Ich wollte schon immer mal wissen, wie der typische Blogleser meines Blogs aussieht. Jetzt weiß ich es – es sind Katzen. Hier zum Beweis ein Foto. Es zeigt Schwiegermamas Katze, wie sie hochinteressiert meinen Beitrag über unsere Ausflüge bei La Paz liest. Irgendwie wird mir jetzt auch klar, warum niemand meine Beiträge kommentiert. Katzen kommen mit der Tastatur so schlecht zurecht 🙂

michelangelo

Ich hatte mich ja schon in meinem Rom-Beitrag etwas zum Thema Sixtinische Kapelle geäußert, aber da gibt es noch mehr zu sagen. Also man betritt die Sixtinische Kapelle und sie ist voller Menschen, alle Sitzplätze an den Seiten sind durchweg besetzt und die Leute starren andächtig an die Wände und an die Decke und tauschen Gedanken aus. Aus dem Tuscheln wird Sprechen und die Lautstärke steigert sich solange, bis wieder ein „Psscchhhtt!!!“ von den Wächtern ertönt. Wir sind zwei mal in der Kapelle gewesen und jedes Mal ärgerte es mich um so mehr, keine Fotos machen zu können.

Wir wurden Zeugen, wie Leute gebeten wurden, ihre Kamera wegzupacken, wir wurden Zeugen, wie Leute durch ein „No Foto!“ zurechtgewiesen wurden, nur weil ihre Kamera Richtung Decke zeigte. Nach Abschluss der zweiten Runde sah ich ein Hinweisschild auf das Vatikanische Postamt. Angeblich sollte die Vatikanpost schneller und zuverlässiger liefern, wie die italienische Post. Ich fand es eine coole Idee, eine Postkarte aus dem Vatikan mit passender Briefmarke und passendem Stempel als Erinnerung an uns zu schicken. Und natürlich bot sich als Motiv die Decke von Michelangelo an.

Also schnappte ich mir eine Karte aus dem Postkartenständer, ging zum Postschalter und verlangte noch eine Marke nach Deutschland. Ich durfte 0,65€ zahlen und gesellte mich wieder zu Kriszta. Als ich ansetzen wollte zu schreiben, fiel mir was auf. Wir diskutierten etliche Verschwörungstheorien, Kameraüberwachung und ewige Verdammnis und schickten dann die Postkarte an uns. Aus religiöser Sicht vielleicht doch suboptimal eine Postkarte im Vatikan zu klauen, aber rein moralisch nach dem Spektakel in der Sixtinischen Kapelle nur gerecht. Ich hatte ja schließlich Geburtstag…

Heute mußte ich mich Entsetzen hören: Ein Schneesturm naht! Für die Jahreszeit nicht ungewöhnlich, nur einem Medienabstinenten wie mir entgeht schon mal was. Jeder, mit dem ich diese Diskussion mal geführt hatte, kam irgendwann zu mir und meinte, nachdem er mal eine Woche ohne Radio / Fernsehen gelebt hat, dass man die Welt anders wahrnimmt. Denn plötzlich beschränken sich die Nachrichten, die zu einem dringen nur noch auf Bereiche, die einen wirklich betreffen. Könnte man als moderne Form der Verdrängung interpretieren, aber das Leben ist schon stressig genug, da muss ich mir nicht einreden lassen, dass es noch viel gefährlicher, stressiger und tödlicher ist, wie die Realität, die wirklich vor meinen Augen passiert.

Aber zurück zum Schneesturm, ein Blick zum Deutschen Wetterdienst verriet mir, dass eine Sturmwarnung herausgegeben wurde. Ich warf natürlich erstmal einen Blick auf die nächsten Tage, wie sich das Wetter entwickelt. Es verspricht doch kühler zu werden, man könnte direkt behaupten – winterlich. Doch für heute stand für den Bayern folgende Meldung da:

orkaboeen

Es ist doch wohl ein bißchen schlimmer wie erwartet, die Wale fliegen tief! Ich stelle mir gerade die Berechnung der Formel vor, welche Windstärke herrschen muss, damit ein ausgewachsener Orca vom Wind weggeweht wird. Da er bis zu neun Tonnen auf die Waage bringt, würde eine Orkaböe auch nicht vor einem Haus halt machen. Und die einzige Kraft, die mal locker ein Haus umbläst, wäre die Druckwelle einer Atombombe, die eine mittlere Geschwindigkeit von 350 m/s hat. Denken wir mal in Skalen, hätte auf der Beaufort-Skala ein starker Wind einen Wert 6, ein Sturm würde 9 erreichen und ein Orkan 12. Damit hört eigentlich die Skala auf, aber ich habe mir mal den Spaß gemacht und eine Orkaböe ausgerechnet – die hätte auf der Beaufort-Skala einen Wert von 56. Okay, jetzt weiß ich wie schlimm es wird…

Nachdem ich jetzt eine Woche auf Dienstreise war, habe ich mich gestern Abend der Frage gestellt: Warum hat die CSU in Bayern so herbe Verluste eingefahren? Ich hab schon gehört, dass die Zugereisten dafür schuldig sein sollen (ganz im ernst!). Natürlich haben bei 9,2 Millionen Wahlberechtigten die Zugereisten für einen Rutsch von 17% gesorgt – das wären 1,56 Millionen Stimmen!

Einer der Gründe für mich ist, dass die CSU es nicht mehr schafft ihre traditionellen Werte an die Jugend zu übermitteln. Deswegen mein Tipp an die CSU für die nächste Wahl: Versucht doch mal an Größen der Rock- und Popszene zu appellieren, sie mögen doch für einen Wahlwerbespot auftreten und die traditionellen bayrischen Werte vermitteln! Also ich stelle mir das ungefähr so vor…

 

(via directtaabaaascoo)

motobu lookathisfriends

Es wird mal wieder Zeit für einen Review. Heute steht das Werk „Look at his friends“ von Motobu auf dem Programm. Über den Hintergrund von Motobu ist relativ wenig bekannt, man weiß nur, dass es sich um ein Einzelprojekt eines Japaners handelt, der aus der gleichnamigen Stadt von der Insel Okinawa stammt. Weitere Details werden ähnlich vertraulich gehandelt wie die wahre Identität von Burial.

Motobu liefert mit „Look at his friends“ ein Werk ab, dass viele soziale, als auch politische Hintergründe hinterfragt. Allein der Titeltrack „Look at his friends“ beginnt mit etwas, was ich als Marktgeschrei interpretieren würde, das langsam verebbt und in Stille endet. Aus dieser Stille heraus arbeitet sich das Mahlen tibetanischer Gebetsmühlen hervor. Langsam moduliert, verwandelt sich dieser Sound in einen dumpfen wabernden Bass, der danach wie Papier in kleine Fetzen gerissen wird und dann sanft zu Boden rieselt.

Motobu stellt sich auf „Look at his friends“ nicht nur selbst in Frage, sondern die gesamte japanische Kultur. Woher kommt es, dass die hohe Bevölkerungsdichte als selbstverständlich hingenommen wird? Was tun, wenn man angesichts dieser Tatsache mit den falschen Freunden aufwächst? Welchen Weg geht man, wenn man doch die Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, aber mit Brüdern und Freunden lebt, die es vorziehen, bis in die Nacht hinein zu feiern und zu zechen, um dann am nächsten Tag wieder den tristen Job anzutreten? Und das alles für ein paar lausige Piepen und eine Handvoll Urlaubstage.

Es ist keine leichte Kost, die uns da Motobu liefert, aber allemal die Gelegenheit hinter die Gedankenkulissen eines jungen Japaners zu schauen, der die einfachen und simplen Antworten kennt, aber die hochgradig komplexen Fragen dazu finden will.

Achtung: Dieser Beitrag enthält Fantasie! Fantasie entspricht nicht der Wahrheit, obwohl sie täuschend echt sein kann. Denn der Ursprung für diesen Review liegt in einem Beitrag bei Klaus. Für eine solche Idee nehme man:

  • Einen zufälligen Artikel der Wikipedia – das ist der Name der Band. Wie in meinem Fall die Stadt Motobu auf der Insel Okinawa.
  • Die letzten vier Worte des letzten Zitats einer Zitateseite. Die ergeben den Titel des Albums.
  • Das dritte Bild einer Seite bei flickr. Ich habe mal auf die gleiche Seite wie Klaus zugegriffen. Das Bild ist im Original hier zu finden. Ich hoffe, ich werde nicht mit Klagen überhäuft.

Die Idee mit dem Review zu einem Album, was garnicht existiert, kam mir selbst, weil ich den Gedanken ganz witzig fand, ein Album zu erfinden und darüber zu schreiben.

Nachdem sich kurz vor Weihnachten mein ehemaliger bloggender Kollege nach einem Jahr Australien wieder zurückgemeldet hat, ist es relativ ruhig mit Berichten außerhalb deutschsprachiger Regionen geworden. Doch electro-space hat keine Kosten und Mühen gescheut, einen neuen Auslandsreporter zu finden, der von fremden Menschen in fremden Ländern mit fremden Sitten berichtet. Die allseits bekannte BinarySunshine (im RL auch als Anja bekannt) berichtet von ihrem Besuch in Amerika und ihrem 11-wöchigen Studienkurs in buddhistischer Philosophie in Indien (von der habe ich mir auch das „For Englisch version see below“ geborgt, was diesmal aber ausbleibt).

Irgendwie war diese Woche eine Woche des bewegten Bildes. Ich bin viel auf YouTube.com unterwegs gewesen, habe jede Menge Musik gesehen, viel gelacht und bin auch über einige bestürzende Berichte gestolpert. Solche Leute beschließen die Vorratsdatenspeicherung: (via DirektKinderReportage).

Diese Woche flatterte wieder eine meiner Musikumfragen herein, die von mir wissen wollte, welche Künstler ich am besten fand und welche penetrant nervten. Merkwürdigerweise fand ich keinen meiner persönlichen Hits in deren Liste, dafür hätte ich bei den nervigen fast alles angehakt. Und zwischendrin tauchte die Frage auf, auf welches Album ich mich 2008 am meisten freue. Keine Frage – Portishead scheinen es wirklich bald geschafft zu haben und das Album soll nun endlich dieses Jahr erscheinen. Grund genug, mich etwas umzusehen und vielleicht schon erste Eindrücke einfangen zu können. Da Portishead die Organisatoren des Anfang Dezember letzten Jahres stattgefundenen ATP-Festivals waren, gaben sie auch einige ihrer neuen Songs zum besten. Übersteuerte und verwackelte Filmschnipsel findet man jede Menge, da ist der hier noch wirklich mit Abstand der Beste.

In letzter Zeit scheint sich meine Technik gegen mich verschworen zu haben. Nachdem letztens mein Autoradio den Dienst verweigerte und ausgewechselt werden mußte, entschloss sich diese Woche mein Radiowecker keine CDs mehr abzuspielen. Den hatte ich mir doch erst kurz vor meinem Umzug geholt. Na wenn das kein Garantiefall ist. Aber es machte sich auch ein Neuankömmling in meiner Wohnung breit – die Brita. Für diejenigen, die Brita nicht kennen – das ist ein Wasserenthärter. Aber der Name führt dazu, dass man geistreiche Unterhaltungen über Brita führen kann, als wäre es ein Mensch. Es fing an, als ein Kollege und ich im Laden waren und ich mir den Wasserenthärter holte.

K: *erklärt mir die Funktionsweise, während wir an die Kasse gehen*
J: Weiß ich doch, ich hatte doch schon mal eine.
K: Und warum holst du dir dann noch eine?
Wir stehen an der Kasse.
J: Die Letzte ist weg.
K: Wie „weg“?
J: Na sie ist mit meiner damaligen Freundin abgehauen.

An dem Punkt dreht sich die Frau (Ende 20) vor mir um und schaut mich etwas verwirrt an. Der Spaß ging dann noch später weiter, als wir uns dann nach einem Rumpsteak im Caracas auf den Heimweg machten und mein Kollege noch schnell mit ans Auto kam, um seine Brita-Filter rauszunehmen. Ich deutete an, dass ich das schon glatt wieder vergessen hätte. Und so kam es dann auch, dass ich nach Hause kam und Brita im Kofferraum blieb. Und die Diskussion ging weiter…

J: Dreimal darfst du raten, was ich im Kofferraum vergessen hab?
K: Die Brita. War sie etwa unartig?
J: Dazu hatte sie doch garkeine Gelegenheit, sie ist doch noch komplett angezogen.

Aber genug der Blödelei, denn Brita hat sich mittlerweile als sehr nützlich erwiesen, denn der Kaffee ist um Längen besser geworden. Außerdem schont es die Kaffeemaschine ungemein und ich muss sie nicht einmal im Monat entkalken, weil kaum noch Wasser durchfließt. Aber weil ich gerade bei Kaffeemaschinen bin. Ich erhielt diese Woche den wertvollen Tipp, dass eine Kaffeemaschine dann in Durchfluss und Brühtemperatur dann perfekt eingestellt ist, wenn man statt einem Filter ein rohes Ei hineinlegt und nach dem Durchlauf einer Kanne ein perfekt gekochtes Frühstücksei herauskommt. Klingt nach einer Theorie, die nur danach schreit, von mir experimentell nachgewiesen oder widerlegt zu werden.

Und zum Abschluss ein kurzer Zwischenbericht nach 1,5 Wochen Nikotinentzug: Wie zu erwarten war, sind die ersten Tage die schlimmsten. Mittlerweile habe ich zwar noch manchmal Schübe von Entzug, aber die Abstände vergrößern sich. Außerdem bin ich nicht mehr ganz so nervös und irgendwie (so absurd das auch klingen mag) funktioniert das Klavier spielen wieder besser. Nächste Stufe ist die Wiederaufnahme des Sportprogramms. Aber dazu das nächste Mal mehr.

Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. Meine Idee, am 23.12. zu fahren, erwies sich als äußerst günstig. Die Autobahn war nur mäßig belebt und ich hatte freie Bahn. Mein Autoradio und mein MP3-Player verstanden sich großartig und ich rollte zu einer bunten Mischung meiner Lieblingstracks gen Heimat.

Daheim angekommen, entschloss ich mich, faul zu sein und zu dem alljährlichen Vorweihnachtstreffen mit dem Auto zu fahren. Meine Freunde unterstützten mich in meinem Bestreben, schnell war das Auto voll und wir fuhren in die Neustadt. Diesjähriger Austragungsort war der dort ansässige Mexikaner (täusch ich mich oder wird mein Blog langsam mexikolastig?). Dort saßen wir bis nach Mitternacht, aßen, quatschten und lachten.

Weihnachten verging wie im Flug und ich staunte stellenweise nicht schlecht, von wem ich Weihnachtsnachrichten bekam. Um dem Weihnachtsspeck garnicht erst die Chance zu geben, begann ich mit meinem Vater mein ehemaliges Kinderzimmer umzuräumen. Hieß im Klartext: Verschraubung zwischen den Schränken lösen, Schrank verschieben, Teppich entfernen, Schrank auf das freie Stück verschieben, nächstes Teppichstück entfernen usw. Zur Belohnung ging es abends dann in den Kulturpalast zum 4. Außerordentlichen Konzert. Auf dem Programm standen Tschaikowskys 1. Sinfonie und Ausschnitte aus „Die Nacht vor Weihnachten“ von Rimski-Korsakow. War soweit ganz schön, wenn die „Ausschnitte“ sich nicht über eine Länge von 2 Stunden hingezogen hätten. Musikalisch einwandfrei, aber in russisch vorgetragen. Zum Glück wurden die Ausschnitte moderiert, sodass man einen kleinen Einblick gewann, worum es sich bei dieser Oper dreht. Und ich wurde in meiner Meinung bestätigt – Opern sind nicht meins.

Am 26.12. ging es nach dem Kaffeetrinken wieder nach Hause. War auch wieder ein hervorragender Gedanke, denn die Autobahn war zwar belebt, wenn nicht sogar stellenweise regelrecht leer. Daheim wurde ich ziemlich frostig empfangen, die abgedrehte Heizung hatte das Wohnzimmer auf frische 10°C abgekühlt. Nach einem heißen Bad war es dann doch erträglicher und ich flog schnell über meinen Maileingang. Jede Menge Antworten auf meine Weihnachtsmails und zwischendrin mit einem 8,5-MB-Anhang die Antwort von Sammie aus Austin (Texas). Der Januar-Podcast kann kommen…

Die nächsten Tage werde ich mich mal um meine Plattensammlung kümmern, damit ich Anfang nächsten Jahres weiß, was dieses Jahr gut lief und was nicht. Darauf wird sich dann auch mein Jahresrückblick beschränken, denn zu meinen persönlichen Erlebnissen 2007 habe ich noch keine Meinung. Ich gebe mir heute mal den Luxus, einen Blick in die Sterne zu werfen, mal sehen was das neue Jahr bringt. Natürlich meint jedes Horrorskop etwas anderes und deswegen pick ich mir mal das Originellste heraus.

Es brodelt in Ihrer Seele: Da gibt es noch etwas aufzuarbeiten, was einer harmonisch erfüllten Beziehung im Weg steht.“ Ich habe es befürchtet, denn das entspricht ungefähr dem aktuellen Stand der Dinge. „Spätestens im Herbst verfallen Sie erneut in Liebesrausch, so dass Sie am Ende von 2008 garantiert nicht alleine unterm Weihnachtsbaum sitzen werden.“ Ahh, eine gute Nachricht, ich werde also nächstes Jahr wieder einen Weihnachtsbaum haben oder wie sollte ich diesen Satz verstehen? Schauen wir mal weiter… „Ein schönes und harmonisches Zuhause streichelt die Seele auch – sorgen Sie dafür!“ Also doch ein Weihnachtsbaum! Ich hatte eigentlich vor, mein Wohnzimmer neu einzurichten, aber das lasse ich jetzt mal lieber. „Zu besonderen Energieschüben werden Ihnen die Sterne im Jahr 2008 nicht gerade verhelfen.“ Wahrscheinlich genau aus diesem Grund. Der Weihnachtsbaum nächstes Jahr wird mich schon genug Kraft kosten. Was erwartet mich denn sonst noch? „[…], sollten Sie sich mit dem Durchschnitt zufrieden geben oder selbst häufiger mal die Initiative ergreifen, damit die Routine des amourösen Alltags nicht überhand nimmt.“ Das lasse ich jetzt mal unkommentiert, die Routine ist ja zur Zeit echt unerträglich. Würfeln wir mal ein paar Horrorskopseiten weiter. „[…] so könnte sich bereits ab Mitte Januar eine leidenschaftliche, prickelnde Bekanntschaft entwickeln.“ Dann habe ich jetzt schon drei Termine für nächstes Jahr: Anfang Januar – alte Beziehung aufarbeiten, Mitte Januar – prickelnde Beziehung beginnen und dann noch im Dezember der Weihnachtsbaum. Passiert denn dazwischen überhaupt nichts?

Googlesuchende fragen – wir antworten.

kann die erde von ein anderen planet gefressen werden

Da das in der Tat ja schon fast eine sinnvolle Frage ergibt, lasst mich grundsätzlich erstmal feststellen: Unser Sonnensystem ist eine Geschichte voller Mißverständnisse…

Ich würde natürlich auch die Sonne in Betracht ziehen, aber diese fällt schon mal nicht in die Kategorie „Planet“ und hat damit leider verloren, auch wenn sie noch so ein strahlendes Lächeln aufsetzt. Demzufolge kommt als potientieller Fresser der Erde natürlich als erstes der Jupiter in Frage. Wer dabei an Götter denkt, liegt weit daneben, denn in Wirklichkeit handelt es sich einen älteren Herren, dessen Flatulenzen ihm immer wieder zu schaffen machen. Wahrscheinlich wurde er deshalb der Gruppe der „Gasriesen“ zugeordnet.

Der von den Wissenschaftlern fälschlicherweise für einen Wirbelsturm gehaltene Rote Fleck ist in Wirklichkeit eine zu beobachtende Reizung der Mundhöhle, die durch eine kürzlich durchlebte Phase der Magen-Darm-Grippe hervorgerufen wurde. Weitere Beweise für diese Tatsache sind die Brocken, die zwischen Mars und Jupiter herumfliegen. Die Wissenschaft hat immer behauptet, es könnte nie ein Planet gewesen sein, sind aber nie darauf eingegangen, dass ein großer Teil von Jupiter verschlungen wurde. Eigentlich wäre ja garnichts übrig geblieben, wenn da nicht die Magen-Darm-Grippe bei Jupiter zugeschlagen hätte.

Wie wir also sehen können – die Erde kann von einem anderen Planeten gefressen werden, denn sobald sich Jupiter wieder erholt hat, macht er weiter. Denn von einem Mars wird man nicht satt!

Angenommen du wärst ein Polizist und hältst ein Auto an, dass ohne Nummernschild herumfährt. Bei einer genaueren Untersuchung stellst du fest, dass der Kofferraum voller Elektronik ist. Was würdest du denken?

Das mich noch jemand anhält, wäre die Krönung des sonst schönen Wochenendes gewesen. Das Wetter war ohnehin schon ziemlich mies. Starker Wind, Regen, Schnee – schon am Freitag, als ich in die Heimat fuhr. Mal abgesehen von den üblichen Unwissenden kam ich sehr gut durch. Samstag verluden wir einen Schuhschrank für meine Oma und gingen nochmal in ihre Wohnung, um noch ein paar Sachen zu holen. Ich hatte mich bereit erklärt mich ihrer Elektronik anzunehmen, also landeten ein Dampfbügeleisen, Verstärker, CD-Player und Videorekorder und die Boxen in meinem Auto. Wir fuhren zu ihr, luden alles aus, bauten auf und ich erklärte ihr noch was an ihrer neuen Anlage. Meine Eltern sprachen noch etwas mit ihr durch, ich ging mir die Hände waschen und stand gerade im Gang zur Türe, als der Kopf meiner Lieblingspflegerin Andrea zwischen Tür und Rahmen auftauchte, mich anstarrte und meinte „Huch!“. Ich mußte lachen und meinte „Ich hab’s mir anders überlegt. Ich fühle mich schon viel jünger und zieh wieder aus.“ Fand sie nicht komisch oder war noch mehr verstört, keine Ahnung. Wir blieben noch ein bißchen und fuhren dann wieder heim.

Abends fuhr ich dann zu Claudi und Basti, später kamen noch Kathrin und Jens dazu, wir aßen chinesisch, quatschen und starrten zwischendurch raus, wo alles komplett zugeschneit war. Als ich dann wieder aufbrach, war schon wieder alles weggetaut. Der Wind blieb aber gleichmäßig stark, auch als ich mich heute Mittag wieder auf den Heimweg machte.

Über der Autobahn hing ein grauer Schleier von aufgespritztem Wasser und ich reihte mich in die Reihe derer ein, die mit den Elementen kämpften. Bei Chemnitz war es dann vorwiegend der Wind, als plötzlich ein kleiner Plastikeimer unter dem Auto vor mir auftauchte und es unter meinem Auto rumpelte. Ich hatte keine Chance auszuweichen. Bei der nächsten Raststätte fuhr ich runter, hielt an und stieg aus. Ich nahm den Geruch von geschmolzener Plaste wahr. Na prima, dachte ich und sah unter Rüedi. Ganz klar, wo der Geruch herkam – der Plastikeimer hatte sich an einer Schelle am Auspuff verklemmt. Ein kurzes Rütteln und schon löste er sich. Aber das war nur das kleine Übel – als ich mir Rüedi von vorn ansah, fehlte etwas. Das Nummernschild. Ganz großartig – ich hoffte, dass es eine unbürokratische Lösung gibt und fuhr weiter.

Als ich ankam, mußte ich feststellen – es wird nicht nur ein Haufen Papierkram geben, sondern auch noch ein bißchen was kosten. Ein Blick ins Internet verwies mich auf die Polizei – Verlust melden. Gut, also rief ich an, mußte mir erstmal anhören, dass ich doch hätte sofort rechts ranfahren müssen, wegen dem Eimer. Nachdem ich Herrn Wachtmeister klarmachte, dass ich auf der linken Spur war und den Eimer ohnehin eingesammelt habe, war er beruhigt. Trotzdem bekam ich die Nummer von der Autobahnmeisterei Chemnitz, die ich anrief und meldete, dass dort mein Nummernschild liegen könnte. Wenn sie es finden, bekomme ich es per Post. Ich war so satt, dass ich erstmal runter ans Auto ging, um die restlichen Sachen hochzuholen. Natürlich nahm ich nur den Autoschlüssel mit und warf die Wohnungstür zu. Größtenteils wird mir mein gnadenloser Optimismus zum Verhängnis, aber in so einem Fall ist er doch echt nützlich. Ist doch schließlich der 11.11., oder?

Es ist schon etwas merkwürdig – ich steige gerade aus der Wanne und habe beim Schreiben dieses Beitrages das Gefühl, er würde nicht von mir handeln. Es ist viel mehr wie ein Stück aus einem Roman, der von irgend jemandem handelt.

Ich habe mir wie so oft ein Buch geschnappt, in dem Fall war es Jonathan Safran Foers „Extrem laut und unglaublich nah„, ein Roman, von dem ich ganz schwer angetan bin. Obwohl ich erst am Wochenende damit begonnen habe, liegt schon wieder ein Viertel des 500-Seiten-Wälzers hinter mir. Meine Blicke rasen über die Zeilen, die Zeit spielt absolut keine Rolle. Es ist egal, ob jetzt eine Viertelstunde oder 2 Stunden vergangen sind. Mir wird unangenehm warm, mir laufen die Schweißperlen die Stirn hinab, was das Lesen hinderlich macht. In dem Moment wird es Zeit, dass ich aussteige. Ich bleibe aber noch einen Moment liegen, genieße die Wärme, lasse meine Gedanken umherschweifen, fange den einen oder anderen ein und denke ihn eine Zeit lang. Ich lasse den Urlaub Revue passieren und überlege, ob man im übertragenen Sinn durch die Zeit läuft oder doch eher schwebt.

Vielleicht ist es stimmungabhängig. Tagsüber laufe ich gern – laufen klingt nach Bewegung, ein wenig auch wie Anstrengen, Kämpfen. Und wenn ich dann wieder in der Wanne liege, dann schwebe ich für einen kurzen Augenblick. Einfach mal die Zeit loslassen, soll sie doch alleine laufen. Ich verharre einen Moment und wenn sie der Meinung ist, kann und wird sie mich mitreißen, aber das interessiert mich erstmal wenig. Genau in solchen Momenten entstehen dann die Grundlagen für Beiträge wie diesen.

Ich wasche mir noch die Haare und kurz bevor ich aufstehen will, sehe ich wie das Wasser aus meinen Haaren ins Badewasser tropft und ich halte meine Hände darunter. Es fühlt sich noch warm an – wie ein warmer Sommerregen. Und schon im nächsten Moment schnappe ich mir das Handtuch, trockne mir das Gesicht ab und mir fällt wieder ein, was ich noch alles zu erledigen habe. Als wäre mein Gesicht ein beschlagener Spiegel, den ich mit dem Handtuch abwische, damit man wieder etwas sieht.

Und dann lande ich wieder im Hier und Jetzt und mir fällt ein, dass ich noch etwas vom gestrigen Tag schreiben wollte. Ich war mit Frühstücken etwas zeitiger fertig wie gewohnt und machte mich auf den Weg. Ein Blick nach draußen hatte mir verraten, dass die Scheiben der Auto gefroren waren und ich mich auf ein Duell mit dem Eiskratzer einlassen konnte. Nach 5 Minuten Kratzen waren meine Finger schon eiskalt und ich hielt es für klüger doch Handschuhe zu holen. Schnell ging es deswegen nicht, aber das Ziehen in den Fingerspitzen ließ nach. Als ich dann endlich fertig war, stieg ich ein, ließ die Lüftung auf Hochtouren laufen und fuhr ein paar Parklücken weiter, um den feinen Film, der sich schon wieder auf die Frontscheibe legte, wieder abzukratzen.

ck cover fliangIn meiner grenzenlosen Weisheit habe ich nach meiner Fahrt nach Dresden sämtliche MDs mit in die Wohnung genommen und bin somit auf das Radio angewiesen. Es gibt lustige Momente, z.B. wo Leiki in Stockholm anruft und den Nobelpreis beantragt, weil er untersucht hat, was zuerst auf dem Boden aufkommt, wenn man eine Katze mit einem Marmeladenbrot auf dem Rücken fallen lässt. Aber größtenteils schalte ich wahllos zwischen den Sendern hin und her und versuche doch mal ein brauchbares Lied zwischen den Moderationen und Werbeschaltungen zu finden. Doch nicht gestern – im Kampf gegen das Lüftungsgebläse versucht ein Moderator mir irgendwas von einer Tour von einer Claudia zu erzählen, die in Bayern ganz beliebt ist. Ein Blick auf den Sender läßt mich doch etwas skeptisch bleiben – Bayern 3. Und dann kommt ein Ausschnitt aus einem Live-Mitschnitt und mir klappt der Unterkiefer runter. Wahnsinnsstimme, Musik in die Richtung Katie Melua, vielleicht etwas poppiger. Aber irgendwas ist anders – auch wenn die Lüftung faucht – ich verstehe die Frau. Aber irgendwie bayrisch. Kurze Pause an dieser Stelle, um sich Katie Melua auf bayrisch vorzustellen. So absurd, dass mir der Titel nicht aus dem Kopf geht. Ich nehme mir vor, abends nachzusehen, wer das ist und ob es da mehr gibt.

Der Abend ist ziemlich spät, ich sitze erst Viertel elf wieder im Auto und fahre heim. Bayern 3 läuft immer noch und was höre ich: noch mehr Live-Aussschnitte von Claudia Koreck. Da meine Lüftung abends nicht mehr so viel zu tun hat, kann ich mir auch mal die Texte anhören. Sie haben Witz, Charme und sind aus dem Leben gegriffen. Zumindest soweit ich auf der Strecke nach Hause beurteilen kann. Zuhause schau ich nach – Album (Fliang) vorhanden, die Tourdaten auf ihrer Webseite verraten mir, dass sie am 14.02.2008 in Bamberg ist. Auch wenn ich es vielleicht bereue, dass ich bald das Album in den Händen halte, bestellt ist es. An wem das bayrische Cowgirl Nicky vorbeigegangen ist, der wird damit kein Problem mit ihrer Stimme haben, aber an einen Stellen fröstelt es mich doch manchmal, aber nur ganz kurz. Wen ich immer noch nicht verschreckt habe – Anspieltipps („Fliang“, „Herbstwind“ und „Daschn“).