Korsika (vom Meer betrachtet)

Unser Plan auf Korsika war folgender: Eine Woche mit einem Kollegen und Freunden segeln und die zweite Woche campen quer durchs Land. Da wir auf Nummer sicher gehen wollten, waren wir schon einen Tag eher auf Korsika, bevor wir das Boot bestiegen.

Erste Aufgabe war es, eine sichere Unterkunft für das Auto zu finden, während wir auf dem Boot sind. Unsere erste Idee war es im Yachthafen von Bastia nachzufragen, ob wir das Auto dort parken dürfen. Als wir im Port de Toga ankamen, verwarfen wir die Idee relativ schnell. Der Hafen war erst ab 8 Uhr besetzt (am Wochenende gar nicht), es war ein großer Blumenkübel umgeworfen. Kurz gesagt machte es keinen sicheren Eindruck. Schon im Vorfeld hatte ich mir die nähere Umgebung des Hafens angesehen und wusste, dass es ein Parkhaus in der Nähe des Hafens geben soll. Wir liefen hin, schauten uns um, unterhielten uns mit dem Parkhauswächter (der sogar richtig gut Englisch sprach) und wir lagen richtig: Für 21 Euro kann man im Parkhaus St. Nicolas eine Woche parken. Erste Aufgabe erledigt.

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Da wir jetzt jede Menge Zeit hatten, fuhren wir den Tag um den Cap de Corse. Für jemanden der es gewöhnt ist, schnell von A nach B zu kommen, ist die Fahrt nichts. Kurve links, Kurve rechts, enge Straßen, ständig wird man von Motorradfahrern überholt, die einfach die Strecken abheizen. Man hat das Gefühl, man kommt nicht vorwärts. Auf dem Weg nach St. Florent gönne ich mir noch ein leckeres Panini und am späten Nachmittag kommen wir an, checken im Hotel Madame de Mere ein und erkunden die kleine Stadt. Ich bin noch von meinem Panini pappsatt, aber Kriszta hat ordentlich Hunger. Wir lesen, dass es hier üblich ist erst ab 19 Uhr Essen zu gehen und dann gemütlich bis spät am Abend in der Gaststätte sitzen zu bleiben. Eigentlich überhaupt nicht unser Ding. Kriszta probiert sich an einem Drei-Gänge-Menü und ich versuche mich an einem einheimischen Bier.

Als wir am nächsten Morgen munter werden, hören wir, wie es regnet. Wir lassen uns Zeit mit dem Aufstehen und gehen erst gegen 8 Uhr frühstücken, wo es nochmal regnet. Da das Boot erst am Nachmittag in Bastia ankommt, chillen wir noch ein bisschen auf den Hotelzimmer, mittags gehen wir Muscheln essen. Zwischendurch hören wir von unserem Kollegen, dass sie momentan bei Elba hängen geblieben sind, weil sich dort Gewitter zusammen brauen. Also lassen wir uns viel Zeit. Auf einmal heißt es: Wir sind in einer Stunde da. Wir nehmen schnell den kurzen Weg durch die Berge. Es ist eine fantastische Aussicht, leider haben wir keine Zeit sie zu genießen.

Im Hafen angekommen, sehen wir auch schon das Boot und zeigen dem Skipper Klaus, wo ein freier Platz ist. Nachdem angelegt ist, laden wir unser Zeug ein und fahren das Auto ins Parkhaus. Heute haben wir weniger Glück, ein neuer Parkhauswächter, der überhaupt kein Englisch spricht. Aber wir werden uns schon einig. Mit dem Rest der Crew treffen wir uns am Platz über dem Parkhaus. Danach erkunden wir etwas die Altstadt und gehen Essen. Ich habe nicht so den Hunger und teile mir ein Menü mit meiner Frau. Wir laufen anschließend zum Boot zurück, denn wir haben eine lange Strecke vor uns. Da das Wetter auf der Westküste ungünstig ist, nehmen wir einen Kurs Richtung Süden.

Ein einsamer Strand - nur für uns
Ein einsamer Strand – nur für uns

Es folgt die Nacht der glücklichen Fische. Wir sitzen noch eine ganze Weile draußen und plaudern. Kriszta ist es ein wenig schummerig zumute, also beschließen wir, ins Bett zu gehen. Folgenschwerer Fehler: Als meine Frau merkt, dass ihr übel wird, schafft sie es nicht mehr aus der Kajüte. Ich packe es immerhin noch bis zum Waschbecken. Wir werden in Decken gepackt und an Deck gebracht. Abwechselnd rennen wir zum Heck des Schiffs und lassen den Fischen auch was vom 3-Gänge-Menü zukommen. Das geht die ganze Nacht so. Später gesellt sich noch die Frau des Skippers dazu, offensichtlich sind wir eine gute Inspiration. Zu unserem Nachteil können wir mit dem Schiff auch nicht Richtung Land fahren, denn wir befinden uns mitten in einem militärischen Korridor. Also bleibt uns nichts übrig, als auszuharren. Es ist ein schönes Gefühl, als die Sonne aufgeht. Ich bin absolut fertig, denn sobald mir die Augen zufallen, wird mir wieder übel. Kurz nach Sonnenaufgang suchen wir uns eine schöne Bucht und gehen vor Anker. Wir legen uns alle erstmal kurz hin, bevor wir mit dem Dingi ans Ufer fahren und eine Runde spazieren gehen. Es ist herrlich – soweit man links und rechts schauen kann, ist Strand und kein Mensch zu sehen.

Nach unserem Strandausflug frühstücken wir und fahren nach Solenzara weiter. Der Ort unspektakulär, dafür haben wir schöne Wolkenformationen. Es handelt sich um Lenticularis-Wolken, die Anzeichen des Mistral sind, ein Fallwind, der aus dem Rhonetal kommt und bis nach Korsika reicht. Diese werden im Laufe der nächsten Tage immer häufiger, größer und mächtiger. Ein Anzeichen, dass das Wetter umschlägt…

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