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Plattenkiste Februar 2026

Jan 0
geschätzte Lesedauer: 3 Minuten

Eigentlich schon wieder keine Releases. Zumindest keine neuen Sachen. Deshalb gibt es mit der Plattenkiste Februar 2026 etwas, worauf die Musikwelt schon eine Weile gewartet hat.

Außerhalb des Monats

Eine kleine Bestandsaufnahme der neuen Regeln, die ich mir in letzten Wochen angewöhnt habe. Es ist verblüffend, wie viel Musik einfach außen vor bleibt, wenn man sich auf die Musik konzentriert, die man mag. Trotzdem kam im Laufe der Wochen eine Lücke zum Vorschein.

Da ich nun fast schon seit 15 Jahren meine Musik ausschließlich digital kaufe, ist der Hades eigentlich keine Option. Wenn die Musik nach einem Jahr Wartezeit gelöscht wird, ist sie für immer verloren. Also musste eine Welt der Halbtoten her. Da die griechische Mythologie das Konzept der Zombies nicht wirklich beherrscht, ließ ich die KI mir ein paar Vorschläge machen. Aber es wollte nichts Gutes dabei entstehen.

Also musste mein eigener Kopf mit Ideen herhalten. Arrakis, Dune, der Wüstenplanet! Mein Hauptrechner heißt schon, seit es lokale Netzwerke gibt, Atreides. Der Laptop war meistens Fremen usw. Und so entstand die neue Gliederung, welche die Sammlung in vier Stufen aufteilt:

  • Arrakis: Hier leben die Fremen. Schwer besiegbare Gegner, geschaffen durch eine unwirtliche Umgebung. Heimat für alle Releases, die essenziell sind. Sie sind die Referenzwerke meiner Sammlung.
  • Caladan: Heimatwelt der Atreiden. Ein loyales Volk. Hier findet sich die Musik, die in ihrer Qualität so überzeugend ist, dass ich stolz darauf bin, sie in meiner Sammlung zu haben.
  • Tleilax: Heimatwelt der Tleilaxu. Die Tleilaxu schaffen es, aus einzelnen Zellen ganze Menschen wieder herzustellen. Hier findet sich die Musik, die redundant ist. Aber wenn ich sie löschen würde, wäre sie für immer verloren.
  • Giedi Prime: Hier leben die Harkonnen, der Feind. Musik, die schlecht gealtert ist und keinen Wert mehr für die Sammlung hat.

Damit kann ich viel besser arbeiten. In der Zeit von Corona habe ich dutzende CDs bei Kleinanzeigen aufgekauft. Trance Nation, Trancemaster, einfach weil ich Interesse an einigen Serien hatte. Die sind bis zu einem gewissen Maße interessant, aber auch stellenweise sehr schlecht. Die Harkonnen haben sich gefreut. Natürlich will ich in erster Linie wissen, weil meine Fedaykin1 sind. Insgesamt 23 Releases habe ich schon identifiziert, die ich in die Kategorie „Du gehst auf eine Insel und darfst nur noch diese Platten hören“ einsortiere.

Was verspreche ich mir aber von dem ganzen Aufwand? Ich hatte mal vor vielen Jahren die Regel eingeführt, dass ich jeden Release zehn mal höre und erst dann ist er würdiges Mitglied meiner Sammlung. Das schaffe ich heute gar nicht mehr. Wer sich meinen Jahresrückblick 2025 ansieht, wird feststellen, dass bei 374 Neuzugängen dafür keine Zeit mehr bleibt. Und deswegen wird die Qualität so hoch angezogen, dass wirklich nur gutes Material über die Barriere kommt.

Neue, alte Musik

Blicken wir mal auf die Geschichte von Boards Of Canada zurück. Music has the right to children war das erste Album, was der breiten Masse zugänglich war. Das es älteres Material gab, war bekannt. Ich hatte das Glück, die Nachpressungen der Hi-Scores und der Twoism zu erwischen. Und damit dachte ich, dass ich einen guten Überblick über den Anfang von Boards Of Canada habe.

Aber letzten Monat schickte mein Freund Thorsten, mit dem ich mich schon seit langer Zeit über Musik unterhalte, ein Datenpaket mit drei Alben von Boards Of Canada. Also musste ich nachfassen. Zu Beginn ihrer Karriere erschienen zwei Kassetten, A Few Old Tunes und Old Tunes Vol. 2. Dazu gab es noch die BoC Maxima, die eine Essenz der beiden Tapes bildet. Alles auf 50 Stück limitiert.

Doch wie kam es zum plötzlichen Erscheinen der Tapes? Mike Paradinas hat seine drei Tapes für 5000 GBP an einen DJ verkauft, der die Bänder gerippt hat und in Studioqualität ins Netz stellte. Die bisherigen Rips waren nur von schlechter Qualität. Aber jetzt waren sie kostenlos für alle in ziemlich guter Qualität verfügbar. Und das in Lossless oder MP3, je nachdem, was man braucht.

Was erwartet uns in den Tapes? Die BoC Maxima ist schon ziemlich nah an Music Has The Right To Children. Und deshalb gibt es da nicht viel Neues. D.h. auf den beiden Old Tunes gibt es auch einiges an Material, was man schon kennt. Aber auch Stücke, wo Boards Of Canada wussten, warum es keine gute Idee ist, sie später noch mal aufzuwärmen. Und deshalb landet das Material nicht in meiner Sammlung. Gut zu kennen, aber musikalisch keine Erleuchtung.

  1. Die Fedaykin sind die Leibgarde von Paul Atreides. Sie wurden durch ihn ausgebildet und sind die besten Kämpfer unter den Fremen. ↩︎

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