Unglaublich, was die WM für Nachwehen hat. Da trudeln Witze wie diese ein…

Ein blinder Bär und ein blinder Frosch treffen sich im Wald! Der Frosch betastet den Bären und sagt: „Du bist groß, du hast ein weiches Fell, du hast einen großen Kopf und scharfe Zähne. Du bist ein Bär.“ Stimmt, sagt der blinde Bär und betastet den Frosch und sagt: „Du bist klein, du hast ein großes Maul, du bist klebrig und glitschig und hast einen kleinen Stummel als Schwanz. Du bist ein Italiener!“

… da wird spekuliert, ob Zidane nun als Terrorist beschimpft wurde, oder ob es doch gegen seine Schwester oder Mutter ging. Fest soll auf jeden Fall gestanden haben, dass Zidane auf das Ziehen an seinem Trikot mit dem Satz „Wenn du das Trikot haben willst, mußt du bis nach dem Spiel warten.“ Und alles was folgte, darüber will sich Zidane morgen äußern. Aber bis es soweit ist, gibt es das Zinedine Zidane Combat Game. Und noch mehr in dieser Richtung gibt es bei Multiple Extase

Angeblich wird auch auf den Gängen der FIFA getuschelt, dass 2010 die WM doch nicht in Südafrika statt findet, weil der Bau von Stadien und Infrastruktur schon viel zu weit hinter dem Plan herhinkt. Statt dessen stehen die USA und wiederholt Deutschland zur Auswahl. Die USA, weil sie finanziellen Mittel hätte innerhalb von vier Jahren ein Event in der Größenordnung aufzuziehen und Deutschland… nun ja, wir hatten ja gerade die WM und könnten quasi für die nächsten vier Jahre in Feierlaune bleiben und die Fähnchen an den Autos lassen.

Nachtrag: Noch mehr NachWMdingsda! Klinsi ist von seinem Posten als Bundestrainer zurückgetreten 🙁 Erst nur als Gerücht unterwegs, wird das jetzt in der FAZ von Gerhard Mayer-Vorfelder bestätigt.

Wer meinen letzten Blogeintrag gesehen hat, wird sich wundern: Halb neun und ich schreibe noch einen Eintrag? Sämtliche Spiele fangen immer abends um 21 Uhr an, nur nicht das Finale. Klassisch – ich verpasse die erste Halbzeit und die beiden Tore, wundere mich, warum es draußen knallt. Dafür hat mir die zweite Halbzeit gereicht. Meine Favoriten haben gespielt wie lahme Enten und hätten sich nicht wundern dürfen, wenn sie verloren hätten. Aber erstaunlicherweise haben sie sich durchgemogelt und auch noch das Elfmeterschießen gewonnen, aber auch nur durch Fehler der Franzosen.

Was bin ich froh, dass die deutsche Mannschaft gestern gespielt hat und einen tollen Sieg errungen hat, denn wie Eric Mejer schon sagte: Nichts ist scheißer als Platz zwei.

Ich glaube Zidane hat seine Aktion weniger Sekunden später schon bereut. Ganz große Geste auch von Buffon der ihn nochmal freundschaftlich in den Arm nahm, bevor Zidane das Spielfeld verließ.

Nachtrag:

Und gewonnen hat Deutschland doch! Und zwar den Torschützenkönig der WM 2006 – Miroslav Klose. Hier sehen wir ihn beim Zählen der Tore, die er geschossen hat.

pizzaschnitzelEigentlich hatte ich es garnicht so bewußt auf das Finale der Fußball-WM ausgerichtet, aber es passte hervorragend als heutiges Essen und quasi als Vorbereitung für den Fernsehabend. Wieder einmal habe ich chefkoch.de befragt und heute fiel meine Wahl auf Pizzaschnitzel. Als Beilage habe ich mich für grüne Bandnudeln entschieden und einen trockenen italienischen Weißwein. Sehr lecker…

Ich hoffe, die italienische Mannschaft weiß das zu würdigen und gewinnt heute.

Diese Woche machte sich eine von meinen Radkappen selbstständig und wiedergefunden habe ich sie auch nicht. Ich glaube, es war Dienstag morgen als ich früh ins Auto stieg, mich noch wunderte, warum er nicht so besonders fährt und dann auf Arbeit feststellte, dass eine Radkappe sich abgelöst hat.

Also hab ich meinem Rüedi als kleine Belohnung und als kleines Geschenk einen neuen Satz Radkappen bestellt. Denn seit gestern sind wir 30.000 km zusammen, davon ungefähr 25.000 km auf Autobahnen. Da fühlt er sich so richtig wohl und dankt mir das mit einem Verbrauch von 6,5 l/100 km. Auch wenn ich ihn mal ein paar Kilometer mit mehr als 160 km/h über die Autobahn treibe. Kleines japanisches Wunderwerk…

Im August gibt es dann erstmal einen neuen Auspuff, weil der alte langsam durchgerostet ist. Hoffentlich ist es bis dahin mal kühl geworden, denn momentan scheint es noch nicht zum Gewitter zu kommen, dass schon seit Donnerstag angedroht wurde. Richtig – überall scheint es zu regnen, zu gewittern, nur hier hält sich tapfer die Sonne.

Na wenigstens ist es jetzt etwas angenehmer. Und ab 21:00 Uhr geht es wieder los, wenn es heißt: Deutschland gegen Portugal. Meine Stimme ist betriebsbereit, das Bier steht kühl, von mir aus kann es losgehen. Ich freu mich schon auf das Spiel, denn so wie ich das Spiel der Portugiesen bis jetzt gesehen habe, dürfte es der deutschen Mannschaft nicht schwer fallen.

Nachtrag: Ich hab das Gefühl, dass das Bild völlig falsch rüber gekommen ist. Ich hatte das eher witzig gemeint, aber dazu ist das Original vielleicht nicht bekannt (Was ich eigentlich nicht glaube)…

Nachdem im letzten Spiel schon die Spannung unerträglich war, wird sie im heutigen Spiel gipfeln. Wie wird die deutsche Nationalmannschaft den Verlust von Frings verkraften und wer wird an dessen Stelle kommen? Natürlich sind die Jungs hochmotiviert und egal, ob wir gewinnen oder verlieren – ein Spiel wird auf alle Fälle noch gespielt. Ich hoffe, sie haben aus dem letzten Spiel die Lektion gelernt, dass man auch vor einem starken Gegner keine Angst haben muss, da auch dieser seine Schwächen hat.

Ansonsten gibt es von mir heute keine Statistiken, Schätzungen oder dergleichen. Ich wage es nicht mal einen Tipp abzugeben, werde aber die deutsche Mannschaft leidenschaftlich anfeuern. Schlaaaaand, schlaaaand. Eigentlich sollte ich im Fall eines Sieges doch in die Stadt fahren. Die fahrenden, hupenden und beflaggten Autos vermitteln das Gefühl, dass halb Deutschland am Spiel teilgenommen hat. Fehlt nur noch, dass sie auf den Knien in Siegerpose die Prager Straße rauf- und runterrutschen. Ich lass einfach mal Hans Krankl sprechen, der meinte „Wir müssen gewinnen, alles andere ist primär.“ Also viel Glück für Klinsi und die deutsche Elf!

Nachtrag: Verloren. In den letzten anderthalb Minuten lassen sich die deutschen Jungs noch zwei wunderschöne Tore von den Italienern verpassen. Ich denke, die zu diesem Zeitpunkt bessere Mannschaft hat gewonnen. Wie der Kommentator schon gesagt hat, Kehl ist im Gegensatz zu Frings zu defensiv und das hat man dem Spiel der deutschen Mannschaft auch angemerkt.

Frühstück beendet, die Waschmaschine zeigt rumpelnd blau-grünes Kino, die Rechnungen sind gezahlt und abgeheftet – Zeit endlich mal die letzten Tage Revue passieren zu lassen. Fange ich am besten mit dem Freitag nachmittag an.

Fast hätte ich den Aufbruch in die Stadt verschlafen, also düste ich flugs in die Stadt, ließ mich im Torhaus bei der Altmarktgalerie nieder, wo ich gerade noch den letzten freien Tisch erwischte. Eine Minute später begann das Spiel und ich raufte mir ein ums andere Mal die Haare, als ich das Spiel der deutschen Mannschaft in der ersten Halbzeit sah. Von den großen Tönen, die sie von sich gaben, war nichts mehr übrig, ängstlich schubste einer den Ball zum anderen und keiner traute sich nach vorn zu gehen. Wie zur Erlösung kam dann die erste Halbzeit und die gesamte Belegschaft strömte in Grüppchen auf die Toilette. Als ich wiederkam, mußte ich sehen, dass sich eine alte Frau an meinen Tisch gesetzt hatte. Geschätztes Alter jenseits von short int, wahrscheinlich schon unsigned long. Ihr Erscheinungsbild war gepflegt, unangenehm fiel mir nur der knallige Lippenstift, die tiefliegenden Augen und der Parfümverbrauch auf. Als sie realisierte, dass sie mir im Bild saß, setzte sie sich murrend um. Da aber noch Pause war, bekam ich noch mit, wie sie sich ein Bier und einmal Putengeschnetzeltes bestellte. Zwischen meinem Eintreffen und ihrer Bestellung bekam sie einen Hustenanfall, bei dem ich dachte – gesund klingt das nicht. Richtig, ihr Körper wehrte sich schon vehement in Erwartung der nächsten Zigarette, die kurz darauf folgte. Durch ihr Umsetzen rückte sie zwar aus meinem direkten Blickfeld, aber direkt in den Sichtbereich des sich links von mir befindenden Tisches, an dem sich allerlei Jungvolk (Typ: Frisörin + Sonnenstudio) angesammelt hatte. In meiner Konzentration auf das Spiel bekam ich nur nebenbei mit, wie Satzfetzen „Uääh, ist das eklig“ an mein Ohr drangen. Aus dem Augenwinkel warf ich einen Blick auf die alte Dame und sah, wie sie das Putengeschnetzelte auf die Gabel nahm, in den Mund stopfte und die Hälfte dabei wieder auf dem Teller landete. Nun ja, für sein Alter kann man nichts und außerdem war ja noch das Spiel, weswegen ich eigentlich da war.

Und da fiel auch schon das erste Tor für Argentinien. Enttäuscht ließ ich meine Hand auf den Tisch „fallen“ und die alte Dame schreckte hoch und mußte lachen, was dann sofort wieder in einem Hustenanfall endete. Eine halbe Stunde hockten die Schaulustigen angespannt vor der Leinwand und sahen zu, wie die deutsche Mannschaft wieder zum Spiel fand und dann endlich den Ausgleichstreffer erzielten. Jetzt war wieder alles offen und das Spiel war spannend und auch viel schöner anzusehen, wie in der ersten Halbzeit. Nach der zweiten Halbzeit kam das große Aufatmen, wir hatten es in die Verlängerung geschafft und bei der Stärke beider Mannschaften lag das Elfmeterschießen auf der Hand. Die meisten hatten schon nach Abschluss der Verlängerung die Rechnung kommen lassen und auch die alte Dame hatte im Verlauf der zweiten Halbzeit das Restaurant verlassen. Jubelnd wurde jeder Treffer und jeder von Lehmann gehaltene Schuß begrüßt. Keine fünf Minuten nachdem das Spiel beendet war, wirkte die Gaststätte wie leergefegt, nur ich trank noch in Ruhe aus und warf einen Blick ins Programm der „Langen Nacht der Wissenschaft“.

Als ich dann ins Freie trat, wurde ich auf den Straßen von einem Meer von Autos, mehr Hupe und Flagge als Auto, begrüßt. Auch die Prager Straße war gefüllt von Leuten, die ihrer Freude freien Lauf ließen. So kam ich dann kurz nach 20 Uhr an der HTW an und machte mich schnell auf den Weg in den Hörsaal mit dem Vortrag zu „Licht und Farbe“, gehalten von Prof. Christoph und bei den Experimenten unterstützt von seinem Assistenten Herrn Heisig. Schon damals zu meiner Studienzeit ein legendäres Team und so auch jetzt. Der Vortrag bestand hauptsächlich aus Experimenten, durch die Prof. Christoph erklärend führte. Und natürlich überzog er die gesetzte Zielzeit von 21:00 Uhr gnadenlos. Als ein Beitrag des Vortrags wegen technischer Probleme gestrichen werden mußte, verließ ich 21:30 Uhr den Hörsaal. Draußen waren einige Beispiele Farbe und Design aufgebaut, die sich auf den zweiten Blick durch die Bank weg als 3D-Nachbauten von Vasarely-Grafiken herausstellten.

Weiter ging es zu den Schautafeln und Experimenten zum selber nachvollziehen. Ich fand die Darstellungen zum Thema Farbe hochinteressant und wer meinen Blog regelmäßig liest, wird feststellen, dass neben Musik doch sehr häufig physikalische Themen auf der Tagesordnung sind. Nicht zuletzt deswegen habe ich in letzter Zeit darüber nachgedacht, auf diesem Gebiet meinem Wissensstand ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Und als ich gerade so stand und interessiert die Lösung zu meinem „Licht gesehen“-Problem anstarrte, wurde ich angesprochen, ob alles klar ist und ich Fragen hätte. Ich legte kurz mein Problem dar und erklärte fix anhand der Grafik, wie ich mir vorstelle, dass Farben entstehen. Meine Theorie wurde mit einem „Wow, ich wünschte unser Prof hätte das uns so einfach erklärt“ bestätigt. Schön, wenn ich helfen konnte. Und dann kam der Hammer – ich wurde gefragt, ob ich schon mal über ein Fernstudium der Physik nachgedacht hätte. Verwirrt, weil mir das neu gewesen wäre, fragte ich nach, ob das an der HTW möglich wäre. Natürlich, lautete die Antwort. Später schnappte ich mir dann noch einen Physikprofessor, der das ganze widerlegte und meinte, es gäbe zwar Physikunterricht, aber kein Physikstudium an der HTW.

Danach schlenderte ich noch ein bißchen durch die HTW, warf einen Blick auf die Plakate der Diplomarbeiten, so wirklich umwerfendes war nicht dabei. Gut zu sehen, dass die gesamte Hochschule jetzt rauchfrei war, ich erinnere mich daran, wie wir uns in den Pausen durch die dichten Nebelwände der verrauchten Treppenaufgänge kämpfen mußten. Trotzdem war der Geruch in den Gängen des Seminargebäudes noch der gleiche. Kurz nach 22 Uhr verließ ich dann das Gebäude, um zur Bergstraße zu laufen. Dort angekommen, mußte ich feststellen, dass alle Vorträge, die ich mir noch anhören wollte, schon längst vorbei waren und eine schwülwarme Luft in den Gängen lag. Also setzte ich mich ins Audimax und sah mir die letzten Minuten des Spiels Italien – Ukraine an, die mir klar machte, das die Führung von Italien nicht von ungefähr kam. Allein Shevchenko gab eine gute Vorstellung, wie er mit einer Drehung ohne großes Gerangel zwei italienische Verteidiger stehen ließ. Nach dem Spiel lief dann noch ein Vortrag, in den sich gerade mal fünf oder sechs Leute setzten. Es war noch ein Vortrag vom Forschungszentrum Rossendorf, dass sich mit der zerstörungsfreien Untersuchung von Kunstwerken beschäftigte. Mit Hilfe eines Ionenstrahls werden dort die Maltechniken, sowie die eingesetzten Farbmischungen von Hinterglasgemälden untersucht. Ein willkommener Ausklang des Abends.

Gestern abend war ich dann auf einer Geburtstagsfeier, die von meiner Seite mit einigen Pannen begann. Als ich zuhause das Geschenk verpacken wollte, stellte ich fest, dass ich es wohl beim Einkauf bei einer kleinen Pause liegengelassen haben muss und auch nicht wiederfinden konnte. Peinlich 😳 Also bin ich schnell nochmal losgedüst und habe es im zweiten Anlauf sicher nach Hause transportiert. Das Geschenk verpackt, nochmal schnell unter die Dusche gesprungen und schon ging es los. Ich kam gerade rechtzeitig, um das Elfmeterschießen zwischen Portugal und England zu sehen. Gut, denn mein Favorit Portugal gewann. Umfangreiches Büffet und auf dem Balkon Gegrilltes inklusive. Auch die Erdbeerbowle war sehr lecker und wie ich später erfuhr, wurden die Früchtchen einen Tag lang vorher in hochprozentigem eingelegt. Schnell ging der Abend vorbei und als sich die ersten auf den Weg machten, bekam ich mit, dass es schon nach Mitternacht war. Und ich freue mich schon auf das erste Augustwochenende, wenn es zur Kulturinsel Einsiedel geht.

In relativ kurzer Abfolge mal wieder ein kleines Update…

  • Anfang der Woche hatte es Dienstag abend ein heftiges Gewitter gegeben. Gestern, als ich zum Sport ging, fuhr ich mit dem Aufzug in den Keller und wunderte mich über den muffigen Geruch. Ein Blick auf den Fußboden erklärte alles: notdürftig aufgewischt mit Schlammresten. Offensichtlich hatte der Regen nicht an der Türe halt gemacht und sich tatkräftig in den Keller fortbewegt.
  • Als ich dann vom Sport wiederkam, galt mein Interesse der nun lang und breit angekündigten Sendung auf coloRadio. Das freie Radio für Dresden sendet jeden Donnerstag von 20 bis 24 Uhr auf den Frequenzen von energy Sachen. Ich kam nicht zu spät und schaltete schon mal vorab ein. Was tat sich da auf den Frequenzen – nichts. Stille. In dem Moment wurde mir klar, dass ich ja Rundfunk über Kabel bekomme und damit schlecht ein terrestrisches Radio empfangen kann. Also zog ich das Antennenkabel ab, peinlicherweise zuerst an der falschen Seite. Andere Radiosender konnte ich ohne Probleme empfangen, nur auf 100.2MHz – Stille. Also nicht einmal rauschen, sondern schlichtweg Ruhe. Also bin ich auf die Webseite von coloRadio gegangen. Ah, sieh an – ein Link zum Livestream. Schön, aber „File not found“ klingt irgendwie doof. Der Icecast-Server über den die Sendung laufen sollte, bot noch zwei andere Livestreams an, aber nicht den ich suchte. In so einem Moment hilft nur bewußte Ignoranz. Ich hätte mich natürlich mal zum Auto begeben können und dort einen Versuch starten, ob ich die Sendung da empfange. Aber das wäre ja doch zu depremierend gewesen, herauszufinden, dass die Sendung läuft und man keine Chance hat, sie aufzunehmen. Also werde ich mal die nächsten Tage abwarten und immer mal auf der Webseite vorbeischauen, ob die Sendung entweder zum Download angeboten oder auf Kassette versandt wird.
  • elfmeterHeute ist es mal wieder soweit. Die deutsche Mannschaft gibt sich selbstsicher und es werden erste Worte laut, dass der Weltmeistertitel möglich ist. Ich bin nur ungern derjenige, der die Stimmung vermiesen will, aber von den 12 Spielen gegen Argentinien bei haben wir 7 verloren (lt. MDR Info heute morgen). Wirft man mal einen Blick auf die erfolgreichsten Nationen bei der Fußball-WM, sieht man auf einen Blick: Unser „bester“ Gegner ist auf Rang 11 platziert und die deutsche Mannschaft bekommt es heute mit den Inhabern von Platz 4 zu tun. Nicht dass ich unserer Mannschaft den Sieg abspenstig machen will, nein ganz im Gegenteil, ich wünsche ihnen den sogar. Nur bis zu Vorfreude auf eine reale Chance zum Weltmeistertitel liegen noch zwei Spiele. Also hoffe ich, dass niemand die Worte von Paul Breitner in den Mund nehmen muss: Da kam das Elfmeterschießen. Wir hatten alle die Hosen voll, aber bei mir lief’s ganz flüssig. Außerdem wäre eine Verlängerung ungünstig, schließlich ist in Dresden die „Lange Nacht der Wissenschaft“, deren Beginn bei manchen Veranstaltungen wegen dem Fußballspiel kurzfristig extra noch nach hinten verschoben wurde. Das tangiert meinen Zeitplan aber überhaupt nicht, schließlich schau ich mir auch zuerst das Spiel an und wechsle dann zu Wissenschaft und Forschung.
  • Gleich noch ein kleiner Nachtrag zum Thema Fußball und Wissenschaft – Deutschlands kleinstes Fußballfeld ist 500 x 380 Nanometer groß und wurde von Stefan Trellenkamp an der TU in Kaiserslautern geschaffen. Quelle [Spiegel]
    nano-fussball

Heute morgen via Mercedes Bunz gefunden – Die FAZ hat sich die Mühe gemacht die Blogs aller Welt zu durchsuchen und Stimmen zur WM einzufangen.

Ein Mexikaner findet es merkwürdig vormittags in einen leeren Friseursalon zu kommen und dann erst einen Termin für Nachmittag zu bekommen. Cut & Go empfiehlt er nur für den äußersten Notfall. Ein Engländer bewundert unsere Pfandpflicht für Dosen und Flaschen und stellt fest, das damit die Obdachlosen die Straßen vom Müll bereinigen. Natürlich meldet sich eine Amerikanerin zu Wort, die sich über die winzigen Lebelmittelmärkte wundert und erstmal mit den Regeln beim Öffnen einer neuen Kasse vertraut gemacht wird („Renne!“). Selbst in deutschen Fahrschulen werden VW Golfs, Audis und BMWs gefahren, staunt ein Argentinier. Was sich dort nur sehr reiche Leute leisten können, trifft hier auf die Jugendlichen zu. Und Essgewohnheiten haben die Deutschen… die Grillen vorgewürztes Fleisch sowie Würste und kippen dann auch noch Senf, Ketschup oder sonstige Soßen drüber.

Nachdem sie sich den Bauch vollgeschlagen haben, kommt das Saufen. Sie trinken hier viel, und eine gängige Praxis beim Grillen ist es, ein Bier und einen „Schnapse“ zu trinken. Eigentlich eignet sich jede Art von destilliertem Getränk, um dem Bier noch einen Schwung zu versetzen und damit es richtig schnell in den Kopf steigt.

So sieht man das als Brasilianer. Wiederum ein Mexikaner wundert sich über den Spruch „Danke, dass sie mit der Deutschen Bahn gefahren sind!“ Na mit was denn sonst?

Am beeindruckensten fand ich ein Statement von Australiern:

We will probably also go to Berlin if Germany makes the final. They won their final group match yesterday and again the people of Tübingen went crazy, taking to the streets. This to an Australia may not seem like such a big deal, but in Germany it is a big deal. So many Germans have commented that they have never before seen so many fellow countrymen carrying German flags or having the German colours painted on their face. In Australia we call this Patriotism, here they call it Nationalism. In Germany ‚Nationalism‘ is a dirty word because under the leader ship of a guy about 60 years ago it got the whole nation is to a whole lot of trouble, and the legacy of this remains ingrained into the country’s culture. Even today only one day after a crushing 3-0 soccer victory over Ecuador, most flags will be put away, most people won’t be wearing Deutchland T-shirts and certainly only a few will have face paint on. Perhaps this tournament could provide the turning point which allows Germans to separate National Pride from the sins of the past.

Danke nach Australien – vielleicht sollte euch noch jemand sagen, dass es heute noch Deutsche gibt, die den Typen von vor 60 Jahren anhimmeln und das ganze Nationalismus nennen und dass es deswegen auch jetzt noch ein Schimpfwort ist, weil man gleich bei dem Wort „Nationalstolz“ in die selbe Schublade mit den anderen Typen gesteckt wird. Aber ansonsten gebe ich den Aussies Recht.

Bevor die Hitze mein Gehirn morgen völlig dahinschmelzen läßt, mal ein kleiner Newsflash…

  • Wie jedes Jahr findet nächsten Freitag die lange Nacht der Wissenschaften statt. Da Dresden dieses Jahr auch noch offiziell Stadt der Wissenschaft 2006 ist und zusätzlich seine 800-Jahr-Feier vorbereitet, ist auch der Katalog der angebotenen Veranstaltungen dementsprechend umfangreich. Die meisten forschenden Anstalten, Fachbereiche der TU Dresden sowie der HTW Dresden bieten interessante Vorträge oder Ausstellungen. Ich hab mich mal durch durch den Veranstaltungskatalog durchgearbeitet und hab mir mal folgende Veranstaltungen vorgemerkt:
    • 20:00 Uhr präsentiert das Forschungszentrum Rossendorf den Vortrag „Zu Ihrem 150. Geburtstag wünschen wir Ihnen und uns ein hohes Magnetfeld, Herr Tesla“
    • 21:00 Uhr geht es gleich dort weiter mit dem Vortrag „Kerne und Sterne“
    • 22:00 Uhr kommt dann als Abschluss meines offiziellen Programms die Präsentation und der Vortrag „Licht und Farbe“ meines Physikprofessors Prof. Christoph – gleichzeitig auch der Schöpfer vieler witziger Bemerkungen während der Vorlesungen.
  • Am Freitag flatterte bei mir eine Mail mit einem Gutschein von meinem Plattendealer des Vertrauens ein. Die Damen und Herren gewährten pro geschossenem Tor bei der Begegnung Deutschland – Ecuador einen Bonus von 1,50 Euro. Nicht schlecht, da ich schon vor 2-3 Wochen einen ähnlichen Gutschein bekommen hab. Also suchte ich nach passendem Vinyl für meine Plattensammlung. Nach einigen Proben begann die gezielte Suche nach den üblichen Verdächtigen (Aphex Twin) und ich stieß auf die „Xylem Tube EP“ und „Digeridoo“. Ja Moment mal, die sind doch schon seit ca. 15 Jahre Geschichte, wie kann da was von Ende Juni 2006 als Releasedatum stehen. Ist R&S Records wieder auferstanden? Also fix nach dem Labelcode gesucht und siehe da, es öffnete sich der gesamte Backstock. Na das wird teuer, denn kann man Jaydee – Plastic dreams, Jam & Spoon – Stella oder die Klassiker von Dave Angel einfach so stehen lassen? Ich denke nicht, Tim!
  • Und weil ich das Thema Aphex Twin gerade beim Wickel hatte – auch bei eBay schaue ich von Zeit zu Zeit mal nach, was da Schönes angeboten wird. Zu der Analord-Serie erschien limitiert auf (soweit ich weiß) 1.000 Stück ein mit Leder eingebundener Ordner mit Goldprägung, in dem bereits eine limitierte Auflage der Analord 10 enthalten war. Alle weiteren Scheiben dieser Serie (Analord 1 – Analord 11) konnte und kann man auch jetzt noch einzeln erwerben. Dieses gute Stück konnte man nun bei eBay ersteigern. Nur mit ein paar Nachteilen, die auch noch falsch beworben werden. Der originale Ordner enthält nämlich nicht die Picture-Disc der Analord 10, sondern 180g-Vinyl mit schwarzem Label für die Audiophilen. Wenn ich mir das Endergebnis der Versteigerung ansehe, bin ich mir sicher – Aphex-Twin-Fans haben zu viel Geld oder definitiv einen Dachschaden… oder beides.
  • Unglaublich gut war ja heute das Spiel der Deutschen gegen die Schweden. Nur die Entscheidungen des Schiedsrichters haben mich ein bißchen verwundert. Weder das Gelb/Rot noch den Elfmeter hab ich so recht eingesehen. Aber wie immer sorgte der Kommentator für Erheiterung. Als die Kamera auf die Bank der deutschen Mannschaft schwenkte und Oliver Kahn einfing, der griesgrämig, den Arm aufs Bein und den Kopf wiederum in die Hand gestützt, das Spiel beobachtete, fiel die Bemerkung „Auch Oliver Kahn freut sich über den Spielverlauf…. Aber mehr so nach innen hinein.“ Schenkelklopfer! Der Sieg war verdient oder wie Andi Möller schon sagte: „Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl. Mal abwarten, wie es am Freitag gegen Argentinien läuft.
    Bei der Gelegenheit fällt mir noch das Gemecker des Kommentators bei den Spiel Argentinien – Mexiko ein, der sich über die freien Plätze im Leipziger Zentralstadion beschwerte. Die Ticketvergabe bei der EM 2008 in Österreich / Schweiz soll nicht personalisiert ablaufen, wie bei dieser WM, sondern derjenige, der die Karten kauft, übernimmt die Verantwortung für alle anderen Kartenbesitzer, für die er mitbezahlt. Sehr vernünftige Regelung…
Vom feeling her