich umgesetzt.

Diese Woche mußte ich gedanklich und real erst ein paar Termine hin und her schieben, da ich ab 11. Februar erstmal Schulung habe, günstigerweise auch immer Donnerstag abends. Mit meiner Klavierlehrerin konnten wir uns nach langem Überlegen auf Samstag früh einigen, aber es ist ja nicht für ewig. Gleich mal noch einen Eintrag nachschieben – Rüedi muss im März zum TÜV, das sollte ich auch mal berücksichtigen. Und es würde ihm mal gut tun, wenn mal wieder jemand unter seine Haube schaut. Er entwickelt in letzter Zeit doch sehr merkwürdige Eigenheit. Ist es kalt – quietscht der Keilriemen, ist es nass – lagert sich Wasser an den Zündkabeln an und gibt es plötzlich nur noch halbe Kraft voraus. Blöd nur, wenn das auf der Autobahn passiert, während man mitten im Überholvorgang ist. Ist aber laut Werkstatt nicht kritisch, wird beim TÜV mit erledigt.

Freitag Abend kam ich heim und fand dann einen Zettel im Briefkasten, dass meine Postkarten eingetroffen sind. Schnell im Haus geklingelt und schon hatte ich ein winzig kleines Päckchen in der Hand – da sollten 1.000 Fraktalpostkarten drin sein? Tatsache, 10 kleine Bündel á 100 Karten. Der Druck ist richtig Klasse geworden und ich würfelte meinen Plan um und beschloss den nächsten Morgen nach Bad Staffelstein zu fahren. Gesagt, getan. Ich lud noch meine Kamera mit ein, in der Hoffnung, dass ich vielleicht noch ein paar schöne Bilder machen kann. Daraus wurde nichts, als ich auf der Autobahn war, wurde es dunkel und es fing an zu schneien. Aber was haben die Postkarten jetzt mit meinem Besuch in Bad Staffelstein zu tun? Ganz einfach: Da gibts eine nette kleine Buchhandlung, in der ab sofort meine Postkarten erhältlich sind.

spaziergang 20080203

Und da sich das Wetter nicht besserte, lümmelte ich mich auf die Couch. Mein altes Videoarsenal schlug mir „… und täglich grüßt das Murmeltier“ vor. Einverstanden, den hatte ich schon lange nicht mehr gesehen. Ich könnte jetzt auch behaupten, ich habe den Film gesehen, weil der Murmeltiertag in dem Film am 2.2. ist, aber das wäre totaler Quatsch und ihr würdet mir das sicherlich auch nicht glauben.

Dafür war der heutige Tag um so besser! Schon wo ich gestern Nachmittag von einem kurzen Einkauf heimkehrte, klarte es auf und so blieb es auch. Zum späten Vormittag packte ich dann meine Sachen zusammen (Fotoapparat, MP3-Player, Wasser) und machte mich auf den Weg zur Altenburg. Unterwegs fiel mir ein, dass ich vor ziemlich genau einem Jahr schon einmal die gleiche Wanderung unternommen habe. Außerdem wollte ich schon mal erste Ausrüstungstests für Norwegen machen. Ergebnis bei 4°C im Schatten – Jacke und Schuhe halten warm. Und natürlich machte ich einige Bilder. Nächste Erkenntnis, die ein für alle Mal für das RAW-Format spricht: Wenn man vergessen hat, den Weißabgleich vom Vorabend wieder zurückzustellen, hat man bei allen anderen Formaten verloren, bei RAW interessiert das nicht die Bohne.

Ich habe mal wieder hier einen ganzen Batzen von Stichpunkten, über die ich scheiben will bzw. schon längst schreiben wollte. Also nutze ich diesen äußerst grauen und regnerischen Sonntag mal dazu, alles auf den Punkt zu bringen. Fangen wir mit dem Rückblick auf den 9.12.2006 an. Denn genau vor einem Jahr fand mein Umzug statt. Kaum zu glauben, wie schnell das Jahr vorüber ist. Aber dafür kommt dann irgendwann noch mal gesondert der Jahresrückblick. Mit dem werde ich dann auch keine Probleme haben, denn sämtliche Beiträge von 2007 fanden schon auf diesem Blog statt, während immer noch eine überwältigende Anzahl von Beiträgen auf meinem alten Blog schlummert. Wenn ich zumindest 2 Beiträge pro Tag übernehmen würde, wäre ich in einem halben Jahr fertig…

Vor geraumer Zeit fand ich einen Artikel, in dem die Ausführungen zweier Wissenschaftler beschrieben wurden, die behaupten, durch die Beobachtung des Universums würde sich dessen Lebenszeit verkürzen. Sie begründeten das mit quantenmechanischen Effekten. Sie beschränken sich dabei auf das Beispiel einer Supernova von 1998 und grenzen den Kreis der Beobachter auf die Forscher ein. Bei genauerer Überlegung dürfte das ja auch nicht nur auf Supernovas zutreffen, sondern jeglichen Vorgang im All und die Beobachter wären wir alle. Interessant dabei wäre ja der Gedanke, wie alt das Universum ohne Beobachter werden würde und schon könnte man auch die Frage stellen „Gibt es ein Geräusch, wenn ein Baum im Wald fällt und niemand ist da, um es zu hören?“

adventskalenderDen krönenden Abschluss meines Urlaub gab es letzte Woche, als ich das letzte Mal vor Weihnachten Richtung Heimat fuhr. Freitag kurz nach dem Mittag zu fahren ist natürlich eine ganz blöde Idee und wie zu erwarten war, landete ich bei Zwickau im Stau. Nachdem die Bauarbeiten auf der A72 Ende November fertig sein sollten, kann man nicht erwarten, dass ein Ende der Bauarbeiten gleich dem Freigeben der Strecke ist. Und wenn es dort noch einen Pannen-LKW gibt, ist das Chaos perfekt. Zu allem Überfluss verabschiedete sich dann auch noch mein MD-Player und ich mußte auf Radio umsteigen. So rückte ich 1 Stunde lang gemütlich vorwärts, bis es weiter ging. Es reichte aber allemal, um nach Hause zu kommen, kurz „Hallo!“ zu sagen, einen Adventskalender in Empfang zu nehmen und mich dann gleich wieder in die Spur zu einer ehemaligen Kollegin zu begeben. Der Abend ging nicht allzu lang, wir spielten Billard und wir wurden Zeugen meiner kleinen Zauberkunststückchen, die ich gelegentlich ungewollt produziere. Vier Kugeln mit einem Stoß einzulochen und dabei nicht einen einzigen Fehler zu produzieren, kann auch nur mir passieren. Samstag besuchten wir wieder meine Oma und abends besuchte ich dann Claudi und Basti. Auf Wunsch eines einzelnen Herren hatte ich eine Kiste mit ausgewählten Sorten Bamberger Bieres mitgebracht. War ein schöner Abend, wir schwelgten in Erinnerungen (Besuche im Sachs, Verschiebung von DT64 von UKW auf MW). Wir hörten die gleiche Musik und sind demzufolge auch in die gleichen Diskos und Läden gegangen, aber über den Weg liefen wir uns dabei nie. Das kam erst zur kleinen Weihnachtsfeier vom Studium bei mir daheim, es lief „Public energy“ von Speedy J und Basti steht in der Türe und meint: „Hör mal Claudi, das ist doch mal Musik!“

postcrossing41Ja, auch der Abend ging vorbei und ich fuhr Sonntag nach dem Mittag wieder heim, es war wieder stürmisch, aber diesmal keine Eimer auf der Autobahn. Montag ging es dann wieder auf Arbeit, kaum zu ertragen, wie munter ich am Montag Morgen war. Im Laufe der Woche relativierte sich das aber wieder sehr schnell. Der Donnerstag Abend war dann aber der Höhepunkt der Frustration, als ich meine Klavierstunde hatte und nur Unfug zusammenspielte. Meine Klavierlehrerin meinte nur, dass dieser Tiefpunkt völlig normal ist. „Sie hatten doch mal gesagt, es kommt irgendwann ein Leistungssprung?“ – „Ja, der kommt danach!“ Einzige Hilfe für die Wanderung durch das Tal – Durchziehen, bis zum bitteren Ende. Aber schon der Mittwoch war ein rabenschwarzer Tag für die Musik – Karlheinz Stockhausen ist verstorben. Er war einer der Pioniere der elektronischen Musik und wird vielfach von Künstlern als Inspiration für ihre Arbeit genannt. Mitbekommen habe ich es auch erst am Freitag, als die ersten Nachrichten über seinen Tod zu mir durchdrangen. Auch der heise-Newsticker veröffentlichte erst gestern die Nachricht.

Freitag Nachmittag ging es dann auf der Autobahn Richtung Nürnberg, die Strecke war frei, ich hatte Zeit und tuckerte gemütlich dahin, mit dem Frust, dass mein MD-Player im Auto nach wie vor seinen Dienst verweigert. In Nürnberg angekommen, verfuhr ich mich erstmal, aber daran habe ich mich mittlerweile gewöhnt, es ging ja auch nur darum, ein Parkhaus zu finden. Die Innenstadt war dicht, ich brauchte für 500 Meter ungefähr eine halbe Stunde und nahm dabei in Kauf, dass ich ein Stück weiter laufen mußte. Ich drängelte mich einmal quer über den Christkindlesmarkt bis zum Rathaus, rief Alex nochmal zurück und lief dabei hin und her. Auf einmal tönte es hinter mir „Eh Jan, nun lauf doch nicht gleich weg!“. Da stand sie nun also. Wir gingen erstmal in eine kleine mittelalterliche Ecke, ich probierte einen warmen Biertrunk. Pfui Deibel! Doppelbock und dann auch noch warm. Aber irgendwie hatte ich an dem Abend kein glückliches Händchen mit Essen und Getränken. Als wir dann beim Griechen einfielen, war mein Hunger weg, als ich den Teller vor mir stehen sah. Ich stocherte lustlos in meinem Tomatenreis herum, während wir quatschten. Ich probierte von ihr einen Schluck Samos. Mein Wochenbedarf an Kohlehydraten war gedeckt. Wir blieben noch eine Weile, unterhielten uns über Musik (von DJ Jazzy Jeff + the Fresh Prince bis Sven Väth), Theater, Filme (mir war bis zu dem Zeitpunkt nicht klar, dass ich in letzter Zeit vorwiegend französische Filme geschaut hab), aktive Sterbehilfe und Überbevölkerung. Wer mich kennt, weiß ja, dass ich der Meinung bin, dass der Planet im Bereich der Resourcen weit über dem Limit gefahren wird, weil wir (also als Menschheit) einfach zu viele sind. Aber dass ich das mal zu hören bekomme, hätte ich auch nicht geglaubt. Wir zogen dann noch in die Prinzenbar und lümmelten uns gemütlich in die Ledersofa und ließen den Abend ausklingen. Gegen Mitternacht machte ich mich auf den Heimweg, mußte den ganzen Weg über Schluchz- und Schlummermusik im Radio ertragen. Das Maß war voll.

Nachdem ich Freitag nicht zum Einkaufen gekommen bin, mußte ich das am nächsten Vormittag hinter mich bringen. Vorher machte ich mich noch ein wenig wegen Autoradios kundig. Nach dem Einkaufen ging es dann in den lokalen Elektronikhandel und schaute mich ein wenig um. Schließlich überredete ich noch die Verkäuferin, dass ich mal testhalber meinen MP3-Player via USB an das Autoradio andocken will. Alles kein Problem, ging hervorragend. Und damit war es meine und einem Bastelnachmittag stand nichts im Weg. Ich hatte ein wenig zu kämpfen, was die Demontage, sowie Verkabelung und Einbau des neuen Radios betraf, habe aber alles unterbekommen. Bevor ich es endgültig in die Verankerung einrasten ließ, machte ich mehrere Probeläufe und stellte zum Glück fest, dass die Modifikation der Verdrahtung nicht nur einige VW und Opel betrifft, sondern auch meinen Suzuki. Die Heimfahrt zu Weihnachten kann kommen, die Musik sollte mir nicht so schnell ausgehen.

persepolisNachdem ich den Rest des Nachmittags wie ein Zombie durch meine Wohnung stolperte, beschloss ich abends ins Kino zu gehen. Ich hatte gerade noch Glück, denn Persepolis lief noch. Die Geschichte des Films war bewegend. Ein junges Mädchen erlebt die Revolution und den Krieg im Iran mit, wird von ihren Eltern, die politisch anders denkend waren, zur Sicherheit nach Österreich geschickt. Dort ist sie zwar sicher, aber nicht daheim. Sie gehört zu einer kleinen Gruppe von Außenseitern, zu denen sie sich aber auch nicht zugehörig fühlt. Irgendwann verliebt sie sich bis über beide Ohren in einen Schriftsteller, den sie dann inflagranti mit einer anderen erwischt. Es folgt der Absturz, die Obdachlosigkeit und schließlich die Rückkehr in die Heimat. Dort versucht sie sich anzupassen, schafft es aber auch nicht. Obwohl die Geschichte bedrückend ist, da sie die Lebensgeschichte der Autorin Marjane Satrapi erzählt, ist doch voll von kindlich naivem Witz, jungendlicher Rebellion und dem Wunsch nach Freiheit in der Heimat. Die Geschichte, die ursprünglich in 4 Comicbänden erschien, wurde nun das erste Mal animiert. In Anlehnung an das Original – größtenteils schwarz/weiß. Sehr empfehlenswert und dass er aus Frankreich ist, brauch ich an der Stelle nicht mehr zu erwähnen, oder?

postcrossing26Letzte Woche zog ich endlich mal durch, was ich in Gedanken schon wieder viel zu lang vor mir hergeschoben habe und was immer wieder in Vergessenheit geriet – messen wir doch mal das Öl im Auto. Gute Idee, denn wenn ich etwas hastig in die Kurve ging, sah ich im Augenwinkel für den Bruchteil einer Sekunde ein rotes Lämpchen aufblitzen. Da ESP für Rüedi ein Fremdwort ist, konnte das nichts Gutes bedeuten. 1,5 Liter 15W40 später hatte ich sogar wieder einen Ölstand, der im Normbereich lag. Und das alles mit dem Damoklesschwert über mir, dass bald die Kupplung fällig wird.

Und dann auch noch ein E-Piano – der Herr stellt Ansprüche! Nach viel Auto, Arztrechnung, Altersvorsorge, Anzug müßte eigentlich der B-Monat kommen. Kann also noch eine ganze Weile dauern, bis ich bei „E“ wie E-Piano oder „K“ wie Kupplung bin, geschweige denn „U“ wie Urlaub. Statt dessen kommen weiter bunte Postkarten aus aller Welt und jede Menge Bilder von der Hochzeit.

postcrossing27Da dies offensichtlich der A-Monat ist, darf ich auch viel Arbeiten. Mein Kollege ist unterwegs in Deutschland und ich hab die Hebel zur Versionerstellung in der Hand. Letztens machte noch ein anderer Kollege einen Scherz, dass ich bald mehr Anfragen wie mein Kollege bekomme. Der Punkt ist natürlich dann erreicht, wenn er nicht da ist. Es ist ein bißchen wie Ratesendung – eine Frage aus dem Wissengebiet „ActiveX-Control“ – kurz umschalten und schon bin ich im Bilde. Nächste Frage – „Datenbankschnittstelle“ – schon mal gehört, irgendwas war da noch… Gestern machten wir dann gegen 21 Uhr los. Ein freier Mitarbeiter, der aus Dresden kommt, lud mich noch zum Essen ein und wir quatschten noch. Für Klavier hatte ich danach keinen Nerv mehr. Ich smste noch etwas und dann kam mir mein Kopfkissen schon bedrohlich nahe.

Pläne für das Wochenende – daheim bleiben, Klavier üben, mal wieder kochen, bügeln, sauber machen und die Beine hochlegen.

Spät ins Bett, früh aufgestanden, mein erster Versuch den Tag ohne „Drogen“ zu überstehen. Lange ging das nicht gut, mich übermannte wieder die Antriebslosigkeit. Also blieb ich bis Mittag kleben. Im Laufe des Vormittags klingelte es, was mich sehr überraschte, eine Bestellung erwartete ich nicht. Krankenbesuch? Weit daneben – Dirk hatte mir mein Buch zugeschickt, was ich vergessen hatte (Alzheimer läßt grüßen!). Beiliegend auch eine Erinnerung an Rheinberg, die Halterung für Benno, damit er nicht umkippt und ein Endorphinfreisetzer in Schokoriegelform. Na wenn das keine Überraschung ist!

Ich schaute mir noch schnell ein Rezept fürs Wochenende aus und machte mich dann auf den Weg in den nahegelegenen Supermarkt und alles zu besorgen. Immer wieder begeistert bin ich über die Freundlichkeit der Leute hier – mal abgesehen von der Fleischfachverkäuferin, der ich alles 2mal sagen mußte und die nicht auf die Reihe bekam, dass meine Stimme noch nicht ganz auf der Höhe ist.

Schon gestern heckte ich eine neue Idee aus. Während meines Besuchs bei Dirk machte mein Autoradio ein bißchen die Hocke, komischerweise geht es jetzt wieder problemlos. Aber dadurch wurde wieder ein Projekt zum Leben erweckt, was ich vor einiger Zeit eingeschläfert habe: Der Boxeneinbau in die Heckablage. Eigentlich kein großes Ding, denn die Heckablage ist schon vorbereitet, es müßten nur noch Boxen und Kabel gekauft werden. Boxen einbauen, Kabel nach Möglichkeit unsichtbar durch die Konsole verlegen und fertig. Ich glaub, das werde ich mal in Angriff nehmen.

Spanische HähnchenpfanneGerade komm ich aus der Wanne – nur mühsam konnte ich mich trennen. Mein neues Buch ließ mich einfach nicht gehen. Ich wollte ursprünglich nur ein paar Seiten lesen, als ich feststellte, dass ich mich schon gierig auf Seite 32 vorgearbeitet hatte und es wohl auch nicht so schnell aus der Hand legen werde. Gehen wir aber langsam in der Zeit zurück…

Heute Abend war wieder Leben in meiner Küche angesagt, ich sprang zwischen Töpfen und Schneidbrettern hin und her, um mir eine Spanische Hähnchenpfanne zu machen. Etwas kompliziert war die Handhabung, weil man eine ziemlich große Pfanne mit feuerfestem Griff benötigt, aber meine kleine Pfanne war auch ausreichend. Schön die Hähnchenschenkel anbrutzeln, während man den Rest kleinschneidert. Und nach 45 Minuten im Ofen und einer weiteren Viertelstunde hat man an ein ziemlich leckeres Essen. Keine Angst, es zerkocht dabei nicht, im Gegenteil, ich hatte das Gefühl, die Kartoffeln waren noch etwas bißfest.

Mohn auf BMWDen heutigen Nachmittag waren wir noch ein bißchen Rad fahren. Das Wetter war hervorragend dazu geeignet, nur der Gegenwind ließ uns etwas aus der Puste kommen. Zwischendurch machten wir noch eine kleine Pause und dann ging es wieder heim. Es kam mir überhaupt nicht so viel vor, aber angeblich haben wir 20km auf dem Radweg Richtung Coburg zurückgelegt. Den Abend zuvor waren wir in der Oberen Mühle in Rattelsdorf, hatten einen traumhaften Blick auf das Wasser, in dem sich die untergehende Sonne spiegelte. Dasitzen und quatschen und dann setzten wir das Ganze auf dem Balkon fort. Es war schon nach Mitternacht, als sich die Weinflasche dem Ende neigte und wir ins Bett fielen.

Am Nachmittag zuvor trafen wir uns in der Stadt, konnten uns nicht verkneifen am Buchladen vorbeizuschauen, als ich dieses Buch sah… „42“ von Thomas Lehr. Menschen, die miterleben, wie durch ein Experiment im CERN die Zeit stillsteht. Ganz besonders faszinierend ist Beschreibung der Wahrnehmung des Erzählers. Ich bin schon so gespannt, welche Details noch folgen werden. Wie kann er begründen, dass die Sonne noch scheint? Ich glaub, ich werde mich dann noch ein wenig dem Buch widmen. Wir tranken noch einen Kaffee und machten uns über die vorbeiströmenden Leute lustig. Anschließend sammelten wir noch ein paar Mohnblumen auf einem Feld ein und düsten dann heim.

3er BMWUnd ich hab wieder einen Produkttest vorgenommen. Krasse 3er BMW. Gegenüber jedem anderen Auto in dem ich gesessen habe, kam ich mir dort eingesperrt vor. Die Bedienung war analog zu dem, den ich letztens schon gefahren bin – gut es war kein Automatik – aber ich habe selbst in meinem Rüedi das Gefühl, mehr Luft um mich zu haben. Amaturen, Lenkrad, Schaltung, alles ist dort wo es hingehört und doch fehlt die Bewegungsfreiheit. Gerade bei langen Fahrten stütze ich meinen Arm gern am Fenster ab. Wird sehr schnell unbequem, denn die Fensterkante ist dafür eindeutig zu hoch. Spritziges Fahren war auch schon gleich der einzige Vorteil, der mit dazu einfällt, denn die Technik im Inneren überzeugte mich nicht wirklich. Autoklima und CD-Player gehören jetzt schon fast zur Standardausstattung jedes neuen Wagens. Witzig ist allemal der Start/Stop-Knopf, was ein gewisses Gefühl von LKW verleiht. Ein Zündschloss gibt es auch nicht mehr, ein Schlüssel, den man ähnlich wie eine Chipkarte einsteckt, sorgt für die Fahrzeugsperre. Großes Knobeln begann, als ich den Schlüssel wieder ziehen wollte. Dabei ist die Lösung doch einfach – denken wie ein Windows-Nutzer. Drücken Sie „Start“, um zu beenden! Also zieht man nicht am Schlüssel, um ihn herauszubekommen, sondern drückt ihn herein.

PostcrossingEs muss doch die Ruhe vor dem Sturm sein. Hier und da hakt es zwar stellenweise, aber ansonsten läuft mein Leben mittlerweile in viel zu geordneten Bahnen. Obwohl ich zugeben muss, mich momentan etwas planlos treiben zu lassen und ich habe die Hoffnung / Befürchtung, dass mich in nächster Zeit was piekst und ich mal einen neuen Glückskeks ziehe.

Gestern traf wieder eine neue Postcrossingkarte ein, aus Helsinki, Finnland. Damit sind alle Karten ausgetauscht und ich muss mich wieder aufraffen, neue zu schreiben.

Ansonsten klemm ich mich auf Arbeit immer unter die Kopfhörer und selektiere Musik aus. Heute war mal wieder ein verdächtig guter Tag, sehr viele Titel, die mir gut bis sehr gut gefielen. Nachdem Material für 12 Podcasts vorhanden ist, habe ich mich jetzt entschlossen, als nächstes einen Podcast mit hochaktuellem Material zusammenzustellen. Wie ich letztens schon erwähnte, sind die Stücke noch aus dem August letzten Jahres. Des weiteren werden Tracks aussortiert, die mir mittlerweile nicht mehr ganz so gut gefallen.

Weitere Lowlights aus dieser Woche – es hat Dienstag geregnet, sodass ich gestern mal getrost einen Tag ohne Pille überlebt habe. Der Chef führte heute einen Bewerber herum und dabei entstand folgender Dialog:

Chef: Das ist der Herr Speedy, der ist jetzt seit 3 oder 4 Monaten hier…
Ich: Im vierten Monat!
Kollege: Sieht man dir aber garnicht an!
alle bis auf den Bewerber lachen

Im Nachhinein unterhielt ich mich noch mit anderen Kollegen und wir konnten nicht so richtig feststellen, ob er direkt von der Uni kommt. Ein Kollege meinte, es sah so aus, als wenn er sich im Anzug wohlfühlen würde. Ich stimmte dem zu und ergänzte, dass er keinerlei Informatikausstrahlung (sprich: ein Nerd) hatte. Das wird doch nicht etwa ein Wirtschaftsinformatiker sein?

Positiv zu berichten gibt es auch, dass ich den zweimonatigen Kampf der Versicherungen um meine Person endlich für beendet erklären kann. Noch nicht ganz, erst will ich das Schreiben wirklich persönlich in den Händen halten, bisher habe ich es nur als Fax gesehen. Dann fiel mir am Wochenende doch glatt noch ein, dass ich mal das vor mehreren Wochen versprochene Schreiben zum Versicherungsfall von Rüedi in die Werkstatt bringen sollte, was ich dann auch erfolgreich erledigte. Apropos Auto – am Wochenbeginn fuhren wir wie gewöhnlich zum Essen und als wir zurück kamen, deutete ein Kollege auf eine Schneise im Gebüsch des benachbarten Unternehmens. Da endete für den vierten Testfahrer des Audi R8 unter einem LKW [Beitrag aus dem „Fränkischen Tag“]. Man sollte wissen, was man mit 420 PS unter seinem Hintern anfängt. Nur gut, dass es am Wochenende war, für gewöhnlich parke ich gleich um die Ecke…

Wieder mal die Zusammenfassung der letzten Tage. Heute aber endgültig in Kurzfassung. Ich sollte mich wieder daran gewöhnen, mehrere kleine Beiträge zu verfassen, statt mich in einem Monsterbeitrag zu verewigen. Blättern wir mal zurück auf Donnerstag, wir fuhren angesichts des schönen Wetters abends mit den Fahrrädern noch in einen Biergarten. Während des Essens, Trinkens und Quatschens schreckte ich auf einmal hoch – eine Katze hatte sich heimlich, still und leise herangeschlichen und fing an, um meine Beine herumzuschmusen. Sie suchte erstmal das Weite, kam aber wenig später wieder und machte Anstalten, sich neben mir niederzulassen. Keine Chance. Auch als wir heimkamen und ich nach Hause fahren wollte, mußte ich erstmal eine Katze vor und hinter dem Auto verjagen. Was war denn heute nur los?

Den Freitag jagte ich wieder den Fehlern in meinem neuen Modul hinterher. Irgendwann kam ich dahinter, dass da jemand sehr gründlich sauber machte. Irgend jemand (Wenn ich den erwische!) schickt die Putze los und die räumt mir meinen COM-Server weg, kurz bevor ich anständig ein Schließen der Tabelle veranlassen will. Den Vergleich mit der Putzfrau fand ich überaus treffend und zog den Vergleich zwischen mehreren Programmiersprachen:

  • C: Wenn du einziehst, ist alles dreckig. Jeden Bereich, den du in der Wohnung belegen willst, mußt du selbst vorher reinigen. Dafür mußt du dir keine Gedanken machen, wenn du ausziehst. Selbst alte Möbel schmeißt der Vermieter für dich weg, aber den Dreck läßt er für den nächsten liegen.
  • C++: Auch hier ist alles dreckig, wenn du ankommst. Das Gute aber ist, dass jedes Möbelstück seine eigene Putzkraft hat, die vorher sauber macht. Wenn du ausziehst, räumen sich die Möbel von selbst weg. Es kann natürlich auch passieren, dass sich ein Möbelstück aufräumt, wenn du das Zimmer verlässt. Du findest einen leeren Schrank vor, wo du vorher Bücher darin deponiert hattest. Einen Zettel zu schreiben, welches Buch an welcher Stelle stand, ist auch nicht gut, dann machst du trotzdem den Schrank auf und greifst ins Leere. In dem Fall bietet es sich an, den Schrank irgendwo hinzustellen, wo man ihn immer im Auge hat.
  • Java: Endlich deine eigene Putzfrau. Egal was du machst, sie räumt immer hinter dir her. Was du nicht mehr brauchst, wird von ihr selbstständig entsorgt. Du willst einen Schrank aufstellen? Sie weiß wohin und macht alles vorher für dich sauber. Du kannst dich zwar endlich auf das Lesen der Bücher konzentrieren, verlierst aber jeglichen Ordnungssinn.

Mittwoch erreichten mich auch die letzten Entwürfe zum Thinner-Release und nachdem ich mir die Tracks nochmal ausgiebig angehört hatte, stellte ich fest, dass ich einen neuen Ansatz gefunden hatte und erweiterte den Text noch etwas. Schon am Freitag war die entgültige Version online und auch sonst stand das Wochenende ganz im Sternzeichen von Thinner. Mich erreichte eine Mail aus Dresden mit der Bitte, ich sollte doch die Verwendung eines Autoplate-Tracks für einen Kurzfilm für derzeit stattfindende Kurzfilmfestival „Dogs, Bones & Catering“ genehmigen. Leider nicht meine Baustelle – von mir aus gern, aber ich gab die Anfrage an Sebastian weiter. Eigentlich ein interessantes Projekt: Innerhalb von 43 Stunden einen Kurzfilm von 4,5 Minuten erstellen. Außerdem sollte ich noch eine kurze Beschreibung meiner Person für die neue Profilseite von Thinner abgeben, was ich dann heute Abend auch erledigte.

BücherSamstag Morgen erwachte ich für meinen Geschmack etwas zu früh, jedoch war es mir nicht vergönnt, noch sehr lange liegen zu bleiben, mein Handy rief nach mir. Naja gut, die Sonne leistete einen nicht unwesentlichen Anteil daran, mich aus dem Bett zu ziehen. Ich beschloss, die seit einem halben Jahr fällige Autoreinigung mal nachzuholen und fuhr in die Waschanlage und saugte anschließend noch den Umzugsdreck aus dem Kofferraum. Interessante Feststellung: Rüedi ist silber-metallic! Anschließend fuhr ich in die Stadt und wir bummelten ein wenig durch die Buchläden, die mich wieder jede Menge Geld kosteten. Aber „Nein“ zu Anne Clarks Buch „Notes taken, traces left“ mit allen ihren Songtexten auf Deutsch und Englisch zu sagen, zumal es preisgesenkt war, ist fast unmöglich.

And when we have turned
one side of the world’s face
from sun into blackness
the other will then burn
under the slap of our greed.

BMWDie deutsche Übersetzung lasse ich an der Stelle mal weg, denn sie trifft das Original überhaupt nicht. Am Nachmittag stand dann ein neuer Test an – Ich klemmte mich hinter das Steuer dieses BMW Kombi. Sandra mußte zum Starten das Handbuch befragen, aber ehrlich gesagt, ich glaube, wer dieses Auto fahren will, braucht unbedingt einen Lehrgang. Sitz, Lenkrad und Rückspiegel ließen sich gerade noch manuell verstellen. Schon kurz nach dem Einsteigen war ich überwältigt von den zahlreichen Drehknöpfen, Hebeln und Tasten, die alle darauf warteten, dechiffriert zu werden. Ich probierte ein Sprachkommando „Computer – Alterieren!“ Zeigte aber wenig Erfolg. Schon aus vielfacher Sicht war das Fahren ungewöhnlich – der Blinker rastet nicht mehr ein und außerdem fuhr ich das erste Mal einen Automatik. Aber an den ganzen Schnickschnack gewöhnt man sich sehr schnell und so wird der Griff in die Mittelkonsole beim Einlegen des Rückwärtsgangs schon fast lästig. Dafür brauch man volle Konzentration, wenn man dem Baby mal die Sporen gibt – abends auf die Auffahrt zur Autobahn hinter einer Schnecke hinterhergetrödelt und beim Auffahren gleich in die linke Spur ziehen und dabei ordentlich Gas geben, schon sind die Lichter der „Schnecke“ im Rückspiegel am Horizont verschwunden. Aber auch mal in einer eingeschränkten Zone zu fahren, kann Spaß machen – man hat die Ruhe weg und weiß: Wenn ich wöllte, könnte ich…

WallfahrtskircheAbends ging es dann ins Kino – „4 Minuten“. Mein Witz an der Kasse „8 Minuten, bitte!“ zu sagen, verpuffte. Die Kassiererin kannte den entweder schon oder war clever. Ein wirklich guter Film – kurz zusammengefasst: Eine Inhaftierte stellt sich als begabte Klavierspielerin heraus und wird für einen Förderwettbewerb angemeldet. Dabei stehen ihr Neid und Mißgunst seitens der Häftlinge, als auch der Wärter im Wege, die sie durch Ausbrüche roher Gewalt „löst“. Im Anschluss an den Film setzten wir uns bei einem Glas Rotwein, einer Moods und den Klängen von Robert Schumanns Konzert für Klavier und Orchester a-moll op. 54 in meine Küche und lauschten dem Spielen von Héléne Grimaud. Später stellte sich heraus, dass ich das Stück auch bei mir auf Vinyl habe und wir uns den Umweg über Sandras Wohnung hätten sparen können. Aber es war interessant, das Klavierspiel miteinander zu vergleichen.

RapsfeldHeute machte ich mir nach dem Frühstück einen ruhigen Tag. Ich fuhr die B26 Richtung Schweinfurt entlang. Zum einen, um zu Prüfen, ob die Strecke über Bischberg günstiger von der Autobahnabfahrt ist und zum anderen, um mir ein schönes Café zu suchen, damit ich mir meine neu erstandenen Bücher ansehen kann. Ich fand dann nach einem kleinen Besuch in der Wallfahrtskirche Maria Limbach, die von innen sehr schön war, aber auch viel zu belebt, um Fotos zu machen, ein abgelegenes Café in Eltmann, wo ich den Finnlandreiseführer bei einem Cappu studierte. Faszinierend – Nächte ohne Dunkelheit und Polarlichter, letztere leider vorwiegend im Winter. Abschließend fuhr ich wieder heim, kochte und beantwortete Mails. Und nahm mir vor, mich wieder mal kurz zu fassen…