Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

1998 – Tranceformed From Beyond

Jan 1

Dieser Beitrag wird wieder einer werden, wo das Jahr und der Release nicht direkt zusammenpassen. Also wie kommt es, dass die 1992 veröffentlichte Tranceformed From Beyond im Jahr 1998 auftaucht?

Jeden Beitrag gibt es auch als Podcast, der etwas umfangreicher als der Eintrag auf dem Blog ist. Untermalt wird das natürlich von der Musik, über die ich hier erzähle.

Interessant an dieser Compilation ist eher die Geschichte, die dahinter steht und viele Erinnerungen weckt. Es wird heute mehr eine persönliche Zeitreise, denn die Tranceformed From Beyond hatte ich ja schon im Rahmen der X-Mix erwähnt bzw. kurz über MFS bei Cosmic Baby berichtet.

Fangen wir mit dem Sachs an. Das Sachs war das ehemalige Veranstaltungsgebäude des Sachsenwerks in Dresden. Anfang der 1990er wurde es in eine Disko umgewandelt. Zu Anfang war nur am Samstagabend Disko. Dabei ging es schon etwas gehobener zu, es standen ab ca. 21 Uhr auf der Bühne Tische mit belegten Brötchen, damit man sich stärken konnte. Gratis wohlgemerkt.

Dafür gab es den Mindestverzehr. Am Eingang bekam jeder eine Karte in die Hand gedrückt und an der Bar wurde der entsprechende Betrag abgelocht. Soweit ich mich erinnern kann, waren knapp 100 Mark pro Karte möglich. Bezahlt wurde beim Verlassen des Sachs. Zurück zum Mindestverzehr. Egal, ob man was getrunken hatte oder nicht, zahlte man mindestens 6 DM (oder später mehr). Natürlich waren die Preise für die Getränke so clever gewählt, dass man schon beim zweiten Getränk über die Grenze von 6DM kam, egal wie man kombinierte.

So gingen mein Kumpel André und ich zuerst zu zweit am Samstagabend hin, später mit ständig wachsendem Freundeskreis. Ich glaube, wo wir Mitte der 1990er hingegangen sind, waren wir stellenweise bis zu 10-12 Leute. Auch die Tage verschoben sich. Bevor ich anfing meine Fachhochschulreife zu machen, bin ich sogar von Donnerstag bis Sonntag jeden Abend dort gewesen. Donnerstags war dann Ladies Night. Freitag zuerst normal Disko, später dann Space Night (was nichts anderes als Techno-Party war). Samstag war wieder normal Disko. Sonntag war dann speziell. Eigentlich war Sonntag Nachmittag / Abend „Kinderdisko“, d.h. für Jugendliche unter 18 Jahren. Aber im Keller vom Sachs legte ein DJ amtlichen Clubsound auf. Von Harthouse bis Djax Up war da alles dabei.

Bei normaler Disko war musikalisch alles drin. Ace Of Base, langsame Runde, Techno. Und was gehörte zu jeder Disko in den 1990ern? Jawohl, die Lasershow! Und deswegen ging zu einem beliebigen Zeitpunkt die Musik aus. Die Lichter wurden gedimmt, Nebel wurde in den Saal gepumpt und von der Decke der Bühne wurde die Laserbank heruntergefahren.

Dazu ertönten ein paar zarte Strings, die sich aufbauten und eine ruhige Stimme sagte „Feel The Energy!“. Jedes Mal, jeden Samstag, jahrelang. Viele DJs wechselten sich im Sachs ab. Da wir im Laufe der Zeit zum Stammpublikum gehörten, ging wir immer wieder hin, äußerten Musikwünsche. Was ich nie so richtig kapiert hab, warum die DJs nicht mit ihren eigenen Platten kamen, sondern immer aus dem Repertoire der vorhandenen Plattenkisten leben mussten. So kam es, dass ich einen relativ neuen DJ mal nach der Technorunde fragte und der mit den Schultern zuckte, mich mit hinter das Pult ließ und meinte, ich soll doch was raussuchen.

Aber nicht diesen DJ, sondern einen anderen fragte ich nach dem Geheimnis der Musik bei der Lasershow. Er buddelte in der Plattenkiste und holte sie hervor – die Tranceformed From Beyond. Er war ein echt netter Kerl, der eigentlich am falschen Platz war. Ich denke, House in einem Club hätte ihm besser gestanden. Und ich denke, das war auch sein Ding, denn irgendwann bin ich ihm im Plattenladen begegnet und war so überrascht, dass mir ein erstauntes „Was machst du denn hier?“ über die Lippen kam.

Jetzt stand ich also irgendwo Mitte der 1990er da und kannte den ersten Track einer Compilation auswendig, die sich Tranceformed From Beyond nannte. Und damit landen wir jetzt endlich im Jahr 1998. Ich habe meine Fachholschulreife in der Tasche und stehe kurz vor meinem Studium. In meiner kleinen 26m² Wohnung höre ich vorzugsweise die Musik von Wolfsheim. Und dann stehe ich plötzlich im Mediamarkt und mich lächelt eine Doppel-CD an. Tranceformed From Beyond, wiederveröffentlicht. Jetzt als Doppel-CD, einmal als Mix und als Einzeltitel. Und plötzlich stehe ich wieder mit ca. 18 Jahren im Sachs und schaue in Gedanken der Lasershow zu…

  1. Das waren noch Zeiten, … damals im SACHS. Tolle Geschichte. Ich möchte noch anmerken, dass sich der Keller im Sachs dann schon in Richtung „richtigem Club“ entwickelt hat. Es gab House, Dance und später auch fetten Tekkno und Hardcore auf die Ohren. Ich stand am liebsten in der einen Ecke direkt neben der krassen Box. Für mich als Teenie war es zu der Zeit das hohe C, in Nebel gehüllt bei Dauerstrobo wummernden Beats zu lauschen. Muss ca. 1993-1994 gewesen sein. Nach dem Brand sind wir dann immer zur MuFa nach Pirna gefahren oder später ins Fun oder Roxy.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.