datenzwergIst man in der Welt draußen unterwegs, muss man auch mal Kontakt mit der Außenwelt halten. Das bedeutet aber nicht nur das Schreiben von Karten, sondern auch mal die ein oder andere Mail nach Hause oder vielleicht ein kleiner Chat bzw. das Onlinetelefonat. Aber als Reisender mag man eins nicht: Gewicht.

Und wenn wir schon dabei sind, listen wir doch mal auf, was so ein Gerät alles auf dem Kasten haben muss, um unseren Kriterien gerecht zu werden.

  • leicht (ASUS eee 1016P: 1,3kg, WD Elements SE 500GB 200g)
  • klein (Netbook 26 x 18 x 4cm, Platte 11 x 8 x 2cm)
  • Speicherplatz (zusammen 750GB)
  • robust (Netbook mit Alugehäuse)
  • ausreichende Akkukapazität (laut Hersteller 11,5h. Ich hab es am Montag Abend aufgeladen und so hat es sämtliche Installationen überlebt und musste erst Samstag Mittag wieder nachgeladen werden)
  • kommunikationsfähig (WLAN, Mikro und Lautsprecher)
  • Fotonachbearbeitung, GPS-Auswertung (Tools und Treiber installiert und lauffähig)

Wer jetzt dem Kleinen unterstellt, langsam zu sein, wird jäh enttäuscht. Im Inneren werkelt ein N455 Atom mit 1GB DDR3-Speicher. Wo man aber ziemlich schnell einen Krampf bekommt ist Windows 7 Starter. Ich kann ja jede Reglementierung verstehen, aber warum ich das Hintergrund nicht ändern kann, ist völlig absurd. Ist gibt wohl zahlreiche Tools, welche die Platte vollmüllen und sich nicht so richtig wieder deinstallieren lassen – davon sollte man die Finger lassen. Auch von Selbstversuchen ist abzuraten. Das aktuelle Hintergrundbild ist mit Prüfsumme gesichert und ein Austausch führt unweigerlich zu einem schwarzen Hintergrund.

Aber noch mal ein Wort in eigenem Interesse: Es wird während unserer Weltreise drei Möglichkeiten geben, an uns heranzutreten. Der übliche Weg per Mail – für ein kleines „Hallo, uns gibts noch!“ geht das immer, aber wir werden nicht die Zeit haben, Romane in Mailform zu verschicken. Dazu gibts ja beide Blogs. Für einen kurzen Schwatz bieten sich deshalb noch zwei Wege an: Skype oder Chat über GMail. Skype hat natürlich den Charme, dass auch ein kurzes Telefonat (sogar mit Webcam) drin ist. Bitte immer auch an die Zeitzone denken – wir werden uns im Rahmen +/-6 Stunden bewegen (Vietnam +6 Stunden, Osterinsel -6 Stunden).

Wir sind gerade dabei noch die restlichen technischen Vorbereitungen zu treffen, die wir für die Weltreise benötigen. Auf unseren Reisen haben wir festgestellt, dass es von Vorteil ist, mit eigenem Notebook unterwegs zu sein, weil vielmals die Hostels gratis WiFi anbieten, während die Internetnutzung am Rechner ein kleines Vermögen kostet. Also soll uns ein kleines schlankes Netbook helfen. Aber Internet-Kauf ist tückisch.

Beispiel 1: Der Kauf von Flugtickets

Selbstverständlich gibt es für Flugtickets auch eine Metasuchmaschine, die alle Portale abklappert und dann das günstigste Portal angibt. Wie so oft, gibt es Portale, die absolut vertrauenswürdig sind (z.B. opodo.de) und natürlich auch die schwarzen Schafe, die schon mit verdächtigen Namen wie vielvielbilligeretickets.de daherkommen. Damit es noch schwieriger wird, gibt es natürlich auch ähnliche Seiten die vielleicht vielvielbilligerfliegen.de heißen, aber einen nicht abzocken.

Aber zurück zum Beispiel – Flug gesucht. Bei vielvielbilligeretickets.de kostet das Ticket 409,81€, bei vielvielbilligerfliegen.de kostet es 425,78€ und bei dirvertrauich.de 510,17€. Ab auf die preiswerteste Webseite, bestellen und auf einmal kommt das bittere Erwachen. Zahlung per Kreditkarte möglich, kostet aber mal lockere 25,70€ Aufpreis. Würde im Klartext heißen, der zweigünstigste Anbieter ist sicher unter dem Preis.

Aber Flugtickets kaufen ist ein bißchen wie an der Börse zocken. Deine Bestellung löst bei der Airline eine Nachfrage aus und Kapitalismus ist: Angebot vs. Nachfrage. Also steigt der Preis (aber auch nicht immer!). Und dann kommt bei vielvielbilligerfliegen.de… Ihr Preis wird aktualisiert: 440,23€… Würde an der Stelle bedeuten, wenn man wieder zum ersten Anbieter wechselt, wäre man trotz Gebühren immer noch günstiger, aber der aktualisiert sich auch gleich… ein Teufelskreis.

Hier heißt es: Vorher nachdenken und dann die Bestellung gnadenlos durchziehen, auch wenn es durch Gebühren teuer wird. Denn die Airlines sind nachtragend und wenn der Preis einmal angehoben ist, sackt er auch nach Tagen nicht wieder nach unten.

Beispiel 2: Wir kaufen ein

Da es mir gerade passiert ist, spielt dieses Erlebnis für die Erstellung dieses Beitrags eine große Rolle. Ich nehme mal fiktive Preise, aber die Gebühren sind mir tatsächlich so angezeigt worden. Anbieter A (notebooksnochguenstiger.de (keine Veralberung, die Seite heißt wirklich so!)) vs. Anbieter B (alternate.de). Anbieter A verkauft für 136,25€, Anbieter B für 150€ 14 Euro haben oder nicht… keine Frage. Also los: Bestellen, sofort per Paypal bezahlen… Moment! Jetzt schon bei Paypal einloggen? Na meinetwegen. Wie ich sehe, erlaube ich der Firma Trend Marketing einen nicht angegebenen Betrag einzuziehen. Ich werde stutzig, mache aber weiter. Ich komme zurück auf die Seite von Anbieter A (Schritt 3: Prüfen) und mich lächelt ein Betrag von 156,75€ an. Außerdem steht oben drüber noch Vorauskasse: 10,90€ und der Betrag taucht nirgends in der Rechnung auf. WTF?!

Ich gehe zu Anbieter B. Bestellen, Rechnungsdaten eingeben, Art der Bezahlung wählen (Paypal) und es erscheint die Rechnungssumme: 150€ + 6,95€ Versand = 156,95€. Bestellung bestätigen und ich gelange auf meine Paypal-Seite, logge mich ein und genehmige alternate.de 156,95€ bei mir abzubuchen. Na also!

Ich komme immer noch nicht über Anbieter A hinweg und nochmal auf die Bestellung. Mir fällt unten links auf, dass man auch einen Schritt zurück gehen kann. Aha! Und plötzlich schlüsselt sich die Summe auf: Vorauskasse: 4,90€, Paypal: 5,70€ zzgl. 9,90€ Versandkosten. Man kann nicht mal behaupten, es hätte nirgendswo gestanden. Aber 20,50€ Bestellgebühren… ohne mich.

Fazit: Augen auf beim Eierkauf! Unter dem Strich sind langjährige Profis wie amazon, alternate oftmals, aber nicht immer günstiger.

isotronic insektenfreiGerade letztes Jahr war es besonders nervig. Nicht nachts, aber in den Morgenstunden nähert sich dieses surrende Geräusch, es hört auf und am nächsten Morgen wundert man sich, wieso es überall juckt. Die Lösung ist dabei aber nicht, gleich aufzuspringen und wie ein Berserker im Schlafzimmer auf Jagd zu gehen. Wir entdeckten in China einen viel einfacheren und wirksamen Weg unliebsame Zimmergenossen vom Genuss menschlichen Blutes abzuhalten.

Einfach Stecker in die Steckdose, Plättchen drauf legen und schon ist Ruhe. Auch wenn die Geier blutrünstig am Fenster lauern, sie werden es nicht wagen. Wie gesagt, in China entdeckt und auch wenn das Zimmer vor Spuren erschlagener Mücken strotzte, wurden wir nicht einmal in der Nacht belästigt. Der Isotronic Insektenfrei kommt mit 20 Plättchen daher (eine reicht für eine Nacht) und kostet auch nicht die Welt. Je nachdem, was einem die eigene Haut wert ist.

Deuter Dreamlite 500

Mittlerweile nimmt mein Ratgeber „Nützliches zum Verreisen“ Formen an, dass ich eine eigene Serie aufgemacht habe, die sich dann auch treffend Hitchhiker’s Guide nennt. Ich hoffe, es hat einen gewissen Mehrwert, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, dass man sich stellenweise dumm und dämlich sucht, wenn man Empfehlungen finden will, die nicht einen Verkaufshintergrund haben. Gerade wenn es sehr speziell wird. Auch was Packlisten anbetrifft, findet man immer nur sehr spezielle. Ich werde also demnächst mal unsere komplette Checkliste einstellen, wenn es um Verreisen geht. Die ist für alles geeignet – vom Strandurlaub bis Zeltplatz.

Heute geht es aber erstmal mit dem Thema Schlafsack weiter. Ein Kollege meinte mal, wenn man ein Kilogramm 1000 Meter hochschleppt, ist das die gleiche Arbeit, als wenn man eine Tonne einen Meter hochhebt. Allgemein gesagt heißt das, dass jedes Gramm im Rucksack zuviel ist. Ist man auf dem Berg auch nachts daheim, wird das Thema Schlafsack zur Frage des Gewissens – Leichtgewichte sind gefragt.

Für unseren nächsten Trip nach Nepal kommt ein richtiges Leichtgewicht zum Einsatz, weil es selbst auf 2.000m Höhe immer noch knuffig warm ist. Unter den Ultraleichten ist der Deuter Dreamlite 500 König. Auch wenn er sich auf der Verpackung korrigieren muss, bringt er 570 Gramm auf die Waage und das bei einer Komforttemperatur von 15°C. Schaut man sich mal das Bild an, mit dem Vergleich zum Bierdeckel, ist der Kleine auch noch ein Packwunder. Und es ist nicht so wie bei manch anderen Schlafsäcken, hier ist der Packsack so bemessen, dass der Schlafsack nicht mit Gewalt auf das Packformat gebracht wird. Ich habe mich schon mal probehalber reingelegt, um zu wissen, ob man mit 1,85m auch reinpasst. Das geht sehr bequem. Im Vergleich anderen Schlafsäcken fällt er doch ein wenig eng aus, zumindest war das mein erster Eindruck, aber die Temperaturangabe kommt hin, denn mir wurde schnell mollig warm.

swisseye zero

Man sollte schon vorsichtig sein – nicht jede Zeitschrift, die man liest, ist voller guter Ratschläge. Ich blättere ja gerne in der „4 Seasons“ (für Nichtwissende: das ist das Globetrotter-Magazin) und dort werden ständig Outdoor-Sachen getestet, empfohlen und Tipps gegeben. Also immer auf der Hut sein, das ist ein Laden und der möchte Umsätze machen. Trotzdem hielt ich es für eine gute Idee, mal eine Sonnenbrille anzuschaffen, die nicht eingeschliffen ist. Sozusagen die Kombination aus Kontaktlinsen + Sonnenbrille.

Die in der „4 Seasons“ vorgeschlagene Sonnenbrille ließ ich außen vor, statt dessen sprang mir die Swiss Eye Zero ins Auge. Wird für schlanke Gesichter empfohlen und kommt mit einem Satz Wechselscheiben daher. Ich entschied mich für die graue / altrosa Version mit schwarzem Rahmen. Jedoch muss man zwei Sachen sagen: Erstens sitzt Swiss Eye nicht -wie der Name vermuten lässt – in der Schweiz sondern in Deutschland und zweitens bekommt man folgende Sachen geliefert:

  1. Brille mit einem Satz Scheiben
  2. einen Satz samtig verpackte Wechselscheiben
  3. einen Microfaserbeutel und
  4. eine Gebrauchsanleitung

Wer denkt, dass in der Gebrauchsanleitung drin steht, wie man die Scheiben wechselt, wird enttäuscht. Deswegen hier das How-To-Wechsel-A-Scheibe:

  • Die Scheibe ist an zwei Stellen im Rahmen verankert (siehe die beiden weißen Pfeile), mit einer langen Nase am äußeren Ende (also da wo der Bügel beginnt, hier mit L gekennzeichnet) und mit einer kleinen Nase in der Mitte der Brille.
  • Um die Scheibe aus der Fassung zu locken, muss den Rahmen in der Mitte festhalten und die Scheibe von der Innenseite Richtung Bügel schieben und dabei leicht nach unten drücken.
  • Es empfiehlt sich dabei an der Kante der Scheibe zu drücken und nicht auf die Scheibe zu fassen – verhindert Schmierflecken und Kratzer.

Vom Sitz her sehr angenehm, wünschenswert wären Gläser, die man nachbestellen kann, da die beiden mitgelieferten Sätze zwar abdunkeln, aber es könnte noch einen Grad dunkler sein.

schuheNoch eine gute Woche bis zum Aufbruch ins Reich der Mitte und ich bin in Gedanken schon im Juli, wo es wieder ein verlängertes Wochenende in den Dolomiten geben wird. Mit meinen alten Schuhen wollte ich mich nicht nochmal auf den Weg machen, denn nach einem halben Tag wandern begannen die Zehen zu schmerzen.

Also gingen wir zum Händler unseres Vertrauens und probierten Schuhe an. Was muss dabei alles beachtet werden, man denkt ja selbst auch nicht an alles…

  • Die Kategorie: Alpines Wandern oder doch eher ein Schuhe für eine Wanderung auf der Alm? Für meinen Fall sollte es normales Trekking sein und auch schon das eine oder andere Mal über eine Geröllebene gehen, ohne sich gleich das Fußgelenk zu verdrehen.
  • Das Gewicht: Wer schon mal mehrere Tage hintereinander in Wanderschuhen unterwegs war, weiß, dass am Abend die Beine und die Füße wie Blei sein können, wenn man den falschen Schuh erwischt. Also Achtung, hier kollidiert man natürlich mit der Kategorie. Denn je fester und stabiler der Schuh, um so schwerer wird er.
  • Die Größe: Normal hab ich so Größe 42 und liege damit eigentlich immer auf der sicheren Seite. So habe ich auch bei meinen ersten Wanderschuhen gehandelt und das endet schon am ersten Tag schmerzhaft. Denn wenn man ein Stück bergab läuft, stößt man gern mit den Zehen vorn an. Der Tipp aus dem Profiladen: Die Schuhe so groß nehmen, dass man auf den Probestrecken, die es im Laden gibt, nicht mehr vorn anstößt.

Und so fiel – auch von der Optik beeinflusst – meine Wahl auf den Meindl Air Revolution 3.1. Und nun sind es noch zwei Monate bis zum ersten Test…

cerro torre1Bin letztens mit meiner Freundin einkaufen gewesen und wir haben uns nach Rucksäcken umgesehen, also jetzt nicht so kleine zum Wandern, sondern die großen, wo man ordentlich was wegbekommt. Meine kleine Urlaubstasche hat ja so langsam ausgedient und bei einem 14-tägigen Urlaub beginnen da auch so langsam die Nähte zu sprengen.

Der Verkäufer war superfreundlich und half uns bei der Auswahl. Alle Rücksäcke waren mit kleinen fluffigen Kissen ausgestopft, damit man die guten Stück in voller Größe betrachten kann. Für uns nahm der Verkäufer ein paar Kissen rein und ersetzte sie durch Säcke, die mit Sand gefüllt waren. Dadurch hatte der Rucksack ein Lebendgewicht von knapp 10 Kilogramm.

Ich probierte zwei Modelle, die ich bei denen Gewicht auch länger mit mir herumgetragen habe. Selbst nach 20 Minuten hatte ich nicht das Gefühl, dass es mich belastet, drückt oder so. Ich probierte ein paar mal hin und her und blieb dann bei meiner ursprünglichen Wahl, dem Lowe Alpine Cerro Torre 75+20. Er hatte alles, was ich mir gewünscht habe – ein angenehmes Rückensystem, Regenschutz (in der gleichen Farbe wie meine Regenjacke – sieht man sogar noch aus 500m Entfernung in einer Regenwolke), viel Stauraum, Zugriff nicht nur von oben und jede Menge Justiermöglichkeiten, um ein angenehmes Tragen zu gewährleisten.

cerro torre2Mir fehlte jetzt nur Probeladung, um zu sehen, wie er gefüllt aussieht und wieviel man schätzungsweise reinbekommt. Also hab ich mich schnell in meiner Wohnung umgesehen und alles in den Rucksack gestopft, was halbwegs in den Rucksack zu stopfen ging. Hier die kleine Packliste, was ich alles so reinbekommen habe (nicht richtig gestopft, sondern nur reingetan):

  • 5 kleine Handtücher
  • 2 große Handtücher
  • 2 Paar Jeans
  • 1 Paar dicke Socken
  • 12 Paar Socken
  • 2 lange Schlafanzüge
  • 1 langärmliges Hemd
  • 16 mal Unterwäsche
  • 3 Wischtücher
  • 1 Rollkragenpullover
  • 3 dicke Pullover
  • 10 T-Shirts

Bei dieser Bepackung brachte es der Rucksack auf 13,2kg. Die Klamotten waren alle gebraucht, also nicht auszudenken, was in den Rucksack reingehen würde, wenn man frische Sachen einpackt. Aber ich habe ihn ja nicht unter der Prämisse gekauft, dass ich ihn randvoll mache, sondern nur die Option habe, etwas mehr mitzunehmen…

Natürlich mögen die Fluggesellschaften solche Bändelmonster garnicht, es soll angeblich auch Fluggesellschaften geben, die keine Trekkingrucksäcke in ihrem Gepäck erlauben, weil sich die Bänder irgendwo einklemmen. Dem kann Abhilfe geschaffen werden, in dem man noch einen Transportsack für den Riesen holt.

Der erste Trip mit diesem Monster hat seine Praxistüchtigkeit erwiesen, auf dem Hinflug brachte er locker 18kg auf die Waage. Wer es garnicht abwarten kann, auf flickr habe ich schon die ersten Bilder hochgeladen. Genauerer Bericht kommt noch…

be preparedFrüher hätte man sowas nicht mal freiwillig angefasst, da bestand der Reiz darin, die „Literatur“ des Klassenfeindes in die Finger zu bekommen und sei es nur die BRAVO. Und selbst damit sollte man sich damals nicht erwischen lassen.

Und wenn ich heutzutage so ein Büchlein auf den Tisch lege, verdreht bestimmt die Mehrheit die Augen und argumentiert entweder „Du solltest doch mitbekommen haben, dass es nicht funktioniert!“ oder andererseits „Kannst Du Dich nicht erinnern, wie es uns damals ging?“. Und darauf antworte ich: „Ja, es kann nicht funktionieren, weil die Menschheit noch nicht die geistige Reife für diese Idee hat!“ bzw. „Doch, ich kann mich sehr gut erinnern, dennoch hat dieses Buch nichts mit ihrer Umsetzung gemein. Auch wenn diese Worte schon fast gepredigt wurden, waren sie nicht weiter wie Worthülsen.“

Und wer jetzt denkt – was ist denn das für ein Vogel, der sich sowas kauft? Ihr seid im Irrtum, dieses Buch ist ein Geschenk meiner Freundin. Und schon allein diese Idee von ihr rockt ungemein! (Natürlich muss man wissen, dass dieses Buch zur Vorbereitung auf den Flug nach Kuba gedacht ist)

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Es war ein langer Weg bis ich diesen Rucksack ausgewählt hatte. Der geneigte Reisende hat für die Auswahl eine Menge Kriterien, die es gilt, für Auswahl eines passenden Fotorucksacks zu berücksichtigen.

Sicherheit: Muss so beschaffen sein, dass man sich mit dem Rucksack auf dem Rücken durch eine Stadt gehen kann, ohne dass einem die Kamera durch direkten Eingriff gestohlen werden kann. Der Rucksack sollte dabei nicht den Eindruck eines Fotorucksacks erwecken.

Zugriff: Der Zugriff zur Kamera muss schnell möglich sein. Der Begriff „Schnappschuss“ kommt nicht von „Stillleben“. Und man muss auch nicht ständig im Touristenmodus herumlaufen, die Kamera um den Hals hängend.

Zubehör: Es soll die Möglichkeit geben, Zubehör wie zusätzliche Objekte, Speicherkarten aufzunehmen und beschädigungsfrei zu transportieren. Ein absolutes Highlight wäre die Transportmöglichkeit für ein Stativ, denn gerade wenn man abends unterwegs ist, wird der Transport eines Stativs zur Quizfrage.

fotorucksack5Stauraum: Wenn man schon mal unterwegs ist, dann bedeutet Kamerazubehör nicht alles. Denn vom Regenschauer bis 30°C muss alles versorgt sein, d.h. es sollte eine Jacke reingehen, was zu trinken und natürlich auch Platz für Reiseführer. Hier wäre das ganz besondere Highlight der Platz für einen Laptop, um Digitaltechnik und Massenspeicher / Bildbearbeitung dicht beieinander zu haben.

The big picture: Natürlich sind die oben genannten Kriterien alle wichtig, aber ich achte doch auch noch auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Man bekommt sicherlich für jede Menge Geld einen Rucksack, der alle oben genannten Kriterien erfüllt, aber wenn der ganze Rucksack weg ist, hat man auch nichts gekonnt. Also ist der Schutz des Ganzen auch wichtig und gerade wenn ein plötzlicher Regenschauer kommt oder man bei Nieselregen wandern geht, ist eindringende Nässe ganz blöd, bzw. wenn der Pullover gleich mit eingeweicht wird. Also so ein Regenschutz für den gesamten Rucksack hätte schon gewisses Gewicht bei der Entscheidung.

fotorucksack2Nach mehreren Recherchen entschied ich mich für den LowePro Primus AW, der auch noch ein wunderbares Nebenkriterium erfüllt – die Umwelt freut sich, denn mit dem Kauf dieses Rucksacks unterstützt man die Arbeit von Polarbears International, die sich dem Schutz der weißen Fellchen verschrieben haben.

Als ich den Rucksack auspackte, war ich erstmal verwirrt – so viele Taschen. Wo kommt man denn da überall hin? Also ging ich systematisch vor und stellte den Rucksack vor mich hin (siehe Bild 1). Dann löste ich die ersten Verschlüsse auf der Außenseite und kam zu einem Fach, in dem man Sachen unterbringen kann, die schnell im Zugriff sein sollen, aber deren Verlust (siehe Sicherheit) nicht sehr ins Gewicht fällt. Mir fiel sofort ein, dass man dort z.B. Reiseführer oder Karten unterbringen kann, damit man schnell etwas nachschlagen kann (siehe Bild 2).

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Jetzt konnte ich die Unterbringung der Kamera näher untersuchen. Ganz genialerweise ist der Zugriff auf das Kamerafach nur über den Rückenteil möglich, d.h. wenn man an die gesamte Ausrüstung ran will, muss man schon den Rucksack abnehmen. Wäre ja extrem nachteilig für Schnappschüsse, also hat sich der Hersteller gedacht, dass man noch einen seitlichen Zugriff anbringen muss, der mit meiner 400D perfekt funktionierte. Ich habe in einigen Berichten gelesen, dass bemängelt wurde, dass die Kamera am Reissverschluss schrammt. Mag mit größeren Kameras (oder mit Batteriepack) so sein, meine lässt sich jedenfalls leicht entnehmen. Jedenfalls sehr viel Platz für Objektive, Speicherkarten und das flexibel gehalten, denn die Trenner sind mit Klettverschlüssen einzeln herausnehmbar.

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Kommen wir zum Bereich für die nichtfotografischen Utensilien, schlicht Daypack genannt. Platz für ein Notebook ist im oberen Bereich nicht, aber ein Netbook hätte bequem Platz. Eine Versuchsbeladung mit 4 Tetrapacks verlief ohne Hindernisse. Man sollte aber nicht unbedingt mit den Tetrapacks im Rucksack herumspringen, denn das System ist sehr flexibel aufgebaut und ermöglicht das Entnehmen des Fototeils und mit wenigen Handgriffen wird aus einem Fotorucksack ein einfacher Wanderrucksack, der auch bei schlechtem Wetter seinen Dienst tut, denn nach einigem Suchen fand ich dann auch den Regenschutz, der fest im Bodenbereich des Rucksacks angesiedelt ist.

Betrachtet man die Wünsche und das Ergebnis, könnte man glauben, ich habe meinen Traumrucksack gefunden. Zum Glück! Denn wäre er das nicht gewesen, hätte ich den Aufwand betreiben müssen, den Rucksack wieder nach England zurück schicken zu müssen, denn mit einem Preis von knapp 115 Euro liegt er deutlich unter dem Angebot in Deutschland, wo er sich der 200-Euro-Grenze nähert.