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Posts published in “Kochen und Backen”

Ich koche nach eigener Vorstellung oder nach Kochbuch

Die Paleo-Doppelmoral

Jan 0

Am Wochenende war ich mit Kriszta auf der Paleo Convention 2015 in Berlin. Wir fuhren früh um 6 Uhr los, um 10 Uhr in Berlin zu sein und dann noch zwei Stunden Zeit zu haben, um unseren Stand aufzubauen. Von 12 bis 19 Uhr verkauften, berieten und unterhielten wir uns mit den Kunden und Interessenten. Danach bauten wir ab, gingen ins Hotel und folgten der Einladung zur After-Show ins Sauvage. Dort sollte uns ein Abendessen erwarten - wir wurden mit einem Cocktail begrüßt.

Ein Cocktail? Alkohol bei Paleo? Irgendwie bröckelte alles in mir zusammen, was ich über Paleo wusste. Im Verlauf des weiteren Abends sah ich etliche Leute ein Bier trinken und probierte es, weil ich dachte - na vielleicht ist es ein glutenfreies Bier. Nein, weit daneben. Meine Frau wurde immer etwas schräg angesehen, als sie die Idee ihres Shop wie folgt äußerte "Ich verkaufe Produkte, die es Paleo-Anhängern ermöglicht, Paleo konsequent durchzuziehen und trotzdem abwechslungsreich zu gestalten - ohne Cheat-Days."

Dazu muss man wissen, dass viele der deutschen Paleo-Anhänger folgendem Grundtenor folgen: "Ich halte mich an die Paleo-Regeln, gönne mir aber ab und zu Ausnahmen. Zu Paleo gehören Fleisch, Obst und Gemüse - ökologisch und regional." Gegen letzteres ist nichts einzuwenden, im Grunde hat das aber nichts mit Paleo zu tun, sondern sollte eine vernünftige Grundeinstellung sein. Das Problem daran - ich empfinde es als Widerspruch zu sagen, dass man Paleo macht, aber selbst auf einer großen Veranstaltung dann auch noch seine "Ausnahmen" öffentlich zelebriert. Man hätte sich auch am Dönerstand treffen können.

Grund für meine Polemik ist das Verhalten einiger Gäste an unserem Stand am Wochenende. Schon von weitem konnte man sehen, dass die Nase gerümpft wurde "Die bieten Mehl und gebackene Sachen an, dass ist doch garnicht Paleo." Dass es sich um Mehl aus Nüssen und ähnlichen von Paleo erlaubten Zutaten ist, lasse ich hier mal außer acht. Die Krönung erreichten wir am Sonntag als einer der besagten Kritiker sich unserem Stand näherte und anfing: "Also hier ist ein Tippfehler drauf, sowas kauf ich schon mal garnicht - nur als Hinweis!" Er bewegte sich weiter Richtung unserer Nudeln, studierte aufmerksam das Etikett und stellte fest: "Eier aus Bodenhaltung? Da könntet ihr mal dem Hersteller sagen, er könnte auch Eier aus Freilandhaltung nehmen. So viel mehr kostet das auch nicht." Letzte Station war das Biltong (Trockenfleisch). Dort blieb er mit dem Kommentar stehen "Sowas mach ich mir selbst, ich kaufe bei einem Metzger, wo ich weiß, wo die Tiere herkommen." Natürlich hatte er alles, was wir anboten probiert. Er verschwand mit den Worten "Ich komm später nochmal wieder und kaufe was" und ward nie wieder gesehen.

Genau dieses Verhalten spiegelte sich das gesamte Wochenende wider. Um den Mitveranstalter Leon zu zitieren "Man sollte einfach versuchen, so naturbelassen, artgerecht und regional wie möglich zu essen". Aber schon im nächsten Satz wird diese Aussage relativiert "Er selber gönnt sich ab und zu auch mal Fast Food und einen guten Drink." WTF? In meinen Augen sind diese Paleo-Anhänger irgendwelche Hipster, weil vegan macht ja jetzt jeder und da braucht man eine neue Nische um bloß nicht Mainstream zu sein. Aber mit Paleo an sich hat dieser Lebenswandel gar nichts zu tun. Er verkauft sich aber besser, denn Worte wie "Genießen, regional und ökologisch" verkaufen sich besser wie "ohne Gluten, Zucker und Laktose, aber konsequent". Heinrich Heine schrieb in "Deutschland. Ein Wintermärchen" irgendwie treffend:

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn auch die Herren Verfasser;
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
Und predigten öffentlich Wasser.

Nur hier wird nicht heimlich Wein getrunken, sondern Wein gehört zum "Genießen". Kriszta zeigt mir von Zeit zu Zeit Diskussionen, wo die Regeln so lange gebogen werden, bis man die Fehlernährung hinreichend verargumentiert hat, um sie als regelkonform zu erklären. Beispiel gefällig? Nehmen wir doch den Wein. "Wenn damals in der Steinzeit die Früchte vom Baum gefallen sind und die anfingen zu gären, dann wurden die ja auch noch gegessen - also kann Wein ja nichts schlimmes sein." Kommt man dort mit Mehlen, die aus Nüssen hergestellt werden, sagen die selben Leute "Geht gar nicht! Zu viel Nüsse sind ungesund!" Zählt man die Fakten auf, z.B. dass man ja nicht gleich ein ganzes Brot isst, sondern immer mal eine Scheibe zu Ergänzung oder zum Nachdenken anregt, was denn wohl der Steinzeitmensch im Winter gegessen hat, wenn nicht Nüsse, stößt man auf taube Ohren. Das ist wie mit einem Veganer über einen Fleischtag zu diskutieren. Den gibt es da nicht, weil es nicht zur Ernährung gehört. Punkt. Aus. Ende. Ohne weitere Diskussion. Und deswegen meine Bitte an die Paleo-Welt: Seid doch endlich mal konsequent!

Grillergänzung

Jan 0

_MG_6562Seit einigen Wochen verrichtet mein neuer Weber-Grill nun seine Dienste. Zum richtigen Experimentieren bin ich noch nicht gekommen, habe nun aber den Dreh raus, wie das Anzünden, Grillen und Warmhalten funktioniert. Was mich bis jetzt aber gestört hat, ist die Phase, wo die Glut nicht mehr reicht, um noch was zu grillen, aber mit geschlossenem Deckel noch genügend Hitze da ist. Also beschloss ich beim letzten Mal, dass ich den Versuch wage, Obst zu trocknen.

Schon bevor ich die Steaks und die Würste auf den Grill legte, schnitt ich einen Apfel in Scheiben, entfernte das Kerngehäuse und legte das Ganze erstmal beiseite. Nachdem das Grillzeug den Rost dann verlassen hatte, legte ich die Apfelscheiben an die Seite, wo die Kohle nicht liegt und schloss den Deckel. Wir genossen inzwischen unsere gegrillten Hirschsteaks und nach ca. einer Viertelstunde wendete ich die Apfelscheiben. Als wir fertig mit Essen waren und ich das Geschirr wieder in die Küche geräumt hatte, holte ich die Apfelscheiben vom Grill, d.h. sie lagen ungefähr eine halbe Stunde drauf.

Ein erster Bisstest ergab - außen schon schön angetrocknet, aber innen noch leicht saftig. Der perfekte Snack für den nun folgenden Fernsehabend...

Homemade Currywurst

Jan 0

IMAG0272Gesunde Ernährung ist eine gute Sache, eine leckere Currywurst eine andere. Nicht zu unrecht musste ich mir die Kritik gefallen lassen, dass die Currywurst am Stand um die Ecke nun nicht gerade gesund ist. Die Soße ist quasi der blanke Zucker (weil Ketchup) und die Wurst kommt auch nicht vom Fleischer aus dem Nachbardorf.

Selbstgemachte Currywurst? Herausforderung angenommen! Dazu passte, dass der Fleischer diese Woche Knackwürste im Angebot hatte. Am besten fange ich mal mit dem Rezept an:

  • 900g (5 Paar) Knackwürste
  • 2 EL Madras-Curry
  • ca. 250ml pürierte Tomaten
  • Salz
  • Fett / Butter zum Anbraten
  1. Die Knackwürste in 5mm dicke Scheiben schneiden. Die Zipfel habe ich weg getan - darüber freut sich bei uns ein Schwanz wedelnder Abnehmer.
  2. Fett / Butter in einer tiefen Pfanne zerlassen und dann die Wurstscheiben leicht anbraten.
  3. Jetzt die pürierten Tomaten dazu geben und etwas einkochen lassen. Nach Geschmack mit Salz würzen.
  4. Jetzt mit Curry würzen. Ich hatte nur Madras-Curry da, der sehr scharf ist. Deswegen habe ich nur wenig Curry genommen und statt dessen lieber noch etwas mit Kurkuma und Kreuzkümmel nachgewürzt.

Und welche Argumente sprechen jetzt gegen die hausgemachte Currywurst? Die Dauer der Zubereitung? Bestimmt nicht, denn ich war vielleicht eine halbe Stunde damit beschäftigt. Die Kosten? Die Knackwürste haben mich ca. 7 Euro gekostet und so wie ich die Portion abschätze können da prima 4 Leute davon satt werden. Inklusive der restlichen Zutaten kommt man maximal bei 10 Euro raus, was 2,50 Euro pro Portion wären.

Renateschnittchen

Jan 0

renateschnittchenWieder ein Abendessen, dass ich aus meiner Kindheit kenne. Der Name rührt von der "Erfinderin" Renate her, die auch in späteren Jahren meine Klassenlehrerin war und nur eine Etage unter uns wohnte. Von diesem Rezept, was auch wieder extrem schnell geht, gibt es zwei Varianten - die originale und meine abgewandelte Version, so wie wir sie immer abends gegessen haben. Die Zutaten sind denkbar einfach:

  • 2 Scheiben Brot
  • 4 Scheiben Käse (ich bevorzuge dabei einen würzig schmeckenden Käse)
  • Butter

Das Originalrezept lässt die Brotscheiben direkt auf Herdplatte toasten (ohne Pfanne und ohne Butter!). Ich denke es war mal ein Unfall, dass das mit Butter geschmierte und Käse belegte Brot auf dem noch heißen Herd vergessen wurde und das Rezept daher rührt. Ich bevorzuge es, die Brotscheiben mit reichlich Butter anzurösten, bis zu knusprig braun sind. In der Zwischenzeit kann man den Herd schon mal vorheizen. Wir hatten damals einen Toaster, den man im Stehen und Liegen nutzen konnte, da ging das viel schneller. Es kommt nur noch der Käse auf das Brot und dann wird so lange gebacken, bis der Käse auf dem Brot zerlaufen ist. In meiner Kindheit habe ich dann noch jede Menge Ketschup drüber gekippt, aber heute finde ich, dass das den Geschmack versaut.

Ostalgisch Abendessen

Jan 0

brotmitletschoVor einem Monat hatte ich ja schon mal angekündigt, noch ein paar mehr Rezepte herauszusuchen, die es in meiner Kindheit ab und an abends gab. Heute ging es weiter - die Zubereitung hat keine 10 Minuten gedauert und trotzdem hat man ein kleines Gericht auf dem Tisch zu stehen.

Diesmal brauchen wir folgende Zutaten:

  • 1 Scheibe Brot (je nach Größe - bei kleinen Broten auch gern 2 Scheiben)
  • 1 Ei
  • Leberwurst
  • Letscho (für mich ist Letscho immer eine Mischung aus Paprika und Tomate gewesen, die aus dem Glas kommt, die Wikipedia weiß es wohl besser.)

Und schon kann es losgehen... Man schlägt das Ei in eine Pfanne und brät es als Spiegelei. Inzwischen bestreicht man das Brot mit der Leberwurst. Darüber kommt dann je nach Geschmack mehr oder weniger Letscho. Abschließend wird das Spiegelei darauf gelegt - fertig.

Ich muss mich für das schlechte Spiegelei diesmal entschuldigen - ich habe das Eiweiß von den Eiern, dass ich für Spaghetti Carbonara verwendet habe, einfach angebraten. Zum Glück ist ein Eigelb kaputt gegangen, sondern wäre das Spiegelei völlig weiß gewesen.

Allererste Sahne, ohne Sahne!

Jan 0

Meine Allergiefreiheit hält nach wie vor an. Ich habe schon diverse andere Früchte wie Birnen und Pflaumen und auch da zeigt sich: keine Allergie mehr. Es ist mittlerweile Ende Januar und derzeit sehe ich den einen oder anderen Haselnussstrauch schon in Blüte stehen und auch da spüre ich nicht mal ein Kribbeln in der Nase. Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich weiterhin auf Milch und Milchprodukte zu verzichten. Hintergrund ist dabei weniger die Laktose. Milch hat evolutionär eine Funktion: Neugeborene so zu versorgen, dass sie schnell wachsen, um bald mit der eigenständigen Nahrungsaufnahme zu beginnen. Ab dem Zeitpunkt ist sie eigentlich überflüssig, wird aber heutzutage als zusätzliche Nahrungsquelle genutzt.

carbonaraDem entsprechend heißt es für mich Rezepte umzuschreiben, wo Milch, Sahne, Quark oder Joghurt auftauchen. Heute sollten es mal Spaghetti Carbonara sein. Original gehört das ja schon keine Sahne rein, aber ich mag es gerne einen Hauch flüssiger. Also habe ich zu folgenden Zutaten gegriffen:

  • 250g Spaghetti
  • 150g Schinkenspeck
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1/2 Dose Kokosmilch (60%)
  • 4 Eier
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl

Ich koche die Spaghetti grundsätzlich mit Salz (für Geschmack) und einem Schuss Olivenöl (damit sie nicht zusammenkleben). Während die Spaghetti kochen, kann man den Schinkenspeck würfeln, die Knoblauchzehen schälen und die Eigelb schon mal vom Eiweiß trennen. Während die Spaghetti abtropfen, brate ich in einer Pfanne die Schinkenwürfel an, presse den Knoblauch dazu und würze das Ganze mit Salz und Pfeffer. Jetzt gieße ich die halbe Dose Kokosmilch dazu und lasse alles nochmal kurz aufkochen. Die Spaghetti gebe ich jetzt wieder zurück in den Topf, wo sie vorher gekocht wurden und mische die Sauce darunter. Jetzt muss man schnell sein: Ganz zum Schluss füge ich die Eigelb darunter und rühre sie unter die Spaghetti, bevor sie stocken.

Futtern wie bei Muttern

Jan 0

brotcamemberteiIch dachte, es wird mal Zeit für eine neue Serie, die ich nach und nach mit Leben füllen kann. Hintergrund ist folgender: In meiner Kindheit gab es kaum etwas Spezielles zum Abendessen. Tiefkühlpizza - nö! Essen aus der Dose - auf keinen Fall! Irgendwelchen Süßkram - gab es nicht! Was blieb also übrig? Meistens wurden ein paar Scheiben Brot abgeschnitten, es gab Wurst und Käse dazu und etwas Gemüse - je nachdem, was die Saison so hergab. Und wenn nicht, dann gab es irgendwas Eingelegtes, wie Gewürzgurken oder so. Deshalb kann ich mich noch sehr gut an die Sachen erinnern, wenn es doch mal etwas Besonderes gab.

Das meiste von den Gerichten ist sehr simpel und einfach zuzubereiten. Man bedenke: meine Eltern haben beide gearbeitet und da war nicht die Zeit abends noch groß zu kochen. Gegessen wurde bei uns immer 18 Uhr. Wir brauchen für eine Person (hungrig!):

  • 2 Scheiben Schwarzbrot
  • 1/2 Camembert
  • 2 Eier
  • 1/2 Zwiebel
  • Senf
  • Salz
  • Öl oder Butter zum Braten

Die Mengenangaben kommen natürlich ganz auf die Größe des Brotes an. Die Menge von Senf und Zwiebel sollte man so variieren, wie man mag. Ich habe hier mal ein paar Werte aufgeschrieben, damit man eine grobe Richtlinie hat.

  1. Öl/Butter in einer Pfanne erhitzen.
  2. Die Zwiebel schälen und fein hacken.
  3. die zwei Eier aufschlagen und als Spiegeleier braten (Ich mag sie am liebsten, wenn der Rand schon etwas kross ist)
  4. Die Schwarzbrotscheiben mit dem Senf beschmieren und dann mit dem Camembert belegen.
  5. Darüber dann die gehackte Zwiebel streuen.
  6. Zum Abschluss die Spiegeleier darüber legen und etwas salzen.

Selbstgemachtes Sushi

Jan 0

Kleine Vorrede: Ich hatte meinen ersten Kontakt mit Sushi als ich mit Alex im Baltikum unterwegs war. Danach blieb es relativ ruhig, denn Sushi war in Dresden unbezahlbar teuer. Nachdem ich mit Kriszta zusammengekommen bin und wir unsere erste Kreuzfahrt machten, hatte ich wieder Gelegenheit dazu, denn dort war Sushi kostenlos. Danach folgte eine kleine Pause. Als wir letztes Jahr wieder eine Kreuzfahrt machten und ich die Gunst der Stunde nutzte, Kriszta einen Heiratsantrag im Sushi-Restaurant machte, war der Bann gebrochen. Seit dem gehen wir mindestens jede 2. Woche mal mittags los und holen uns Sushi zum Mittagessen.

Trotzdem stört mich immer daran, dass es - verglichen mit den Kosten der Zutaten - relativ teuer ist. Das ist für Kriszta Grund genug gewesen, mir mal einen Sushi-Kurs an der VHS zu spendieren. Als ich ankam, warum schon einige in der Küche zugange, andere standen ratlos herum. Es begann pünktlich und 17 Leute begannen sich in einen viel zu kleinen Raum zu pferchen, um erstmal der Theorie zu lauschen. Die Kursleiterin begann mit einer Reih-Um-Frage nach den Sushierfahrungen. Fast alles pressten ihre Vorstellung in die Phrase "Ich heiße ..., gehe gerne Sushi essen, habe es aber noch nie selbst gemacht." Es folgte eine kleine Einführung in die Utensilien eines Sushi-Kochenden. Etwas zerstreut kramte die Kursleiterin auf ihrem Küchenwagen herum und legte einzelne Sachen auf den Tisch ohne groß zu erläutern, was man damit bezweckt. Wer begann, verzweifelt in seinem ausgeteilten Rezept herumzublättern, wurde mit den Worten "Wir sind immer noch auf Seite 2!" in seine Schranken verwiesen. Das Einzige, was ich aus der Vorstellung mitnahm, war die Tatsache, dass der Ingwer dazu dient, den Geschmack zwischen den Sushi-Häppchen zu neutralisieren.

Dann bildeten sich vier Gruppen, die vier oder fünf verschiedene Sushis machen sollten. Alle suchten sich die benötigten Zutaten raus und wollte schon mit den Vorbereiten beginnen, als es tönte "Sie beginnen noch nicht, ich werde ihnen jeden Handgriff zeigen!" - so blieb auch unsere Möhre, die wir gerade schälen wollten, erstmal liegen. Als erstes durften wir den Reis kochen. Auch das machte unsere Gruppe nicht richtig und durfte das gesamte Wasser weggießen und von vorn beginnen. Als wir erfolgreich unseren Reis gekocht hatten, schnitzelte sie ein paar Streifen zusammen, zeigte wie man die Makis rollt und reichte ihr Ergebnis als Probe herum. Endlich durften wir selbst beginnen. Wir schnitten, verteilten Reis auf die Nori-Blätter und rollten. Lief ganz gut und nach ca. zwei Stunden waren alle fertig. Zum Abschluss dekorierten wir die Sushis und verteilten sie auf einem Blech.

Sushi

Diesmal hatten wir alles richtig gemacht, nur die Gruppe nebenan, welche die schwierigeren Gerichte hatte, bekam ihr Fett weg und zwar in der übelsten Form: Ihre Arbeit wurde in ihrer Anwesenheit schlecht gemacht und zwar in der 3. Person, also ungefähr "Die Gruppe, die das Hühnchen machen sollte, war wohl mit anderen Dingen beschäftigt (Ja, mit vier anderen Sushis; Anm. von mir) und hat es deshalb anbrennen lassen. Den einen Topf konnte ich ja noch retten, aber der hier ist völlig hinüber." Alle schauten sich etwas kopfschüttelnd an und fragten sich, wie die Kursleiterin die letzten zwei Stunden verbracht hat, denn sie stand die ganze Zeit daneben. Danach folgte das Probieren der Meisterwerke, gefolgt vom Abwasch und dann durften kleine Kostproben für die Lieben daheim mitgenommen werden. Der Kurs hat richtig Spaß gemacht, bis auf die Kursleiterin, die leider nicht so richtig geeignet war.

Ein Wort zur Esskultur

Jan 0

Was mir immer wieder in asiatischen Ländern auffällt und in Nha Trang war es ganz extrem, sind die Speisekarten der Restaurants. Wer mal die Landesküche ausprobieren will, ohne gleich auf eine Straßenküche zurückgreifen zu müssen, tut sich schon etwas schwer, denn die Restaurants haben stellenweise für einheimische Gerichte gerade mal eine oder nur eine halbe Seite für lokale Speisen frei. Der Rest wird von "Western Food" wie Steaks, Hamburger und Pizza dominiert.

Besonders gut in Erinnerung ist mir eine Szene, wo wir uns in einem kleinen Lokal in Nha Trang niedergelassen haben, Kriszta eine Pho (die klassische vietnamesische Suppe mit Nudeln und Hühnchen oder Rind) und ich vietnamesische Frühlingsrollen aß. Vietnamesische Frühlingsrollen sind nicht wie die chinesischen fritiert, sondern hier sind die Teigtaschen roh und mit frischem Gemüse, gekochtem Hühnchen und Shrimps gefüllt. Hinter uns stand eine amerikanische Familie, welche die Speisekarte studierte und ich nur den Vater hörte, wie er seinen Sohn beruhigte: "Don't be afraid, you get something different. Take a sandwich." Ich habe natürlich mal einen Burger hier probiert, aber es ist das gleiche wie asiatische Küche daheim - es ist nur der Versuch, aber kommt bei weitem nicht an das Original heran.

Maybe horse?

Jan 1

Man stelle sich einen alten Hippie-VW-Bus vor, bocke die Räder ein wenig hoch, streiche in tarngrün an und schon hat man einen geländegängigen Mini-Van "Made in Russia". Und nach wahrscheinlich gut 20-25 Jahren Dienstzeit hat das Teil auch die eine oder andere Macke entwickelt. Die Türen schließen nicht mehr so gut, d.h. auf staubiger Straße steigt man nach 4 Stunden Fahrt dreckiger aus, als die Umgebung ist. Die Abwärme des Motors kommt ungefragt direkt hinter dem Beifahrersitz hoch und wer das Pech hat dahinter zu sitzen, wird das Gefühl kennen lernen, wie es ist, bei 35°C die Sitzheizung auf Höchststufe laufen zu lassen. Dagegen kann man das Fenster öffnen, was aber genau auf der Seite immer wie von Geisterhand allein zu geht. Wer schon nicht entgegen der Fahrtrichtung sitzen möchte, kann gerne auf der zweiten Sitzbank Platz nehmen, deren Rücklehne irreparabel im Winkel von ca. 40° gegenüber der Senkrechten abweicht. Hinsetzen führt dabei unweigerlich zum Abrutschen und gleicht einem Liegesitz. Die einzig akzeptablen Sitze sind die beiden Vordersitze, die aber vom Fahrer und von der Köchin belegt werden.

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Mit der Kiste fahre man jeden Tag von 8 - 17 Uhr, 300km pro Tag über staubige, steinige oder sandige Wege, querfeldein, abwechselnd Links- und Rechtskurven, hoch, runter und immer wieder Schlaglöcher oder Rinnsale, die tiefe Furchen in den Boden gefressen haben. 6 Tage lang. Dazwischen gibt es mittags mitten im Nichts etwas selbstgekochtes, was auch wirklich Klasse schmeckt. Abends wird man dann vom Gastgeber bekocht, ähnlich lecker oder besser. Wenn man dann die Nacht in der Jurte überstanden hat (13°C Innentemperatur), gibt es Tee, Gebäck und Toastbrot.

>Klingt jetzt alles nicht nach Zuckerlecken, aber wenn man dann vor einsamen Klostern, roten Felsformationen, riesigen Sanddünen oder der scheinbar unendlichen Weite steht, dann weiß man wieder, warum man die Strapazen auf sich genommen hat und saugt gierig jeden Moment auf, der einem dort verbleibt, denn schon wenig später sitzt man wieder in der Klapperkiste und es geht weiter... Der Fahrer navigiert die 6 Tage natürlich rein optisch, d.h. er schaut sich nach markanten Wegpunkten um und fährt entsprechend. Da möchte man sich lieber keine Gedanken machen, was passiert, wenn er sich doch mal irrt, denn die Gobi (was übrigens nichts anderes wie "Wüste" heißt) ist riesig.

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Trotzdem bleibt genug Zeit, um in ein saftiges Sandwich aus Toast, Gurken, Salami und Mayo zu beißen und dann bleibt einem der Bissen im Hals stecken, wenn die Frage kommt: "What kind of meat is this?" und die Köchin ganz gelassen antwortet: "Maybe horse...?!" Um sowas zu vermeiden, greift man doch lieber zu Gerichten, wie z.B. Kebab. Klingt türkisch, gibts aber auch für die Mongolei.

Zutaten:

  • getrocknete und gesalzene Seetangblätter (ca. A4) (wie z.B. für Sushi)
  • 1 Dose Thunfisch
  • Milchreis
  • 1 Glas Gewürzgurken

Zubereitung:

  • Reis nach Anleitung kochen
  • Thunfisch unter den Reis mischen
  • 1 Blatt Seetang halbieren
  • Gewürzgurke vierteln
  • Seetangblatt mit Reis/Thunfisch bestreichen
  • Gewürzgurkenviertel in die Mitte
  • Seetangblatt aufrollen - fertig