Meine Allergiefreiheit hält nach wie vor an. Ich habe schon diverse andere Früchte wie Birnen und Pflaumen und auch da zeigt sich: keine Allergie mehr. Es ist mittlerweile Ende Januar und derzeit sehe ich den einen oder anderen Haselnussstrauch schon in Blüte stehen und auch da spüre ich nicht mal ein Kribbeln in der Nase. Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich weiterhin auf Milch und Milchprodukte zu verzichten. Hintergrund ist dabei weniger die Laktose. Milch hat evolutionär eine Funktion: Neugeborene so zu versorgen, dass sie schnell wachsen, um bald mit der eigenständigen Nahrungsaufnahme zu beginnen. Ab dem Zeitpunkt ist sie eigentlich überflüssig, wird aber heutzutage als zusätzliche Nahrungsquelle genutzt.

carbonaraDem entsprechend heißt es für mich Rezepte umzuschreiben, wo Milch, Sahne, Quark oder Joghurt auftauchen. Heute sollten es mal Spaghetti Carbonara sein. Original gehört das ja schon keine Sahne rein, aber ich mag es gerne einen Hauch flüssiger. Also habe ich zu folgenden Zutaten gegriffen:

  • 250g Spaghetti
  • 150g Schinkenspeck
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1/2 Dose Kokosmilch (60%)
  • 4 Eier
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl

Ich koche die Spaghetti grundsätzlich mit Salz (für Geschmack) und einem Schuss Olivenöl (damit sie nicht zusammenkleben). Während die Spaghetti kochen, kann man den Schinkenspeck würfeln, die Knoblauchzehen schälen und die Eigelb schon mal vom Eiweiß trennen. Während die Spaghetti abtropfen, brate ich in einer Pfanne die Schinkenwürfel an, presse den Knoblauch dazu und würze das Ganze mit Salz und Pfeffer. Jetzt gieße ich die halbe Dose Kokosmilch dazu und lasse alles nochmal kurz aufkochen. Die Spaghetti gebe ich jetzt wieder zurück in den Topf, wo sie vorher gekocht wurden und mische die Sauce darunter. Jetzt muss man schnell sein: Ganz zum Schluss füge ich die Eigelb darunter und rühre sie unter die Spaghetti, bevor sie stocken.

Ich hatte vor einiger Zeit ja mal erwähnt, dass meine Frau ihre Ernährung auf das Paleo-Prinzip umgestellt hat, d.h. kein Gluten, kein Zucker, keine Laktose und noch ein paar kleine Details mehr, aber wer danach sucht, kann sich direkt auf dem Blog meiner Frau umsehen.

Ich bin mehr oder weniger schon Nutznießer dieses Prinzip, dadurch, dass es nur noch Paleo am Wochenende zu Essen gibt. Trotzdem bleibe ich gerne bei meinen alten Gewohnheiten hängen – Frühstücksbrötchen, Bier (auch wenn es alkoholfrei ist). Deswegen hat meine Frau vorgeschlagen, ich soll doch mal Milchprodukte wegfallen lassen, d.h. Joghurt, Milch und Quark. Das schlug sich natürlich gleich auf eine meiner Lieblingsangewohnheiten nieder – mein Kaffee, den ich gern mit viel Milch und Zucker trinke.

Als Hintergrund, warum ich mich auf das Experiment eingelassen habe, sei folgendes gesagt: Nach unserer Weltreise hatte ich das Frühjahr danach keine, aber garkeine Probleme mit Allergien. Während der Rest auf Arbeit nieste und tränte, lief ich unbekümmert herum. Und jetzt hatte ich endlich eine Übereinstimmung gefunden. Was hatte sich bei meinem Lebenswandel auf der Weltreise so sehr geändert gegenüber dem „normalen“ Leben? Ich hatte alles unter Verdacht: Duschbad, Waschmittel, aber auch Nahrungsmittel.

Seit circa zwei Monaten bin ich jetzt schon weg von den Milchprodukten – wobei ich sagen muss, dass ich nach wie vor Käse esse – habe ich auf der Weltreise ja auch. Kaffee habe ich mal mit Alternativen probiert, wie Mandelmilch oder Kokosmilch, aber es ist geschmacklich nicht das selbe. Und letztens kam der Aha!-Effekt. Ich machte mich über einer Packung Nüsse her. Erdnüsse, Cashewkerne – alles kein Problem. Walnüsse sind schon kritisch und Haselnüsse meine Todfeinde. Und nichts passierte… ich aß am ersten Abend vielleicht 5 Stück, nichts passierte. Kein Kribbeln im Hals, keine juckenden Lippen. Den nächsten Abend erhöhte ich die Dosis, 20 Haselnüsse – nichts. Ich bin jetzt schon auf das Frühjahr gespannt!

Nachtrag 1.1.2015: Ich bin ursprünglich von einem kleinen Erfolg ausgegangen, aber mittlerweile hat es sich als riesiger Pluspunkt herausgestellt. Durch einen kleinen Nachtisch bei meinen Eltern merkte, ich dass da Apfel drin ist, aber ich spürte keine Reaktion. Also setzte ich das Experiment fort – Kriszta aß gestern einen Apfel und ich nahm ein Viertel davon – immer noch nichts. Also schnappte ich mir heute einen ganzen Apfel – keine allergische Reaktion! Damit habe ich jetzt nach ca. 25 Jahren in denen ich mich mit meiner Allergie herumplage, meinen ersten Apfel gegessen.

Die wundervolle Zeit des Frühlings hat begonnen, alles grünt und blüht. Und wenn man an die Themen Frühling und Blühen denkt, bekommt so manch einer schon eine rote Nase und tränende Augen. Wir reden von einer der Melkkühe des Gesundheitswesens: Allergikern.

Die Ursachen sind vielfältig: Aggressive Substanzen (wie Formaldehyd, was früher zur Desinfizierung / Reinigung benutzt wurde) oder auch fehlende Krankheiten / zu viel Reinlichkeit werden aufgeführt. Die Therapien sind vielfältig, so z.B. die Desensibilisierung. Was passiert: Es werden einem über einen längeren Zeitraum die Allergene injiziert. Bis jetzt war der Erfolg bei allen, die dies probiert haben langfristig gleich Null oder es wurde schlimmer, denn es traten zusätzlich noch andere Allergien auf. Jetzt mal mit gesundem Menschenverstand: Seid ihr schon mal bei einer Grippeimpfung gewesen und wisst, was da passiert? Es werden abgeschwächte Grippeviren injiziert, damit der Körper Antikörper bilden kann, um erfolgreicher im Ernstfall zu wirken. Mh, und bei Desensibilisierung werden also Allergene geimpft und der Körper soll sich genau umgekehrt verhalten? Wenn ein erfahrener Mediziner mitliest – ich hätte gerne mal eine professionelle Erklärung!

Und dieses Jahr kommt die Frechheit, die das Maß an Volksverdummung überschreitet. Prof. Merk (Präsident des Ärzteverbands Deutscher Allergologen) verbreitet, dass dieses Jahr ein Mastjahr für Birken ist und dabei besonders viele Pollen verbreitet werden und alle Medien brabbeln ohne Nachdenken nach. Toll, dass Mediziner jetzt sich auch in der Forstwirtschaft auskennen. Und wieder der gesunde Menschenverstand, der sich bei mir einschaltet: Alle Birken auf einmal? Wie synchronisiert sich denn so eine Birke mit ihren Birkenbrüdern? Ich bilde mal einen unpassenden, aber ähnlichen Vergleich: Das wäre, als würden alle Frauen der Welt gleichzeitig ihre Periode bekommen. Also hab ich mal geschaut, was die Mast bei Bäumen bedeutet… Nachschlagen!… „Der Zeitabstand zwischen zwei Mastjahren ist regional unterschiedlich und beträgt sechs bis zehn Jahre“. Danke Wikipedia!

Wie alles begann… ich surfte gerade mal wieder durch Netz und kam auf die Idee herauszufinden, wann Tori Amos mal wieder auf Tour ist. Und siehe da, sie tourt auch durch Deutschland. Etwas missmutig angesichts der hohen Preise – egal, wo in Deutschland – trug ich meinen Wunsch meiner Freundin vor. Die schlug mir vor, doch mal zu schauen, ob sich ein Tori-Konzert nicht mit einer Städtereise kombinieren lässt. Und siehe da: ein Konzert von Tori ist in Paris um einiges günstiger, wie in München, Düsseldorf, Hamburg oder Berlin. Also gönnte ich mich einen der besseren Plätze zu einem Preis, wo ich in Deutschland gerade mal einen der letzten Sitze bekommen hätte. Vorab klärte ich noch mit dem französischen Ticketverkäufer ab, wie die Karten abzuholen sind. Dazu passte, dass es auch noch günstige Flüge nach Paris gab und wir noch zu einem guten Hotel am Gare de l’Est kamen. Wenn man weit genug voraus plant, kein Problem.

Freitag früh sollte es nach Paris gehen. Unglücklich war nur, dass ich am Wochenende davor anfing, Halsschmerzen auszubrüten, was sich dann noch in Form von Husten und Schnupfen weiter verbreitete. Ich blieb Dienstag und Mittwoch daheim. Es wurde nur sehr langsam besser und der Freitag rückte immer näher. Donnerstag war der Startschuss für das neue Projekt in der Firma und ich sollte den ganzen Tag unterwegs sein. Schlechte Vorzeichen! Aber es wurde weiter besser und am Freitag klingelte der Wecker um 4 Uhr morgens. Um 8 Uhr landeten wir in Paris, kauften unsere 3-Tages-Tickets und los ging die Entdeckung. Zwischendurch nahmen wir schon unser Zimmer im Holiday Inn am Gare de l’Est in Beschlag.

Natürlich bestand ich darauf, dass wir uns den Gare de l’Est ansehen. Wer „Die fabelhafte Welt der Amelie“ gesehen, muss mal dort gewesen sein. Es ist entmystifizierend – es ist und bleibt nur ein Bahnhof. Auf unserer Reise durch Paris hat mir eins gefallen, wo ich – durch andere Städtereisen – skeptisch war: Es gibt Mittagsmenüs im Preisbereich von 8,50 Euro aufwärts. Komplett aus Vor-, Haupt- und Nachspeise bestehend. Sättigend und mehr oder weniger wohlschmeckend. Nicht, dass es schlecht gewesen wäre, aber kleine Abstriche muss man schon machen, z.B. Steak „well done“ bestellen, um es „medium“ zu bekommen und ausreichend Zeit mitbringen. Wasser gibt es in großen Wasserflaschen auch gratis dazu. Wer kein Wasser mag, sollte sich mit Preisen für einen kleinen Softdrink ab 3,50 Euro anfreunden. Da es stellenweise sehr ausreichend und lecker war, wurde ich noch skeptischer – doch die Rechnung sagt: 2 x Menü – fertig!

Natürlich kein Pro ohne ein Kontra… ich sag nur „Hey my friend…“… Auch in Paris gibt es eine Gruppe von Menschen, die sich strategisch günstig postieren und Dienst oder Waren anbieten, die keiner kaufen sollte, schon allein um der Verbreitung dieses Verkaufs Einhalt zu gebieten. Eiffeltürme in allen Größen und Farben, blinkend und noch mehr Schrott kann man da erstehen. Aber die Aufdringlichkeit hält sich in Grenzen.

So schafften wir am ersten Tag den Eiffelturm, Notre Dame, Sacré-CÅ“ur, Moulin Rouge und etliche Kilometer Fußweg bzw. Straße. Den nächsten Morgen ging es nach Versailles. Und schon wieder ein „aber…“ – wer den Film „Marie Antoinette“ gesehen hat, muss damit abfinden, dass jedes Zimmer den Füllungsgrad „gesamte adlige Verwandtschaft samt Hofstaat“ erreicht. Es ist richtig voll und eine noble adlige Atmosphäre mag nicht aufkommen. Stellenweise kam es mir wie ein Wunder vor, dass sie es für den Filmdreh überhaupt geschafft haben, Versailles für die Öffentlichkeit zu schließen. Es ist dennoch imposant und sobald man sich der Besichtigung des Grand Trianon nähert, sinkt die Motivation, man ist einfach überreizt. Wer jedoch erwartet, etwas historisches zu finden, wie etwa, wo der Versailler Vertrag oder der Vertrag von Trianon unterzeichnet wurde – Fehlanzeige.

Unglaublich wie riesig das Gelände von Versailles ist. Ich hatte schon gesundheitlich die Befürchtung, dass es wieder abwärts geht, zudem sich auch noch Kopfschmerzen breit machten. Aber wir nahmen nachmittags noch den Arc de Triomphe mit, an dessen Füßen wir uns kurz sonnten und entspannten und dann die Champs Elysees entlang spazierten und in das ein oder andere Geschäft gingen (z.B. fnac). Danach ging es noch mal kurz ins Hotel zurück und schon ging es zum Kongresszentrum, wo das Konzert stattfand. Leider hatten wir am Morgen eine Stunde vertrödelt, die uns jetzt fehlte, weswegen wir die Besichtung der Défense ausfallen lassen mussten.

Als Vorband von Tori Amos trat Foy Vance auf, eine Art Dub FX mit Gitarre. Aber im Gegensatz zu vielen Konzerten, die ich schon erlebt hatte, ging der Umbau zwischen Vorband und Hauptkünstler schnell von statten. Wer die CD „To Venus and back“ von Tori kennt, hat eine grobe Vorstellung, wie ihre Livekonzerte klingen. Und genau so ging es knapp über 2 Stunden, ein Song folgte ohne Pause dem anderen, es war Platz für alle ihre bekannten Lieder, mir ist keins eingefallen, das gefehlt hätte.

Nach dem Konzert folgte noch eine Nachttour durch Paris, die jede Menge Motive lieferte. Von Ruhe keine Spur… die Stadt pulsiert nachts genau wie am Tag. Gegen 1 Uhr fielen wir ins Bett und schon am nächsten Morgen ging es weiter. Ziel: der Louvre, denn den ersten Sonntag im Monat ist er, neben anderen Museen, für die Öffentlichkeit gratis zu besichtigen. Innerhalb kürzester Zeit war dichtes Gedränge auf den Gängen und ein gelungenes Bild von der Mona Lisa zu ergattern, war bei dem Gerangel davor kaum möglich. Den Nachmittag schlenderten wir noch ein wenig herum und dann ging es schon wieder Richtung Flughafen und danach heim.

Noch viel unverschämter… Tori veröffentlicht Mitte November schon wieder ein Album und ich habe noch nicht mal das letzte. Diesmal auf dem Programm – Weihnachtslieder („Midwinter graces“).

Wie schon im letzten Beitrag geschrieben, war ich erstmal am Montag krank. Laut Arzt sollte es einen Tag „rummuckern“, dann sollte es wieder gehen. So langsam machte sich bei mir Resignation breit, weil es Dienstag nicht besser wurde. Aber am Mittwoch machte sich schlagartig Ruhe breit. Was für ein angenehmes Gefühl – seit einer knappen Woche endlich mal schmerzfrei. Beißen ging noch nicht, aber kleine Erfolge sind auch schon was wert.

Freitag ging es wieder weiter – der Abszess war gut verheilt, der Zahn machte beim Draufbeißen immer noch Ärger, aber ansonsten verhielt er sich ruhig. Die Schmerzen ließen dieses mal schon sehr schnell nach. Beißen geht immer noch nicht, aber jetzt ist die Zahnwurzel erstmal von innen mit desinfizierenden Stoffen gefüllt, und ich wurde in den kommenden Urlaub entlassen.

saechsische schweiz 200909Und um noch die fehlende Ausrüstung für unseren Island-Urlaub zusammenzustellen, fielen wir am Samstag in Dresden in den Globetrotter ein. Absolutes Muss: Kocher! Nach langen Internet-Recherchen hatte ich den Optimus Nova vorgeschlagen, den wir dann auch holten, zusammen mit 2 großen Mikrofaserhandtüchern, einem wasserdichten Sack, um Sachen am Zelt trocken aufzubewahren, einer Treibstoffflasche für den Kocher und zwei Sitzkissen. Fast wäre ich noch in die Versuchung gekommen, mir neue Wanderschuhe zu kaufen, aber wie ich gerade gesehen habe, sind das nur Hikingschuhe, keine Trekkingstiefel. Für Laien: Hikingschuhe genügen dem Anspruch, wenn man mal gelegentlich durch die Berge auf ausgezeichneten Wanderpfaden laufen will. Ein Trekkingschuh ist schon eher was für Geröllpisten und unsicheres Gelände, wo man Stabilität braucht und Schutz gegen Umknicken.

Ursprünglich hatten wir für Sonntag eine Wanderung in der Sächsischen Schweiz geplant, aber nachdem es Freitag Nachmittag bei der Abfahrt in Strömen regnete und mir 20km nach Auffahrt auf die Autobahn einfiel, dass ich meine Wanderschuhe daheim vergessen hatte, strichen wir die Wanderung. Es musste also am Sonntag schön werden. Wir stiegen also ins Auto und machten kleine Runde am Wolfsberg, wo wir Mittag aßen und den fantastischen Ausblick in die Landschaft genossen. Man konnte bis weit nach Tschechien schauen.

Und mit diesen Worte melde ich mich schon mal ab. Am nächsten Samstag geht unser Flugzeug Richtung Reykjavik, um uns für eine Woche wieder mal in die Nähe des Polarkreises zu bringen. Ich habe auch schon beschlossen, hier keine tägliche Reproduktion zu geben, das schaffe ich zeitlich einfach nicht. Aber einen umfassenden Bericht mit den Highlights und entsprechenden Bildern wird es nach unserer Wiederkehr mit Sicherheit geben. Schon mal vorab, was wir vorhaben: Eine Woche Rundreise mit Mietwagen und Zelt auf Island auf der Ringstraße und davon ausgehend diverse Ziele ansteuernd.

Noch ein kleiner Nachtrag: Nach etlichen Wochen habe ich es endlich geschafft, meine Plattenkiste und deren Beschreibung zu aktualisieren. Jetzt sind endlich alle Einträge, auch noch die offenen von 2008 beschrieben und stehen zum Durchstöbern bereit.

schtisZwei mal sind wir diese Woche ins Kino eingefallen. Zum einen um einen Film zu sehen, den uns ein Kollege empfohlen hatte – „Willkommen bei den Sch’tis“. Er beschrieb ihn als unglaublich komisch und sehr witzig. Ein französischer Film, der urkomisch ist – ich konnte mir das nicht vorstellen, aber mit der Begeisterung, mit der mein Kollege davon erzählte, machte mich neugierig. Genau so war es dann auch. Viele Filme haben die Angewohnheit, dass nur das erste Drittel einen gewissen humoristischen Anteil hat, aber hier ließ es auch gegen Ende nicht nach. Für Franzosen mag das vielleicht nicht so witzig sein, aber eingefahrene Klischee über andere Bevölkerungsgruppen sind nicht jedermanns Sache. Man stelle sich nur die Geschichte vor, ein bayrischer Postbeamter müsste zwei Jahre nach Sachsen ziehen.

Aber als deutscher Kinobesucher nimmt man diese Klischees nur humorvoll war und lacht, bis einem der Bauch schmerzt. Ich habe es mir zur Regel gemacht, nur das Gröbste von einem Film wissen zu wollen und mir dann ein Bild zu machen, so wird man wirklich weniger enttäuscht.

Etwas kontroverser ging es dann im zweiten Film „9to5 – Days in Porn“ zu. Ein Film, der mehr Dokumentation ist, wie ein Film, aber sehr deutlich den Alltag von Pornostars über mehrere Monate hinweg zeigt, wie man schnell aufsteigt, oben bleibt oder ganz schnell wieder verschwindet. Es ist natürlich nicht zu übersehen – alle fuhren riesige neue Autos, hatten schöne Wohnungen und offensichtlich auch das nötige Geld. Aber gleichzeitig wurde auch gezeigt, wie es nebenbei aussieht – regelmäßige Untersuchungen, die Anforderung, das zu machen, was der Regisseur möchte, auch wenn es nicht unbedingt mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmt. Und natürlich die Konkurrenz untereinander, denn bei 15.000 neuen Filmen pro Jahr muss man außergewöhnlich sein, um wahrgenommen zu werden. Der Schwerpunkt bei dem Film lag eindeutig im weiblichen Bereich, denn für Frauen gibt es in diesem Gewerbe drei Beweggründe, um mitzumachen: Spaß am Sex, Geld und/oder Ruhm. Gefallen hat mir an dem Film, die schonungslose Darstellung, wie diese Leute Sex vor der Kamera als Beruf ansehen und wie die Partnerschaften dazu aussehen. Natürlich hat man auch seinen Agenten, der dafür sorgt, dass man engagiert wird – und wie es sich für eine Agentur gehört, kann man die Schauspielerinnen auf einer Webseite ansehen – mit Bild, und einer kurzen Beschreibung, die mehr Aufzählung ist, was sie alles mitmacht.

daysinpornWas dem Film fehlte, war der rote Faden – er sprang von einem Grüppchen von Dreharbeiten zum nächsten, es ging weniger um die Dreharbeiten, sondern dass, was ringsherum passierte. Man sah nackte Frauen, die auf dem Boden kauerten und auf ihre Szene warteten oder männliche Darsteller, die sich schon mal auf ihren Einsatz „vorbereiteten“, aber man hatte keine Ahnung, wo die jetzt herkamen. Bei den Frauen hatte man den Agenten, der sich um seine Mädels kümmerte, aber die männlichen Darsteller standen immer bereit – im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe die Monate nicht zusammengezählt, aber nach gefühlten 4 Stunden kam der Film zu einem versuchten Ende im Stil von „XY ging es einige Monate später wieder besser.“ Große Erkenntnisse habe ich nicht aus dem Film gezogen, außer dass es auch Frauen in der Branche gibt, die Szenen mitmachen, wo andere sich erniedrigt oder gequält vorkommen würden, weil es für sie eine Art „olympische Herausforderung“ ist – immer besser und mehr zu können, wie andere. Und man ahnt auch, was man dort als Mensch wert ist, wenn sich Produzenten / Agenten gegenseitig auf die Schulter klopfen und Geschichten der Kategorie: „Als sie sich bewarb, schrieb sie, dass sie es nicht mit mehr wie 2 Typen gleichzeitig macht. In ihrem ersten Film waren es 6.“ erzählen. Aber auch gut zu wissen, dass es gute Geister im Hintergrund gibt. Pornostars der ersten Stunde, die sich um die Einführung von regelmäßigen Untersuchungen bemüht haben und auch den Youngstars mit Rat und Tat zur Seite stehen, weil sie alle Hochs und Tiefs der Szene miterlebt haben.

Und natürlich musste letzte Woche auch irgendwas grandios schief gehen. Ich spürte am Donnerstag Nachmittag ein leichtes Ziehen im Oberkiefer. Aber das hatte ich schon öfter, weil ich dachte, da hat sich eine Fleischfaser eingeklemmt. Also mit Zahnseide ran – nichts da, der Druck blieb und sorgte dafür, dass ich die halbe Nacht munter blieb. Genug Zeit, um sich mit dem Thema „Wurzelbehandlung“ auseinander zu setzen. Und siehe da – nächsten Morgen zum Zahnarzt, der schaut auf das alte Röntgenbild, macht eine Klopfprobe und einen Vitalitätstest und siehe da, meine Vermutung war richtig. Zahn aufgebohrt, etwas zum Abtöten des Nervs rein und wieder provisorisch zu. Nächster Termin Montag eine Woche drauf, mit der Bemerkung „Der kann heute und morgen noch ein bißchen rummuckern!“ Das Rummuckern sah so aus, dass ich mittags heim ging, weil ich die Schmerzen nicht mehr aushielt. Gegen Abend ließ er mal kurz nach, aber dafür machte sich was anderes breit. Ich fühlte mich wie krank, fiebrig und schlapp. Das setzte sich dann bis Montag fort. Inzwischen schwoll mein Zahnfleisch an und im Kiefer machte sich der Lymphknoten dick. Also Montag sofort früh wieder hin. Zahn auf, Wurzelbehandlung sofort – ist überhaupt nicht schlimm, ich konnte in seiner Lupe die Spiegelung sehen und wie er die Wurzelkanäle ausbohrte. Gemerkt hab ich kaum was, bis auf die Stelle, wo er meinte, das es da noch blutet und eitert. Und dann kam der Horrorteil – er hatte festgestellt, dass am gleichen Zahn noch ein Abszess ist und entfernte ihn. Selbst mit Betäubung standen mir die Tränen in den Augen. Heute also erstmal krank geschrieben und Freitag dann die Fortsetzung.

PS: Diese Mischung aus Country und Blasmusik in der Warteschleife bei XXXL Neubert ist echt der Kracher!

schaschlikErst mal ein kleiner Nachtrag zu letztem Wochenende… Nachdem ich schon wieder vergessen hatte, dass mein Essen 24 Stunden marinieren mußte, bereitete ich am Sonntag Nachmittag die Schaschlikspieße vor und legte sie in den Kühlschrank. Dort mußten sie bis Montag auf mich warten und dann ging die Zubereitung relativ simpel von der Hand, nur dass ich die Spieße nicht habe 2 Stunden schmoren lassen. Eine halbe Stunde bei mittlerer Hitze hat da schon völlig ausgereicht.

Am Dienstag fing dann das Trauerspiel an, als ich von ziemlich heftigen Kopfschmerzen gezwungen wurde, schon nach dem Mittag heimzugehen. Normalerweise stecke ich das locker bis in die Abendstunden weg, aber an dem Tag war es schlimmer wie normal. Mittwoch stand ich dann wieder ganz normal auf der Matte, aber gegen Abend machte sich dann langsam ein Husten breit und ich fühlte mich schlapp. Donnerstag früh ging es auch nicht wesentlich besser, ich machte auch noch den tödlichen Fehler, das Fieberthermometer rauszuholen. Die Anzeige gab mir Gewissheit, warum ich es mir so dreckig ging. Bis Mittag hatte ich das, was ich noch auf Arbeit erledigen wollte, hinter mich gebracht und ging dann wieder heim. Die Couch war den ganzen Abend mein Freund, ich kuschelte mich in meine Decke und fror trotzdem.

Freitag früh kam dann der Besuch beim Arzt, der eine Grippe diagnostizierte und mich erstmal für ein paar Tage aus dem Verkehr zog. Freitag und Samstag passierte dann überhaupt nichts weiter. Ich fieberte vor mich hin, verputzte reihenweise Schmerztabletten, trank literweise Tee, hustete, schnupfte und krächzte. Samstag verabschiedete sich dann meine Stimme entgültig. Sonntag war dann der erste Tag, wo ich den Weg vom Bett zur Couch ohne Schmerztabletten geschafft hab, auch Husten und Schnupfen gingen langsam zurück. Dafür nahm es der Kreislauf nicht so ganz genau, mir wurde regelmäßig beim Aufstehen schwindelig. Dass es Kaffee gegeben hatte, spielte dabei keine Rolle. Heute ist es eigentlich unverändert zu gestern, mal abgesehen dass die rebellische Abteilung heute nicht der Kreislauf, sondern die Verdauung ist. Mal sehen, wer sich morgen und übermorgen noch alles zu Wort meldet!

kassettendeckGarnicht so recht zur Beachtung kamen bis jetzt zwei Dinge. Das wäre zum einen das Kassettendeck, was natürlich ungünstigerweise auch noch am Freitag eintraf. Gestern veranstaltete ich schon mal einen ersten Probelauf und reinigte mal die Tonköpfe. Für sein gehobenes Alter leisten sie noch gute Dienste. Aber was haben wir denn hier überhaupt? Ein Philips Kassettendeck N2533, Baujahr 1979, hergestellt in Österreich. Wie schon das Design erkennen läßt, ist hier neumodischer Schnickschnack noch nicht erfunden worden. Hier schaltet der Nutzer noch selbst zwischen Eisen und Chrom um bzw. pegelt die Lautstärke und die Balance für die Aufnahme ein. Natürlich konnte ich mir gestern nicht verkneifen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Eine große Leiterplatte am Boden des Gerät mit einer sehr übersichtlichen Anzahl an Widerständen und Kondensatoren. An manchen Stellen sieht es fast aus, als wäre hier noch mit Hand gelötet worden.

wahlzettel2008

Bereits am Donnerstag lag mein Wahlschein im Briefkasten. Der Wahlzettel hat ein etwas größeres Format wie A2. Und jetzt habe ich die Qual der Wahl, wie ich meine 44 Stimmen auf dem Blatt verteilen darf. Hauptsache, ich verzähle mich beim Verteilen der Stimmen auf dem Blatt nicht. Das ist alles, was bei mir am heutigen Abend noch auf dem Programm steht. Allzu gemütlich finde ich den Platz am Rechner immer noch nicht.

PS: Gerade gefunden – Angesichts des riesigen Wahlzettels und der vielen Kästchen empfiehlt es sich mal einen Blick auf diese Broschüre zu werfen.

schacht offenDie Entropie in sich geschlossenen Systemen nimmt zu. Ein fester Grundsatz, daran gibt es nichts zu rütteln. Dabei reicht schon das System „Modernisierungsmaßnahme“ völlig aus. Von letztem Wochenende klingelte mir noch der Satz „Wenn wir nächsten Samstag beginnen, ist Montag, wenn Sie wieder heimkommen, alles fertig!“ Welche zwei Fehler stecken also in der Aussage? Erstens – ich war nicht weg und zweitens – bis Montag schaffen die Handwerker das nie. Aber um die Entropiezunahme weiter zu verfolgen… Als ich Freitag nochmal nachfragte, was denn nun alles wegzuräumen ist, hieß es „Küche reicht erstmal“. Die Baumaßnahmen begannen früh halb 9 Uhr (Wer schläft schon gern aus?) und ich verzog mich erstmal zum Einkaufen. Ich ließ mir dabei extrem viel Zeit, von dem Radau wollte ich so wenig wie möglich mitbekomen. Witzig war noch, dass der Handwerker mich am Morgen fragte: „Ach, auch aus Dresden?“ (Bei mir hängen zwei Bilder von Dresden in der Küche).

Als ich wiederkam, war der Handwerker gerade mit Aufräumen beschäftigt und meinte, dass es für heute alles wäre. Das Ergebnis: Ein Loch, wo die Rohre langgeführt werden sollen (ca. 80cm x 30cm) und eins, wo bereits der neue Heizkörper hängt. Am Nachmittag schnappte ich mir noch den Chef der Firma und fragte, ob ich den Rechner wegräumen sollte, damit sie Montag weitermachen können. Er dachte kurz nach und meinte „Nein, Montag machen wir erstmal die Küche und es wäre vielleicht besser, wenn wir Wohnzimmer und Schlafzimmer erst in Angriff nehmen, wenn wir das Bad machen.“ Auf der einen Seite bin ich beruhigt, dass ich den Kram nicht umräumen muss, andererseits mußte ich heute Morgen vernehmen, dass es wohl noch 2 Wochen andauern wird. Die letzten Tage daheim haben mir völlig gereicht und um ehrlich zu sein, ich freu mich drauf, wenn ich Montag wieder auf Arbeit bin.

heizung kuecheAber was soll man denn sonst mit einer Magen-Darm-Grippe (was anderes kann es bald garnicht sein) machen? Die ersten beiden Tage ging erstmal so gut wie garnichts. Ich habe entweder geschlafen, DVD gesehen oder gelesen. Michel Houellebecqs „Die Möglichkeit einer Insel“ folgte „My dear Krauts“ von Roger Boyes. Angeblich eine humoristische Betrachtung der Deutschen, aber ich kann mich daran erinnern, dass ich höchstens zwei oder drei Mal lachen mußte. Sandra fragte auch schon zwischendurch, ob es witzig wäre, ich meinte nur „Nö, sehr flach.“ Sie warf einen Blick auf die Biographie des Autors (worauf Frauen so alles achten?!) und sagte nur: „Kein Wunder, der hat Theologie, Germanistik und Politikwissenschaften studiert.“ Für wahr, das sind wirklich die Gebiete aus denen die Komiker reihenweise hervorgehen, oder etwa nicht?

Ich hatte auch endlich mal Zeit, mir die DVDs anzusehen, die mir ein Kollege ausgeborgt hatte. Einer davon war „Dogma“, der ist wirklich Kult! Komisch, wunderbar als Quelle für Zitate geeignet und nicht zuletzt ist Alanis Morrissette Gott, ich hab es immer gewußt! Gestern Abend kam dann noch „Secretary“ hinzu, wo ich zu Beginn fragte, worauf der Film hinaus will? Es wirkte durch die S/M-Spielchen doch etwas skuril, aber die schauspielerische Leistung ist ganz groß. Man kauft ihnen die Rolle, die sie spielen, vom Fleck weg ab. Ich habe mal recherchiert und bin bei amazon.de auf zwei Sätze gestoßen, die den Film sehr gut treffen. „Wenn man die S/M-Komponente herauskürzt, die vielleicht nicht jedem liegt und hier eigentlich auch nur der Geschichte einen exotischeren Kick gibt, dann bleibt einfach nur eine romantische, ganz wahrhaftige Liebesgeschichte übrig.“ stimmt mit meiner Meinung überein, denn diese Spielereien sind nur Beiwerk und letztendlich nicht so wichtig, deswegen kann ich die anderen Meinungen nicht teilen, die behaupten, es wäre doch endlich mal ein Film, der sich mit S/M auseinandersetzt und zeigt, das sowas nicht nur in dunklen Kammern gespielt wird. Alles Quark, darum geht es doch garnicht. Oder um das zweite Zitat zu Rate zu ziehen „Sicherlich kein Film für jedermann, einige Zuschauer jedoch dürfte diese kluge und erotisch aufgeladene Geschichte über unterdrückte Leidenschaften ganz unerwartet tief bewegen.“ Ganz richtig erfasst, denn darum geht es – Liebe und Leidenschaft und jetzt bekomm ich auch wieder den Bogen zu „Die Möglichkeit einer Insel“ in der die etwas tragische Hauptgestalt resümiert:

Wenn man individuelle Freiheit und Unabhängigkeit anstrebt, ist keine Liebe möglich, alles andere ist eine Lüge, und zwar eine der größten Lügen, die je ersonnen worden sind; Liebe ist nur dann möglich, wenn der Wunsch nach Zerstörung, nach Verschmelzung, nach individueller Selbstaufgabe vorhanden ist, und zwar in einem gewissen ozeanischen Gefühl, wie man früher sagte, also in etwas, das es sowieso in naher Zukunft nicht mehr geben wird.

Aber genug der depressiven Gedanken, sonst hab ich die Befürchtung, es färbt auf mich ab. Ich hätte eigentlich richtig Lust, etwas zu unternehmen, aber wie mich die Erfahrung gestern lehrte, ist das eine ganz schlechte Idee. Also Planung für heute: Musik hören, mal wieder Postkarten schreiben, Wäsche waschen (solange der Dreck noch nicht in der gesamten Wohnung ist) und mal wieder etwas Klavier spielen üben. Die Stunde am Donnerstag mußte ich schon sausen lassen, aber nächsten Donnerstag geht es endlich weiter und ich denke mal, Mitte nächsten Monats könnte ich das Projekt „E-Piano“ abgeschlossen haben. Aber dazu müßten erstmal alle Möbel wieder an Ort und Stelle stehen.

Fassen wir doch mal die Ereignisse der nächsten Tage vorausschauend zusammen: Am Wochenende wird sich meine Wohnung in eine Staubhöhle verwandeln und ich ergreife deswegen mit Sandra die Flucht Richtung Mainz, um bei „Rhein in Flammen“ dabei zu sein. Klingt doch nach einer perfekten Vorbereitung. Wenn es da nicht ein kleines Problem gäbe – Dienstag Abend entschied sich mein Körper dagegen zu rebellieren und stellte sich krank. Da ich meine Erkältungen kenne, die nie länger wie 2-3 Tage dauern, sagte ich das Wochenende erstmal nicht ab, aber nachdem dann gestern auch noch mein Verdauungssystem streikte, war es entgültig aus.

Ich bin am Wochenende da und statt etwas Ruhe zu haben, werde ich Zeuge von Wanddurchbrüchen. Meine Laune ist dementsprechend. Einziger Lichtblick war, dass gestern noch Sandra vorbeikam und nachdem ich ihr die schlechte Nachricht überbrachte, haben wir uns kurzfristig dazu entschlossen, dass wir Samstag den Büchergutschein einlösen, wenn es mir wieder einigermaßen gut geht.

Ob das so geht, werde ich gleich erfahren. Ich werde jetzt mal eine kleine Testreihe mit fester Nahrung beginnen. Ich könnte es auch so formulieren: Ich habe Hunger! Und wenn das vollbracht ist, steht das Umräumen meines Rechners auf dem Programm. Heißt im Klartext, dass ich bis zur Fertigstellung erstmal nicht wieder online sein werde. Und ich hoffe doch, dass das spätestens Montag ist.

postcrossing28Hatte ich nicht gerade erst noch geschrieben, dass dies mein letztes Wochenende im August ist, in dem ich nichts geplant habe? Merkwürdig, aber schon ist wieder eine Woche herum. Also starte ich mal den Versuch einer Rekapitulation, was denn alles so geschehen ist…

Anfang der Woche schwärmte uns ein Kollege wieder mal vor, dass er wieder Silkroad gespielt hatte. Also luden wir uns den Client (schmale 800MB) herunter und legten uns Charaktere an. Mittlerweile hat mein Charakter Level 9 erreicht und hat schon den einen oder anderen Spruch parat, um Monstern der Stufe 7 mit einem Schlag den Gar auszumachen. In Kombination mit Skype machte sich das kollegiale Zocken gleich noch ein bißchen besser.

Diese Woche hatte ich auch unglaublich stark mit Kopfschmerzen zu kämpfen, gerade als am Dienstag das Wetter von sonnig auf regnerisch umschaltete, nahm ich eine Tablette, wurde dann von einer Kollegin mit einer weiteren versorgt, aber der Druck blieb. Ich war froh, dass ich am Mittwoch verschont blieb, denn einen 13-Stunden-Tag mit Kopfschmerzen muss ich nicht haben.

Freitag hatte ich geplant zum Ossi-Treff zu gehen, aber ich war so müde, dass ich es beim Einkaufen beließ und nach Hause ging. Ein Kollege fragte mich noch, ob wir uns abends noch auf ein Bierchen treffen wollen, was ich dann später annahm und wir uns noch bei einem schönen Guinness unterhielten.

postcrossing29Angesichts meiner Müdigkeit stellte ich den Wecker auf um 9 Uhr, um am Samstag aufzustehen, zu frühstücken, Hausordnung zu erledigen und dann Richtung Halle aufzubrechen. Mein Körper warf mich schon halb 8 aus dem Bett und ich hatte sogar noch so viel Zeit, um mal schnell online zu gehen, noch ein halbes Stündchen zu spielen und dabei auch noch meinen Kollegen zu treffen. Es war ein fast sonniger Morgen und ich fuhr kurz nach 10 Uhr los. Vorher schrieb ich noch eine liebe SMS und dann stürzte ich mich ins Getümmel. Ab Bayreuth regnete es und dieser Regen hielt bis Halle an. Tolles Wetter! Einige Autofahrer machten sich wieder bei mir sehr beliebt, weil sie beim Überholvorgang mit einsetzendem Regen auf der ganz linken Spur plötzlich auf meine Geschwindigkeit abbremsten, und ich auch noch auf die Bremse mußte, weil die Schnecke vor mir dann fast auf Stand herunter bremste.

postcrossing30Irgendwie geriet dank des Wetters der gesamte Wochenendplan durcheinander bzw. alles was annähernd interessant in Halle und Umgebung war, hatte geschlossen. Wir fuhren trotzdem nach Seeburg raus, besuchten den Flohmarkt, auf dem ich einen Traumfänger, der jetzt über meinem Bett hängt. Danach suchten wir uns einen Platz unter Bäumen und so bekamen wir vom Nieselregen garnichts mit und konnten sogar noch in Ruhe ein Picknick machen. Nach einem Abend voller Gespräche und Erklärungen (RAID, SQL-Optimierung usw) fing der nächste Morgen sehr sonnig an.

postcrossing31Um die Theorie in die Praxis umzusetzen fuhren wir zu Jennys Freund auf Arbeit (MPI für Mikrostrukturphysik) und schauten uns dort die Rechneranlage bzw. sonstige Technik an. Sehr beindruckend! Und so wurde es schnell Nachmittag und Zeit für mich aufzubrechen. Nachdem ich im strömenden Regen für den Hinweg (270km) 2,5 Stunden gebraucht hatte, dauerte die Heimfahrt bei Sonnenschein 3,5 Stunden. Mein Blutdruck erreichte neue Dimension, wenn ich Autofahrer erlebe, die ohne erkennbares Hindernis auf die Mittelspur blinken und dort bleiben. Und das mit Tempo 120. Ich frage mich ernsthaft, was weniger strafbar wäre: normal links zu überholen und den anrauschenden ??? (großes, schnelles Auto mit 200+ km/h) zu einer Notbremsung zu zwingen, rechts zu überholen und dabei wild zu hupen und zu gestikulieren oder sich dicht dahinter zu postieren, aufzublenden und links zu blinken. Schön fand ich die Transparente, die über der Autobahn in Deutschland hängen, wenn man von der Schweiz oder Österreich kommt: Rechtsfahrgebot! Sollte man überall anbringen, denn (Entschuldigung!) diese Idioten sorgen echt für kleine fließende Staus auf der Autobahn, nur weil sie der Meinung sind, mit ihrem Tempo flüssig in die gesamte Strecke in der Mittelspur bewältigen zu können.