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50. Geburtstag in Dublin

Jan 0
geschätzte Lesedauer: 4 Minuten

50 Jahre zu werden, ist schon irgendwie besonders. Ich hatte meine Geburtstagsfeier anders im Kopf, als sie dann eigentlich kam. Ich wurde kurzerhand zu einem Wochenende nach Dublin entführt.

Die Theorie

20 Jahre ist noch kein Jubiläum, das man feiert. Mit 30 Jahren habe ich das erste Mal eine größere Geburtstagsfeier gemacht. Damals noch ohne Auto und ich habe alles zu Fuß nach Hause geschleppt. Der Vierzigste war dann eher für mich. Wir waren in der Karibik und ich konnte endlich Arecibo besichtigen. Aber wie sollte der Fünfzigste werden?

Arecibo, Puerto Rico
Arecibo im Juni 2014

Ich habe im Freundeskreis auch noch eine Vorreiterrolle, weil ich der Älteste im Club bin und damit konnte ich nicht mal eben vorfühlen, was die anderen so machen. Also war mein Plan schon persönlich und trotzdem bodenständig. Meine Idee war irgendwo einen Club oder eine Kneipe zu mieten und dann ein bisschen die Klassiker meiner Plattenkiste zu hören.

Als der Termin näher rückte, fragte mich meine Frau, was ich so vorhabe. Ich legte meinen Plan dar und bekam eine ambivalente Reaktion. Ob denen deine Musik so gefällt? Mh, irgendwie richtig und trotzdem war ich ein bisschen verletzt. Schließlich war es doch mein Geburtstag.

Irgendwann hieß es – halt dir mal das Wochenende vom 23. Februar bis 25. Februar frei. Okay?!

Die Praxis

Es wurde Mitte Februar und ich wurde unruhig. Was denn nun? Ja, wir fahren weg! Wohin? Überraschung! Na gut, aber was soll ich packen? Badehose? Handschuhe und Mütze? Ganz normal, wie das Wetter gerade draußen ist. Das grenzte das Territorium schon mal ein. Also kein Strand, weil sonst Badesachen und auch keine Natur, weil sonst Funktionssachen und Wanderschuhe.

Traditionelles irisches Frühstück
Wo andere schon ihr Morgenbier trinken, müssen Grundlagen schaffen.

Mit kleinen Koffern bewaffnet fuhren wir nach Frankfurt. Es folgte das Übliche – Auto abstellen, Transfer, zum Terminal. Als wir dort waren, checkte ich die Abflugtafel von dem Terminal. Alles ging in den asiatischen oder arabischen Raum. Ausgeschlossen. Blieb nur ein logisches Ziel übrig: Dublin! Fand ich super und offensichtlich hatte ich auch damit Recht.

Womit ich aber überhaupt nicht gerechnet habe, war das Auftauchen von Thomas. Und kurze Zeit später stießen Rajko, Alex und René dazu. Ja super! Also quasi Jungswochenende mit Aufpasserin / Guide oder „betreutes Feiern“.

Brennblasen in der Teeling Whisky Destillery
Die Brennblasen sind nach den Töchtern des Gründers benannt

Der Flug war extrem kurzweilig, weil wir ständig am Rumalbern waren. Angekommen fuhren wir mit dem Bus ins Zentrum und liefen zum Hotel. Da wir vormittags losgeflogen waren, hatten wir erst mal Hunger. Leo Burdocks Fish & Chips war unsere Anlaufstelle. Schon besser gehabt, aber trotzdem gut. Danach liefen noch etwas herum und weiter ging es zum nächsten Event.

Whiskey-Tasting in der Teeling Distillery! Zuerst machten wir eine Führung, bekamen die Historie des Irischen Whiskeys erklärt und gingen abschließend zum Tasting über. Es gab drei Sorten zum Probieren: Single Grain, Small Batch und Single Malt. Der Single Grain war zu ruppig, der Single Malt zu sanft. Die optimale Mischung aus einem weichen Aroma und vielen Geschmäckern steckte für mich im Small Batch.

Whisky-Tasting mit drei verschiedenen Sorten in der Teeling Destillery
Wir haben die Tour mir drei Whiskys gebucht.

Dann liefen wir noch weiter durch die Stadt und suchten einen Platz, wo wir Abendessen konnten. Wir wurden richtig gut fündig, jeder fand ein gutes Essen und das Bier war auch lecker. Ich war dankbar für alles und übernahm die Zeche. Das führte dazu, dass im Laufe des Abends irgendwann jeder eine Runde zahlte, weil es auch bei anderen was zu feiern gab.

Ich werde aber nicht den nächsten Morgen vergessen. Wir hatten kein Frühstück im Hotel, also mussten wir draußen was finden. Kriszta hatte ein paar Pubs herausgesucht. Einer gefiel uns und wir warteten kurz. Zum Glück waren wir kurz vor 10 Uhr da. Wir suchten uns einen Platz, bestellten Frühstück und innerhalb von einer halben Stunde war der Pub brechend voll und der Barkeeper war pausenlos am Bier zapfen. Gefühlt kam vom Anzugträger bis zum Straßenarbeiter hier jeder her.

Blick auf die Temple Bar auf der Kneipenstraße in Dublin
Es gibt Straßen, da reiht sich ein Pub an den anderen.

Wie wir mitbekamen, war an dem Samstag Runde 3 im 6 Nations Cup, wo Irland in Dublin gegen Wales spielte. Zu unserer Überraschung spielten Schottland, Irland, England, Wales, aber auch Italien und Frankreich in diesem Cup mit. Und auch irgendein Künstler spielte das Wochenende, es war also ordentlich was los.

Wir erkundeten noch den restlichen Tag das Stadtzentrum, bis es 16 Uhr zur Guinness-Brauerei ging. Für die Tour wurde uns neben der Historie auch der Brauvorgang erklärt. Dazu gab es ein Mini-Guinness. Zum Tourpaket gehört dann auch der abschließende Besuch des Aussichtstowers, wo man noch ein Guinness seiner Wahl trinken kann.

Mit dem Abendessen hatten wir nicht so viel Glück wie am Abend zuvor. Und eigentlich wollten wir von einer Bar zur nächsten ziehen, was aber schier unmöglich ist, weil alles brechend voll war.

Der Mietvertrag der Guinnessbrauerei ist im Fußboden eingelassen.
Der Mietvertrag der Guinness-Brauerei läuft über 9000 Jahre.

Den abschließenden Sonntag tingelten wir noch etwas herum. Nachdem das Wetter die letzten beiden Tage schön war, zog jetzt Regen auf und es nieselte immer wieder. 16 Uhr saßen wir dann wieder im Flugzeug, das uns zurück nach Frankfurt brachte. Was für ein gelungenes Wochenende!

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