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Das Goldene Dreieck Indiens

Jan 0
geschätzte Lesedauer: 12 Minuten

Wir sind endlich in Indien! Nachdem wir am Abend aus Kathmandu in Dehli angekommen sind, geht es gleich am nächsten Morgen weiter nach Jaipur. Wir bereisen das sogenannte Goldene Dreieck von Indien, zu dem Dehli, Jaipur und Agra gehören.

Wie schon im letzten Beitrag beschrieben, haben wir nicht mehr die günstigsten Zugverbindungen bekommen. Auch wenn wir gleich in der Nähe des Bahnhofs unsere Unterkunft hatten, mussten wir zur Dehli Cant Train Station, die 40 Minuten vom Hotel entfernt ist. Da es sehr früh am Morgen ist und auf den Straßen kaum was los ist, düsen wir mit 100km/h durch Dehlis Straßen. So waren wir 10 Minuten zeitiger da, als geplant und konnten noch genug Proviant für unterwegs kaufen. Wir mussten die ganze Zeit am Bahnsteig stehen, denn alle Sitzplätze waren von Obdachlosen beleckt. Ein kleines bisschen wurden wir schon bestaunt. Offensichtlich fahren nicht sehr viele Touristen von diesem Bahnhof.

Hawa Mahal, Palast der Winde, Jaipur, Indien
Die Vorderfront des Palastes der Winde

Der Zug war extrem lang. Es stellte sich heraus, dass wir zu zeitig in die B-Klasse gestiegen waren. Wir befanden uns im 3S-Abteil. Das bedeutet in jedem Abteil sind pro Seite 3 Schlafliegen. Aber wir hatten 2S gebucht. Eigentlich wären wir lieber in der 3S geblieben, denn das 2S-Abteil war kalt wie im Kühlschrank. Wir hatten kurze Sachen an und mussten uns mit allen Decken einwickeln, um nicht zu frieren.

Jaipur

Wir kamen mit einer Stunde Verspätung in Jaipur an. Wir beginnen mit dem abenteuerlichsten, was man in Indien machen kann: Tuk-Tuk fahren. Fast jedes Mal werden wir betrogen, angeschrien oder rufen die Polizei. Unser Hotel hat einen Preis von 20 Rupien als Kosten vom Bahnhof angegeben. Wir schnappen uns ein Tuk-Tuk, zeigten die Adresse vom Hotel und er fuhr los. Kriszta fragte mehrmals, was es kosten würde. Er winkte nur ab. Nach ungefähr 100m blieb er stehen und grübelte. Kriszta fragte nochmal wegen dem Preis und er gab zu, dass er kein Englisch kann und auch keinen Plan hat, wo das Hotel liegt.

Hawa Mahal, Palast der Winde, Jaipur, Indien
Im Hof des Hawa Mahal

Wir steigen aus und ruckzuck waren wir von 10 Fahrradrikschas umgeben. Wir zeigten den Zettel und sagten, dass wir 20 Rupien zahlen. Einer nickte und wir stiegen ein und fuhren los. Zwanzig Minuten später stehen wir vor unserem Hotel, das wie eine Villa aussieht. Dort wurden wir um 30 Rupien erleichtert, weil wir das angeblich gesagt hätten („Twenty“ und „Thirty“ klingen im Englischen ja auch absolut identisch).

Das Vinayak Guesthouse ist eigentlich ein Familienhaus, was aber wie ein Hotel betrieben wird. Es wurde von einem der Söhne der Familie betrieben, der uns gute Tipps gab. So z.B. eine Fahrt zum Rathaus kostet maximal 40 Rupien, zum Palast der Winde (Hawa Mahal) maximal 70 Rupien. Genau da wollten wir hin. Das erste Tuk-Tuk wollte 100 Rupien und ließ nicht weniger als 90 Rupien zu. Wir gingen weiter zum Nächsten, aber mit dem gleichen Ergebnis. Als wir den nächsten Tuk-Tuk-Fahrer fragten, sagte der plötzlich 40 Rupien. Wir waren überrascht, dass es doch noch ehrliche Menschen gibt.

Hawa Mahal, Palast der Winde, Jaipur, Indien
Das Hawa Mahal ist ein „schlankes“ Gebäude

Er hatte einen Kumpel neben sich zu sitzen, die mit einander redeten. Wir dachten, dass er ihn mit in die Stadt bringt. Der Kumpel begann die übliche Fragerunde: Woher kommen wir? Wie lange sind wir da? Wo wollen wir noch in Indien hin? Danach buddelte aus seiner Tasche eine Postkarte mit einem Palast, der von Wasser umbegeben ist, heraus. Ob wir da hin wollen? Dann holte er ein Notizbuch raus und reichte es nach hinten. Darin waren in den unterschiedlichsten Sprachen Bewertungen geschrieben, die ihn als guten Führer anpriesen. Er meinte, er würde uns für 60 weitere Rupien zwei Stunden lang die Stadt zeigen.

Stellt euch vor, ihr werdet vollgetextet, während ihr mit dem Kopf zwischen Knien da sitzt. Rings um euch ist eine Metallkolonne, die sich dröhnend, hupend und stinkend ihren Weg bahnt. Einerseits waren wir aus Erfahrung skeptisch, andererseits würde der Palast der Winde in 40 Minuten schließen und da wollten wir unbedingt hin. Da wir nichts verlieren konnten, stimmten wir zu und los ging die Fahrt.

Hawa Mahal, Palast der Winde, Jaipur, Indien
Hinter dem Palast der Winde liegt Jantar Mantar – leider geschlossen

Zuerst hielten wir an einem Turm, wo wir eine gute Aussicht haben sollten. Wir lehnten ab, da wir schnell zum Hawa Mahal wollten. Die Fahrt ging weiter und gefühlt verließen wir langsam die Stadt. Kriszta merkte an, dass wir unbedingt als nächstes den Palast der Winde sehen wollen. Also drehte das Tuk-Tuk um und fuhr uns da hin. Als wir da waren, ist Kriszta so sauer gewesen, dass sie sich gar nicht so richtig auf den Palast konzentrieren konnte.

Der Palast diente früher den Haremsdamen den Ausblick auf die Festivitäten auf der Straße, ohne dass sie selbst gesehen werden können. Im Grund genommen ist der Palast ein sehr flaches Gebäude, dass auf der Straßenseite eine große Anzahl an Fenstern hat.

Wir blieben lang im Palast, in der Hoffnung, dass das Tuk-Tuk wegfahren würde und wir die Tour nicht weiter machen müssen. Aber sie blieben da und wir drückten ihnen 80 Rupien in die Hand und meinten, dass wir ihre Dienste nicht mehr benötigen.

Jaipur, Rosa Stadt, Indien
Eher Terrakotta statt Rosa – Jaipur heute

Wir liefen die Straßen von Jaipur entlang. Warum wir Jaipur die Rosa Stadt genannt? Die Farbe der Regierenden in Rajasthan ist ursprünglich gelb gewesen. Doch aufgrund eines Besuches von Albert, Mann von Königin Victoria von England, wurde die gesamte Stadt rosarot gestrichen – der Farbe der Gastfreundschaft. Angeblich war damals wirklich alles Rosa, weil die Farbe aus Rosenblättern und pflanzlichen Farbstoffen bestand. Heute ist es eher Terrakotta, da die Farben mineralienhaltig sind.

Da wir sehr hungrig waren, suchten wir nach einem Restaurant. Auf dem Weg zum Hotel konnten wir nichts finden. Überall waren Geschäfte, die nach Themen sortiert waren, z.B. 200m lang nur Teppichgeschäfte. Zwischendurch fanden wir ein Geschäft, wo wir Bananenlassi aus einem Tonkrug tranken.

Fort, Amber, Jaipur, Indien
Das Fort von Amber bei Jaipur

Als wir in der Unterkunft angekommen waren, aßen wir dort. Ich nahm ein Thali und Kriszta ein Palak Paneer. Es schmeckte gut, war aber zu schwer und zu fettig. Dementsprechend hatte Kriszta am nächsten Morgen Probleme. Ich brachte ihr Tee, der aber so stark war, dass er nur mit Milch zu genießen war. Also blieb sie bei Wasser.

Später gewann die Neugier. Wir wollten noch zum Fort von Amber. Der ehemaligs Königspalast liegt ca. 10km außerhalb von Jaipur. Wir nahmen die Buslinie 5 für 7 Rupien. Nach ca. 40 Minuten waren wir da. Einige Touristen ließen sich mit Elefanten hochtragen, wir genossen den Weg zu Fuß.

Da es Kriszta nicht so gut ging, haben wir sehr viele Pausen gemacht. Der Palast ist wie ein riesiger Irrgarten, wir haben uns ständig verlaufen. Wir verließen den Palast Richtung Dorf, weil wir dort einige interessante Hindu-Tempel gesehen haben.

Fort, Amber, Jaipur, Indien
Im Fort

Auf dem Rückweg mussten wir nicht lange auf die Linie 5 warten. Wir mussten aber während der Fahrt aufspringen, da der Fahrer nicht anhält. Schon auf dem Hinweg haben wir den Wasserpalast Jal Mahal gesehen, den uns der „Guide“ vom Vortag zeigen wollte. Wir verließen den Bus und machten einige Bilder. Dieser Palast wird in keinem unserer Reiseführer erwähnt und anscheinend gibt es auch kein Boot, mit dem man übersetzen kann.

Währen wir auf den Bus warteten, konnten wir das Treiben an den Touristenbussen beobachten. Händler und Bettler stürzten auf die Touristen zu und versuchten ihre Sachen zu verkaufen. Da die Stopps meistens nur 5 Minuten dauerten, mussten sich die Touristen beeilen. Die Waren der Händler wanderten also schon wieder mit in den Bus. Natürlich war den Händlern verboten in den Bus zu steigen. Deshalb ging ein großes Geschrei los, denn die Touristen wollten die Ware zurückgeben, die Händler wollten aber lieber das Geld haben. Hier musste die Polizei eingreifen.

Fort, Amber, Jaipur, Indien
Hindutempel in Amber

Aus unserem Reiseführer wussten wir, dass das durchschnittliche Einkommen ungefähr $1 pro Tag beträgt. Wir beobachteten ein Mädchen im Schulalter, welches es schaffte in den fünf Minuten $2-3 einzusammeln, d.h. Geld für 2-3 Tage Arbeit. Kein Wunder, dass sich das Betteln mehr lohnt, als in die Schule zu gehen.

Wir fuhren mit der Linie 5 zurück zum Palast der Winde, liefen dort noch etwas herum. Vom Hawa Mahal aus hatten wir die astronomische Anlage Jantar Mantar gesehen, die aber geschlossen hatte. Danach fuhren wir mit dem Bus zurück zur Unterkunft, wo wir uns ausruhten und noch etwas aßen, bevor wir zum Zug gingen.

Agra

Unser Zug nach Agra hatte nur zwei Klassen, die Holzklasse und die sogenannte CC-Klasse (Climated Chair). Die meisten westlichen Touristen saßen mit in dem Wagon. Aber auch einige Einheimische. Die Familienväter waren der Meinung ihre Familien mit Videos auf ihren Smartphones unterhalten zu müssen und stellten sie deshalb extra laut. So plärrten 2-3 Smartphones durcheinander, es war Ohren betäubend. Wir waren froh, als wir 21.30 Uhr in Agra ankamen.

Fort, Amber, Jaipur, Indien
Oberhalb vom Fort Amber liegt Jaigarh-Fort

Schon am Bahnhofsausgang warteten ein paar Tuk-Tuk-Fahrer, die uns für 150 Rupien zum westlichen Tor des Taj Mahals bringen wollten, denn dort war unsere Unterkunft, das Siddharta Hostel. Wir gingen zu den ruhigeren Tuk-Tuk-Fahrern, die uns dann für 100 Rupien hin brachten. Es war ruhig und sauber im Hostel. Wir liefen aufs Dach, weil wir hofften, das Taj Mahal noch abends beleuchtet zu sehen. Fehlanzeige!

Am nächsten Morgen wurden wir durch Lärm vom Dach geweckt. Das war aber nicht schlimm, denn wir wollten den Sonnenaufgang sehen. Nachdem wir uns angezogen hatten und oben auf dem Dach standen, wussten wir, dass wir keine Vorstellung eines pinken Taj Mahal zu sehen bekommen, weil es durch den Smog schlecht zu sehen war. Dafür bekamen wir Gratisunterhaltung von den Affen, welche die Satellitenschüsseln zerlegten, vergessene Kleidung herumwarfen und Plastikstühle zerbrachen.

Fort, Amber, Jaipur, Indien
Das Fort ist riesig

Der Eintritt zum Taj Mahal beträgt 750 Rupien für Ausländer und 20 Rupien für Inder. Die Reiseführer beschreiben die Gassen um das Taj Mahal einladend und gemütlich. In Wirklichkeit erinnert es eher an Mittelalter. Fäkalien laufen in Rinnen die Straßen entlang, Müll liegt herum und auch Schweinefamilien treiben sich herum.

Man sollte es auch vermeiden in den umliegenden Restaurants zu essen. Es gab vor einiger Zeit einen Skandal, dass das Essen vergiftet war. So schlimm, dass man nicht mehr in der Lage war, das Restaurant zu verlassen. Also wird man vom „sorgenden“ Inhaber zu einem Arzt gebracht. Der gehört mit zum Spiel und verabreicht ein Gegenmittel. Die deftige Rechnung wartete im Anschluss.

Durch ein gutes Frühstück waren wir nicht auf das Essen angewiesen. Bewaffnet mit zwei Wasserflaschen und zwei Paar roten Schutzüberziehern betragen wir das Gelände. Die Geschichte des Taj Mahals als Symbol der ewigen Liebe des Maharadscha zu seiner verstorbenen Frau ist hinlänglich bekannt. Wir versuchten jetzt diesen Zauber einzuatmen.

Jal Mahal, Wasserpalast, Jaipur, Indien
Jal Mahal – der Wasserpalast

Ich hatte gelesen, das man viel Zeit im Taj Mahal verbringen soll, da es ständig seine Farbe ändert und atemberaubend sein soll. Da steckt viel Poesie drin. Es ist ein riesiges Gebäude, dass man gesehen haben sollte und nichts dazu dichten. Belassen wir es dabei, dass es einfach schön ist. Reden wir nicht von dem Dreck außen und schon gar nicht von der Brühe, die sich als Fluss neben dem Taj Mahal entlang quält.

Wir blieben bis ungefähr um die Mittagszeit und liefen dann zum Red Fort. Hier lebte der Maharadscha und konnte von da aus das Taj Mahal beobachten. Uns fiel es schwer es im Smog auszumachen. Schemenhaft konnten wir es erkennen. Hier blieben wir bis zum späten Nachmittag und liefen dann wieder zurück.

Um 19 Uhr fuhr unser Zug nach Dehli zurück. Man kennt ja die Bilder von indischen Zügen, wo die Leute in Trauben draußen dran hängen. Die preiswerteste Klasse. Und genau die hatten wir jetzt für unsere Rückfahrt nach Dehli. Es war ungefähr so voll wir eine Metro zur Rush Hour in der Großstadt. Nur, dass die Fahrt drei Stunden dauern sollte. Es war unglaublich zu beobachten, dass bei den Bahnhöfen die Leute schon reingedrängt kamen, obwohl die Leute noch nicht mal eingestiegen waren.

Taj Mahal, Agra, Indien
Das Taj Mahal vom Dach unseres Hotels

In Mitten dieses Chaos standen / saßen wir. Und wir lernten den nativen Inder kennen. Sie sind unglaublich lieb und freundlich. Wir haben uns beim Sitzen immer mit den Leuten abgewechselt. Mit uns war ein junger Kerl, 27 Jahre alt, der als Versicherungsvertreter in Agra arbeitet. Er konnte ziemlich gut Englisch. Um uns bildete sich eine Traube und alle baten ihn, ihre Fragen an uns los zu werden. Meist waren es völlig triviale Fragen, wie es uns gefällt, wie lange wir hier sind, was wir daheim arbeiten usw.

Die Fahrt ging unglaublich schnell vorbei, denn wir haben uns die ganze Zeit unterhalten. In unserem Reiseführer steht, dass man darauf achten sollte, Themen wie Atheismus und uneheliche Wohngemeinschaft zu vermeiden. Jitendar war aber sehr aufgeschlossen und meinte, er weiß, dass es im Westen völlig normal ist. Er verriet den Umstehenden nichts davon.

Taj Mahal, Agra, Indien
Erst wenn man dicht dran steht, wirkt das Taj Mahal richtig imposant

Es war für interessant einen Einblick in ihre Vorstellung der arrangierten Ehe zu bekommen. Für uns wirkt dieses Konzept ziemlich absurd, aber für sie ist es ein Bekenntnis zum Glauben und zu Familie. Und anders als bei uns, gibt es hier nur einen Versuch. Aus dem Blickwinkel erscheint es schon verständlich, denn die Eltern mit ihrer Erfahrung versuchen die beste Option zu ermitteln, die ihnen Wohlstand im Alter garantiert und einen gesellschaftlichen Status zu erhalten.

Dehli

Um 21.45 kamen wir in Dehli an. Auf uns wartete bereits der Fahrer des Hotels. Wir plünderten das erste und vermutlich einzige Mal die Minibar, indem wir ein paar Chips nahmen. Danach fielen wir ins Bett.

Taj Mahal, Agra, Indien
Wir hatten Glück und gegen Mittag kam die Sonne richtig raus

Den nächsten Tag hatten wir noch etwas Zeit und wir wollten uns die Jama Masjid ansehen. Wir erwischten einen Tuk-Tuk-Fahrer, der ein funktionierendes Taxameter hatte und stiegen ein. Der Weg war viel kürzer, als die Kurve, die unser Fahrer nahm, aber das Taxameter lief ja langsam. Als wir da waren, zeigte das Taxameter 40 Rupien. Der Fahrer begann eine Tabelle rauszukramen und erklärte, dass das Taxameter alt war und wir laut neuem Preis 60 Rupien zahlen sollen. Es begann eine lautstarke Diskussion, die einen Polizisten in der Nähe der Jama Masjid auf den Plan rief. Der Fahrer setzte schnell das Taxameter zurück. Wir fluchten, gaben ihm 50 Rupien und gingen.

Als wir vor der Jama Masjid standen und die Schuhe auszogen, kam schon jemand auf uns zugestürzt. Ohne Uniform oder Namensschild wurde uns verkündet, dass wir 250 Rupien zahlen sollen. Auf einem Schild hatten wir gesehen, dass der Preis von 250 Rupien fällig ist, wenn man beabsichtigt Fotos vom Inneren der Moschee machen zu wollen. Wir wollten aber keine Bilder machen! Er zeigte auf meinen Rucksack und fragte, ob da eine Kamera drin ist. Es bestätigte und meinte, dass ich aber keine Fotos machen will. Das wäre egal, sobald wir eine Kamera haben, müssen wir 250 Rupien zahlen. Wir hatten mittlerweile schon wieder unsere Schuhe angezogen…

Red Fort, Agra, Indien
Red Fort in Agra

Also beschlossen wir, den Rest der Zeit im Hotel zu verbringen. Dazu mussten wir erstmal ein Tuk-Tuk für den Rückweg bekommen. Die ersten beiden Fahrer waren der Meinung, es kostet 100 Rupien. Wir erklärten ihnen, dass der Hinweg 40 Rupien gekostet hat. Das interessierte sie nicht. Wieder tauchte ein Polizist auf, der uns fragte, wo wir denn hin wollen. Wir erklärten, dass wir Richtung Bahnhof wollten. Es begann eine lautstarke Diskussion zwischen Polizist und Fahrer, worauf der Polizist zu uns sagte, dass wir nicht mehr als 20 Rupien zahlen sollten.

Der Fahrer nahm jetzt den direkten Weg und das Taxameter zeigte auch wirklich nur 20 Rupien an. Aus Freundlichkeit wollten wir ihm 30 Rupien geben, worauf er frech wurde und 50 Rupien haben wollte. Wir ließen ihn weiter schimpfen.

Das Hotel bot uns Taxiservice zum Flughafen für 550 Rupien an. Ein unglaublicher Preis, aber wir hatten die Nase voll. Während der Fahrt klopften Kinder an die Scheibe und wollten betteln. Aber unser Maß war voll. Unser Flug sollte 13.30 Uhr gehen, aber die aktuelle Abflugzeit wurde als 14.30 Uhr angegeben. Da zwei Passagiere eingecheckt hatten, aber am Gate nicht auftauchten, musste deren Gepäck wieder entladen werden. So kam es, dass wir erst 17 Uhr losflogen.

Red Fort, Agra, Indien
Im Inneren des Red Fort

Bei uns in der Reihe saß ein Arzt, der zu einer Konferenz über Tuberkulose nach Deutschland flog. Er frage uns, wie wir Indien fanden. Ausgehend von den Erlebnissen am Vormittag bemängelten wir den vielen Müll, die Abzocke, sagten aber, dass auch viel Schönheit gibt. Und dass wir es extrem laut hier fanden. Er lachte und meinte, er hat von Deutschland gehört, dass man nach 20 Uhr nicht mehr die Waschmaschine anschalten darf, was er sich nicht vorstellen kann.

Wir fanden heraus, dass der Flug deshalb eine Stunde später ging, weil inzwischen bei uns wieder Winterzeit war. Also versuchte ich dem Arzt das Konzept von Sommer- und Winterzeit zu erklären. Ich glaube, er dachte, dass ich ihn veralbern will. Ich musste mehrfach beteuern, dass das kein Scherz ist und wir wirklich sowas machen. Er schüttelte nur den Kopf.

Taj Mahal, Agra, Indien
Suchspiel: Versuche das Taj Mahal zu sehen, wenn du im Red Fort bist

Damit endete unser Urlaub in Nepal / Indien. Wir wollen auf jeden Fall nochmal hier her, sind uns aber sicher, dass wir danach eine Woche Erholungsurlaub brauchen…

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