Mein Blog hat das Update auf die Version 2.8.6. hinter sich, zum Glück habe ich mich auf ein vorgefertigtes Theme verlassen. Jedes Mal diese Puzzelei ist zeitraubend und von selbiger ist momentan viel zu wenig da.

Wie schon im letzten Blogbeitrag geschrieben, hat sich mein gesamter Wohnungsinhalt aufgelöst und an anderer Stelle wieder materialisiert. Oder ohne um den heißen Brei herumzureden, Kriszta und ich wohnen jetzt zusammen. Nur leider ging wieder mal einiges schief. Geplant war es ja, Anfang November mein Zeug in die neue Wohnung zu schaffen und eine Woche später den Internetzugang zu verlegen.

Deswegen war ich schon Ewigkeiten zuvor im Laden und hab den Umzug beantragt – damals wollte ich den Anschluss noch Ende November umschalten lassen. Der Verkäufer wunderte sich noch „Da kommen Sie jetzt schon? Da ist doch noch ewig Zeit!“. Als ich 14 Tage später anrief und fragte, wo die Bestätigung bleibt und ob man das Ganze nicht schon Mitte November machen kann, kam ungefähr die gleiche Antwort – es wäre doch alles kein Problem.

Anfang November dann der Umzug – wir hatten schon viel Kleinkram in Kisten in die neue Wohnung geschafft, jetzt folgte der Rest. Krisztas Familie packte mit an und wir hatten das Zeug ziemlich schnell im Transporter. Das Teil hatten wir gemietet, etwas gewöhnungbedürftig, aber mit der Zeit macht es Spaß, so ein Riesenschiff zu fahren. In die neue Wohnung, alles ausgeladen und auf die Zimmer verteilt. Es war für mich zwar tierisch stressig, ich mag das hin und her zwischen den Wohnungen einfach nicht, aber trotzdem haben wir alles reibungsfrei über die Bühne gebracht.

ausblick wohnzimmerAm Wochenende alles soweit aufgebaut, was von mir überlebt hat (eigentlich haben es nur der Schreibtisch, das Pult, CD-Schrank und Esstisch in die neue Wohnung geschafft) und mit Leben gefüllt. Das Wochenende darauf kamen dann die restlichen Schränke, die ich dann in mühsamer abendlicher Kleinarbeit aufgestellt und gefüllt habe. Die Kisten im Keller lichteten sich nun bleiben nur noch Reste (von der Küche mal abgesehen)… Lampen und Bilder. Deswegen gibts auch noch keine Bilder, es sieht halt noch nicht richtig nett aus.

Oben übrigens ein Ausblick auf den Sonnenaufgang vom Wohnzimmer aus…

Eine Woche später, das Telefon sollte jetzt theoretisch bereit sein. Telefon und Splitter angeschlossen, Modem angestöpselt – Freizeichen kam, aber die Fritzbox blinkte nervös… kein DSL. Ich rief die Hotline an, wo man mir sagte, es habe technische Probleme gegeben und das DSL kann erst morgen aufgeschaltet werden. Kein Problem, ich war die nächsten beiden Tage nicht da, also kehrte ich Mittwoch Abend heim, steckte das Modem wieder ein – immer noch tote Leitung. Wieder angerufen – endlich eine kompetente Hotlinekraft, die mir das Ganze mit etwas Humor verkaufte: „Ja, da können Sie lange warten, Ihr Tarif wurde umgestellt – Sie haben nur Telefon auf diesen Anschluss angemeldet“. Ich wurde sofort mit dem Vertrieb verbunden, der mir den passenden Anschluss bestellte und von Bereitstellung Samstag oder folgenden Montag erzählte. Ich war sauer – ein bißchen schiefgehen ist ja okay, aber dermaßen daneben… Montag: ich fühlte mich saumäßig [eine gewissen Ironie hängt schon an diesem Wort], ging zum Arzt, der verzichtete auf einen Test und schrieb mich für 3 Tage krank. Also rief ich Montag wieder an, wo mein DSL bleibt. „Mh, die Kollegin hat das an die Auftragsabwicklung geschickt, aber so eine Abteilung gibts garnicht – ich mach das mal fertig, die Kollegen von der Technik melden sich dann gleich bei Ihnen.“ Keine 10 Minuten später klingelt es: Kein Problem, Anschluss kann kommen – Danke für die Info, die Vormieter hatten auch schon DSL. Wenig später wieder ein Anruf: Automatische Bandansage, der Anschluss wird am Mittwoch bereitgestellt, von 8 – 18 Uhr – sehr präzise Zeitangabe. Und Mittwoch dann endlich – ich hatte früh schon das Modem angeschalten, hörte das Blinken auf und kurz darauf folgte wieder ein automatischer Anruf: Ihr Anschluss steht bereit. 9 Tage Verspätung… Memo an mich: das nächste Mal noch früher Bescheid sagen!

Blieb nur noch übrig, die alte Wohnung loszuwerden. Ich hatte mich natürlich schon lange vor dem Umzug mit der Vermieterin in Verbindung gesetzt, um einen Abgabetermin zu vereinbaren. Antwort auf meinen Vorschlag war in Kurzfassung: Geht nicht, habe Geburtstag. Aber auch kein Gegenvorschlag. Lassen wir die letzten 3 Jahre mal Revue passieren: ich ziehe ein, zum Glück verspätet, denn die Küche kam viel später wie versprochen. Im Sommer 2007 beginnen die Renovierungsarbeiten, die für das Frühjahr angekündigt waren. Herbst 2008: nach etlichen staubigen Monaten, einem Brand im Haus, vielen Dreckecken und mit viel „hinterher den Dreck wegmachen“ sind die Renovierungsarbeiten abgeschlossen. Angesichts dessen, dass die Tapete einige Flecken und Kratzer abbekommen hat, schlage ich vor, die Wohnung besenrein zu übergeben und dem neuen Mieter die Wahl der Farbe und Gestaltung zu überlassen. Keine Reaktion.

Inzwischen meldeten sich zwei Immobilienfirmen (auch die, die mir damals die Wohnung vermietet hat) und ich dachte: Na jetzt muss doch mal ein Wort zur Übergabe fallen, wenn sie die Wohnung sehen. Nichts. Blöderweise legte mich die Grippe lang. Und genau in diesem Moment meldet sich eine Maklerin und fragt nach der Übergabe, sie hätte einen Nachmieter, der am Wochenende einziehen möchte. Eine tagelange Diskussion entsteht, die darin gipfelt, dass ich am letzten Novemberwochenende bei einem Telefonat den Koller bekomme, die (arme) Frau 5 Minuten am Telefon anbrülle, weil sich mein ganzer Frust entlädt und ich nicht einsehe, warum ich jetzt auch noch dem Maler, der die Wohnung gemacht hat, auch noch hinterherputzen soll (siehe oben: Warum soll ich immer den Handwerkern den Dreck nachräumen). Wir einigen uns: ich zahle den Maler und die Wohnung wird ungesehen abgenommen.

Ich muss mal wieder dringend ein Update rauslassen. Denn nach der Woche in der Schweiz hat mein Leben ja nicht aufgehört. Die darauf folgende Woche verschlug es mich nach Eltville. Eltville ist wirklich nicht die Weltstadt, aber für eine Woche mal ganz schön. Wer irgendwas mit Eltville assoziieren will, dem werfe ich mal MM Sekt vor. Ansonsten kommt man sich zu Beginn etwas hilflos vor, denn der erste Eindruck ist, dass hier die Bürgersteige um 18 Uhr hochgeklappt werden und man danach keine Chance mehr hat, etwas zu essen zu bekommen.

Weit gefehlt – ein Blick auf die Webseite der Stadt offenbart, dass es einiges an Gaststätten gibt. Wir haben alles mal probiert – vom Asiaten am Bahnhof bis hin zum Anleger 511, das etwas exklusiver ist, aber äußerst hochqualitative Speisen zu akzeptablen Preisen anbietet (Merke: 11. Generation Bratwurst). Mittags ging es immer zum Italiener Da Pino am Holztor, bei dem es drei Mittagsgerichte zur Auswahl gab.

maennerherzenWieder angekommen, gingen wir mal wieder ins Kino. Auf einer Schokoladenpackung gab es Gutscheine, die wir einlösen wollten. Nur ich war so clever, die Werbung auf der Vorderseite auszuschneiden, statt den eigentlichen Gutschein auf der Rückseite. Trotzdem ging es los – Männerherzen. Das Kino war so gut wie leer, offensichtlich hatte keiner Lust auf diesen Film.

Ich bin kein großer Fan des deutschen Films, in der Regel sind diese sehr… ich weiß nicht, wie es ausdrücken soll – kalt. Es gibt sehr wenig natürliche Herzlichkeit, Wärme und Freundlichkeit. Vielleicht bin ich einfach nur in den falschen Filmen gewesen, aber dieser war auch wieder einer von denen, die mein Bild bestätigten. Til Schweiger darf ein Produzentenarschloch spielen, der haufenweise Models um sich herum hat und einen Schlagerstar produzieren soll, der sich sehr Ethno gibt und ein „Lied für die Welt“ schreiben will. Christian Ulmen darf wieder den bleichen Deppen spielen, der bei den Frauen verloren hat, sobald er den Mund aufmacht. Und dann gibt es noch den Werbefutzi, der ständig plant, aber vergisst zu leben, den U-Bahn-Fahrer, dessen Frau sich von ihm trennen will, weil er seit seit einem Unfall mit der U-Bahn sehr aggressiv ist und sich aber nicht helfen lassen will und zum Schluss noch der ewige Praktikant, dessen Freundin schwanger wird.

Der Charme des Films ist eigentlich, dass überall die Fassade etwas bröckelt. Jerome ist zwar Produzent, heißt aber in Wirklichkeit Hans-Jürgen und will seine Jugendliebe zurück. Günter ist Beamter, lässt aber die Gaststätte des ewige Praktikanten mit einer Sonderregelung durchgehen. Der Planer und Werber wagt einen Seitensprung und wagt somit seiner Ehe ein ungeplantes Ende zu bereiten. Und der unbeliebte, hartherzige U-Bahn-Fahrer sorgt etwas rau dafür, dass sein demenzkranker Vater im Altenheim doch noch einmal Plätzchen backen darf. Der Schlagersänger hat Angst, dass keiner seine Schnulzen mehr mag und der Praktikant muss Verantwortung übernehmen.

Und ich glaube, damit kann ich meinen Finger genau in die Wunde des deutschen Films legen – nachdem, was ich da oben schrieb, brauche ich nur morgen auf die Straße gehen und erlebe diese Geschichten wieder. Es fehlt dem deutschen Film an solchen Stellen an der Fähigkeit, zu verzaubern und fremde Welten zu erschaffen. Man bleibt gern bei der Realität oder bereits abgeschlossenen Geschichten. Ich will damit nicht die Fiktion heraufbeschwören, aber etwas realitätsfremdes würde gut dahin passen. Beispiel: Die fabelhafte Welt der Amelie – spielt im hier und jetzt, weiß aber zu verzaubern.

Genug über den Film, jetzt gehts ans Eingemachte… ab sofort ist Ruhe hier! Zumindest für die nächste Zeit. Ab morgen löst sich mein Rechner in seine Bestandteile auf und materialisiert sich an anderer Stelle wieder. Und dort wird er frühestens ab dem 16.11. wieder ans Netz dürfen.

Grummel – kaum habe ich mit viel Mühe letztes Wochenende meinen Blog von der WordPress-Version 2.5.1 auf die 2.6.5 upgedatet… oder geupdatet… aktualisiert und schon lauert WordPress mit der 2.7. Jetzt soll auch eine automatische Aktualisierung a la Windows-Update möglich sein. Ich weiß nicht, ich bin da sehr skeptisch, da ich bei einigen Plugins doch selbst in den Funktionen von WordPress gespielt hab und keine Lust hab, mir das ganze durch ein schnelles FTP-Update kaputtspielen zu lassen.

Und wo das eine Update ansteht, habe ich schon ein anderes durchgeführt. Von Shredder (Thunderbird 3.0 Alpha 3) auf Thunderbird 3.0 Beta 1. Noch viel genialer wie die Alpha – jetzt Extrem-Tabbed-Mail-Schreibing! Leider fehlt mir noch eine Einstellung, wo ich sagen könnte, dass ich die neuen Mails in einem neuen Tab geöffnet haben möchte, den sonst bleibt nur der Rechtsklick „In einem neuen Tab öffnen“. Gleiches gilt natürlich auch für neue Mails. Eine geniale Vision… ein Mailprogramm, wo man zwischen mehreren Tabs hin- und herspringen kann. Ich weiß, Lotus Notes kann das schon lange, aber ich will das auch zuhause haben!

Mir klappte diese Woche ganz gewaltig der Unterkiefer runter, als ich diesen Artikel las [Anm.: gefunden via Kraftfuttermischwerk]. Ich hab nichts gegen Metallica, im Gegenteil – ich liebe ihre frühen Werke, speziell „One“. Wo damals die Diskussion mit Napster aufkam, dachte ich mir, dass die Jungs einen an der Klatsche haben. Regen sich drüber auf, dass ihre Musik in P2P-Netzwerken getauscht wird, verklagen ihre Fans, veröffentlichen aber weiter brav ohne Kopierschutz. Wer aber stolz drauf ist, dass ihre Musik zur Folter von Gefangenen eingesetzt wird, weil sie dann ihren Zweck erfüllt, gehört für mich nicht nur in die Entzugsklinik, sondern auch resozialisiert. Darauf werfe ich doch jetzt glatt eine Runde Massive Attack vs Mad Professor – „No protection“ in den CD-Player.

Nachdem ich letztens meine Vermieterin anrief und fragte, ob der Hausbau noch weiter geht, weil mein Keller wie eine Baustelle aussieht und die Beleuchtung auf dem Boden liegt, sowie ein Haufen Werkzeug, Müll etc. rumliegt, meinte sie, dass sie den Elektriker vorbeischickt, um die Lampe anzubringen. Der kam in meine Wohnung und wollte, dass ich dort die Sicherung für den Keller ausschalte. Die Sicherung für den Keller in der Wohnung? Nein, die ist unten beim Stromzähler. Daraufhin wollte er dann die Hauptsicherung im Keller rausnehmen. Ich fuhr den Rechner runter und ging mit runter. Er drehte die Sicherung raus, im Keller ging das Licht aus und ich ging wieder in die Wohnung – alles hell beleuchtet, Küche, Bad, Wohnzimmer alles an. Zehn Minuten später machte es *klick* und mein Verstärker im Wohnzimmer nahm wieder den Betrieb auf – stimmtm, es war so ruhig. Merke: An der Hauptsicherung für den Keller und die Waschmaschine im Keller hängt auch eine Steckdose im Wohnzimmer!

monitoreIch hatte ganz vergessen, die Ursache für mein kaputtes Auto anzugeben. So etwas passiert ja in der Regel nur, wenn es gerade unpassend ist. Und genau dieser Umstand wurde dadurch hervorgerufen, dass ich mich eine Woche zuvor einen neuen Rechner gekauft hatte. Da meine Rechenknechte doch eine Weile halten müssen, hole ich mir immer einen wahren Dampfmann. Und so werkelt jetzt unter meinem Schreibtisch ein Quadcore von AMD, jeder der Kernchen hat sein eigenes Gigabyte RAM und für den grafischen Output sorgt eine nVidia 9800GT (passiv gekühlt!) und ein schicker schwarzer 22″ Monitor (der von der Höhe perfekt zu meinem alten 19″ passt). Der Desktop wird, wie so oft, gestellt von Desktopography.

Als ich das Bild auf die externe Platte kopieren wollte, meldete sich wieder mein Windows und meinte, die gesamten 500GB durchsuchen zu wollen. Und jedes Mal klicke ich mich durch 6 Dialoge, die ich garnicht haben will (3x den Autoscan abbrechen und 3x mal „Was wollen Sie mit dem Laufwerk eigentlich anstellen?“). Es gibt zwar in der Systemsteuerung einen Schalter, wo man den Autorun abschalten kann, aber der gilt nur für alle Laufwerke, die bereits erkannt wurden. Kommt man mit einem neuen Datenträger, geht der Spaß von vorn los. Da hilft nur eine Tiefenbereinigung. Man gehe in die Registry unter „HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\Explorer“ und stellt dort den Schlüssel „NoDriveTypeAutoRun“ auf 0x000000ff. Nach einem Neustart wird sich Windows nie mehr drum kümmern, was mit neuen Datenträgern passiert. Mal eben eine Treiber-CD einlegen und 5 Minuten warten, bis der Autorun den Dialog hochgewürgt hat – alles Geschichte.

Ansonsten doch eine sehr stressige Woche, ich mußte diesmal sogar Klavier ausfallen lassen. Ungeschlagener Favorit diese Woche: Einfach mal eine Rose von der Freundin geschenkt bekommen (Also kein Geburtstag oder sonstiger Feiertag). Gibt auf der nach oben offenen Punkteskala für Sympathiepunkte einen neuen Highscore: unendlich + 1. So langsam gelange ich zu der Überzeugung, sie mag mich ein kleines bißchen… :excited:

Ein merkwürdiges Klopfen holte mich heute aus dem Bett. Sollten die Bauarbeiten tatsächlich fortgesetzt werden, während ich Urlaub habe? Ausschließen wollte ich das mal nicht. Tatsächlich, das Klopfen kam von draußen und es wurde am Haus gearbeitet. Also fing ich auch an…

Erstmal alle Teile vom Schreibtisch herunterräumen, den Schreibtisch beiseite räumen, Wollmäuse einfangen und dann den Schreibtisch zerlegen. Genügend Arbeitsschritte, um eine Frühstückspause einzulegen. Es war ja auch halb 9 Uhr. Die Stille draußen machte mir Sorgen, sollte das etwa schon wieder alles gewesen sein? Meine Vermutung wurde nicht enttäuscht, es blieb ruhig. Aber ich machte weiter. Gegen 11 Uhr war ich an der Stelle angelangt, wo es galt 40 kg Schreibtisch einmal von „Beine nach oben“ auf „Beine nach unten“ zu bringen. War spannend und knapp, aber es ging gut. Zubehör angebaut, fertig! Als nächstes war der Unterschrank dran. Ich hatte mich für das Modell entschieden, weil es so schön viele Fächer hat. Nur müssen die alle erstmal zusammen gebaut werden! Gegen 14 Uhr hatte ich dann alle Teile, die herumlagen zusammengebaut, nur noch die Lampen fehlten, aber das ging auch schnell.

schreibtischJetzt galt es, den alten Schreibtisch sowie den Berg von Pappe zu entsorgen. Vorsichtshalber fuhr ich erstmal am Wertstoffhof vorbei, um zu sehen, ob er denn überhaupt offen hat. Internet hatte ich ja noch nicht – der Schreibtisch war ja gerade erstmal aufgebaut. Außerdem brauchte ich noch Glühlampen für die Schreibtischlampen. Der Wertstoffhof hatte offen und ich lud das Auto voll. Als ich abgeben wollte, erfuhr ich „Holz nehmen wir nicht, da müssen Sie zur Müllverbrennungsanlage nebenan, das kostet bis 90kg 5 Euro“. Es gibt Tage, da muss man nicht alles verstehen. Papier und Pappe wird angenommen, aber kein Holz?! Na zumindest steht jetzt der Schreibtisch (ich denke nicht an die Rechnung und die Zusatzkosten, sondern freu mich einfach drüber, dass jetzt alles gut ist).

Bei meinem Umzug nach Bamberg war so gut wie alles aus der alten Wohnung mitgekommen, auch mein alter Schreibtisch. Unter ihm ruhten drei Rechner, darauf zwei Monitore, drei Tastaturen und drei Mäuse. Und gut anderthalb Jahre später hatte sich nichts daran geändert, außer dass die Rechner außer Betrieb blieben und sich Unmengen von Staub dahinter sammelte. Also mußte was Neues her, nach Möglichkeit größer und mit genügend Stauraum für den ganzen Kram, der sonst immer auf der Tischplatte als Staubfänger dient.

Also hatte ich mich mal umgesehen, was passendes beim Schweden gefunden und da ich diese Woche Urlaub hab, begann am Montag die Operation „DeskTOP!“. Da ich wußte, dass ich die Schreibtischplatte nicht in mein Auto bekomme, hatte ich mich nach Transportern zum Leihen umgesehen. IKEA bot einen an für 18 Euro die Stunde und ich rechnete mal hoch… Einladen, Fürth-Bamberg über die A73, Ausladen, Bamberg-Fürth zurück, das kann nicht länger wie maximal 4 Stunden dauern. Soweit der Plan. Die Konkurrenz lag bei knapp 100 Euro pro Tag. Also entschied ich mich für die IKEA-Lösung. Ich sprang nach dem Frühstück in Rüedi, düste nach Fürth, sah mich um, ließ mir die Einzelteile für meinen Schreibtisch zusammenstellen und dann erkundigte ich mich nach dem Leihlieferwagen. Der war verfügbar, ich müßte ihn nur sofort nehmen, denn eine Reservierung wäre nicht möglich. Der Mann am Schalter sprach einen unverkennbaren sächsischen Akzent und als er auf meinem Personalausweis als Ausstellungsort Dresden sah, meinte er nur „Ah, das ist ja gleich bei mir um die Ecke.“ Er ließ mir sogar noch eine Kulanzzeit von 20 Minuten zum Einkaufen zu.

Also alle Sachen eingesammelt und beinahe noch die falsche Tischplatte aufgeladen, ging ich zur Kasse. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass man extrem leidensfähig sein muss, wenn man den Rechnungsbetrag an der Kasse nach einem IKEA-Besuch sieht. Ich wuchtete die Sachen in den Planenwagen, der knallgelb wie ein Postauto aussah. Interessante Erfahrung mal mit so einem Fahrzeug bei böigem Wind über die Autobahn zu fegen. Geht zwar nicht schnell, aber man kommt voran. Als ich wieder daheim war, schleppte ich alle Teil hoch (insgesamt ca. 80kg). Bevor ich zurückfuhr schaute ich sicherheitshalb nochmal alle Pakete durch. Muss so eine Art böse Vorahnung gewesen sein. Ich schielte in das Paket mit der Tischplatte für den Schreibtisch rein, etwas Weißes strahlte mich an. Ausgerechnet die Tischplatte. Wegen diesem blöden Mistding hab ich extra den Transporter genommen, hab extra drauf aufgepasst, die Platte vom richtigen Stapel zu nehmen und erwisch dann auch noch die Falsche. Bei 28°C in einem Transporter ohne Klimaanlage zu sitzen und dann noch vor Wut zu kochen, kommt nicht gut.

Wieder in Fürth angekommen, zog ich erstmal eine Nummer an der Reklamation, lud inzwischen die Platte wieder ab (mittlerweile schweißüberströmt und mit schmerzenden Armen – das Teil ist schwer und gräßlich unhandlich). Die Reklamation war ja weniger das Problem, aber die drei Stunden, die ich bereits herumgetuckert war, ärgerten mich. Wie zu vermuten war, ließ sich der Mann bei der Reklamation nicht erweichen, mir wenigstens einen kleinen Teil wieder gutzuschreiben. Die Platte nahm er anstandslos zurück. Aber ich hatte keinen Beweis, dass die Platte auf dem falschen Stapel lag, außerdem hätte mir Preisunterschied auffallen sollen. Außerdem soll ich beim Einkauf unbedingt, die Richtigkeit der Artikelnummern überprüfen! Tut mir ja leid, alles mein Fehler *grrr* Wenigstens konnte ich einen Gutschein für ein Erfrischungsgetränk und eine schwedische Kaffeepause rausschlagen. Ein kleiner Trost…

Also diesmal alles richtig gemacht: Platte aus dem richtigen Regal gezogen, Artikelnummer überprüft, festgestellt, dass ich noch was vergessen hatte und fix noch mit eingeladen. Nachgezahlt, alles wieder aufgeladen und Richtung Bamberg gedüst. Die Platte hochgeschleppt, schneller T-Shirt-Wechsel und wieder zurück. Meine Befürchtungen, die Autobahn würde sich gegen 17 Uhr füllen, erwiesen sich zum Glück als falsch. Kaum Verkehr Richtung Nürnberg. Halb 6 traf ich in Fürth ein, tankte den Transporter noch voll und wollte den Transporter abgeben. Doch ich hatte die Rechnung ohne Mrs „also dann haben wir hier diese Kerze für 12 Euro“ Schnippisch gemacht. Der Inhalt dreier Einkaufswägen mit Kleinkram sollte angeliefert werden. Und natürlich sollten die Möbel aufgebaut werden. Die kannte den Preis von jedem Artikel und war bemüht alle einzeln aufzuzählen. DREI Einkaufswägen! Eine gefühlte halbe Stunde später war sie fertig und ich konnte den Transporter abgeben. Es zählt natürlich die angefangene Stunde und damit wäre mit der Auftritt von Mrs Schnippisch egal gewesen, aber mein Nervenkostüm machte das einfach nicht mehr mit.

Jetzt war schwedische Kaffeepause angesagt. Das von mir auserwählte Kuchenstück war nicht Bestandteil einer schwedischen Kaffeepause, nur Blechkuchen. Die Kassiererin hatte auch schon mal bessere Laune gehabt (vermute ich) und wies mich auf das Bild mit der Mandeltorte hin „Das gehört zur schwedischen Kaffeepause!“ Ich brachte das Stück zurück und versuchte mein Glück erneut. Das Stück Mandeltorte wies eine gewisse Ähnlichkeit mit dem auf dem Bild auf. Ihr höhnisch langsamer Applaus zeigte mir – ich hatte meine Aufgabe richtig gelöst. Ich war geneigt ein „Man merkt, dass ich studiert hab, stimmts?“ fallen zu lassen, konnte mich aber zusammenreißen. „Kann ich endlich meine Ruhe haben?“ – ich glaub, das vereinte uns. Ich beschleunigte mein Tablett, der Löffel tanzte auf dem Boden herum. Ich hob ihn auf und bekam ein „Wenn Sie mir den Löffel geben, erhalten sie sogar noch einen Neuen!“ von oben zu hören. „Sie meinen, ich soll jetzt einfach den Löffel abgeben?“ – „Solange es nur ein Kleiner ist…“ Traumfrau für einen Moment…

Ich schlürfte gemütlich den Kaffee und aß den Kuchen. Ich mußte aufpassen, schließlich mußte noch Platz für einen Hotdog bleiben. Der kam als nächstes zusammen mit dem Gratisfreigetränk. Vor mir bemühte sich eine Amerikanerin mit Händen und Füßen zu bestellen. Sie suchte noch Getränke in bottles. Die Verkäuferin verstand Bahnhof, ich half aus. Beide bedankten sich bei mir und ich reichte den Gutschein mit den Worten „So ein Erfrischungsgetränk und ein Hotdog“ rüber. Sie starrte den Gutschein an und meinte „Öhm, der gehört doch dazu…“ Kein Widerspruch meinerseits, etwas Schwäbisches machte sich in mir breit. Auch gratis Nachfüllen ging gut. Ich brachte meinen Flüssigkeitsspiegel wieder auf Normal Null.

Der Tag war gelaufen – 6 Stunden Transporterfahrt ohne Klimaanlage, es war 19:30 Uhr, als ich wieder daheim war und mir konnte nur noch ein Bad helfen. Aufgebaut war noch nichts, das wäre nichts mehr geworden.

Der Donnerstag fing doch so schön an. Im Normalfall endet meine morgendliche Parkplatzsuche damit, dass ich nochmal ein paar Minuten bis zur Firma laufen darf. An dem Morgen bekam ich direkt einen Parkplatz vor der Firma. Ist ungefähr wie ein 6er im Lotto. Und es ging auch noch genauso gut weiter. Der Speiseplan versprach eine Hackfleisch-Lasagne zum Mittag und bis zum Mittag konnte ich eines meiner letzten kniffeligen Probleme lösen. Also konnte ich am Nachmittag ganz beruhigt ins Auto steigen und zum Klavierunterricht fahren. Danach wollte ich nochmal auf Arbeit und etwas für den nächsten Morgen vorbereiten.

Das Klavierspielen lief mittelmäßig bis schlecht, aber angesichts des Stresses der vergangenen Tage war das auch kein Wunder. Ich sprang danach ins Auto und wollte wieder auf Arbeit, als mein Handy klingelte… Am anderen Ende meine Vermieterin, die mich mit den Worten begrüßte „Es hat im Haus gebrannt!“ Erste Schrecksekunde. „Aber ihrer Wohnung ist nichts passiert, es war im Keller.“ Wieder Aufatmen. „Sind Sie in Bamberg? Können Sie mal herkommen, die Feuerwehr möchte in ihre Wohnung, um zu sehen, ob Rauch in ihrer Wohnung ist.“ Klar doch, kein Problem. Irgendwie ging mir alles zu langsam auf dem Weg zur Wohnung, ich hatte ja keine Ahnung, was mich erwartete und wie schlimm es war.

Als ich ankam, standen zwei Löschzüge vor dem Haus und die Feuerwehrmänner quatschten miteinander. Ich warf einen Blick in Keller. Der Heizungskeller schwarz und die Unterseite der Treppe rußgeschwärzt. Ich ging mit dem Chef der Feuerwehr zur Wohnung hoch und wollte aufschließen, was irgendwie nicht klappte, weil der Schlüssel nicht mehr ins Schloss passte. Bei einem zweiten Blick fiel mir auf, dass das Schloss verdächtig schräg und angeschrammt aussah. Jetzt rückte der Feuerwehrmann mit der Sprache raus. „Wir wollten schon aufbrechen, als wir erfuhren, dass Sie kommen.“ Prima, kann man nicht sowas vorher sagen oder wollte der mich dumm dastehen lassen? Er ging seinen Koffer in aller Ruhe holen (10 Minuten war er weg) und ich erfuhr inzwischen, was passiert war. Im Zuge der Hausmodernisierung sollten die alten Öltanks herausgeholt werden, da ja letzten Herbst die Gasheizung installiert worden war. Der beauftragte Schrotthändler war aber so clever, die Öltanks mit einer Flex zu zerschneiden. Soviel Dummheit muss natürlich bestraft werden. Inzwischen kam noch einer von den Stadtwerken und prüfte, ob die Gasleitungen beschädigt wurden sind. Es gab Entwarnung – kein Gasleck vorhanden. Wahrscheinlich würde dann das Haus auch nicht mehr stehen. Nach Aussagen der Feuerwehr würde es aber kein warmes Wasser geschweige denn Heizung geben.

Der Ausbau des Schlosses dauerte ungefähr zwei Minuten und endete mit den Worten „Da müssen Sie den Schlüsseldienst kommen lassen oder sich selbst ein neues Schloss einbauen.“ Ich war von dem Wort „Schlüsseldienst“ dermaßen benebelt, dass mir mehrstellige Summen um den Kopf tanzten. Die Option fiel also aus. Ich stand also einen Moment bedeppert da, als der Chef der Feuerwehr anfing: „Also das ist jetzt ein wenig blöd, ich weiß, aber ich betreibe noch nebenbei einen Schlüsseldienst.“ Wie praktisch – erst als Feuerwehrmann Schlösser knacken und dann gewerblich gleich ein Neues einsetzen. „Wir hatten ja von der Polizei den Auftrag, die Wohnung zu öffnen, als wir erfuhren, dass Sie kommen.“ Vor meinem geistigen Auge spielte sich ein Dialog der Vetternwirtschaft ab. Ich fragte, ob der Einbau von der Versicherung (welcher auch immer) getragen wird. Das Ja klang überzeugend und ein neues Schloss wurde eingebaut. In der Zwischenzeit wurden Bad, Flur und Küche gelüftet, sodass der Rauch abgezogen war. Mir wurde ein Betrag von knapp 30 Euro genannt – nur das Schloss, keine Einbaukosten. Klar, Anfahrtskosten konnte er ja schlecht berechnen.

Nachdem alles erledigt war, fuhr ich nur noch auf Arbeit, schaltete meinen Rechner aus, erzählte meinen Kollegen die Geschichte, die dann auch gleich den Kopf schüttelten. Als ich wieder daheim ankam durfte ich glücklicherweise erfahren, dass warmes Wasser und Heizung doch wieder gingen, bis auf die Mieterin, welche die Wohnung über dem Heizungskeller bewohnt, dort wären zuführenden Heizungsrohre geschmolzen. Ein Mann von der Gebäudeversicherung war auch schon da und versprach, Montag Mittag nochmal vorbeizuschauen. Er warf einen Blick in meine Wohnung und sah sich die Sauerei um die Tür herum an, wo sich der Ruß an Türrahmen und Richtung Decke breit gemacht hatte. Als sie weg waren, nahm ich erstmal ein Bad und lüftete die gesamte Nacht Flur und Bad, da der Gestank von verbranntem Öl unerträglich war.

Den nächsten Tag erfuhr ich, dass es eine kleine Diskussion im Haus gegeben hat, da die für die Entfernung der Öltanks beauftragte Firma den Auftrag weitergegeben hatte und der Ausführende nur eine Gewerbeversicherung für landwirtschaftlichen Betrieb besaß.

Nachdem ich gestern wieder auf Arbeit war, kamen heute die Reinigungsarbeiten für die Wohnung dran. Vormittags durfte ich den Abwasch nochmal machen und alle Regale putzen. Und gerade bin ich mit dem Bad, sowie dem Wischen von Küche, Bad, Flur und Treppen fertig. Überall nur schwarz, aber endlich kann hier wieder was anfassen, ohne schwarze Finger zu bekommen. Bin mal gespannt, wann die Rechnung vom Schloss kommt und wem ich die aufs Auge drücken kann.

weihnachtsbaumDie Geschenke sind verpackt, Weihnachtsmails sind verschickt und auf mich wartet morgen früh nur noch das Bügeln von ein paar Hemden und dann geht es Richtung Heimat. Dort wartet ein straffes Programm auf mich. Fängt mit dem alljährlichen Treffen am 23.12. an, geht über das 4. Außerordentliche Konzert im Kulturpalast und endet mit dem Ausräumen des Arbeitszimmers bei meinen Eltern und das sind nur die nichtweihnachtlichen Ereignisse.

Ich hatte gestern Abend mal den Versuch gewagt einen Rückblick auf das Jahr zu werfen, habe mich dann aber entschlossen, den Jahresrückblick für dieses Jahr anders ausfallen zu lassen. Dafür stehen schon ein paar Ziele für das nächste Jahr fest – die Umgestaltung von Wohn- und Schlafzimmer und (man höre und staune) mich wieder in die Reihen der Nichtraucher einzugliedern.

Diese Woche erfuhr ich dann auch noch, dass der mittelalterliche Weihnachtsmarkt in Dresden abgebrannt ist. Da es immense Schäden an der Bausubstanz gab, wird von Seiten der Stadt spekuliert, den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt nicht mehr stattfinden zu lassen. Viele der betroffenen Händler waren wohl nicht gegen Brand versichert und müssen neben dem ohnehin entstandenen Verlust auch noch diese Schlappe einstecken. Dabei gehörte der mittelalterliche Weihnachtsmarkt doch einfach mit dazu. Aber die Stadt hat offensichtlich nach wie vor ein sicheres Händchen dafür touristische Attraktionen brachliegen zu lassen (Stichwort: Fernsehturm).

Ich will aber meinen Kopf nicht noch mehr mit komischen Gedanken vollstopfen, da wüten jetzt schon wieder genügend Sachen in mir drin, gerade als ich den Blick auf den Anfang des Jahres warf. Statt dessen will ich doch mal weniger über mich berichten, sondern auch mal was zur Allgemeinbildung beitragen. Heute mal etwas mexikanisches…

Die Geschichte von Mexiko-Stadt geht in das Jahr 1325 zurück, wo der Legende nach Azteken von ihrem Oberchefgott Huitzilopochtli die Anweisung erhielten, sich dort niederzulassen, wo sie einen Adler finden, der auf einem Kaktus eine Schlange frisst. Um 1519 fielen dann die Spanier in die Stadt ein, die damals noch Tenochtitlán hieß und damit begann das Ende der Aztekenzeit. Wer jetzt die Geschichte mit dem Adler und Schlange schon merkwürdig fand, sollte mal einen genaueren Blick in die aztekische Mythologie werfen. Denn der Vater von Huitzilopochtli (auch Uitzilopochtli oder Vitzliputzli genannt) war ein Ball Federn (Mixcoatl). Seine Mutter war von diesem Ball Federn unehrenhaft schwanger geworden, weshalb seine ältere Schwester (Coyolxauhqui) die Mutter noch vor seiner Geburt tötete. Huitzilopochtli nahm ihr das übel, sprang aus dem Leib der Mutter und tötete seine Brüder (400 Stück) und seine Schwester. Wer einen solchen Gott anbetet, opfert auch gern mal den einen oder anderen Kriegsgefangenen. Also wurde der Gefangene in der Opferfarbe Grau gestrichen, vier Priester hielten ihn fest, während der fünfte ihm mit einem Obsidianmesser das Herz herausschnitt. Schreien war bei dieser Prozedur jedoch nicht erwünscht und es wagte auch keiner seiner Opferung zu widersprechen.

Dies also ein kurzer Umriss aus der Mythologie der Azteken und das einen Tag bevor wir den Geburtstag von Jesus feiern. Bloß gut, dass damals kein Ball Federn unterwegs war, wer weiß wie Weihnachten dann hier aussehen würde. Und bevor es noch mehr ausartet – an alle meine Leser:

Ich wünsche Euch ein wunderschönes Weihnachtsfest im Kreis eurer Familien, Eltern und/oder Kinder. Lasst euch reich beschenken oder genießt einfach die gemeinsame Zeit. Ein paar erholsame Tage wünscht Euch,

Jan

Ja, mich gibt es noch. Seit gestern auch wieder online. Am besten, ich rolle die Geschichte wie immer von hinten auf…

Alles fing damit an, dass ich den Rechner Donnerstag Abend abgebaut habe und ins Schlafzimmer verfrachtet habe. Nachdem was ich gehört habe, sollte ich ja am Sonntag Abend schon wieder die Schrankwand am Sonntag Abend wieder einräumen können. Mit dem Wissen packte ich meine Sachen ein und fuhr am Freitag auf Arbeit, wo mich dann nachmittags Sandra abholte und wir nach Dresden aufbrachen. Kurz vorher erhielt ich die Nachricht, dass ich fahren müßte. Kein Problem, mittlerweile fange ich sogar bei Rüedi an den Rückwärtsgang zu suchen, die sind aber auch immer woanders.

Lange hielt der Fahrspaß nicht an, bei Zwickau kamen wir wieder in einen Stau, der diesmal aber nicht so lange andauerte und so kamen wir gegen 18 Uhr in Dresden an. Da meine Mutti völlig gehandicapt ist, oblag mir der Küchendienst am Samstag Mittag. Ich fuhr vormittags noch mit meinem Vater (im Auto meiner Eltern – wieder ein neuer Rückwärtsgang) einkaufen. Ich machte meinen Hähnchen-Bananen-Auflauf, der offensichtlich gut ankam. Am Nachmittag besuchten wir noch Oma und abends konnte es dann zum Klassentreffen gehen.

Die Damen der Organisation hatten einen großen Tisch beim Griechen bestellt und wo ich eintraf, war schon der Großteil eingetroffen. Gut die Hälfte der Leute, die damals in unserer Klasse war, hatte sich eingefunden – zum ersten Mal seit 17 Jahren. Fast alle erkannte ich auf Anhieb und schon saßen wir zusammen, quatschen über die Erlebnisse der letzten Jahre. Was hatte man gelernt, studiert und was macht man jetzt. Anfänglich war es etwas depremierend, der einzige zu sein, der noch keine Kinder hat, aber ich bekam dann noch Verstärkung. Von der Küste bis ins tiefe Schwabenland hatten sich alle wieder eingefunden. Und ehe wir uns versahen, waren wir der letzte besetzte Tisch in der Gaststätte und wir wurden nett gebeten (im ernst!), dass sie jetzt schließen wollen, weil Leute über der Gaststätte wohnen. Also verabschiedeten wir uns und beschlossen, in 3 Jahren das Ganze zu wiederholen.

Am Sonntag wollten wir zu viert essen gehen, was dann aber irgendwie daneben ging, weil bei Sandras Großeltern die Karnikel ausgebüchst waren und die sich nicht wieder einfangen lassen wollten. Auf dem Heimweg durfte ich wieder ans Steuer und wir flogen zurück. Aus dem Augenwinkel warf ich immer einen Blick aufs Navigationssystem. Das Teil kennt ja sogar die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Streckenabschnitten und blinkt rot und nervös, wenn man zu schnell ist. Aber wir kamen störungsfrei wieder daheim an. Und zuhause erwartete mich eine Überraschung.

Ich stand im Wohnzimmer und es hatte sich nichts verändert. Ich war begeistert, aber da das Wetter schön war, stieg ich noch eine Runde aufs Rad und radelte durch die Stadt. Als ich wieder daheim ankam, traf ich noch eine Frau aus dem Haus und wurde bautechnisch auf den neusten Stand gebracht. Sie hatten jetzt die neuen Leitungen im Bad verlegt und als ich Montag etwas verschwitzt heimkam, mußte ich feststellen, dass ich kein warmes Wasser mehr hatte. Ein beherzter Griff zum Warmwasserhahn ließ ein Röcheln ertönen und hinter mir hörte ich es plätschern. Der Rest der noch in der Leitung war, plätscherte auf den Boden. Genau das, was ich jetzt gebrauchen konnte. Ich improvisierte mit einer Mischung aus kaltem Wasser und dem Wasserkocher ein Gemisch mit dem man sich waschen konnte und fragte bei Sandra an, ob ich die nächsten Tage bei ihr unterkommen kann, hatte sie mir ja schließlich angeboten. War aber nicht notwendig, den nächsten Tag war schon alles angeschlossen und ich konnte das erste Mal meine neue Heizung in Betrieb nehmen. Der alte Gasofen war auch weg und im Bad hing der neue Heizkörper statt dem Durchlauferhitzer. Gleich erstmal in die Wanne gesprungen und eine Runde gelesen.

Laut dem Chef der Firma sollte ich am Mittwoch Nachmittag eher Samstag Vormittag meine neuen Leisten im Wohnzimmer bekommen. Mittwoch Nachmittag wurde nichts und auch am Donnerstag und Freitag tat sich nichts, weil die Handwerker anderweitig unterwegs waren. Nachdem wir es etliche Male verschoben hatten, gingen Sandra und ich in die Therme in Bad Staffelstein. Sandra hatte sich erfolgreich eine Ladung des Magen-Darm-Virus‘ eingefangen und ich konnte meine Tipps weitergeben bzw. die übrige Packung der Tabletten abgeben. Ich fuhr Samstag Vormittag heim, schaute den Handwerkern kurz auf die Finger und ging einkaufen. Sandra fuhr heim und erwischte die Vollsperrung der A72, in der sie 3,5 Stunden festhing.

Als die Handwerker Samstag Nachmittag abzogen, hatte ich neue Leisten in Küche und Wohnzimmer und fing an zu putzen. Nach 6 Stunden tasmanischer Teufel hatte ich das Wohnzimmer wieder eingeräumt und soweit geputzt, dass man überall barfuß laufen konnte, ohne sich schwarze Füße zu holen. Abends ging ich dann ins Kino und sah mir „Saint Jaques“ an. Drei verfeindete Geschwister werden durch das Testament ihrer Mutter gezwungen, den Jakobsweg zu gehen, um das Erbe antreten zu können. Bewertung: ganz nett. Hat viele lustige Stellen, aber umwerfend war der Film nun nicht. Gerade wenn das Publikum „Ach guck mal da, da waren wir auch schon“ tuschelt.

chinesisch 20070930Den Rest des Abends nutzte ich die Gelegenheit, Blogs und Mails durchzulesen und kuschelte mich dann in mein Bett. Etwas widerwillig fing ich dann heute Mittag an, die Küche zu putzen, aber auch das war relativ schnell erledigt. Und nachdem ich sie wieder sauber hatte, konnte ich sie gleich wieder eindrecken. Ich schnipselte mir auch Hähnchenbrustfilets, Lauchzwiebeln, Möhren und Sojabohnenkeimen mir was chinesisches zusammen. War wie gewohnt – schön scharf. Ich blicke ziemlich entspannt auf die nächste Woche – noch 2 Tage arbeiten, dann habe ich zwei Wochen Urlaub und noch keinen Plan, was ich mache. Möchte irgendjemand von mir heimgesucht werden? Ansonsten warte ich mal ab, wie das Wetter wird und mein Kopf schwankt noch zwischen ein paar Tagen Ostsee und Wandern in der Fränkischen Schweiz.

Ach so, na zwei erfreuliche Sachen noch. Zum einen erreichte mich letzte Woche ein unangefordertes Postcrossing aus Sizilien von Alex und der Tanzfee (Hab mich gefreut, Danke!). Und heute morgen sehe ich einen neuen Kommentar von Parmon auf meiner Podcastseite, seines Zeichen einer der beiden Betreiber vielen Helferleins des Labels Phonocake aus meiner Lieblingsheimatstadt Dresden. Mein Podcast hat es in ihre Liste der Podcasts geschafft. Und ich müßte meine Labelliste mal auf den neuesten Stand bringen…

Nachdem ich letzten Samstag zu hören bekam, dass meine Heizkörper erst verlegt werden, wenn das Bad gemacht wird, dachte ich auch am Montag Abend nicht eine Sekunde daran, dass ich den Rechner abbaue. Zumal sich in der Küche wenig getan hatte und gerade mal zwei Rohre aus dem Loch in der Küche herausragten. Die Überraschung folgte auf dem Fuße. Ich kam Dienstag etwas geschafft von einem kleinen Rückfall heim und hörte schon im Hausflur ein Bohren, das von oben kam. Ich betrat mein Wohnung und bekam fast einen Anfall. Die Handwerker hatten den Wanddurchbruch zum Wohnzimmer gemacht, ohne den Rechner nur einen Millimeter zu bewegen, dafür sind Fernseher und Couch von der Wand weggewandert und überall waren schon die Heizkörper montiert und die Heizungsrohre verlegt. Als ich dann auch noch zu hören bekam, dass die Schrankwand ausgeräumt werden müßte, damit man sie verschieben kann, knallte bei mir eine Sicherung durch und ich fing an herumzumosern, dass sich die Herren doch mal Gedanken machen sollten, dass Computer ein Stück weit empfindliche Technik sind und der Betonstaub problemlos so eine Kiste lahmlegen kann. Ich kam dann auch noch auf die Themen „Schrankwand“ und „Planung im Allgemeinen und Speziellen“ zu sprechen. Wer mich kennt weiß, dass man mich nur schwer aus der Ruhe bringen kann, aber an der Stelle hat es mir echt gereicht.

Ich fragte noch kurz, wie lange sie denn gedenken, zu arbeiten. Bis 19 Uhr wollte man noch machen, dann wäre Schluss. Ich verzog mich erstmal nach draußen und mußte meine Runde unterbrechen, als es zu regnen begann. Im Haus schnappte ich mir den Chef, redete nochmal mit ihm und klärte dann mit den anderen Handwerkern, dass die Schrankwand bis Mittwoch ausgeräumt ist. Mittwoch stieg ich dann auf die Diät um, die mir mein Arzt schon am Montag ans Herz gelegt hatte und blieb tapfer. Als ich Mittwoch Abend heimkam, dachte ich, ich traue meinen Augen nicht, die Schrankwand hatte sich keinen Millimeter bewegt. Dafür war der Rest der Heizungsrohre schon fertig verlegt. Ich ging wieder zum Chef und ließ mir erklären, dass die restliche Montage erst stattfindet, wenn die Schutzleiste für die Leitungen montiert wird. Vorher macht es ja keinen Sinn, die Schrankwand zu verschieben. Das leuchtete in meinen Augen ein und ich erkundigte mich nach dem Termin der Montage, da ich am Wochenende wieder nach Dresden fahre. Er wolle es am Wochenende machen, und wenn ich Sonntag wiederkomme, steht die Schrankwand wieder am alten Platz und ich kann wieder einräumen. Ich sagte im Gegenzug, dass ich den Rechner wegräume, damit sie mehr Platz zur Montage der Panele hätte.

Also wird in wenigen Minuten der Rechner heruntergefahren und abgebaut. Vorher werde ich noch ein paar Zahlen auf meinen Konten verschieben und dann hat sich das Thema Bafög für mich erledigt. Dann kann es mit voller Kraft in Richtung E-Piano gehen und wie es meine heutige Klavierstunde wieder bewiesen hat, ist das dringend nötig.

Aber jetzt erstmal ins Wochenende – am Samstag ist Klassentreffen und ich bin schon gespannt, wer überhaupt kommt und wie die Leute nach mittlerweile 17 Jahren aussehen. Ich hoffe, ich komme auch noch ein wenig zum Lesen, das nächste Buch, das ich mir geschnappt hatte – Nick Hornbys „How to be good“ – liest sich wie immer hochgradig gut und ist jetzt schon zu 2/3 durch. Dazu aber nach dem Wochenende, mit hoffentlich wenigen Pannen und einem wieder aufgestellten Rechner, mehr.

schacht offenDie Entropie in sich geschlossenen Systemen nimmt zu. Ein fester Grundsatz, daran gibt es nichts zu rütteln. Dabei reicht schon das System „Modernisierungsmaßnahme“ völlig aus. Von letztem Wochenende klingelte mir noch der Satz „Wenn wir nächsten Samstag beginnen, ist Montag, wenn Sie wieder heimkommen, alles fertig!“ Welche zwei Fehler stecken also in der Aussage? Erstens – ich war nicht weg und zweitens – bis Montag schaffen die Handwerker das nie. Aber um die Entropiezunahme weiter zu verfolgen… Als ich Freitag nochmal nachfragte, was denn nun alles wegzuräumen ist, hieß es „Küche reicht erstmal“. Die Baumaßnahmen begannen früh halb 9 Uhr (Wer schläft schon gern aus?) und ich verzog mich erstmal zum Einkaufen. Ich ließ mir dabei extrem viel Zeit, von dem Radau wollte ich so wenig wie möglich mitbekomen. Witzig war noch, dass der Handwerker mich am Morgen fragte: „Ach, auch aus Dresden?“ (Bei mir hängen zwei Bilder von Dresden in der Küche).

Als ich wiederkam, war der Handwerker gerade mit Aufräumen beschäftigt und meinte, dass es für heute alles wäre. Das Ergebnis: Ein Loch, wo die Rohre langgeführt werden sollen (ca. 80cm x 30cm) und eins, wo bereits der neue Heizkörper hängt. Am Nachmittag schnappte ich mir noch den Chef der Firma und fragte, ob ich den Rechner wegräumen sollte, damit sie Montag weitermachen können. Er dachte kurz nach und meinte „Nein, Montag machen wir erstmal die Küche und es wäre vielleicht besser, wenn wir Wohnzimmer und Schlafzimmer erst in Angriff nehmen, wenn wir das Bad machen.“ Auf der einen Seite bin ich beruhigt, dass ich den Kram nicht umräumen muss, andererseits mußte ich heute Morgen vernehmen, dass es wohl noch 2 Wochen andauern wird. Die letzten Tage daheim haben mir völlig gereicht und um ehrlich zu sein, ich freu mich drauf, wenn ich Montag wieder auf Arbeit bin.

heizung kuecheAber was soll man denn sonst mit einer Magen-Darm-Grippe (was anderes kann es bald garnicht sein) machen? Die ersten beiden Tage ging erstmal so gut wie garnichts. Ich habe entweder geschlafen, DVD gesehen oder gelesen. Michel Houellebecqs „Die Möglichkeit einer Insel“ folgte „My dear Krauts“ von Roger Boyes. Angeblich eine humoristische Betrachtung der Deutschen, aber ich kann mich daran erinnern, dass ich höchstens zwei oder drei Mal lachen mußte. Sandra fragte auch schon zwischendurch, ob es witzig wäre, ich meinte nur „Nö, sehr flach.“ Sie warf einen Blick auf die Biographie des Autors (worauf Frauen so alles achten?!) und sagte nur: „Kein Wunder, der hat Theologie, Germanistik und Politikwissenschaften studiert.“ Für wahr, das sind wirklich die Gebiete aus denen die Komiker reihenweise hervorgehen, oder etwa nicht?

Ich hatte auch endlich mal Zeit, mir die DVDs anzusehen, die mir ein Kollege ausgeborgt hatte. Einer davon war „Dogma“, der ist wirklich Kult! Komisch, wunderbar als Quelle für Zitate geeignet und nicht zuletzt ist Alanis Morrissette Gott, ich hab es immer gewußt! Gestern Abend kam dann noch „Secretary“ hinzu, wo ich zu Beginn fragte, worauf der Film hinaus will? Es wirkte durch die S/M-Spielchen doch etwas skuril, aber die schauspielerische Leistung ist ganz groß. Man kauft ihnen die Rolle, die sie spielen, vom Fleck weg ab. Ich habe mal recherchiert und bin bei amazon.de auf zwei Sätze gestoßen, die den Film sehr gut treffen. „Wenn man die S/M-Komponente herauskürzt, die vielleicht nicht jedem liegt und hier eigentlich auch nur der Geschichte einen exotischeren Kick gibt, dann bleibt einfach nur eine romantische, ganz wahrhaftige Liebesgeschichte übrig.“ stimmt mit meiner Meinung überein, denn diese Spielereien sind nur Beiwerk und letztendlich nicht so wichtig, deswegen kann ich die anderen Meinungen nicht teilen, die behaupten, es wäre doch endlich mal ein Film, der sich mit S/M auseinandersetzt und zeigt, das sowas nicht nur in dunklen Kammern gespielt wird. Alles Quark, darum geht es doch garnicht. Oder um das zweite Zitat zu Rate zu ziehen „Sicherlich kein Film für jedermann, einige Zuschauer jedoch dürfte diese kluge und erotisch aufgeladene Geschichte über unterdrückte Leidenschaften ganz unerwartet tief bewegen.“ Ganz richtig erfasst, denn darum geht es – Liebe und Leidenschaft und jetzt bekomm ich auch wieder den Bogen zu „Die Möglichkeit einer Insel“ in der die etwas tragische Hauptgestalt resümiert:

Wenn man individuelle Freiheit und Unabhängigkeit anstrebt, ist keine Liebe möglich, alles andere ist eine Lüge, und zwar eine der größten Lügen, die je ersonnen worden sind; Liebe ist nur dann möglich, wenn der Wunsch nach Zerstörung, nach Verschmelzung, nach individueller Selbstaufgabe vorhanden ist, und zwar in einem gewissen ozeanischen Gefühl, wie man früher sagte, also in etwas, das es sowieso in naher Zukunft nicht mehr geben wird.

Aber genug der depressiven Gedanken, sonst hab ich die Befürchtung, es färbt auf mich ab. Ich hätte eigentlich richtig Lust, etwas zu unternehmen, aber wie mich die Erfahrung gestern lehrte, ist das eine ganz schlechte Idee. Also Planung für heute: Musik hören, mal wieder Postkarten schreiben, Wäsche waschen (solange der Dreck noch nicht in der gesamten Wohnung ist) und mal wieder etwas Klavier spielen üben. Die Stunde am Donnerstag mußte ich schon sausen lassen, aber nächsten Donnerstag geht es endlich weiter und ich denke mal, Mitte nächsten Monats könnte ich das Projekt „E-Piano“ abgeschlossen haben. Aber dazu müßten erstmal alle Möbel wieder an Ort und Stelle stehen.