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Veröffentliche Beiträge in “Kochen und Backen”

Ich koche nach eigener Vorstellung oder nach Kochbuch

Die Paleo-Doppelmoral

Jan 0

Am Wochenende war ich mit Kriszta auf der Paleo Convention 2015 in Berlin. Wir fuhren früh um 6 Uhr los, um 10 Uhr in Berlin zu sein und dann noch zwei Stunden Zeit zu haben, um unseren Stand aufzubauen. Von 12 bis 19 Uhr verkauften, berieten und unterhielten wir uns mit den Kunden und Interessenten. Danach bauten wir ab, gingen ins Hotel und folgten der Einladung zur After-Show ins Sauvage. Dort sollte uns ein Abendessen erwarten - wir wurden mit einem Cocktail begrüßt.

Ein Cocktail? Alkohol bei Paleo? Irgendwie bröckelte alles in mir zusammen, was ich über Paleo wusste. Im Verlauf des weiteren Abends sah ich etliche Leute ein Bier trinken und probierte es, weil ich dachte - na vielleicht ist es ein glutenfreies Bier. Nein, weit daneben. Meine Frau wurde immer etwas schräg angesehen, als sie die Idee ihres Shop wie folgt äußerte "Ich verkaufe Produkte, die es Paleo-Anhängern ermöglicht, Paleo konsequent durchzuziehen und trotzdem abwechslungsreich zu gestalten - ohne Cheat-Days."

Dazu muss man wissen, dass viele der deutschen Paleo-Anhänger folgendem Grundtenor folgen: "Ich halte mich an die Paleo-Regeln, gönne mir aber ab und zu Ausnahmen. Zu Paleo gehören Fleisch, Obst und Gemüse - ökologisch und regional." Gegen letzteres ist nichts einzuwenden, im Grunde hat das aber nichts mit Paleo zu tun, sondern sollte eine vernünftige Grundeinstellung sein. Das Problem daran - ich empfinde es als Widerspruch zu sagen, dass man Paleo macht, aber selbst auf einer großen Veranstaltung dann auch noch seine "Ausnahmen" öffentlich zelebriert. Man hätte sich auch am Dönerstand treffen können.

Grund für meine Polemik ist das Verhalten einiger Gäste an unserem Stand am Wochenende. Schon von weitem konnte man sehen, dass die Nase gerümpft wurde "Die bieten Mehl und gebackene Sachen an, dass ist doch garnicht Paleo." Dass es sich um Mehl aus Nüssen und ähnlichen von Paleo erlaubten Zutaten ist, lasse ich hier mal außer acht. Die Krönung erreichten wir am Sonntag als einer der besagten Kritiker sich unserem Stand näherte und anfing: "Also hier ist ein Tippfehler drauf, sowas kauf ich schon mal garnicht - nur als Hinweis!" Er bewegte sich weiter Richtung unserer Nudeln, studierte aufmerksam das Etikett und stellte fest: "Eier aus Bodenhaltung? Da könntet ihr mal dem Hersteller sagen, er könnte auch Eier aus Freilandhaltung nehmen. So viel mehr kostet das auch nicht." Letzte Station war das Biltong (Trockenfleisch). Dort blieb er mit dem Kommentar stehen "Sowas mach ich mir selbst, ich kaufe bei einem Metzger, wo ich weiß, wo die Tiere herkommen." Natürlich hatte er alles, was wir anboten probiert. Er verschwand mit den Worten "Ich komm später nochmal wieder und kaufe was" und ward nie wieder gesehen.

Genau dieses Verhalten spiegelte sich das gesamte Wochenende wider. Um den Mitveranstalter Leon zu zitieren "Man sollte einfach versuchen, so naturbelassen, artgerecht und regional wie möglich zu essen". Aber schon im nächsten Satz wird diese Aussage relativiert "Er selber gönnt sich ab und zu auch mal Fast Food und einen guten Drink." WTF? In meinen Augen sind diese Paleo-Anhänger irgendwelche Hipster, weil vegan macht ja jetzt jeder und da braucht man eine neue Nische um bloß nicht Mainstream zu sein. Aber mit Paleo an sich hat dieser Lebenswandel gar nichts zu tun. Er verkauft sich aber besser, denn Worte wie "Genießen, regional und ökologisch" verkaufen sich besser wie "ohne Gluten, Zucker und Laktose, aber konsequent". Heinrich Heine schrieb in "Deutschland. Ein Wintermärchen" irgendwie treffend:

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text, Ich kenn auch die Herren Verfasser; Ich weiß, sie tranken heimlich Wein Und predigten öffentlich Wasser.

Nur hier wird nicht heimlich Wein getrunken, sondern Wein gehört zum "Genießen". Kriszta zeigt mir von Zeit zu Zeit Diskussionen, wo die Regeln so lange gebogen werden, bis man die Fehlernährung hinreichend verargumentiert hat, um sie als regelkonform zu erklären. Beispiel gefällig? Nehmen wir doch den Wein. "Wenn damals in der Steinzeit die Früchte vom Baum gefallen sind und die anfingen zu gären, dann wurden die ja auch noch gegessen - also kann Wein ja nichts schlimmes sein." Kommt man dort mit Mehlen, die aus Nüssen hergestellt werden, sagen die selben Leute "Geht gar nicht! Zu viel Nüsse sind ungesund!" Zählt man die Fakten auf, z.B. dass man ja nicht gleich ein ganzes Brot isst, sondern immer mal eine Scheibe zu Ergänzung oder zum Nachdenken anregt, was denn wohl der Steinzeitmensch im Winter gegessen hat, wenn nicht Nüsse, stößt man auf taube Ohren. Das ist wie mit einem Veganer über einen Fleischtag zu diskutieren. Den gibt es da nicht, weil es nicht zur Ernährung gehört. Punkt. Aus. Ende. Ohne weitere Diskussion. Und deswegen meine Bitte an die Paleo-Welt: Seid doch endlich mal konsequent!

Grillergänzung

Jan 0

_MG_6562Seit einigen Wochen verrichtet mein neuer Weber-Grill nun seine Dienste. Zum richtigen Experimentieren bin ich noch nicht gekommen, habe nun aber den Dreh raus, wie das Anzünden, Grillen und Warmhalten funktioniert. Was mich bis jetzt aber gestört hat, ist die Phase, wo die Glut nicht mehr reicht, um noch was zu grillen, aber mit geschlossenem Deckel noch genügend Hitze da ist. Also beschloss ich beim letzten Mal, dass ich den Versuch wage, Obst zu trocknen.

Schon bevor ich die Steaks und die Würste auf den Grill legte, schnitt ich einen Apfel in Scheiben, entfernte das Kerngehäuse und legte das Ganze erstmal beiseite. Nachdem das Grillzeug den Rost dann verlassen hatte, legte ich die Apfelscheiben an die Seite, wo die Kohle nicht liegt und schloss den Deckel. Wir genossen inzwischen unsere gegrillten Hirschsteaks und nach ca. einer Viertelstunde wendete ich die Apfelscheiben. Als wir fertig mit Essen waren und ich das Geschirr wieder in die Küche geräumt hatte, holte ich die Apfelscheiben vom Grill, d.h. sie lagen ungefähr eine halbe Stunde drauf.

Ein erster Bisstest ergab - außen schon schön angetrocknet, aber innen noch leicht saftig. Der perfekte Snack für den nun folgenden Fernsehabend...

Homemade Currywurst

Jan 0

IMAG0272Gesunde Ernährung ist eine gute Sache, eine leckere Currywurst eine andere. Nicht zu unrecht musste ich mir die Kritik gefallen lassen, dass die Currywurst am Stand um die Ecke nun nicht gerade gesund ist. Die Soße ist quasi der blanke Zucker (weil Ketchup) und die Wurst kommt auch nicht vom Fleischer aus dem Nachbardorf.

Selbstgemachte Currywurst? Herausforderung angenommen! Dazu passte, dass der Fleischer diese Woche Knackwürste im Angebot hatte. Am besten fange ich mal mit dem Rezept an:

  • 900g (5 Paar) Knackwürste
  • 2 EL Madras-Curry
  • ca. 250ml pürierte Tomaten
  • Salz
  • Fett / Butter zum Anbraten
  1. Die Knackwürste in 5mm dicke Scheiben schneiden. Die Zipfel habe ich weg getan - darüber freut sich bei uns ein Schwanz wedelnder Abnehmer.
  2. Fett / Butter in einer tiefen Pfanne zerlassen und dann die Wurstscheiben leicht anbraten.
  3. Jetzt die pürierten Tomaten dazu geben und etwas einkochen lassen. Nach Geschmack mit Salz würzen.
  4. Jetzt mit Curry würzen. Ich hatte nur Madras-Curry da, der sehr scharf ist. Deswegen habe ich nur wenig Curry genommen und statt dessen lieber noch etwas mit Kurkuma und Kreuzkümmel nachgewürzt.

Und welche Argumente sprechen jetzt gegen die hausgemachte Currywurst? Die Dauer der Zubereitung? Bestimmt nicht, denn ich war vielleicht eine halbe Stunde damit beschäftigt. Die Kosten? Die Knackwürste haben mich ca. 7 Euro gekostet und so wie ich die Portion abschätze können da prima 4 Leute davon satt werden. Inklusive der restlichen Zutaten kommt man maximal bei 10 Euro raus, was 2,50 Euro pro Portion wären.

Renateschnittchen

Jan 0

renateschnittchenWieder ein Abendessen, dass ich aus meiner Kindheit kenne. Der Name rührt von der "Erfinderin" Renate her, die auch in späteren Jahren meine Klassenlehrerin war und nur eine Etage unter uns wohnte. Von diesem Rezept, was auch wieder extrem schnell geht, gibt es zwei Varianten - die originale und meine abgewandelte Version, so wie wir sie immer abends gegessen haben. Die Zutaten sind denkbar einfach:

  • 2 Scheiben Brot
  • 4 Scheiben Käse (ich bevorzuge dabei einen würzig schmeckenden Käse)
  • Butter

Das Originalrezept lässt die Brotscheiben direkt auf Herdplatte toasten (ohne Pfanne und ohne Butter!). Ich denke es war mal ein Unfall, dass das mit Butter geschmierte und Käse belegte Brot auf dem noch heißen Herd vergessen wurde und das Rezept daher rührt. Ich bevorzuge es, die Brotscheiben mit reichlich Butter anzurösten, bis zu knusprig braun sind. In der Zwischenzeit kann man den Herd schon mal vorheizen. Wir hatten damals einen Toaster, den man im Stehen und Liegen nutzen konnte, da ging das viel schneller. Es kommt nur noch der Käse auf das Brot und dann wird so lange gebacken, bis der Käse auf dem Brot zerlaufen ist. In meiner Kindheit habe ich dann noch jede Menge Ketschup drüber gekippt, aber heute finde ich, dass das den Geschmack versaut.

Ostalgisch Abendessen

Jan 0
brotmitletschoVor einem Monat hatte ich ja schon mal angekündigt, noch ein paar mehr Rezepte herauszusuchen, die es in meiner Kindheit ab und an abends gab. Heute ging es weiter - die Zubereitung hat keine 10 Minuten gedauert und trotzdem hat man ein kleines Gericht auf dem Tisch zu stehen.Diesmal brauchen wir folgende Zutaten:
  • 1 Scheibe Brot (je nach Größe - bei kleinen Broten auch gern 2 Scheiben)
  • 1 Ei
  • Leberwurst
  • Letscho (für mich ist Letscho immer eine Mischung aus Paprika und Tomate gewesen, die aus dem Glas kommt, die Wikipedia weiß es wohl besser.)
Und schon kann es losgehen... Man schlägt das Ei in eine Pfanne und brät es als Spiegelei. Inzwischen bestreicht man das Brot mit der Leberwurst. Darüber kommt dann je nach Geschmack mehr oder weniger Letscho. Abschließend wird das Spiegelei darauf gelegt - fertig.Ich muss mich für das schlechte Spiegelei diesmal entschuldigen - ich habe das Eiweiß von den Eiern, dass ich für Spaghetti Carbonara verwendet habe, einfach angebraten. Zum Glück ist ein Eigelb kaputt gegangen, sondern wäre das Spiegelei völlig weiß gewesen.

Selbstgemachtes Sushi

Jan 0

Kleine Vorrede: Ich hatte meinen ersten Kontakt mit Sushi als ich mit Alex im Baltikum unterwegs war. Danach blieb es relativ ruhig, denn Sushi war in Dresden unbezahlbar teuer. Nachdem ich mit Kriszta zusammengekommen bin und wir unsere erste Kreuzfahrt machten, hatte ich wieder Gelegenheit dazu, denn dort war Sushi kostenlos. Danach folgte eine kleine Pause. Als wir letztes Jahr wieder eine Kreuzfahrt machten und ich die Gunst der Stunde nutzte, Kriszta einen Heiratsantrag im Sushi-Restaurant machte, war der Bann gebrochen. Seit dem gehen wir mindestens jede 2. Woche mal mittags los und holen uns Sushi zum Mittagessen.

Trotzdem stört mich immer daran, dass es - verglichen mit den Kosten der Zutaten - relativ teuer ist. Das ist für Kriszta Grund genug gewesen, mir mal einen Sushi-Kurs an der VHS zu spendieren. Als ich ankam, warum schon einige in der Küche zugange, andere standen ratlos herum. Es begann pünktlich und 17 Leute begannen sich in einen viel zu kleinen Raum zu pferchen, um erstmal der Theorie zu lauschen. Die Kursleiterin begann mit einer Reih-Um-Frage nach den Sushierfahrungen. Fast alles pressten ihre Vorstellung in die Phrase "Ich heiße ..., gehe gerne Sushi essen, habe es aber noch nie selbst gemacht." Es folgte eine kleine Einführung in die Utensilien eines Sushi-Kochenden. Etwas zerstreut kramte die Kursleiterin auf ihrem Küchenwagen herum und legte einzelne Sachen auf den Tisch ohne groß zu erläutern, was man damit bezweckt. Wer begann, verzweifelt in seinem ausgeteilten Rezept herumzublättern, wurde mit den Worten "Wir sind immer noch auf Seite 2!" in seine Schranken verwiesen. Das Einzige, was ich aus der Vorstellung mitnahm, war die Tatsache, dass der Ingwer dazu dient, den Geschmack zwischen den Sushi-Häppchen zu neutralisieren.

Dann bildeten sich vier Gruppen, die vier oder fünf verschiedene Sushis machen sollten. Alle suchten sich die benötigten Zutaten raus und wollte schon mit den Vorbereiten beginnen, als es tönte "Sie beginnen noch nicht, ich werde ihnen jeden Handgriff zeigen!" - so blieb auch unsere Möhre, die wir gerade schälen wollten, erstmal liegen. Als erstes durften wir den Reis kochen. Auch das machte unsere Gruppe nicht richtig und durfte das gesamte Wasser weggießen und von vorn beginnen. Als wir erfolgreich unseren Reis gekocht hatten, schnitzelte sie ein paar Streifen zusammen, zeigte wie man die Makis rollt und reichte ihr Ergebnis als Probe herum. Endlich durften wir selbst beginnen. Wir schnitten, verteilten Reis auf die Nori-Blätter und rollten. Lief ganz gut und nach ca. zwei Stunden waren alle fertig. Zum Abschluss dekorierten wir die Sushis und verteilten sie auf einem Blech.

Sushi

Diesmal hatten wir alles richtig gemacht, nur die Gruppe nebenan, welche die schwierigeren Gerichte hatte, bekam ihr Fett weg und zwar in der übelsten Form: Ihre Arbeit wurde in ihrer Anwesenheit schlecht gemacht und zwar in der 3. Person, also ungefähr "Die Gruppe, die das Hühnchen machen sollte, war wohl mit anderen Dingen beschäftigt (Ja, mit vier anderen Sushis; Anm. von mir) und hat es deshalb anbrennen lassen. Den einen Topf konnte ich ja noch retten, aber der hier ist völlig hinüber." Alle schauten sich etwas kopfschüttelnd an und fragten sich, wie die Kursleiterin die letzten zwei Stunden verbracht hat, denn sie stand die ganze Zeit daneben. Danach folgte das Probieren der Meisterwerke, gefolgt vom Abwasch und dann durften kleine Kostproben für die Lieben daheim mitgenommen werden. Der Kurs hat richtig Spaß gemacht, bis auf die Kursleiterin, die leider nicht so richtig geeignet war.

Ein Wort zur Esskultur

Jan 0

Was mir immer wieder in asiatischen Ländern auffällt und in Nha Trang war es ganz extrem, sind die Speisekarten der Restaurants. Wer mal die Landesküche ausprobieren will, ohne gleich auf eine Straßenküche zurückgreifen zu müssen, tut sich schon etwas schwer, denn die Restaurants haben stellenweise für einheimische Gerichte gerade mal eine oder nur eine halbe Seite für lokale Speisen frei. Der Rest wird von "Western Food" wie Steaks, Hamburger und Pizza dominiert.

Besonders gut in Erinnerung ist mir eine Szene, wo wir uns in einem kleinen Lokal in Nha Trang niedergelassen haben, Kriszta eine Pho (die klassische vietnamesische Suppe mit Nudeln und Hühnchen oder Rind) und ich vietnamesische Frühlingsrollen aß. Vietnamesische Frühlingsrollen sind nicht wie die chinesischen fritiert, sondern hier sind die Teigtaschen roh und mit frischem Gemüse, gekochtem Hühnchen und Shrimps gefüllt. Hinter uns stand eine amerikanische Familie, welche die Speisekarte studierte und ich nur den Vater hörte, wie er seinen Sohn beruhigte: "Don't be afraid, you get something different. Take a sandwich." Ich habe natürlich mal einen Burger hier probiert, aber es ist das gleiche wie asiatische Küche daheim - es ist nur der Versuch, aber kommt bei weitem nicht an das Original heran.

Back to the roots

Jan 0

lotuswurzelnEigentlich wird es doch mal wieder Zeit, die alten Gebräuche aufleben zu lassen. Dazu gehört ja auch meine Sparte "Kochen und Backen", die in den letzten Jahren regelrecht eingeschlafen ist. Tja, wenn man zu zweit ist, geht es mehr um den Genuss zu zweit, als es der ganzen Welt mitzuteilen. Aber in dem speziellen Fall will ich mal eine Ausnahme machen.

Auf unserer Reise nach China waren wir auch in dem kleinen Nest Xingping und aßen dort Lotuswurzeln, die Kriszta so gut schmeckten, dass sie die unbedingt auch mal hier essen wollte. Also organisierte ich Lotuswurzel (gibts bei ebay ganz problemlos - man muss nur aufpassen, dass es Wurzeln (Roots) und Wurzelspitzen (Rootlets) gibt). Leider schweigt sich das Internet mit Rezept etwas aus - man findet japanische Rezepte, aber japanische Pflaumen konnte ich auf die Schnelle nicht organisieren. Von daher wurde improvisiert und zwar wie folgt:

  • 500g Lotuswurzel
  • 750g reife Feigen
  • 1 EL Ajvar
  • 1 EL Honig
  • 1 Prise 5-Gewürze-Mischung
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Tasse Wasser
  • Sojasauce
  • Salz
  • Pfeffer
  • Öl

Die Wurzeln mit Öl leicht anbraten und dann das Wasser hinzugießen und dünsten. Inzwischen die Feigen mit einem Löffel auslöffeln und den Inhalt zu einem Brei zerdrücken. Dann die Feigen, den Ajvar, Honig und die Gewürze zu den Wurzeln geben und das Ganze köcheln lassen. Dazu dann die Knoblauchzehen pressen und abschließend mit Salz, Pfeffer und einem Schuss Sojasauce abschmecken. Sollte süß und würzig schmecken. Dazu gab es Reis.

Feuer frei!

Jan 3

pizza vorbereitungAls ich mal auf Dienstreise in Kiel war, gingen wir abends in eine Pizzeria und dort gab es nur eine Pizza: Pizza nach Art des Gastes. Auf dem Tisch lag ein Block und man konnte auswählen, welchen Teig man möchte und aus mehr als 30 Belägen wählen. Ich hatte Lust auf was Scharfes und setze meine Kreuze bei Peperonisalami und Peperonis. Da mir das aber etwas wenig erschien, erweiterte ich meine Auswahl um Hackfleisch, Oliven und Zwiebeln. Unterhalb der Kreuzliste stand noch, dass es gratis Knoblauch auf Wunsch gibt, mal sollte nur Bescheid sagen. Ich unterstrich das Wort "Knoblauch" fett und gab den Zettel ab. Ich wurde noch gefragt, ob ich normale oder scharfe Peperoni möchte - natürlich die Scharfen. Das Ergebnis war ein Erlebnis - die Pizza war reichlich mit den Beilagen bedeckt und eins stach optisch als auch olfaktorisch heraus - der Knoblauch. Ungefähr 6 oder 7 Zehen mussten ihr Leben für diese Pizza lassen. Und auch die Peperonis hatten es in sich. Deswegen entschloss ich mich, diese Pizza bei mir nachzubauen. Also nahm ich...

  • Pizzateig für ein Blech Pizza
  • Tomatensauce (250ml)
  • 100g Salami (Peperonisalami war nicht aufzutreiben)
  • 3 EL Sambal oelek
  • 500g Hackfleisch
  • 2 rote Zwiebeln
  • 1 Glas grüne Oliven
  • scharfe Peperoni nach Belieben
  • 250g geriebenen Käse
  • 6 Knoblauchzehen

pizza fertigIch fing erstmal mit den Zutaten an. Hackfleisch anbraten, Zwiebeln in Scheiben schneiden und die Knoblauchzehen abziehen und in grobe Stück schneiden. Danach kam der Pizzateig dran. Ich rollte ihn aus, passte ihn auf das Blech an. Ich schiebe das Blech samt Pizzateig dann schon mal für 5 Minuten in den vorgeheizten Ofen, dann ist der Teig nicht pappig. Und dann begann das lustige Belegen. Erst die Tomatensauce, dann die Salami, darauf dann das Sambal oelek, gefolgt vom Hackfleisch, den Oliven, Peperoni, Zwiebeln und dem gepressten Knoblauch. Ganz zum Schluss dann noch den Käse drauf und ab in den Ofen damit. 20 Minuten später war sie fertig... und richtig gut!

Für ein besseres 2009

Jan 0

arbeitsplatzLange her, dass ich einen Beitrag geschrieben hab, vom Podcast einmal abgesehen. Inzwischen ging es bei mir inzwischen weiter. Das Drama Rechner ging in eine zweite und nun mittlerweile dritte Runde. Die ausgewechselte Platte ist inzwischen wieder da und tut friedlich ihren Dienst. Dafür hatte sich jetzt der etwas kleinere Monitor entschieden, bockig zu werden. Seit ein paar Wochen poppt eigentlich permanent das OSD-Menü hoch. Ich glaube, er hat mir übel genommen, dass ich die Anschlüsse verwechselt hab, als ich die Platte ausgebaut habe. So wurde er kurzzeitig mit 1600 x 1050 betrieben, was seinem Innenleben wohl nicht ganz bekommen ist.

Ich hatte also die Qual der Wahl - entweder ich stampfe den Monitor ein oder ich versuche preiswerten Ersatz zu finden. Schließlich hatte ich es mir in den Kopf gesetzt, sämtliche Applikationen auf dem großen Rechner zu betreiben. Ich entschloss mich für den Ersatz. Ich hätte ja nicht im Traum gedacht, dass es so schwierig wird, einen adäquaten Ersatz zu finden. Heute Abend hat es dann geklappt und ich hab meinen Nachfolger ersteigert. Damit sollte Rechnerdisaster Nummer 2 der Vergangenheit angehören. Ich hatte meine Rechnung ohne Microsoft gemacht. Ich habe eine einzige Schwäche für Microsoft und zwar für ihre ergonomischen Tastaturen. Die Dinger lassen sich echt gut bedienen und wenn man sich an die Lage der Tasten gewöhnt hat, wird man auf einer normalen Tastatur eher langsamer.

nadelbaumAlso hab ich mir ein Set (ergonomische Tastatur + Maus) zum Geburtstag gewünscht. Sieht todschick aus und läßt sich prima bedienen. Mußte es zu meinem Geburtstag gleich mit dem Laptop probieren. Ich schrieb zwei, drei Sätze, schubste die Maus ein bißchen herum, alles bestens. Dann leuchtete kurz an der Tastatur die Batterieleuchte auf und es war Ruhe. Ich schob es auf den leeren Akku und beschloss daheim aufzuladen. Die Verpackung ließ ich natürlich bei meinen Eltern. Ihr ahnt, was jetzt kommt, stimmts? Daheim angekommen, stellte ich erstmal fest, dass es sich um ganz normale Batterien handelte, keine Akkus - ein "Hoch!" auf Microsoft und ihre Einstellung zur Umwelt. Da machte mich schon stutzig, aber ich wechselte trotzdem die mal die Akkus - nichts. Sender und Empfänger konfiguriert - keine Reaktion. Geschimpft und geflucht - hat auch nicht geholfen. Mein Vater hat mir also die gesamten Rücksendeunterlagen zugesandt und ich hoffe mal, der Versand ist so gnädig, die Tastatur auch ohne Originalverpackung zurückzunehmen.

Was ist sonst so passiert? Ich habe meinen Arbeitsplatz umdekoriert, zum Ärger meiner Kollegen, die auch mal auf Lofoten wollen (siehe Bild oben). Ist auch gleich viel angenehmer, als ständig auf eine Wand zu starren. Kurz vor Weihnachten haben wir dann von Arbeit einen Weihnachtsbaum spendiert bekommen. Meine Freundin und ich haben ihn schön dekoriert und er machte auch wirklich was her - nur man sollte ihn nicht berühren. Er entschloss sich schon nach kurzer Zeit zu nadeln. So kam es, dass Anfang des Jahres, als ich ihn runterschaffen wollte, dass ich so sehr schüttelte, dass er sich sämtlicher Nadeln entledigte. War die moderne Variante von Mülltrennung - 5 Schaufeln voller Nadeln und ein leerer Baum, den ich problemlos runterschaffen konnte.

Ich habe auch mal die Verwaltung meiner Platten befragt, was ich dieses Jahr so gehört hab. Irgendwie wundert mich bei der Liste eigentlich garnichts - ich bin garnicht groß dazu gekommen, neue Musik zu hören bzw. zu kaufen. Außerdem ist es so schon wieder schwierig, einmal im Jahr sich durch die Sammlung durchzuhören.

  1. Burial - Untrue
    Wir sind Helden - Soundso
  2. Boards Of Canada - The campfire headphase
    Claudia Koreck - Fliang
    Ulrich Schnauss - Far away trains passing by
  3. Abfahrt Hinwil Links - Berge rechts Seen
    Blumfeld Ein Lied mehr
    Boards Of Canada - Geogaddi
    Fluxion - Vibrant forms
    Fluxion - Vibrant forms II
pomelo-feigen-marmelade

Ich habe heute gelesen, dass Bill Gates sich zum Thema Wirtschaftskrise geäußert hat. Dabei soll er gesagt haben, dass "der Kapitalismus habe zu unglaublichen Innovationen und Entwicklungen geführt, die man nicht schlechtreden dürfe". So ein Satz aus dem Munde von Bill Gates - ich bin erstaunt. Wenn sowas von Leuten aus Deutschland kommt, wie z.B. Dietmar Dath, habe ich dafür Verständnis - schließlich war der Sozialismus gleich um die Ecke.


Und damit ich die dürren Zeiten gut überstehe, habe ich gestern erstmal wieder einen neuen Vorrat an Marmelade geschaffen. Keine Angst, es wird nicht weniger, die Gläser werden nur größer. Wie man dem Ettikett entnehmen kann, habe ich diesmal Pomelo-Feigen-Marmelade gemacht. Eine sehr interessante Mischung, ich bin bei der ersten Verkostung heute morgen noch nicht ganz im Klaren, wie ich sie geschmacklich einordnen soll. Ich hab dazu 1,1kg Honigpomelo, 400g Feigen, 500g 1:3 Gelierzucker und 2 Päckchen (á 5g) Zitronensäure genommen. Konsistenz ist super, nur muss ich den Geschmack noch irgendwie einstufen...

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