Maybe horse?

Man stelle sich einen alten Hippie-VW-Bus vor, bocke die Räder ein wenig hoch, streiche in tarngrün an und schon hat man einen geländegängigen Mini-Van „Made in Russia“. Und nach wahrscheinlich gut 20-25 Jahren Dienstzeit hat das Teil auch die eine oder andere Macke entwickelt. Die Türen schließen nicht mehr so gut, d.h. auf staubiger Straße steigt man nach 4 Stunden Fahrt dreckiger aus, als die Umgebung ist. Die Abwärme des Motors kommt ungefragt direkt hinter dem Beifahrersitz hoch und wer das Pech hat dahinter zu sitzen, wird das Gefühl kennen lernen, wie es ist, bei 35°C die Sitzheizung auf Höchststufe laufen zu lassen. Dagegen kann man das Fenster öffnen, was aber genau auf der Seite immer wie von Geisterhand allein zu geht. Wer schon nicht entgegen der Fahrtrichtung sitzen möchte, kann gerne auf der zweiten Sitzbank Platz nehmen, deren Rücklehne irreparabel im Winkel von ca. 40° gegenüber der Senkrechten abweicht. Hinsetzen führt dabei unweigerlich zum Abrutschen und gleicht einem Liegesitz. Die einzig akzeptablen Sitze sind die beiden Vordersitze, die aber vom Fahrer und von der Köchin belegt werden.

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Mit der Kiste fahre man jeden Tag von 8 – 17 Uhr, 300km pro Tag über staubige, steinige oder sandige Wege, querfeldein, abwechselnd Links- und Rechtskurven, hoch, runter und immer wieder Schlaglöcher oder Rinnsale, die tiefe Furchen in den Boden gefressen haben. 6 Tage lang. Dazwischen gibt es mittags mitten im Nichts etwas selbstgekochtes, was auch wirklich Klasse schmeckt. Abends wird man dann vom Gastgeber bekocht, ähnlich lecker oder besser. Wenn man dann die Nacht in der Jurte überstanden hat (13°C Innentemperatur), gibt es Tee, Gebäck und Toastbrot.

>Klingt jetzt alles nicht nach Zuckerlecken, aber wenn man dann vor einsamen Klostern, roten Felsformationen, riesigen Sanddünen oder der scheinbar unendlichen Weite steht, dann weiß man wieder, warum man die Strapazen auf sich genommen hat und saugt gierig jeden Moment auf, der einem dort verbleibt, denn schon wenig später sitzt man wieder in der Klapperkiste und es geht weiter… Der Fahrer navigiert die 6 Tage natürlich rein optisch, d.h. er schaut sich nach markanten Wegpunkten um und fährt entsprechend. Da möchte man sich lieber keine Gedanken machen, was passiert, wenn er sich doch mal irrt, denn die Gobi (was übrigens nichts anderes wie „Wüste“ heißt) ist riesig.

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Trotzdem bleibt genug Zeit, um in ein saftiges Sandwich aus Toast, Gurken, Salami und Mayo zu beißen und dann bleibt einem der Bissen im Hals stecken, wenn die Frage kommt: „What kind of meat is this?“ und die Köchin ganz gelassen antwortet: „Maybe horse…?!“ Um sowas zu vermeiden, greift man doch lieber zu Gerichten, wie z.B. Kebab. Klingt türkisch, gibts aber auch für die Mongolei.

Zutaten:

  • getrocknete und gesalzene Seetangblätter (ca. A4) (wie z.B. für Sushi)
  • 1 Dose Thunfisch
  • Milchreis
  • 1 Glas Gewürzgurken

Zubereitung:

  • Reis nach Anleitung kochen
  • Thunfisch unter den Reis mischen
  • 1 Blatt Seetang halbieren
  • Gewürzgurke vierteln
  • Seetangblatt mit Reis/Thunfisch bestreichen
  • Gewürzgurkenviertel in die Mitte
  • Seetangblatt aufrollen – fertig

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