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Im Orbit April 2022

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Schaue ich mir die Ausgabe von Im Orbit April 2022 an, bin ich sprachlos. Unglaubliche 16 Releases haben sich angefunden, über die ich berichten möchte. Und dabei geht es wieder komplett vielfältig zu. Mit Techno von Donato Dozzy bis House von Roland Clark ist für alle etwas dabei.

Girls Of The Internet - In Love Again / Baby

Girls Of The Internet – In Love Again / Baby

Ein Aprilscherz? Bestimmt nicht! Nachdem ich Girls Of The Internet schon mal mit einem einzelnen Track Im Orbit erwähnt habe, bin ich froh, mal eine ganze EP zu hören. Die In Love Again / Baby erscheint am 1. April auf Drab Queen.

Letztlich sind auf der EP vier Titel, im Endeffekt aber nur zwei, denn es gibt einmal eine lange und eine kurze Version. Logischerweise klingen die sich ziemlich ähnlich. Interessant finde ich, dass der Track In Love Again beim Schauen von Star Trek Discovery entstanden ist. Wüsste ich das nicht, würde ich das dem Song nicht anhören.

Der zweite Track Baby ist ein Sahnetrack. Feinster House mit einem Hauch von Daft Punkt oben drauf. Ein kurzes schraddelndes, funky Gitarrensample, ein Happy Kling-Klang dazu – fertig.

maXIon – Callisto / Zephyrus

Und noch ein Release, der am 1. April erscheint. Schon wo ich den Namen des Labels las, wusste ich, dass es gut werden würde. Schließlich hatte ich schon einen Release auf NATIV, bei dem Nick Warren mit dabei war und von dem war ich ziemlich begeistert.

Der Track Callisto beginnt ziemlich unscheinbar, verliert sich dann aber ein einem verträumten Sound mit vielen Echos und ehe ich mich versehe, bin ich gefangen. Hinter diesem Track stehen maXIon, die zugeben, dass es ziemlich schwierig war, diesen Sound einzufangen. Erst als sie losgelassen haben, fügten sich die Tracks zusammen und erreichten ihre Perfektion.

Zur Callisto / Zephyrus gehört auch noch die B-Seite, die nicht so ganz verträumt ist, aber der A-Seite in nichts nachsteht. Das ist diese Art von Track, die du um den Höhepunkt deines Mixes verarbeitest, weil er gut aufs Ziel zusteuert.

Deetron - Glass EP

Deetron – Glass EP

Da schaue ich in meine Mails und lese, dass eine neue EP auf Hot Creations erscheint, genau gesagt am 8. April. Der Interpret heißt Deetron und die Scheibe hört auf den Namen Glass EP. Also lass ich sie laufen und denke, dass es eine ziemlich coole Nummer ist. Das ist doch bestimmt irgendein Kumpel von Robert Hood, so wie das klingt.

Um so mehr staune ich, als ich lese, dass Deetron aus der Schweiz kommt. Aber zumindest liege ich nicht so ganz falsch, da Deetron schon mal auf Jeff Mills‘ Label Axis Records veröffentlicht hat. Dazu kommen noch Kollaborationen mit Jamiroquai und Honey Dijon.

Und die Musik ist dicht an der Perfektion. Glass ist dieser House mit einem Pianohook, der dich nicht loslässt. Dazu ein nach unten gepitchtes Vocal, dass ich auch schon seit Urzeiten kenne. Auch der zweite Track erfüllt seinen Zweck – dazu zu tanzen. Zu jedem Track gibt es auch noch mal der Vollständigkeit halber ein Instrumental und schon ist die Scheibe rund.

Satori feat. My Baby – The Gin Song

Satori kommt am 8. April mit seiner dritten und letzten Singleauskopplung zu seinem Album Dreamin‘ Colours. Sie heißt The Gin Song und wird wie das Album auf Crosstown Rebels erscheinen.

Ich habe eine ganze Zeit überlegt, wie ich den Einstieg zu diesem Song finde. Er ist offensichtlich durch seinen intensiven Beat sehr Dancefloor orientiert. Aber trotzdem hat diese Nummer einen gewissen Hauch, der mich daran hindern würde, das Teil in einem Mix zu verwenden.

Es erinnert mich an M-People in den frühen 90ern. Der Sound war Klasse und auch tanzbar, aber wenn die Nummer lief, war die Tanzfläche ruckzuck leer. Vielleicht weil diese Musik in einem intimeren Rahmen gespielt werden möchte. Damit meine ich eher eine kleine Bar, Musik während einer Pause. So, dass man sie wahrnehmen kann, aber nicht interagieren muss.

Satori - Dreamin Colours

Satori – Dreamin‘ Colours

Und natürlich darf ich nicht das komplette Album unerwähnt lassen, welches dann am 22. April erscheint. Wie ich schon gerade sagte, kombiniert das Album Dreamin‘ Colours so viele Einflüsse, dass mir nicht weniger dazu einfällt, als dass es auf der Welt zuhause ist.

Es kombiniert elektronische Klänge der westlichen Welt mit iranischem Gesang, Satoris balkanischen Wurzeln und ein Hauch von Orient schwebt immer in der Luft. Wenn ich versucht wäre, den Stil des Albums mit einem Wort zu fassen, wäre das Ethno-Dance.

Das ist dann aber eher im dem Sinne gemeint, dass das Album einen Teppich webt, dessen Fäden unterschiedlichste Kulturen miteinander zusammenbringt. Und schon allein von der dieser Perspektive aus betrachtet, ist es genau das Album, was wir jetzt alle brauchen. Etwas was zusammen führt, statt zu trennen.

Andre Hommen - More Than This Remixes Pt. 2

André Hommen – More Than This Remixes Pt. 2

Beim nächsten Release muss ich quasi mit der Tür ins Haus fallen. Hier muss ich kurz und knackig mit Namen anfangen vor denen ich allerhöchsten Respekt habe. Da wäre zum einen Donato Dozzy. Da fallen mit Labels wie Dekmantel oder Tresor ein, wo er schon veröffentlicht hat. Er liefert einen Mix ab, dessen Sound mich wieder auf die Welt von Pandora aus dem Film Avatar führt. Ich benutze dieses Bild in letzter Zeit ziemlich oft, aber anders kann ich es nicht beschreiben, als mit den Wort mystisch und atemberaubend.

Ein zweiter Name der in diesem Zusammenhang genannt werden muss, ist Michael Mayer. Seines Zeichen Gründers von Kompakt Records. Mit den beiden Mixen kann man schon erahnen, wie das Original des Titels Pantone geklungen haben muss. Zusammen mit einem dritten Remix von Manuel Tur bilden diese drei Remixe die More Than This Remixes Pt. 2 zu André Hommens Album.

Die Remix EP ist der Nachfolger zum Release, der schon Remixe von Robag Wruhme und Jonathan Kaspar enthielt. Erscheinen wird das Paket am 15. April auf These Eyes.

Raphael Mader - The Blinding EP

Raphael Mader – The Blinding EP

Ich habe die EP jetzt schon zwei mal gehört. Während die ersten beiden Tracks an einem vorbei fliegen, steigert sich The Blinding EP immer weiter. Dabei würde das dem Titel Blinding und dem zugehörigen Remix von Lopezhouse nicht gerecht werden. Schließlich sind die bei genauem Hinhören schon genial.

Das Werk von Raphael Mader gipfelt im Track Sail Away, der mein persönliches Highlight der EP ist. Er klingt so sehnsüchtig nach Fernweh, dass man gleich die Koffer packen möchte. Irgendwo hin, wo das Meer rauscht, die Sonne scheint und die Hektik des Alltag wie ein lächerliches Echo leise irgendwo im Hinterkopf verhallt.

Dieses wunderbare Werk wird am 8. April zur Verfügung stehen und auf Renaissance Records erscheinen, die in der letzten Zeit ein unglaubliches Feingefühl zeigen und Techno veröffentlichen, der sowohl feinfühlig, als auch tanzbar ist.

Damian Lazarus & Gorgon City ft. Leia Contois - Start Over

Damian Lazarus & Gorgon City ft. Leia Contois – Start Over

Nahezu den perfekten Anschluss dazu findet das Werk Start Over, dass von Damian Lazarus & Gorgon City kommt. Dazu gesellt sich noch die Stimme von Leia Contois. Als Chef von Crosstown Rebels liefert Damian Lazarus sein Label als Plattform für diesen Release.

Gorgon City, die schon einen ziemlich guten Remix für Dennis Cruz & Joshs Butlers Werk Ahora Todo Va ablieferten zeigen sich hier in Bestform. Für die richtige Gänsehaut sorgt aber Leia Contois. Als wäre das alles nicht genug, muss man sich einfach nur vorstellen dieses Stück im Red Rocks zu hören. Ungefähr 15 Kilometer von Denver entfernt, wurde ein Amphitheater zwischen zwei 100m hohe Sandsteinfelsen gebaut.

Dort wird das Stück gespielt, passend zum Veröffentlichungstermin, der auf den 15. April fällt. Diesen Track in den Sonnenuntergang hinein gespielt, bietet die zweite Hälfte mit ihrem treibenden Basslauf den perfekten Auftakt zu einer Party in perfekter Kulisse.

Yeah But No - The Shadow Self III

Yeah But No – The Shadow Self III

Letztes Jahr hatte ich bereits die The Shadow Self von Yeah But No vorgestellt. Jetzt kommt mit The Shadow Self III die dritte Aufgabe der Reihe von Fabian Kuss und Alexander Niggemann. Auch diesmal setzen sie sich mit einer dunklen Seite des menschlichen Seins auseinander.

Mit dem Release, der am 22. April auf Distant Echoes erscheint, zeichnen sie das Bild eines Menschen der nach gesellschaftlicher Perfektion strebt. Fernab von den echten Sehnsüchten führt ihn sein Leben durch ein Labyrinth aus Mauern und gesellschaftlichen Zwängen. Lieber flieht er vor sich Selbst und seinen innen Dämonen, statt sich den Konfrontationen zu stellen.

Mit diesem Text setzen Yeah But No auf Run Run Run auf. Der Song fängt ruhig an und steigert sich immer weiter. Die Acoustic Version lässt sich nichts weiter als den Kern des Songs übrig. Nachdem diese beiden Titel sehr tief und aufwühlend sind, wirkt die dritte, eher tanzbare Version des Tracks wie eine unglaubliche Erleichterung.

Henri Bergmann, Fat Cosmoe, Wennink - Higher Dimension EP

Henri Bergmann, Fat Cosmoe, Wennink – Higher Dimension EP

Henri Bergmann veröffentlicht am 22. April auf ihrem Label Automatik zusammen mit ihrem Ehemann Wennink und Fat Cosmoe die Higher Dimension EP. Zu dieser EP kam es während der Pandemie. Normalerweise arbeitet das Paar in getrennten Studios, aber während des Lockdowns probierten sie gemeinsam ein paar Ideen aus, die hier zu hören sind.

Der Titeltrack Higher Dimension ist ein Song, der mit seinen markanten Synthie-Sounds und der Stimme von Oli sehr futuristisch daher kommt. Mir drängt sich unwillkürlich der Vergleich mit New Order auf. Und dass obwohl ich außer Blue Monday nur ein paar Tracks kenne, wo Bernard Sumner als Sänger mitgewirkt hat. Trotzdem zieht sich die Stimmung im Track Ordinary People fort.

Um die EP zu komplettieren gibt es noch drei Remixe, die von Mark Höfen, 19.26 und Jonathan Kasper kommen. Jede pickt sich einen bestimmten Aspekts des Originals heraus und zeichnet so sein eigenes Bild.

Wild Flowers - Reactivate

Wild Flowers – Reactivate

Als ich das Album Reactivate das erste Mal hörte, kam es mir vor, als würde ich mit den ersten Tracks wieder tief in die Vergangenheit des Techno geschoben werden. Die Möglichkeiten waren begrenzt und trotzdem waren die Leute damals so offen für alles, das wunderbare Dinge entstanden. Diese Stimmung greifen Wild Flowers gleich mit den ersten Tracks auf.

Reactivate, das am 29. April auf Snick Snack erscheint, soll aber kein ernst gemeinter Versuch sein, die Vergangenheit wieder zu beleben. Es geht Wild Flowers mehr darum, den Spaß den die beiden im Studio hatten, einzufangen. Außerdem sollte man das Album nicht zu ernst nehmen. Die beiden nehmen Musik an sich sehr ernst, nur bei diesem Album haben sie sich selbst nicht sehr ernst genommen.

Hinter Wild Flowers stehen Øyvind Morken und Kaman Leung, deren erste Zusammenarbeiten bis ins Jahr 2007 zurück gehen. Die ersten Tracks gefallen mir dabei sehr gut, weil sie die Idee des Album ziemlich sehr gut einfangen. Ab Art Foley bekommt das Album eine Note, die schon fast experimentell ist. Ich verstehe noch die Idee, aber es nimmt mehr den Charakter vom Album von Mike & Rich an, wo beide dem Gerücht nach sturzbetrunken ein Album zusammengestellt haben. Und trotzdem ist es ein Klassiker geworden.

Joplyn - We Will Forgive Ourselves

Joplyn – We Will Forgive Ourselves

Die neue und damit erste Veröffentlichung von Joplyn spricht mir aus dem Herzen. Sie heißt We Will Forgive Ourselves. Erst erscheint am 29. April dieser Release als einzelner Titel auf Crosstown Rebels und im Mai werden Remixe von Labelchef Damian Lazarus und MK folgen.

Aber warum berührt mich der Titel so? Joplyn schrieb diesen Titel aus Frustration auf die Welt. Jeder denkt zuerst an sich, bevor er überlegt, welchen Schaden er anderen gegenüber verursacht. Das muss ich jetzt nicht zwangsläufig mit der Pandemie in Zusammenhang bringen, obwohl es als Beispiel prädestiniert ist.

Das Konzept des Individualismus ist in einer Zeit, wo immer mehr Menschen auf engem Raum zusammen leben, komplett überholt. Statt auf sein Recht zu pochen, kann nur etwas mehr Demut zielführend sein.

Musikalisch bringt Joplyn das gut zur Geltung, indem sie einen tanzbaren Track vorstellt, der aber von düsteren orchestralen Elementen durchzogen ist. Somit ist der Song gleichzeitig Kritik und die Hoffnung, dass wir uns unsere Fehler in der Zukunft vergeben können.

Classmatic - Toma Dale

Classmatic – Toma Dale

Für seinen neuen Release auf Hot Creations wollte der Brasilianer Classmatic unbedingt lateinamerikanisches Feeling haben. Da er bisher noch keinen Track produziert hat, der den Sound seiner Region transportiert, entschloss er sich mit Hilfe von Congas und spanischen Samples den Titeltrack Toma Dale zu erstellen, der am 22. April erscheint.

Dazu gesellt sich noch Bape, ein leicht Acid-lastiger Track. Dieser Sound wurde von den Sets der letzten Jahre von Labelchef Jamie Jones inspiriert. Damit repräsentiert er sozusagen den Kernsound von Hot Creations.

Bei beiden Tracks bin ich schwer von den kickenden Drums begeistert. Ein richtig satter Wumms in den Boxen. Ansonsten sind die beiden Titel sehr minimal gehalten, aber mehr braucht es gar nicht.

Maga, Sean Doron, Tim Engelhardt - Here To Stay

Maga, Sean Doron, Tim Engelhardt – Here To Stay

Das neue Label Szenarios besteht aus fünf Köpfen: Maga, Sean Doron, Yulia Niko, Tim Engelhardt und Emanuel Satie. Jeder für sich hat sich schon einen Namen gemacht. Zusammen wollen sie einen Musikstil kreieren, der einzigartig ist und gleichzeitig die Stärken der einzelnen Künstler, die sich auch weiterhin bleiben, repräsentieren.

Nun veröffentlichen drei von ihnen (Maga, Sean Doron und Tim Engelhardt) den ersten Release Here To Stay am 1. April. Beide Tracks, die auf dieser EP zu finden sind, tragen eine ähnliche Stimmung in sich. Auf der einen Seite sind sie gut tanzbar, aber auf der reflektiert und ruhig. Für mich natürlich optimal, denn gleichzeitig nachmittags zum Hören auf der Couch, aber für den nächsten Mix zu verwenden.

Mit den dreien findet sich auch eine schöne geografische Mischung zusammen. Zum einen Maga, ursprünglich aus Frankreich, aber nun in Portugal beheimatet. Dazu kommt Sean Doron aus Isreal und dazu der Kölner Tim Engelhardt.

Roland Clark - Dance Or Die

Roland Clark – Dance Or Die

2017 wurde das Label Vibe Me To The Moon mit dem Ziel gegründet, qualitativ hochwertige House und Techno Tracks zu veröffentlichen. Nach ein paar Release verschwand das Label aber wieder. Um jetzt mit einem Track von Roland Clark wiederbelebt zu werden. Roland Clark ist kein Unbekannter, denn er hat schon mit Größen wie Fat Boy Slim, Todd Terry, Roger Sanchez zusammengearbeitet, um nur einige Namen zu nennen.

Der Song Dance or die ist der perfekte Opener für den Abend. Mitsingen, tanzen – geht alles. Dazu kommt noch die Stimme eines Predigers, der uns an die Ursprünge des House erinnert. Dazu noch klassischer House-Sound, was kann da schon schief gehen?

Nach dem Start mit dem Release von Roland Clark sollen noch weitere Release von Joeski, Robert Babicz und Labelchef Nightsteppaz folgen. 

Nolan - Hang Back

Nolan – Hang Back

Etwas entspannten Sound gefällig? Dann darf es bestimmt Nolan mit seiner neuen EP Hang Back auf Renaissance Records sein. Nolan hat mir schon sehr gut mit seinem letzten Release in Zusammenarbeit mit Davide Squillace auf Rebellion gefallen.

Der Track Hang Back ist herrlich entspannend wie ein Sonnenuntergang am Meer, nur mit tanzen. Und genau so verhält es sich auch mit den Remixen, welche die Atmosphäre aufgreifen und in anderer Form interpretieren. Und wenn es noch entspannter werden soll, dann muss der Santiago Remix herhalten. Der holt einen mit seinen Breakbeats gut ab und fährt den Song ganz entspannt herunter.

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