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Beiträge verschlagwortet als “needs_rework”

Das Leben nach der CD

Jan 0

Lange habe ich mich gesträubt, aber es führt kein Weg dran vorbei - die CD ist tot. Angefangen hat alles vor der Weltreise, als ich meine gesamte Sammlung von CDs und Platten digitalisiert habe und diese in MP3-Form mit auf Reise genommen habe. Seit der iPod classic dazu kann, wurde das Ganze noch portabler und nun frage ich mich: Kaufe ich noch CDs?

Natürlich ist es schön, die Scheibe im Schrank stehen zu haben, aber wenn jetzt alles digitalisiert ist und ich nur noch die digitalen Abbilder abspiele, warum dann noch neue Platten kaufen? Bis jetzt lief es ja ganz gut, weil es Händler bei amazon gibt, die neue CDs im Bereich von 8-10 Euro anbieten. Gut, der Versand dauert 1-3 Wochen, aber die CDs sind wirklich neu. In letzter Zeit stehe ich aber immer häufiger vor dem Problem, dass die CDs kaum unter 10 Euro zu erstehen sind und somit ein digitaler Erwerb immer mehr in Frage kommt. Außerdem habe ich bei meinen letzten Ersteigerungen bei ebay festgestellt, dass man Klassiker mittlerweile für nahezu gratis bekommt, d.h. die Wertsteigerung ist auch hinüber. Also nahm ich mal diverse Portale unter die Lupe...

Ist ja nicht so, dass ich dem Ganzen immer ablehnend gegenüberstand, aber es war einfach finanziell nicht lukrativ. Ich pickte mir als Beispiel: Ben Klock - One (Ostgut Ton) heraus. Als erstes besuchte ich Beatport, hier lag der Preis bei 9,27€. Verglichen mit dem Gebrauchtpreis für eine CD von 8,15€ bei amazon.de völlig unrentabel. Inklusive Versand hätte ich für 2 Euro mehr die CD in meinen Händen. Also weiter... nächste Station: Bleep. Ursprünglich der Versand von Warp Records, ist Bleep längst Label unabhängig geworden und auch dort fand ich den gesuchten Download für 9,99€. Ein bißchen musste ich grübeln, bis mir der Name des nächsten Stores einfiel. Irgendwas mit Cat... es dauerte eine Weile, bis mir boomkat wieder in den Sinn kam. Ein britischer Laden, der nur in Britischen Pfund anbietet und dort kam das Album auf erstaunliche 6,99 GBP (8,41€). Danach besuchte ich noch meinen alten Plattenladen, wo ich früher Vinyl bestellt hatte: web-records.com. Die sind ziemlich weltfremd und kannten das Album von Ben Klock garnicht erst.

Das war ein guter Zeitpunkt, um sich mal Gedanken über das Medium MP3 Gedanken zu machen. Mit welcher Bitrate wird überhaupt gehandelt? Beatport blieb mir die Antwort schuldig, alle anderen antworteten mit 320kBps. Ich gab nicht auf und befragte das Internet: Gibt es noch jemanden, der etwas mit Ben Klock anfangen kann? Erste Antwort: iTunes Store - ich war überrascht, hier hätte ich nur kommerzielle Produkte vermutet. Hier der Preis für das Album: 8,99€. Die Überraschung wuchs...

Zum Abschluss noch ein zweiter Test mit Hardfloors - 20-Two decades of Hardfloor. Hier gewann mit Abstand amazon.de, aber nicht weil dort die CD am günstigsten war, nein, hier lag der Download für das Dreifachalbum bei 12,49€, was 3 Euro unterhalb der preiswertesten gebrauchten CD war. Erkenntnis des digitalen Ausflugs: Wie mittlerweile bei allen Produkten kann man sich nicht mehr auf einen Laden des Vertrauens verlassen, sondern überall mal nachschauen. Gibt es eigentlich schon eine Suchmaschine über MP3-Verkäufe?

Home sweet home

Jan 0

Jede Weltreise hinterlässt Spuren, von der Wahrnehmung bis hin zum Ich. Wir sind mit der Vorstellung losgefahren, dass die Weltreise etwas tolles ist und man hinterher doch in gewisser Weise verändert ist. Nach eigener Erfahrung kann ich sagen, dass dieses Gefühl "Wir machen eine Weltreise" nie wirklich entstanden ist. Gefühlt war es ein Urlaub in der Türkei, dann einer in Ägypten usw. Auch die persönliche Veränderung ist nicht so, wie ich gedacht hätte. Mag sein, dass man in einem gewissen Alter schon eine ziemlich genaue Vorstellung von der Welt hat und sein Leben nach einer Weltreise nicht komplett auf den Kopf stellt. Aber trotzdem sind mir einige Dinge aufgefallen, die sich eher im Gesamtbild zeigen und nicht landesspezifisch sind.

  1. Nationalstolz - Schon allein das Wort hat in Deutschland einen negativen Beigeschmack - deswegen nenne ich es mal kurzerhand Nationalfreude. Weil Stolz kann man sein, auf eine Leistung, die man selbst erbracht hat, aber in einem Land geboren worden zu sein, ist keine Leistung. Aber man darf sich darüber freuen, in seinem Land zu leben. Worauf ich eigentlich hinaus will, ist die unbändige Freude, die wir in anderen Ländern gesehen haben - sei es kulturell oder national - die Einwohner leben ihre Kultur viel mehr und ausgeprägter bzw. bringen sie in Zusammenhang mit ihrem Land, als es hierzulande üblich ist. Wieviele Deutschlandfähnchen sieht man denn bei Konzerten oder Feiern? Natürlich ist die Lage auch etwas anders: Auch das kleinste Jubiläum, Unabhängigkeitstag etc. ist Anlass für eine Feier. Wohl mehr deswegen, weil für privat organisierte Feiern einfach das Geld fehlt bzw. die Teilnehmer auch nicht das Geld aufbringen können, um daran teilzunehmen. Aber trotzdem könnten wir uns ein Scheibchen abschneiden...
  2. Abendländische Kultur - Etwas was mir ziemliche Probleme bereitet hat, weil man mit seinen Wertevorstellungen in andere Länder reist und irgendwo zwischen "Ich passe mich der Kultur an" und "So kann man aber nicht mit Fremden umgehen" schwankt. Gerade asiatische Länder sind da doch sehr freundlich (mit Ausnahme von Vietnam), während man in Amerika mit minimalem Aufwand ein Maximum an Geld den Touristen entlocken möchte. Gleichzeitig wird aber - von der Wirtschaft getrieben - den Ländern eine abendländische Haube übergezogen. Gerade auch durch Fernsehen wird den Ländern ein Bild vermittelt, dass doch sehr dem unseren entspricht und dieses als erstrebenswert dargestellt wird.
  3. Verantwortung und Pünktlichkeit - Am Anfang empfand ich einen etwas zwangloseren Umgang mit Pünktlichkeit entspannend. Aber spätestens wenn man ein halbes Jahr jedes Mal eine halbe Stunde oder länger gewartet hat, weil die Einheimischen einen laxen Umgang mit der Zeit haben, wünscht man sich deutsche Pünktlichkeit zurück. Gerne hätte ich gesehen, wenn die Leute, die mit Touristen zusammenarbeiten auch ein Gefühl für Verantwortung entwickeln. Es kollidiert zwar mit dem vorhergehenden Punkt, aber wenn z.B. in einer Tourbeschreibung eine Dorfbesichtigung angekündigt wird und ich werde nur in einen Laden des Dorfes geführt, dann beschwere ich mich natürlich. Was aber in 100% der Fälle zu Schulterzucken und Unverständnis geführt hat. Man macht ja nur, was der Chef sagt. Da wird gelogen, bis sich die Balken biegen, Hauptsache man muss keinen Fehler eingestehen.
  4. Überbevölkerung - Wir haben nur einen Planeten zur Verfügung. Zwar stellt die Nahrungsversorgung theoretisch kein Problem dar, aber die Energieausbeute geht in den negativen Bereich, d.h. wir verbrauchen mehr als eigentlich zu Verfügung steht. Und entweder man macht sich jetzt so langsam Gedanken, wie man das exponentielle Wachstum eindämmt oder irgendwann eskaliert die Situation.
  5. Fremdhilfe - viele ambitionierte Leute verlassen Deutschland und helfen anderen Völkern bzw. Deutschland finanziert Hilfsprojekte in anderen Ländern. Solange es Hilfe bei medizinischen Notfällen ist, habe ich da auch vollstes Verständnis. Auf unserer Reise haben wir eine französische Schulklasse getroffen, die mit Unterstützung der EU in Vietnam eine Schule renoviert haben. Und das, wo Leute auf der Straße sitzen und warten, bis der Tag vorüber ist. In solchen Fällen habe ich das Gefühl, dass damit der umgekehrte Fall eintritt, der eigentlich erwünscht wird - so wie wir es in Südamerika live erlebt haben: Es wird etwas aufgebaut, dann wird es von den Einheimischen (nicht gerade pfleglich) genutzt, bis es kaputt geht und dann bleibt es liegen. Fazit: Auf unserer Weltreise haben wir kein Land erlebt, dass nicht das Potential hätte, sich selbst zu helfen.
  6. The big picture - Feilschen war an der Tagesordnung. Aber nachdem wir Südamerika erreicht hatten, kamen wir mit uns selbst in ein Dilemma. In Asien knauserten wir mit dem Essen und der Unterkunft, während man bereitwillig für Touren in Südamerika zig Dollar hinblättert. Im Nachhinein hätte ich mir gewünscht, wir hätten das gute Essen mehr genossen, denn kulinarische Hochgenüsse erwarteten uns in Südamerika nicht gerade.
  7. Spracharroganz - Ich könnte es auch den sprachlichen Tellerrand nennen. Briten und US-Amerikaner sprechen zum Teil (und zu meiner Verwunderung) keine zweite Sprache. Im Gegenteil, sie erwarten sogar, dass man mit ihnen Englisch spricht. Kein Land erwartet, dass man fließend ihre Landessprache spricht, aber einfache Floskeln wie Ja, Nein, Bitte, Danke und "Guten Tag" sollten schon drin sein. Das hat auch dazu geführt, dass es in Südamerika separate Preisstufen gibt: spanisch gefragt = guter Preis, englisch gefragt = teuer. Den südamerikanischen Ländern mache ich die Sprachbarriere allerdings nicht zum Vorwurf, zum einen wird es wohl kaum durch ihr Bildungssystem ermöglicht und zum anderen lohnt sich das Erlernen einer Fremdsprache nur, wenn man sie anwendet. Und wie hoch sind die Chancen, dass ein Bolivianer zur Möglichkeit kommt, sein Land zu verlassen?
  8. Das Ich - Ich habe lange gegrübelt, wie ich denn am besten auf die Frage "Wie ist es denn, wieder hier zu sein?" antworte. Irgendwie musste ich die Leere und auch gleichzeitig eine Antwort finden, die einem Nichtweltreisenden das Gefühl vermittelt, wie es einem geht. Gestern Abend fand ich die Lösung - die Matrix. Denn der Unterschied zwischen "realer Welt" und unserem Leben in Deutschland könnte man mit der Matrix vergleichen. Es ist alles ein wenig behütet und auch abgeschirmt. Wenn man normal auf Urlaub ist, nimmt man es als Besonderheit des Landes mit, aber auf einer Weltreise realisiert man erst, dass ein Großteil der Welt nach einem anderen Schema läuft und wir es hier eigentlich verdammt gut erwischt haben.

Natürlich darf nicht die Statistik zu kurz kommen. Ich habe mal ein bißchen verfolgt und ein paar Daten notiert:

  • Anzahl Tage: 243
  • Anzahl der Stempel im Pass: 50
  • Anzahl bereiste Länder: 28
  • Zurückgelegte Kilometer (Luftlinie; nur Orte, wo wir übernachtet haben; keine Tagestouren): 93.300km
  • Höchster Punkt: 4.935 Meter über dem Meeresspiegel - Cotopaxi, Ecuador
  • Tiefster Punkt: 10 Meter unter dem Meeresspiegel - Tauchen in Dahab, Ägypten
  • Heißester Punkt: 40 Grad Celsius im Schatten - Hanoi, Vietnam
  • Kältester Punkt: -13 Grad Celsius - San Pedro de Atacama, Chile

Wenn man die Zahlen mal in Zusammenhang stellt, kommt man z.B. auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 15km/h - Tag und Nacht. Apropos Nacht, einen speziellen Punkt bilden natürlich die Übernachtungen, man wundert sich, wo man auf einer Weltreise überall seine Nacht verbringen kann. Deswegen jetzt die Liste mit den Schlafgelegenheiten.

  • Hostelübernachtungen (Doppelbett oder Twin): 115
  • Hostelübernachtungen (Dorms, d.h. 4 oder mehr Betten in einem Raum): 39
  • Hotel: 21
  • Auto / Bus: 17
  • Schiff: 13
  • Jurte / Hütte: 9
  • Zug: 8
  • Zelt: 7
  • Freunde und Familie: 6
  • Flughafen / Flugzeug: 4
  • Daheim: 2
  • Open Air: 1
  • McDonalds: 1

The man in the mirror

Jan 0

Der Mann im Spiegel versucht immer noch ein wenig die Welt zu retten. Auch wenn der Kampf aussichtlos erscheint. Aber manchmal gibt es einfache Ideen, die zeigen, dass andere es auch versuchen bzw. zum Mitmachen animieren.

Wir waren heute im Supermarkt und wollten noch was zu Trinken für die Reise kaufen. Als wir an der Kasse standen, entdeckte ich eine kleine Pappkarte in der Form eines Fisches, die mich neugierig machte. Was sollte das? Mein Spanisch ist nicht so berühmt, aber es reichte aus, um auf den ersten Blick zu entdecken, dass die Karte 1.000 COP (=0,40 Euro) kostet und bei der Ernährung von hungernden Kindern hilft.

Ich war begeistert und wir kauften die Karte. Ein zweiter Blick verriet, dass in Kolumbien jedes 8. Kind unter 5 Jahren chronisch unterernährt ist und mit der Spende eine Organisation unterstützt wird, die dafür sorgt, dass diese Kinder nicht mehr hungern müssen. Ich mag die Idee: Einheimischen wird geholfen, man muss keine umständliche Überweisung ausfüllen oder regelmäßige Beiträge zahlen. Der Fisch kommt aufs Band, wird durch den Barcodesanner erfasst - fertig. Warum gibt es sowas bei uns nicht?

Nachruf

Jan 0

Manchmal muss man einfach aufhören, wenn es am schönsten ist. Den letzten Monat sind wir (Franzi, Kriszta, André und ich) gemeinsam durch Peru und Bolivien gereist. In der Zeit haben wir viel zu erzählen gehabt, jede Menge gelacht und waren natürlich auch als kleines Team schlagkräftiger, wenn es um Beschwerden oder Verhandlungen ging.

Ich hatte es mir schon vorab gewünscht, dass wir als kleine Gruppe durch Bolivien reisen können, weil die Gefahr bestohlen oder ausgeraubt zu werden unglaublich sinkt. Als wir die beiden in San Pedro kennenlernten und sie sich später entschlossen mit nach Bolivien zu kommen, freute ich mich. Nun nach einem Monat sind wir nicht nur ein Team gewesen, sondern auch gute Freunde geworden.

Ihre Reise geht jetzt seit 15 Monaten und sie haben sich jetzt Richtung Miami begeben, um dann langsam heimzukehren. Wir wünschen den beiden noch eine schöne Reise, gute Heimkehr und ... ein baldiges Wiedersehen / -hören.

Dahoam is dahoam

Jan 0

Kinders, ihr könnt euch garnicht vorstellen, wie das ist, nach einem Monat wieder im eigenen Bett zu schlafen. Man legt sich hin, dreht sich kurz auf die ungeimpfte Seite und schon ist alles dunkel und man entschwindet in das Reich der Träume. Den nächsten Morgen dreht man sich nochmal gemütlich rum und schlummert noch eine Stunde. Dann hieß es aufstehen und das Chaos neu ordnen. Letztlich hatten wir folgende Aufteilung vorgenommen:

  • Ungarn / Istanbul: Zivil (d.h. kein Outdoor)
  • Ägypten: Weltreiseausrüstung (Outdoor, aber nur sommerlich)
  • Island: Outdoor (Winterausrüstung)

Zuhause angekommen hieß es erstmal, die Wäsche der letzten vier Wochen stapeln, sortieren und soviel wie möglich waschen (wichtiges natürlich zuerst). Und genau da zwickte uns schon der Fehlerteufel. Nach acht Jahren blies der Gott der Waschmaschinen heute Vormittag unserer Waschmaschine das Lebenslicht aus. Oder besser gesagt, die Pumpe zum Abpumpen war hinüber und rührte sich nicht mehr. Und wenn es schon dick kommt, dann richtig: es handelt sich um eine privileg, Quelle ist pleite und somit auch kein Kundendienst. Jeder andere Kundendienst möchte schon für Anfahrt und Analyse zusammen 100 Euro haben, repariert ist da noch garnichts (und dafür bekommt man schon 25% einer neuen [sehr guten] Maschine). Die Entscheidung war schnell getroffen, aber die Auswahl war groß. Aber unsere neue Waschmaschine wird jetzt 7 Monate warten, bis sie unsere dreckigen Sachen waschen darf. Glück im Unglück war, dass sie genau nach der letzten Ladung wichtiger Wäsche verschied.

Zumindest meinte es das Wetter halbwegs gut und sorgte dafür, dass bis zum Abend alle Sachen im wahrsten Sinne des Wortes im Trockenen waren. Dann mussten nur noch alle Sachen wieder zusammengepackt werden (daran sitzen wir jetzt noch ein bißchen, weil noch nicht alles verstaut ist). Das Unglück mit der Festplatte war auch behoben, die Daten sind auf die neue Festplatte kopiert und einsatzbereit.

Ich hatte im ersten Abschnitt das Wort "ungeimpft" fallen lassen. Gestern waren wir nochmal auf Stippvisite im Tropeninstitut Würzburg und ließen uns noch ein paar notwendige und empohlene Impfungen verpassen. Geplant war Gelbfieber, hat sich aber um Typhus erweitert. Empfohlen wurde uns auch noch Tollwut, wo ich garnicht wusste, dass es überhaupt eine Vorsorgeimpfung dafür gibt. Mir war bisher nur die "Kurz danach"-Therapie mit den Spritzen in den Bauch bekannt. Ist aber ähnlich zu Hepatitis, wo man in 3 Sitzungen die Spritzen bekommt.

Um nochmal ein richtiges Heimatgefühl zu bekommen, gönnten wir uns heute Abend in Prölsdorf einen Schnitzelabend. Der "Goldene Stern" ist wirklich eine erstklassige Anlaufstelle für Schnitzel - ungefähr 10 verschiedene Schnitzelsorten stehen dort auf der Karte, vom normalen Schnitzel bis hin zu Knoblauchschnitzel, wo ungefähr 10 Zehen Knoblauch verarbeitet werden. Mit Pommes Frites und Salat für 5,90 Euro - legendäre Portionen natürlich!

Abschiedsgrillen

Jan 0

abschiedsgrillenEine lange Pause steht bevor - wenn alles klappt, wie geplant, werde ich meine Kollegen jetzt 8 Monate nicht sehen. Hinterhältig und ohne mich zu fragen, hatte gestern mein Kollege Rico einen Grillabend zu meinem Abschied organisiert und so wurde auf der Jahnwiese in Bamberg mit knapp 20 Kollegen zu unserer bevorstehenden Abreise gegrillt.

Jeder hatte etwas mitgebracht und so wurde noch einmal gemeinsam gegrillt, getrunken, geredet und gelacht. Das Vergnügen war ein relativ kurzes, denn schon gegen 21 Uhr wurde es relativ frisch und wo man anfangs noch mit T-Shirt da stand, war es selbst mit Pullover und Jacke auf die Dauer etwas kühl.

... und trotzdem fiel der Abschied heute tierisch schwer. Ist halt ein netter Haufen!!!

Indien – Land und Leute

Jan 0

Indien sieht sich als der große Bruder von Nepal und wenn man genau hinschaut, ist es ähnlich wie in Nepal, nur in größerem Maßstab.

Indien - Wirtschaft und Politik: In der Zeit, wo wir in Indien waren, war auch Präsident Barack Obama in Indien. Die englische Version der indischen Times beschäftigte sich sehr genau mit dem Besuch. Vom Zeitplan des aktuellen Tages, über die Kleidung der First Lady bis hin zu den Aussagen wurde dem US-Präsidenten sehr genau auf die Finger geschaut.

Zwischen den Zeilen konnte man lesen, was den Indern wichtig war: die Beziehung zu Pakistan (Obama hat sich geäußert, dass Indien einen positiven Einfluss auf Pakistan haben soll, was irgendwie nicht so gut ankam), Förderung Indiens in den Bereichen Ökologie, Landwirtschaft, Wettervorhersage und Indiens Einfluss im UN-Sicherheitsrat. Natürlich wurde dem Präsidenten auch vorgeführt, wie modern und fortschrittlich Indien ist. Deswegen wurde ein Internet-Video-Konferenz mit einem abgelegenen Dorf geführt, dass sich freut, jetzt Probleme und Bedürfnisse nach außen kommunizieren zu können.

Schaut man sich die Städte genauer an, erscheint diese Konferenz lächerlich. Delhi baut zwar mittlerweile eine Metro, aber die Probleme sind grundlegender. Wasserversorgung ist stellenweise mit Handpumpen realisiert und in Agra fließt die Kanalisation in kleinen Bächen neben dem Fußweg. Obama bewunderte zwar, dass die Hälfte der indischen Bevölkerung unter 30 Jahren ist, aber ein Gesetz zur Regulierung des Bevölkerungswachstums wird zwar diskutiert, ist aber noch weit entfernt.

Indien - Umwelt: Wenn wir den neugierigen Indern erzählten, dass wir aus Nepal kommen, rümpften sie ihre Nasen. Es wäre sehr dreckig dort. Tatsache ist, dass Indien als großer Bruder Nepals in Sachen Dreck die Nase weit vorn hat. Die Indien sind der Meinung in den Wintermonaten wäre es immer sehr neblig, doch man sieht und merkt es der Luft sehr genau an - es ist Smog. In Delhi bedeutet es - nach ca. 500m ist die Welt zuende. Vom Red Fort in Agra kann man das Taj Mahal sehen, aber auch nur sehr vage.

Wer im Laufe seiner Indienreise mal in die Nähe eines Bahnhofs gekommen ist, wird vielleicht verstehen, dass auch in Indien nicht die Touristen für den Dreck verantwortlich sind, denn durch die Kontingente stehen nur eine Handvoll Touristen am Gleis, der Rest sind Einheimische. Aber näher als einen halben Meter sollte man den Gleisen nicht kommen, denn es zieht dann ein Gestank auf, der alles bisher gerochene in den Schatten stellt. Mancherorts wird dann auch mit einem Wasserschlauch der Müll beiseite gespült, aber nicht es dem Gleisbett entfernt, was dann auch dafür sorgt, dass sich die eine oder andere Ratte herumtreibt.

Indien - die Menschen: Der erste Eindruck der indischen Bevölkerung mag täuschen, aber er hält sich hartnäckig. Da den Indern über mehrere Ecken bekannt ist, wie es in der westlichen Welt zugeht, möchte man auch ein Stück vom Kuchen abhaben und das auf hartnäckigste Art und Weise. Es geht natürlich weit über das übliche Anbieten von Diensten, die man grad nicht braucht ("Where do you go?"). Je näher der Rikschafahrer an das Bahngleis herankommt, um so hartnäckiger wird er. Man mag zwar glauben, dass der Konkurrenzkampf einen günstigen Preis ermöglicht, aber das ist eine Illusion. Wir haben mehrere Möglichkeiten erlebt, wie man den Frust des Touristen hemmungslos steigern kann.

  • Kommt man spät abends am Bahnhof an, hat man schlechte Karten. Die Konkurrenz ist schon schlafen gegangen und der ohnehin schon hohe Preis, den es kosten würde, steigt ums Dreifache. So erlebt in Agra, wo wir für eine Rikscha statt den tagsüber üblichen 50 Rupien plötzlich 150 Rupien zwischen Bahnhof und Taj Mahal löhnen mussten.
  • Merkwürdig sollte einem auch vorkommen, wenn sich ein zweiter Inder zu dem Rikschafahrer gesellt und der Preis schon initial sehr niedrig ist. Wenn man jetzt ein touristisches Ziel nennt, hat man verloren. Denn sobald die Fahrt losgeht, wird man vollgequasselt, dass man die Möglichkeit hat, für einen kleinen Aufpreis eine Führung zu den Sehenwürdigkeiten zu bekommen. Leider gehört das Ziel, was man eigentlich besuchen möchte, nicht zu den Sehenwürdigkeiten. Erlebt in Jaipur, wo wir zwischen Guesthouse und Hawa Mahal nur 40 Rupien zahlen sollten und für weitere 50 Rupien eine Führung zum Jal Mahal und zu Elefanten bekommen sollten. Hawa Mahal gehört aber nicht zur Führung und als wir dann doch nicht zu seinen auserwählten Zielen wollten, stellte sich der zweite Inder schwer beleidigt, er hätte doch so gute Referenzen von anderen Touristen bekommen.
  • Der absolute Schocker war natürlich, als ein Motorrikschafahrer sein Taxameter anschaltete - sollte es tatsächlich noch ehrliche Menschen geben? Nein, aber nicht doch... Denn aus Strecken von zwei Kilometern wurden durch großzügige Umfahrungen fünf Kilometer. Kein Problem, selbst der Preis ist noch laut Taxameter sehr erschwinglich. Nur doof, wenn der Rikschafahrer auf einmal eine Liste ausgräbt, die den tatsächlichen Fahrpreis pro Kilometer enthält - das Taxameter diente nur zum Zählen der Kilometer. Natürlich wird dann noch ein Kilometer draufgeschlagen. Als wir mit unserer Diskussion einen nahestehenden Polizisten anlockten, wurde schnell am Taxameter gefummelt, es stand wieder der Ausgangspreis da. Dumm für den Rikschafahrer, dass wir zu zweit waren und unsere zwei Aussagen gegen die eine des Rikschafahrers stand.
  • Einen letzten Hauch von Gerechtigkeit erlebten wir, als wir eine Rikscha zum Hotel nehmen wollten und es plötzlich statt der 40 Rupien auf den Hinweg hieß: 100 Rupien. Auch diesmal lockte die Diskussion einen Polizisten an, der den Rikschafahrer nach Strich und Faden zusammenstauchte und zu uns sagte: Es sind nicht mehr als 2 Kilometer bis zum Hotel und zahlen sie auf keinen Fall mehr als 30 Rupien. Auf einmal ging die Fahrt sehr schnell und das Taxameter meinte: 20 Rupien. Als wir die 20 Rupien nach vorn reichten, versuchte der Rikschafahrer eine letzte Diskussion, doch wir ließen ihn einfach stehen. Wir hatten genug davon.

Ehrlich gesagt, kann man es den Indern nicht übel nehmen, dass sie die Touristen übers Ohr hauen wollen, denn sie bekommen es schon von offizieller Seite vorgemacht. Eintritt ins Taj Mahal für Einheimische: 10 Rupien, für Touristen: 750 Rupien. Dieser Text steht auch noch dreister Weise in Englisch am Ticketschalter, damit man es auch noch richtig unter die Nase gerieben bekommt. Noch ein Beispiel gefällig? Eintritt für Einheimische in die Moschee Jama Masjid: 0 Rupien. Für Touristen steht ein Schild da, was man beachten muss und wenn man Bilder (auch mit dem Handy) machen möchte, löhnt man 200 Rupien. Wir zogen brav unsere Schuhe aus, als eine Stimme ertönte: "Two hundred Rupies, please!" Ich zeigte leere Hände "We have no camera!". "Come here, we control your bag!" Ja, zeig mir mal den Touristen, der nicht irgendwo eine Kamera hat und sei es auch nur ein Handy mit Kamera. Obwohl wir drauf bestanden, keine Fotos zu machen, führte kein Weg dran vorbei - wir sollten zahlen.

Was ich in dem kurzen Zeitraum gelernt habe, wie die Pest zu hassen - die Bürokratie in Hotels / Guesthouses. Es gibt ein dickes Buch, in das sich die Ankömmlinge eintragen dürfen. Aber nicht nach dem Prinzip "Unterschreiben Sie hier, lassen sie ihren Pass da, wir erledigen den Rest" - Nein, alles schön selbst ausfüllen, angefangen von der Wohnadresse, Herkunft, nächstes Ziel und Telefonnummer muss alles angegeben werden. Dann wird noch eine Kopie des Reisepasses gemacht und es folgen noch zwei weitere Formulare. Keine Ahnung wozu...

Einziger Lichtblick war unsere Zugfahrt von Agra nach Delhi, wo wir zusammengepfercht im Abteil saßen und uns die vier Stunden mit Indern unterhielten. Mein Urteil war: Der gemeine Inder hat das Herz am rechten Fleck, ist aber ein wenig naiv, macht was ihm gesagt wird und denkt nicht über die Folgen seines Handelns nach. Je nach Bildungsstufe sind die Inder auch sehr weltoffen und keinesfalls entsetzt, wenn man nicht verheiratet ist, geschweige denn keiner Religion zugehörig ist, wie es einem die Reiseführer glauben machen wollen. Grundtenor: Der Mensch zählt. Sehr witzig war auch, wie wir einem Mediziner, der zu einer TBC/Lungenkonferenz nach Berlin flog, das Konzept von Sommer- und Winterzeit erklären wollten, was er sehr "confusing" fand.

Indien und seine Mystik: Ich habe während unserer Reise das Buch "Meine Freundin, der Guru und ich" gelesen. BTW halte ich den deutschen Titel von sowas von blöd gewählt, denn sie ist weder seine Freundin, noch kommt ein Guru drin vor - der englische Titel lautet dafür treffender "Are you experienced?", was den Kern der Sache trifft. Jedenfalls taucht dort der Konflikt zwischen denen auf, die westliche Werte vertreten und denen, die sagen, dass man die spirituellen Werte abseits der Touristenwege kennen lernen muss, um Indien so richtig erlebt zu haben.

Gut, wir hatten nur 3 Tage in Indien Zeit, aber sind wir doch mal ehrlich... Wenn jemand nach Deutschland für drei Tage kommt, würdest du ihm empfehlen, drei Tage nach Kolmsdorf zu fahren, um mit den Einheimischen eine Brotzeit bei einem Weißbier zu genießen oder würdest du sagen: Fahr nach Berlin, München und Dresden und schau dir ein paar schöne Städte an? Natürlich bin ich mir bewusst, dass es ein Leben abseits der Touristenfallen gibt und dass dieses voller Spiritualität stecken mag, aber leider war unsere Zeit knapp. Um es aber auf den Punkt zu bringen: Wonach bewertet man ein Land? Nach seiner Bevölkerung? Wie es sich an offiziellen Plätzen präsentiert? Oder nach dem Reichtum seiner Geschichte?

Indien - kulinarisch: Ich musste schmunzeln, als ich las, dass in der aktuellen 4 Seasons ein Bericht über eine Reise per Pedale von Delhi nach Nepal steht, der damit beginnt, dass man sich die ersten Tage erstmal kulinarisch an Indien gewöhnen muss (Durchfall). Diese Probleme hatte ich nicht, aber auch gerade in Indien gilt: kein Fleisch! Schlimmer als in Nepal wird man in Indien mit unterschiedlichen Bezeichnungen für gleiche bzw. ähnliche Gerichte konfrontiert. Beispiel: Dosa, Chapati, Nan, Papad und Puri - sind letztendlich alles Fladenbrote, je nach Region, Art des Mehls bzw. Zubereitung. Das kann schon verwirrend sein, denn mit den Speisen sieht es nicht anders aus.

Wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt die indische Version dessen, was der Nepalese als Dal Bhat kennt: Thali. Thalis sind auch wieder von Küche zu Küche verschieden, was Menge und Vielfalt betrifft. Manche servieren weniger Auswahl, dafür mengenmäßig mehr, manche bieten eine große Vielfalt, aber wenig an. Wie auch in Nepal waren Fladenbrot, Reis, Dal und Curry immer dabei, manchmal hatte ich auch sauer Eingelegtes oder Joghurt dazu.

Ich hoffe, mit dem Beitrag konnte ich dem ein oder anderen erfahrenen Indienreisenden ein Schmunzeln entlocken und anderen Neulandentdeckern einen Hinweis geben: Achtung, bitte hier aufpassen!

Nepal – Land und Leute

Jan 0

Nepal - Wirtschaft und Politik: Nepal wird als eins der ärmsten Länder aufgeführt. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt pro Kopf gerade mal 450 US$, was ungefähr 31.000 Rupien entspricht. Rechnet man das mal auf den Tag runter, kommt man grob geschätzt auf ca. 100 Rupien einkommen pro Tag. Diese Zahl sollte man immer mal ein wenig im Hinterkopf behalten, denn Armut ist ja nur ein Begriff, den wir an weltlichen Dingen wie Geld und Besitz festmachen.

Sieht man sich die Nepalesen an, machen sie nicht den Eindruck, als wären sie todunglücklich über ihre Armut. Was wir in den zwei Wochen Nepal festgestellt haben war, dass der gemeine Nepalese sehr stolz auf sein Land an sich ist (aber nicht auf die aktuelle Politik), ehrlich, zurückhaltend und freundlich gegenüber Fremden ist. Natürlich gibt es die Ausnahmen, die der Meinung sind, dass Touristen über unbegrenzten Reichtum verfügen und man den Geldbeutel eines Touristen melken kann. Sowas sollte man sich nicht gefallen lassen, denn laut unserem Reiseführer sorgen wir schon mit unseren normalen Ausgaben dafür, dass wir 10-12 Nepalesen "durchbringen". Mal kurz nachrechnen... wir haben z.B. für unseren 2-Tage-Rafting-Trip (inkl. Busfahrten) 60$ hingelegt, was über 4.000 Rupien entspricht - passt.

Natürlich wandert ein nicht unbeträchtlicher Teil auch in die eigene Tasche, was dazu führt, dass eine junge Generation in den touristischen Regionen heranwächst, die besser gestellt sind, westliche Ansprüche haben und sich gegenüber Fremden fast schon respektlos verhalten.

Nepal leidet natürlich auch unter seiner Regierung, die auch ihren Teil von den Touristen haben möchte und ordentlich in die Taschen der Touristen langt - nicht ohne einen riesigen bürokratischen Aufwand. Ich denke dabei nur an die Beantragung der TIMS-Card und der Permit für die Annapurnaregion. Vorgehen: Man füllt einen Antrag aus, tackert die Passbilder drauf und bezahlt. Dafür bekommt man dann die TIMS (Trekker's Information Management System)-Card, die man auch nochmal selbst ausfüllen darf und dann gibts einzig und allein einen Stempel rein. Kostet 1.420 Rupien für die TIMS-Card und 2.000 Rupien für die Permit. Früher standen die Maoisten am Wegesrand und haben die Touristen "um eine kleine Spende" gebeten, jetzt sind sie in der Regierung es geht seinen bürokratischen Weg.

Von Unruhen, wie vom Auswärtigen Amt gewarnt wird, haben wir nichts mitbekommen. Auch gab es keine plötzlichen Streiks. Für 2011 hat Nepal das Jahr des Tourismus ausgerufen und hofft, dass die Zahl der Touristen weiter steigt (momentan über 80.000 Touristen pro Jahr).

Nepal - Umwelt: Der Nepalese hat ein - ich will es mal so sagen - gespaltenes Verhältnis zur Umwelt. Er verkauft sie als touristische Attraktion, erstickt sie aber mit seinem Müll. Natürlich wird der Tourist gerne dazu angehalten, nicht so viele Plastikflaschen zu kaufen und die Umwelt zu schon, was diese im Allgemeinen auch machen. Aber das ist nur oberflächlich - wer in Kathmandu über einen Fluss gegangen ist, fällt nicht nur optisch, sondern auch olfaktorisch ins Koma. Das sind keine Plastikflaschen von Touristen, die dort herumgammeln, sondern der gesamte Hausmüll und das ist ein Punkt, wo man Aufklärungsarbeit leisten muss und auch finanziell nachlegen sollte, dass der Hausmüll nicht im Fluss, sondern in eine Recycling- / Verbrennungsanlage wandert.

Apropos verbrennen... das sieht man in Nepal öfter. Nicht nur die sterblichen Überreste am Fluss, sondern auch den Müll. Oder man benutzt Diesel zum Anzünden von Lagerfeuern und nimmt Plastikflaschen als Brandbeschleuniger. Wenn ringsherum eine Touristengruppe steht und sich lauthals beschwert, wird man fragend angesehen - warum eigentlich nicht?

Wie man sieht eine gewisse Naivität liegt dem Nepalesen im Blut. Deswegen wird auch eine Straße von Tatopani bis hoch nach Jomsom gebaut. Gut, Straße kann man das nicht nennen - es ist eher ein staubiger, breiter Weg mit Steinen, hindert aber Busse, Jeeps und LKWs nicht daran, so schnell wie möglich mit ihren klappernden Kisten darüber zu heizen - Aufschrift an der Seite "Save the environment"! Motivation der Straße - Touristen so schnell wie möglich ans Ziel bringen und die Gasthäuser am Weg mit Lebensmitteln zu versorgen. Gutes Beispiel für "Nicht weit genug gedacht" - die Touristen bleiben aus, entweder weil sie gleich durchfahren oder weil keiner die Lust hat den ganzen Staub zu schlucken (knirscht herrlich auf den Zähnen). Und so haben wir es erlebt, dass in den Unterkünften auf der Strecke Jomsom - Tatopani Leerstand herrscht, obwohl es Hochsaison ist und früher die Unterkünfte bis zum Brechen voll waren.

Nepal - Religion: Anders als einem immer in den Läden verkauft wird - Nepals Bevölkerung sind zu 80% Hinduisten. Allerorts kann man Buddha Eyes als Taschen, Aufkleber und Mousepads kaufen sowie auch Gebetsfahnen und "Free Tibet"-Aufkleber, doch dient das hauptsächlich, um den Touristen den Geist des Buddhismus zu verkaufen und ihnen so ein bißchen Geld aus der Tasche zu locken.

Nepal - kulinarisch: Wer hoch in den Bergen unterwegs ist, wird überrascht sein, wie viele Äpfel dort angebaut werden und sollte unbedingt einen Apple Pie oder Apple Crumble probieren, am besten wenn sie noch heiß sind. Es ist ein Genuss, von dem ich aber glaube, dass er nicht den einheimischen Genüssen entspricht. Ansonsten kann man sich durch eine Vielzahl von einheimischen Gerichten durchschlagen, bei denen man immer eins beachten sollte: kein Fleisch! Wer in Kathmandu mal durch die Straßen geschlendert ist, und auf den offenen Theken das Fleisch hat vor sich hingammeln gesehen und die Fliegen, die darum schwirren, wird wissen, warum ich das sage.

Wer sich unschlüssig ist und auf dem schlechten Englisch der Einheimischen beim Erklären, um was für eine Speise es sich handelt, ausweichen möchte, kann ich nur eins empfehlen: Dal Bhat. Dal Bhat besteht hauptsächlich aus zwei Teilen - Linsensuppe (Dal) und gekochtem Reis (Bhat). Meistens gibt es noch etwas Gemüse in Form eines Currys dazu oder sauer eingelegt. Ist meistens sehr reichlich, würzig bis scharf und mit einer Preisspanne zwischen 70 und 180 Rupien auch meistens das preiswerteste Hauptgericht, was man auf der Karte findet.

Initial wurden wir in Nepal mit dem Thema Teegenuss konfrontiert. In Nepal habe ich folgendes Gemisch sehr gern getrunken: eine Kanne schwarzen Tees deren Boden mit geriebenem Ingwer bedeckt ist und dazu ordentlich Zucker, der mit Nelken versetzt ist. Ist echt ein Erlebnis, weil der Tee durch den Ingwer sehr würzig schmeckt und der Zucker wunderbar aromatisch nach Nelken riecht.

Vom Lusturlaub zum Frusturlaub

Jan 1

Eigentlich klang alles so einfach: Visum für Indien per Post beantragen, Pässe und Formulare einschicken, Geld überweisen, 5-7 Tage warten - fertig. Unser Flug geht am Samstag, 23.10. Und jetzt die chronologische Abfolge des bis dahin offenen Spektakels:

  • 8.10., 16 Uhr: Ich verschicke die Pässe und Formulare per Einschreiben mit Rückschein an Cox and Kings, die vom Konsulat Indiens beauftragte Firma. Zum selben Zeitpunkt überweise ich das Geld.
  • 11.10., abends: Der Status des Einschreibens anhand der ID der Post ist auf "bereitgestellt". Ich bin beruhigt.
  • 12.10., abends: Status immer noch "bereitgestellt". Ich durchstöbere das Internet, was das bedeutet und stoße auf zwei Aussagen: Der Empfänger wurde informiert bzw. Es wurde ausgehändigt. Wie ich jetzt weiß: Wurde ausgehändigt. Trotzdem schreibe ich eine Mail, ob die Sendung angekommen ist.
  • 13.10., früh: Antwort liegt vor, dass die Sendung eingetroffen ist. Nur der Zahlungseingang fehlt. Ich prüfe es, Zahlung ist schon längst abgebucht, was ich auch antworte.
  • 13.10., nachmittags: Antwort kommt, Zahlungseingang wurde bestätigt, unsere Visa werden in Bearbeitung gegeben. In mir macht sich ein Gefühl von Beruhigung breit. Wenn man persönlich vorspricht, ist ja der Arbeitsablauf: früh kommen, abends Visum mit heimnehmen.
  • 18.10., abends: Die Rücksendung steht immer noch auf "offen". Ich schreibe mal fix, wie der Bearbeitungszustand ist.
  • 19.10., früh: Mich trifft der Schlag, als ich die Antwort sehe: Die Anträge wurden gestern ins Konsulat gegeben, wir sollen einen Kurier beauftragen. Das erfordert sofortige Maßnahmen.
  • 19.10., mittags: Ich rufe an, mindestens 8 mal fliege ich aus der Leitung. Zum Glück haben sie einen automatischen Rückruf, wenn die Leitung frei ist. Ich hake bei einer Frau mit indischem Akzent nach, sie meint, die Visa könnten heute Abend oder morgen zurück kommen, ich soll morgen nochmal anrufen. Bin entnervt und schaue auf die Webseite - Bearbeitung dauert 10-15 Tage, aber nach Eingang der Sendung.
  • 20.10., mittags: Ich rufe wieder an, diesmal habe ich Frau dran, die zwar serviceorientiert ist, aber sich inhaltlich mehrfach vergreift. Mir wird klargemacht, dass es mein Fehler ist, ich hätte viel eher beantragen sollen und auch auf der Webseite stehen ja auch 10-15 Tage. Davon, dass der Zeitraum geändert wurde, will sie nichts wissen. Das Konsulat bearbeitet halt die Anträge, wie sie denkt. Es könnte also durchaus Ende der Woche werden, dass sie fertig sind. Ich sage ihr, dass sie die Pässe nicht verschicken soll, wir holen sie ab. Wir bekommen zumindest eine Tracking-ID, mit der wir online abfragen können, wie der aktuelle Bearbeitungsstatus ist.
  • 20.10., abends: Wie durch Zauberhand ist der Status: die Pässe können abgeholt werden.

Frage mich echt, was die Anträge zwischen Mittwoch und dem darauffolgenden Montag gemacht haben? Wir haben das unserer Kollegin erzählt, die öfters nach Indien fährt. Sie war entsetzt, sie hätte erst im Januar ein Visum beantragt und das wäre innerhalb von einer Woche wieder da gewesen. Kriszta wird sich jetzt wohl oder übel auf den Weg machen müssen und die Dinger abholen fahren.

Von Süden nach Norden

Jan 2

2008 11 muenchen

Eigentlich fing alles damit an, dass ich doch nur in die Werkstatt wollte, um mal die Winterreifen aufziehen zu lassen und eine Lampe zu wechseln. Ich bekam einen Termin in der darauf folgenden Woche und die Lampe wurde sofort gewechselt. Das Ergebnis war, dass ich am selben Tag mittags wieder auf der Matte stand und mein Auto abgab, denn die Geräusche, die es von sich gab, waren wenig Vertrauen erweckend. Erste grobe Schätzungen der Werkstatt waren das Getriebe oder die Antriebswelle. Das war dann am Donnerstag.

Den folgenden Dienstag erhielt ich dann die Sicherheit: Ja, das Getriebe hat einen Totalschaden. Ein Blick in die Wikipedia verriet mir, dass es ein Leiden des Baleno ist. Und nun stand ich vor der Entscheidung - neues Getriebe, gebrauchtes Getriebe, neues Auto, gebrauchtes Auto? Ich schlief eine Nacht drüber und kam zu dem Ergebnis, dass nach 130.000km kein Auto so kaputt sein kann. Also wurde es eine Operation, der Werkstattmeister wollte sich nach einem gebrauchten Getriebe umsehen, was er im Laufe der Woche nicht schaffte, also ging in der nächsten Woche die Reparatur los. Glücklicherweise wurden die defekten Teile gewechselt (also kein neues Getriebe) und eine neue Kupplung wurde gleich mit verbaut. So kamen die Teile auf 300 Euro, dafür die Arbeitskosten auf mehr als das Doppelte.

Und nun steh ich wieder da - er ruckelt beim Anfahren. Zum Glück gibt es die Spezialisten von Balenomania.de, die jedes Problem schon mal hatten. Vorsichtige Schätzung: es kommt Wasser in die Zündkerzen und deshalb läuft er nur auf 3 Töpfen und genauso fühlt es sich an... Und den Ölwechsel hatte ich auch vergessen. Und da sagt man, eine Freundin wäre teuer... Pfff...

2008 11 muenchen2Letzten Samstag ging es jedenfalls auf einen kleinen Ausflug nach München. Wir bummelten den ganzen Tag durch die Stadt, schauten uns um und stellten fest - viel zu viele Menschen. Aber trotzdem ist so ein Wochenendausflug immer wieder schön, zumal ich auf noch meine CD-Sammlung etwas aufstocken konnte. Das Wochenende war schnell vorbei und gleich am Montag Morgen hieß es früh um 4 Uhr aufstehen und auf den langen Weg nach Kiel machen. Gegen Mittag waren wir da, gingen in die Firma und legten erstmal die Sachen ab und stärkten uns.

Im Laufe der Woche kamen wir gut mit dem Projekt voran. Besonders erwähnenswert war der Dienstag Abend, als wir in einen Laden gingen, der grundsätzlich nur Pizzas nach Art des Gastes anbot. Hieß im Klartext: Man hatte einen Zettel vor sich, wo man die Größe der Pizza, den Teig und sämtliche Beläge ankreuzen konnte. Mir war nach scharf zumute und so lautete meine Zusammenstellung:

  • 28 cm
  • Weizenmehl
  • Peperoniwurst
  • Peperoni (auf Nachfrage der Kellnerin: Ja, die Scharfen)
  • Hackfleisch
  • Zwiebeln
  • Oliven

Unter dem Zettel stand noch, dass es auf Wunsch auch kostenlos Knoblauch gibt. Ich machte einen Haken dran und unterstrich das Wort Knoblauch. Das führte dazu, dass sich wohl ungefähr 6-7 gepresste Knoblauchzehen auf meiner Pizza befanden. Schmeckte unglaublich lecker und die Peperoni waren auch wirklich angenehm scharf. Ansonsten eine sehr ungewöhnliche Mischung, aber doch empfehlenswert.

Ich bin jetzt das dritte Mal in Kiel gewesen und immer habe ich das Glück ein Zimmer zu erwischen, wo irgendwas nicht passt. Das letzte Mal war es das surrende Geräusch des Fahrstuhlmotors, diesmal das riesengroße beleuchtete Schild des Hotels vor meinem Fenster. Aber alles das wurde wieder wett gemacht, durch einen besonderen Service. Morgens klingelte mein Telefon und die liebe Stimme meiner Freundin weckte mich. Und sofort hatte ich vergessen, dass die Luft unheimlich trocken war und die Matratze völlig ausgelegen war.

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